BierTalk 56 – Interview mit René Kaplick von den Gastropiraten aus Letschin in Brandenburg

René Kaplick startete als Koch ins Berufsleben, entschied sich aber nach einigen geflogenen Pfannen für die Welt der Getränke und kam über Kaffee und Spirituosen schließlich zum Bier. Nach vielen Jahren in verschiedenen Brauereien sattelte der gebürtige Brandenburger nochmals um und berät seitdem mit seinen „Gastro-Piraten“ die Hotels und Restaurants im ganzen Land. Wir wollten wissen, welche Rolle das Bier dabei spielt und ob die Botschaft des Gerstensaftes in der Gastronomie auch gehört wird. Die Antwort ist spannend – und ein Auftrag für die Piraten und für uns…

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Holger: Herzlich willkommen zur Folge Nummer 56 des ehrwürdigen BierTalks. Auch heute wieder ein ganz spezieller Gast, René Kaplick von den Gastro-Piraten. Da sind wir natürlich ganz gespannt, weil erstens ist die Gastronomie in den Zeiten ein wirklich spannendes Thema und auch ein wahnsinniges Feld, wo man wahrscheinlich ganz schön ändern muss. Und da wollen wir mal sehen, wie so ein Pirat sich da dann auch bei hält. Am Mikrofon der Holger und wie immer …

Markus: … der Markus.

Holger: Wunderbar! René, herzlich willkommen bei uns im BierTalk! Vielleicht sagst du was zu dir, zu deiner Person und natürlich auch, wie wird man Pirat in der Gastronomie.

René Kaplick: Erstmal Moin da draußen an alle, die hier zuhören. Vielen Dank für die Einladung, Markus und lieber Holger, 1000 Dank. Wie wird man Pirat? Das ist eine ganz einfache Story. Ich habe mal eine Unternehmensberatung gegründet, die habe ich dann so wie die Großen mit meinem eigenen Namen betitelt, Unternehmensberatung René Kaplick. Die war nicht erfolgreich und ein guter Freund von mir aus Aschaffenburg, der hatte mir die Möglichkeit gegeben, eine Webseite zu bekommen, die er schon seit Jahren hat. Der sagte: Komm, die schenke ich dir. Nenne deine Firma so. Und daraus sind die Gastro-Piraten entstanden. Zu meinem Werdegang: Ganz normal aufgewachsen, eine Ausbildung gemacht als Koch, in der Welt unterwegs gewesen, tolle Läden kennengelernt. Aber irgendwann aufgewacht und gesagt: Nein, das ist es nicht. Du willst Geld verdienen, weil als Koch dieses Teilzeit-Arbeiten und so weiter und so fort, das war mir damals noch nichts, ich war zu jung. Meine Eltern in der Gastronomie, eigentlich hinterm Tresen im Maxi-Cosi sozusagen aufgewachsen. Und irgendwann schlug ich so das Berliner Abendblatt auf. Da war eine Stellenanzeige bei Darboven in Hamburg. Und die suchten jemand, der Kaffee verkauft. Dann habe ich gesagt: Total cool! Hat aber nicht geklappt. Ich wurde dann der Kaffee-Ausfahrer, was aber megaspannend war, weil ich ganz, ganz viele Menschen kennenlernen durfte. Ich verkaufte dann vom Auto mehr Zusatzprodukte als die jemals verkaufen hätten können. Und so hat man mich in den Verkauf reingebracht, in die nächsten Stationen, Borco-Marken-Import, die Spirituose, dann ging ich zur Flensburger Brauerei. Ich habe dann sozusagen die ersten Biereinführungen, die Experimente mit, ihr erinnert euch vielleicht, Catch the Cat mitgemacht. Dann ging‘s weiter zur Krombacher Brauerei, dann über eine Spirituosen-Firma. Und dann habe ich irgendwann gesagt: Jetzt möchte ich mein Wissen, was ich einfach über die Jahre aufgebaut habe, den Gastronomen zur Verfügung stellen und habe eine Unternehmensberatung gegründet, die Gastro-Piraten, die sich von der Existenzgründung bis hin zur Insolvenzabwehr, die Buchhaltung, die Lohnbuchhaltung, Küchenservice-Coachings, alles, was mit dem Thema erfolgreiche Gastronomie zusammenhängt, die wurde dann gegründet. Und wir sagen immer, wir sind der unfaire Wettbewerbsvorteil gegenüber allen anderen, die uns nicht haben.

