Der Bamberger Biersommelier Markus Raupach gehörte zur Moskauer Expertenjury

Die Rückbesinnung auf aromastarke, individuelle Biere, oft „Craft-Bier-Bewegung“ genannt, hat auch Russland erreicht. Das Land steht nach Deutschland an zweiter Stelle bei der europäischen Bierproduktion. Grund genug für das dortige Landwirtschaftsministerium, einen eigenen Bier-Wettbewerb ins Leben zu rufen. Zu den 30 Juroren aus aller Welt gehörte auch der Bamberger Markus Raupach, Gründer der Deutschen Bierakademie.
Bierverkostung in 23 Kategorien
Bis zu 35 Biere waren in jeder der 23 Kategorien eingereicht worden, von „Pilsner German Style“ über „India Pale Ale“ bis zu alkoholfreien und Gewürz- Bieren. Also eine Menge Arbeit für die Bierexperten, die im Herzen der russischen Hauptstadt verkosteten. In einer Pause besuchte der stellvertretende russische Landwirtschaftsminister, Jewgenij Gromyko, die Jury und bedankte sich dafür, dass die Fachleute aus zehn Ländern angereist waren. Zum Dank gehörte auch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Besuch auf dem Roten Platz und einer exklusiven Führung auf dem Kreml – und mehrere Abenddinner mit russischem Bier und dem eigentlichen Nationalgetränk Vodka.

Bier-Riesen in Russland
Die russische Biergeschichte lässt sich laut Bestsellerautor Markus Raupach kurz zusammenfassen: Im 19. Jahrhundert etablierte sich eine von Deutschen dominierte Brauerszene, die nach den Wirren des Ersten Weltkrieges und in der folgenden Revolution in eine staatlich geregelte Mangelwirtschaft überging. Zu kommunistischen Zeiten dominierten wenige Großkonzerne das Riesenreich, bevor nach 1990 die internationalen Industriebrauereien zuschlugen. Carlsberg, Heineken, Efes – diese drei Bier-Riesen aus Dänemark, den Niederlanden und der Türkei beherrschen bis heute den Markt.
Einheimische wieder erfolgreich
Inspiriert von dem neuen Bier-Bewusstsein, das ausgehend von den USA auch Westeuropa, Polen und das Baltikum erfasst hatte, gründeten die wenigen kleinen russischen Brauereien 2010 ihren eigenen Verband, die „Barley, Malt and Beer Union“. Damals hatten die Mittelständler gerade mal 6% Marktanteil, den sie bis 2017 auf 30% steigern konnten. Dazu trugen vor allem zwei neue Gesetze bei, die der Verband durchsetzen konnte: Das Verbot der Bierwerbung, wodurch den Industriekonzernen ihr Sprachrohr genommen wurde, und das Verbot von PET-Flaschen mit mehr als 1,5 Litern Inhalt. Bis dahin verkauften die Großbrauereien das Bier vor allem in 5-Liter-Riesenflaschen.
Ein unabhängiger Wettbewerb