Holger: Das war ja dann gleichzeitig auch der Werbeblock. Jetzt ist aber dann trotzdem spannend in so einer Zeit, also da ist jetzt beides möglich, du hast entweder so viel zu tun wie noch nie, weil du hast ja gerade von Insolvenzabwehr gesprochen. Oder gar nichts zu tun, weil deine Kunden auch nichts zu tun haben. Wie ist es denn jetzt grad?

René Kaplick: Wir haben Anfang des ersten Lockdowns ganz stark angefangen, uns mit den ganzen behördlichen Vorschriften zu beschäftigen. Und haben gesagt: Wir stecken jetzt die gesamte geballte Kraft, die wir haben mit der Manpower, in Informationssuche. Das heißt, wir haben von morgens um 8 bis abends um 22 Uhr Hotline geschaltet, wir waren für die Gastronomen bereit. Dann sozusagen Telefonhotline für Finanzierungsanfragen, wie gehe ich den Weg, über allgemeine Anfragen, und haben da richtig Gas gegeben. Arbeiteten, ich sag mal, im ersten Lockdown ganz, ganz stark daran, dass die Leute einfach wissen, wo müssen sie sich aufstellen. Das haben wir übrigens unentgeltlich gemacht, sondern einfach nur als Dankeschön für die jahrelange Zusammenarbeit mit der Branche. Und dann gab‘s den ersten Restart, dann haben wir natürlich so ein bisschen das Coaching gemacht. Und dann gab‘s die zweite Welle, dann ging‘s eigentlich schon in die Verzweiflungsphase der Gastronomie hinein: Wie geht’s überhaupt mal weiter? Und jetzt kämpfen wir ganz stark daran, den Leuten einfach eine Vision aufzustellen, sich auf den Restart vorzubereiten. Und ich hoffe, das wird auch der letzte sein. Und da kämpfen wir jetzt mit neuen Ideen, neuen Strategien, ganz stark die Gastronomie sozusagen wieder auf Kurs zu setzen.

Holger: Kannst du Beispiele nennen, also vielleicht so ein griffiges Beispiel von einem Gastronomen, der gerade einfach verzweifelt ist? Und was empfiehlst du denn: Was soll man gerade tun? Soll man sich konsolidieren, soll man neue Konzepte ausdenken, soll man Preise erhöhen? Was soll man machen grad?

René Kaplick: Das Allerwichtigste für jeden Gastronomen da draußen ist ja gerade nur eins: Ich muss mich mit meinen Zahlen beschäftigen. Ich muss mal überlegen, wo stehe ich eigentlich. Ich muss mir mal jemanden suchen, der mir meine Summen und Saldenliste erklärt. Ich muss meinen Betrieb mal anfangen zu verstehen. Weil es gibt natürlich Top-Betriebe, die brauchen darüber nicht nachdenken, weil sie machen es immer. Und dann sollte ich mir, ich sag mal, eine neue Strategie überlegen, indem ich mir einen Budgetplan baue. Das, was jeder Hotelier macht. Ein Hotel ohne Budgetplan ist unvorstellbar, aber in der Gastronomie haben wir noch nie über Budgetpläne vor zwei, drei, vier, fünf Jahren nachgedacht, wenn wir nicht schon in der Systemgastronomie waren. Das heißt, ich muss mich mit meinem Betrieb beschäftigen. Ich muss jetzt nicht neue Sachen erfinden, sondern ich muss mich einfach wirklich mal mit meinen Zahlen beschäftigen. Renner-Penner-Listen analysieren. Gucken, ist meine Speisekarte noch up to date? Kann ich in der Zukunft vielleicht neue Sachen entwickeln? Kann ich neue Produkte anbieten? Kann ich die Vision, die ich mit meinem Restaurant habe, vielleicht neu abbilden? Gehe ich weg von vegetarisch und gehe auf vegan? Weil jeder Veganer isst auch vegetarisch, aber nicht jeder Veganer isst vegetarisch. Muss ich mir da zusätzliche Felder aufbauen? Wie stelle ich mich in der Zukunft so auf, dass ich erfolgreich sein kann? Und vor allen Dingen: Was ist mein USP? Wenn ich meinen USP habe, habe meine Zahlen im Griff, dann kann ich erfolgreich in die Zukunft schauen.

Holger: Das Thema Digitalisierung in der Gastronomie, spielt das jetzt auch immer eine stärkere Rolle? Und was empfindest du in dem Zusammenhang?

René Kaplick: Es stagniert so ein bisschen. Wir haben vor drei, vier Jahren angefangen mit dem Thema Digitalisierung, haben uns damit beschäftigt, haben so round about 2500 digitale Tools weltweit uns angeschaut mit einem großen, starken Partner. Und da bin ich auch heute noch dankbar, dass ich diesen Einblick bekommen habe. Wir haben auch einen Testmarkt gemacht mit über 300 Kunden, die diese digitalen Tools einfach getestet haben, um zu gucken, ist das was für mich. Momentan sehe ich da aber, ich sag mal, eine leichte Bremse, weil wir bereiten uns auf einen Restart vor. Wir wissen noch gar nicht: Wo gehen wir einkaufen? Wieviel gehen wir einkaufen? Wie können wir in der Zukunft uns vernünftig hinstellen? Und ich finde es auch ein bisschen schade, dass wir nicht überlegen, wenn wir unsere Zahlen im Griff haben, wie können wir uns digital neu strukturieren, welche digitalen Lösungen passen eigentlich zu mir? Weil nicht alles, was digital angeboten wird, ist für mich machbar, umsetzbar, praktikabel. Und da muss ich mich halt auch noch beschäftigen. Also der Weg erstmal in die Zahlen, dann in den USP, in den Aufbau der Zukunft und wie können mir digitale Tools helfen, da muss ich mich ganz stark beschäftigen. Und da ist gerade gefühlt ein bisschen Ruhe eingekehrt.

Holger: Dieses Außer-Haus-Geschäft, also dass man über Seiten bestellt und dann die Dinge gebracht bekommt, ist das ein Thema, was noch weiter und stärker kommt? Oder erwartest du, wenn wir wieder in normale Fahrwasser hineinkommen, dass sich das wieder normalisiert und wir dann doch eher am Tisch sitzen? Oder ist das möglicherweise sogar ein Zusatzgeschäft, was dann neben dem normalen Geschäft weiterhin bleiben wird?

René Kaplick: Viele haben ja früher gar keinen Lieferservice gemacht und denken jetzt darüber nach oder haben darüber nachgedacht, das aufzubauen. Ich glaube, dass 20 bis 30 %, die jetzt einen Lieferservice haben, danach den Lieferservice einstellen werden, weil sie ihre Gäste wieder vor Ort bedienen möchten. Wo aber vielleicht ein Umdenken in den Köpfen passieren muss, ist: Wie biete ich diesen Lieferservice an? Gehe ich vielleicht mit eigenen Fahrern raus oder muss ich andere Plattformen reich machen? Kann ich nicht die Marge, die ich habe, bei mir so einkalkulieren, dass ich mir da selber eine Strategie aufbaue, um erfolgreich zu sein? Oder gehe ich nur aufs Abholgeschäft und werde das noch ein bisschen besser über einen Google-Button – man kann ja heutzutage, ohne dass man einen großen Partner braucht, bei Google seinen Liefer- oder Abholservice implementieren. Und das kostet mich kein Geld. Da muss ich überlegen: Was ist strategisch für mich richtig? Habe ich eine Auslastung? Kann ich mein Personal überhaupt dafür einsetzen oder brauche ich zusätzliches Personal? Das ist wieder die Frage, und das haben wir Holger ganz zu Anfang gesagt, eine Budgetplanung. Ich muss meine Zukunft so planen, dass ich weiß, ich habe vielleicht eine 60-prozentige Auslastung, vielleicht habe ich eine 80-prozentige Auslastung, vielleicht habe ich sogar 100 Prozent Auslastung? Wenn ich dann zusätzlich das Geschäft habe, was ich jetzt akquiriert habe, wie kann ich das überhaupt umsetzen? Schaffe ich das oder schaffe ich das nicht? Und dann muss jeder auch selber für sich entscheiden, ja, ich schaffe das oder ich stelle das erstmal wieder ein oder vielleicht sogar auf eine Sparflamme. Also da kommt eine Bestellung rein: Sorry, tut mir leid, heute ist der Gänsebraten aus. Sie können aber gerne morgen wieder bestellen. Da bereiten wir neu für Sie zu.