2015 konnte der Brauerverband in Zusammenarbeit mit der NürnbergMesse und dem Verband der Privaten Brauereien Deutschland mit der „Beviale Moscow“ eine eigene Branchenmesse etablieren, 2017 sollte nun auch ein eigener russischer Bierwettbewerb nach dem Vorbild des „European Beer Star“ stattfinden. Im Unterschied zu den beiden existierenden Wettbewerben, bei denen die Auszeichnungen in der Regel im Vorfeld gekauft werden, was es den Machern wichtig, beim neuen „Rosglavpivo“ eine unabhängige Jury aus internationalen Spezialisten zu verpflichten.
Jury-Mitglieder aus zehn Ländern
Also kontaktierten Sie Fachleute aus aller Welt, um sie zur Jury einzuladen. Die E-Mail erreichte auch Markus Raupach, der auch zu den Juroren beim European Beer Star zählt. „Zuerst dachte ich, das wäre eine Spam-Mail“, so der Bamberger Biersommelier, „es war nur ein PDF drin und die Überschrift ‚invitation for jury‘ – da überlegt man heutzutage ja schon, ob man den Anhang überhaupt öffnet.“ Das tat er aber dann doch, durchlief erfolgreich das Auswahlverfahren und flog am 15. Januar zum Wettbewerb nach Moskau. Minister Gromyko sprach vor Ort die Einladung für die zweite Auflage des „Rosglavpivo“ aus, der im Frühjahr 2018 ausgetragen werden wird. Dann sollen auch Brauereien außerhalb Russlands ihre Biere einreichen und sich dem Wettbewerb stellen können. „Hoffentlich sind dann auch ein paar fränkische Brauereien dabei, die hätten sicher gute Chancen“, so Raupach, der den Termin bereits fest in seinem Kalender eingetragen hat.















Bier und Bamberg gehören zusammen, da ist man sich einig. Doch wo kommt der Hopfen, immerhin eine der Hauptzutaten des Kultgetränks, eigentlich her? Dessen Anbau war nahezu komplett aus der Bierstadt verschwunden – bis sich der junge Gärtner Kris Emmerling vor zwei Jahren entschied, die Tradition wieder aufleben zu lassen und seitdem wieder eigenen Hopfen in der Gärtnerei in der Zollnerstraße anbaut.
In den Brauereien ist es normalerweise üblich, getrockneten Hopfen oder Hopfenpellets für die Bierherstellung zu verwenden. Die sogenannte Kalthopfung ist ein aufwendiges und deshalb kaum gebräuchliches Verfahren – verleiht dem Bier aber eine besondere Note. Die Brauerei Keesmann aus der Bamberger Wunderburg hat deshalb den Versuch gewagt und ein Pils und ein helles Bier mit den frischen Dolden aus der Gärtnerei Emmerling verfeinert. Hierbei wird der frische Hopfen dem Bier zugeführt und nochmal gelagert – das Bier nimmt dann das spezielle Aroma der jeweiligen Hopfensorte an und verleiht ihm wiederum einen besonderen, sich immer wieder verändernden Geschmack. Ausgeschenkt hat es Wolfgang Emmerling am kürzlich stattgefundenen Hopfengartenfest, die Kunden waren begeistert. Und das will was heißen – echte Bamberger Bierfeinschmecker sind schließlich nicht leicht zu überzeugen.



Kommende Woche steht allen Franken wieder ein ganz besonderes Ereignis ins Haus: Zum elften Mal findet der Tag der Franken statt – zum vierten Mal unter der Federführung des Bezirks Oberfranken. Unter dem Motto „Patente Franken – Fränkische Patente“ steht der Erfinder- und Entdeckergeist der fränkischen Landsleute im Mittelpunkt, der sich nicht nur auf Bratwürste und Lebkuchen beschränkt. Nach einer gesamtfränkischen Aktionswoche mit über 100 Veranstaltungen findet die zentrale Abschlussveranstaltung zum Tag der Franken am Sonntag, 3. Juli in Hof statt – auch im Raum Bamberg, Forchheim und Lichtenfels.
Veranstaltungen im Raum Bamberg/Forchheim/Lichtenfels
Dieses 123 Seiten starke Büchlein wird mit Sicherheit ein Sammlerstück für alle Fans der fränkischen Bierkultur: zum ersten Mal wird der Braukultur im Fichtelgebirge ein eigenes Buch gewidmet. Mit wunderschönen Bildern des Fotoateliers Feig aus Selb, Portraits aller Brauereien aus dem Fichtelgebirge und liebevoll geschriebenen Texten zur Geschichte der Bierkultur im Fichtelgebirge, u.a. von Diana Nitschke, Bezirksheimatpfleger Günter Dippold, Wolfgang Hörner oder Wolfgang Benkhardt.
