Holger: Eindeutig die Botschaft ist: Die Flaute, die wir jetzt haben, ganz egal, setzt schon mal die Segel und richtet sie aus. Und die könnt ihr nur richtig ausrichten, wenn ihr eine Transparenz auch im Thema Zahlen, Daten und Fakten habt. So habe ich das richtig vielleicht verstanden, oder würdest du das noch ergänzen?

René Kaplick: Vielen Dank für die Zusammenfassung!

Holger: Perfekt! Und bevor wir jetzt ins erste Bier einsteigen, Markus, dass jeder im BierTalk auch noch merkt, dass du da bist: Hast du denn eine Frage an den René, die ich jetzt so zur Eröffnung noch gar nicht gestellt habe?

René Kaplick: Ja, hallihallo! Also erstmal auch nochmal von meiner Seite aus, schön, dass wir zusammen sind. Und war ja schon ganz spannend, wir sind jetzt schon ganz tief in das ganze Thema eingestiegen. Auf der einen Seite habe ich tatsächlich auch Lust auf ein erstes Bierchen, aber stelle ich auch gerne noch einen Moment zurück. Ich glaube, ich würde einfach gerne den René noch ein bisschen mehr kennenlernen, weil das ja auch wichtig ist für unsere Hörer, dass sie sich ein bisschen mehr vorstellen können, wie unser Pirat denn zu dem geworden ist, was er ist. Du hast ja erzählt, du bist Koch, du warst bei verschiedenen Brauereien. Wie können wir uns das denn vorstellen? Da ist der kleine René da irgendwann mit seinem Schulranzen durch Hamburg gerannt und hat sagt, Mensch, ich mache jetzt mal irgendwie Gastro oder eben wegen der Eltern? Wie kam das? Wie waren so deine Erlebnisse als Koch? Was empfindest du, wenn du an diesen Beruf denkst? Ist das für dich immer noch was Spannendes oder wie gehst du mit Köchen um? Also das würde mich interessieren. Und vielleicht nach dem Bier dann natürlich auch ein bisschen was zu deiner Arbeit bei den Brauereien, ist ja auch spannend im BierTalk.

René Kaplick: Wie bin ich dazu gekommen? Ich habe übrigens nicht in Hamburg meine Karriere angefangen, sondern ich habe sie in Brandenburg angefangen. Für mich gab‘s eigentlich gar keine Alternative. Ich weiß gar nicht, warum, für mich stand immer fest, ich werde Koch. Früher wollte ich auch nicht Feuerwehrmann oder Müllmann werden, sondern ich wollte immer Koch werden, weil mich das schon immer fasziniert hat. Ich bin in der ehemaligen DDR groß geworden. Ich habe nicht ans große Reisen gedacht, sondern ich habe einfach immer dran gedacht: Okay! Ist cool. Wenn dein Vater abends nach Hause gekommen ist, der hat dir mal ein Baiser mitgebracht, der hat dann über seine Erfahrung aus seinem Job, er war in einem großen Hotel, es war einfach spannend. Ich fand den Umgang einfach auch immer toll, auch mit den Menschen. Dann bin ich in die Lehre gekommen und dann flogen die ersten Pfannen. Dann habe ich gedacht: Hey scheiße, wo bist du hier hingekommen? Ist das jetzt so cool? Weil du hast was nicht richtig gemacht, da wurde dann nicht mal „Du, du!“ gesagt, sondern dann kam gleich eine Pfanne geflogen und dann musstest du auf einmal, weiß ich nicht, den Speiseaufzug, den Schacht sauber machen. Und ich kann euch sagen, ich habe den Geruch immer noch in der Nase. Das war dann so der erste Weg. Und dann ging‘s über Berlin, die Mauer war weg, in Berlin gearbeitet, im InterConti, dann nach England gegangen. In Berlin dann wieder zurück. Das große Glück gehabt in einem großen Team dann den ersten Michelin-Stern mit zu erkochen. Ich war damals Gardemanger, also ich war in der Kalten Küche. Das war Wahnsinn, also dieses Feeling. Ich möchte das nicht missen. Ich koche heute noch leidenschaftlich gerne und ich werde das auch nicht aufgeben. Und ich habe das ganz große Glück, dass meine Frau Griechin ist. Und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie vielfältig dann auch wieder die griechische Küche ist und was da Spaß in einem aufkommen kann. Aber mich haben die Arbeitszeiten damals so ein bisschen getriggert. Also wenn du morgens angefangen hast um 9, dann hast du bis um 11 die Vorbereitung gemacht, dann hast du die erste Pause gehabt, dann hast du dein Mittagsgeschäft gemacht bis 14 Uhr und dann durftest du erst mal wieder Pause machen. Dann bist du wieder um 17 Uhr offiziell gekommen, dann durftest du die Abendschicht machen. Aber wenn du deine Arbeit nicht geschafft hast, dann hast du von morgens um 9 bis abends um 22:30 Uhr gearbeitet. Und da hat keiner auf irgendwelche Arbeitszeitschutzgesetze geschaut. Das war anstrengend. Das war aber auch cool, das hat mich geprägt, weil arbeiten ist wichtig. Und ich habe mich da auch selber diszipliniert und auch für die Zukunft ein wenig geformt. Und dann ging‘s in Richtung Hamburg. Weil in Berlin war keine Arbeit mehr, dann ging‘s in Richtung Hamburg. Und dann halt wie gesagt, Darboven, Spirituose und dann Brauereien. Als ich dann in die Brauerei kam, um jetzt auf den BierTalk zurückzukommen, war in Flensburg, es war wahnsinnig groß für mich. Das war eine Welt, vorher die Spirituose, das war klar, ich war in der Champagne, wurde ausgebildet als Champagner-Botschafter, in Mexiko als Tequila-Botschafter. Das war cool. Aber auf einmal kommst du in so eine altgediegene grummelige Atmosphäre. Das andere war vorher so roter Teppich und Party und wie man sich das so vorstellt. Und dann habe ich eine andere Blickweise der Branche kennengelernt. Weil dann ging‘s dann um diese ganzen Finanzierungen, wie kann ich so ein Objekt machen, die Hektoliter. Dann musst du ausrechnen, mit soundso vielen Sitzplätzen kannst du soundso viel Hektoliter machen. Und Sicherheiten. Das hat mich richtig, richtig stark geprägt. Und da war dann auch der Entschluss, dass ich in der Abendschule dann auch eine kaufmännische Ausbildung nebenbei noch mache und habe mich ausbilden lassen zum Handelsfachwirt. Und jetzt, Markus, kannst du die nächste Frage stellen.

Markus: Jetzt haben wir auf jeden Fall Durst. Und normalerweise fängt ja der Gast immer an. Vielleicht magst du kurz erzählen, was du dir für ein Bierchen genommen hast und magst es unseren Hörern vielleicht ganz kurz vorstellen und was es für eins ist.

René Kaplick: Ich habe in Gedenken an meine Zeit bei Bernhard Schadeberg mich für ein Krombacher Pils entschieden, ein sogenanntes Fernsehbier, wie man ja immer so schön sagt. Das Einfache bei diesem Bier, aber auch das Interessante ist, du hast eigentlich eine wahnsinnig einfache Möglichkeit, dieses Bier zu präsentieren, weil es schmeckt fast jedem. Das ist so der Mainstream. Ich habe eure Podcasts ja gehört, ihr habt ja ganz, ganz viele verschiedene Biere, so die auch gelagert werden und so weiter. Und beim Krombacher sage ich mir immer, kannst du nichts falschmachen. Ich hatte das Glück, dass mein Nachbar die mir gerade gebracht hat gestern. Weil ich hatte nichts mehr, ich lebe auf dem Land. Und die Feuerwehrkameraden, die müssen immer mindestens zwei Kisten Vorrat haben an Bier. Und er rief mich an, sagte: Du, ist im Angebot, 9,90 Euro die Kiste. Ich sag: Komm, pack ein! Und dann kam er gleich rüber. Und so habe ich jetzt ein schönes, leckeres Krombacher von Bernhard Schadeberg.

Holger: Helmut Schmidt, der hat mal gesagt, es könnte ein Klischee sein, aber es könnte auch wahr sein. Und wenn man dich jetzt so reden hört, dann passt das ja: Freiwillige Feuerwehr, Leber- und Pupillen-Dauertest mit Krombacher Pils.

René Kaplick: Ja und Nein. Punkt 1: Ich bin in die Feuerwehr spät eingestiegen und habe dann so meine Feuerwehrkarriere gemacht. Also du kommst ja dann irgendwie, wenn du das erste Mal da bist, das ist hier bei uns auf dem Land die einzige Kneipe auf dem Dienstag früher gewesen, wo du dann mal ein Bier trinken kannst. Ja, und dann tritt doch ein, tritt doch ein. Punkt 1 ist: In Brandenburg ist in der Feuerwehr, bei uns jedenfalls, also da trinkst du immer Berliner, das ist ganz fest. Und dann gibt’s immer, wenn wir uns dann mal treffen, so eine schöne Feuerwehr-Marmelade. Kennt ihr Feuerwehr-Marmelade?

Holger: Überhaupt nicht.

Markus: Nö!

René Kaplick: Das ist das Geilste. Da macht man übrigens Zwiebeln obendrauf.

Holger: Ach so! Das ist sozusagen ein Mettbrötchen mit Zwiebeln, oder?

René Kaplick: Jawoll! Jawoll! Die sogenannte Feuerwehr-Marmelade. Und das ist cool. So ein Mettbrötchen mit Zwiebeln, Salz und Pfeffer, ganz frisch gewolft, und dann ein schönes Pils dazu, das ist – ganz ehrlich – ich brauche nichts anderes.

Holger: Da stimme ich dir auch zu. Das kenne ich auch von zu Hause. Ich bin ja auch ein Kneipenkind. Also bei mir gab‘s noch keinen Maxi-Cosi, aber so ungefähr habe ich auch irgendwo gelegen. Das gab‘s bei uns auch. Also halbes Mettbrötchen mit Zwiebeln und dann noch Salz und Pfeffer und ein schönes KöPi. Oder eben von meiner Mutter selbstgemachte Frikadellen und die noch warm. Und die waren noch nicht ganz draußen, also quasi von der Küche an die Theke gestellt worden, da waren die weg. Da kommen jetzt Bilder hoch und Gerüche und Geschmäcker und mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Ich glaube, ich brauche ein Bier.

René Kaplick: Holger, Frikadelle mit Senf oder mit Ketchup?

Holger: Bei mir immer Senf. Immer Senf und dann auch möglichst scharf. Also gerne auch dann so Löwensenf Extra strong, das mag ich gern. Manometer, also jetzt ist aber alles hier an Drüsen im (unv. #00:16:11.0#)

René Kaplick: Warte mal, wenn wir über das Barbecue reden und über die ersten Briskets und Spareribs, die ich immer super-gerne mache. Aber ich wollte noch eins ganz kurz reinwerfen. Natürlich lag ich in meinem Alter nicht im Maxi-Cosi, meine Tochter lag im Maxi-Cosi. Und ich habe dieses Maxi-Cosi sinnbildlich für die jetzige Generation, die uns auch hört. Also ganz ehrlich, ich weiß nicht mal, ob ich in einer Bierkiste lag oder in der Gemüsekiste. Also irgendwie war ich immer da.

Markus: Jetzt ist mein Kopfkino auch an. Ich muss auf jeden Fall jetzt mal ein Bier aufmachen, Holger. Ich komme dir jetzt einfach mal eiskalt zuvor, weil jetzt habe ich einfach mal Durst. Du kannst ja noch deine anderen Säfte, die gerade so wallen, verschlucken. Also ich mach mal hier auf. Und ich habe mir auch diesmal einen echten Klassiker ausgesucht. Und zwar habe ich mir gedacht: Gerade, wenn es eben darum geht, jetzt mal über den Zustand der Gastronomie auch zu sprechen und über die Zukunft und über die doch auch schwierige Zeit gerade, da macht es Sinn wirklich, sich vielleicht auch mal mit einem Bier zu beschäftigen, was man eben in den meisten Gastronomien auch antrifft. Ich bin halt ein bisschen weiter südlicher, deswegen ist es bei mir kein Krombacher Pils geworden, sondern ein schönes Augustiner Hell. Was ich wirklich auch immer wieder gerne mal trinke. Ich habe mir dafür jetzt sogar ein schönes spezielles Glas genommen, nämlich das Pilsglas von Spiegelau, wo das ganz besonders schön perlt und strahlt und man diese wunderschöne Farbe sieht. Und jetzt kommt mir auch der Geruch entgegen, wirklich so richtig schön ausgewogen, ein bisschen grasig vom Hopfen, und dann eben so ein bisschen Honig, Getreide. Vom Malz für ein Helles eigentlich sehr, sehr intensiv. Ich probiere mal ein Schlückchen. Ah! Wunderbar! Schön, ich freue mich auf den ersten Tag, wenn ich wieder in der Gastro sitzen kann. Habe ich schon mit Freunden ausgemacht. Also sobald die wieder aufmachen dürfen, da stehen wir um acht Uhr früh, wenn’s aufgemacht wird, vor der Tür, gehen rein und sitzen dann so lange, bis die wieder zumachen müssen. Um das einfach aufzuholen, was da jetzt alles stehengeblieben ist. Also auf jeden Fall ein tolles Bier. Ich stoße auf euch beide an, sage Prost und bin gespannt, Holger, was du jetzt dann hast in deinem Glas.

Holger: Mensch, das ist wirklich sehr ungewöhnlich. Ganz am Anfang haben wir ja immer uns auch so ein bisschen gegenseitig raten lassen. Und auf ein Augustiner Lagerbier Hell bei dir wäre ich jetzt echt nie gekommen. Das muss ich ganz klar sagen.

Markus: Auch ich kann dich noch überraschen. Schau!

Holger: Jetzt sind wir schon so lange verheiratet und du kannst mich immer noch überraschen. Das ist wirklich einmalig, wirklich einmalig. Und Augustiner ist auch einmalig. Also das muss man auch nochmal sagen, das ist ja hier in München der Mittelpunkt der Bierwelt. Und da will ich jetzt niemandem auf die Füße treten. Ihr wisst ja, ich bin auch großer Giesinger Fan, um das auch zu sagen. Und auch die anderen, alle machen tolle Biere, aber Augustiner Bräu München, das ist schon was Geniales. Und auch sowieso, alles, die Stiftung, kein Marketing, kein Trend irgendwie, sondern immer nur einfach sein Ding machen, gutes Bier raushauen und die Leute erfreuen. Und mittlerweile kriegst du ein Augustiner Hell selbst an irgendeiner Tanke in Hamburg. Da kannst du mal sehen, wie toll die Münchner auch sind, selbst für die Preußen tun sie was Gescheites. Aber jetzt zu meinem Bierchen. Also ganz anders und gibt’s jetzt auch überhaupt keine Herleitung. Und ich kann gar nicht erklären und ich habe jetzt das Bier genommen, weil … und auch ein weiterer Klassiker. Es ist ein weiterer Klassiker, aber ich habe mir eigentlich gar keine Gedanken gemacht, sondern ich habe mir das Bier einfach nur gegriffen, weil ich darauf grad Bock habe. Weil hier München ist gefühlt Frühling, also wir haben hier Frühling, also Wahnsinn, so ein tolles Wetter und warm. Also richtig schön. Und deshalb habe ich mich für ein Wit-Bier entschieden. Und zwar ein Klassiker, wie schon erwähnt, Hoegaarden Wit Blanche, in einer 0,25er Flasche. Ich habe mir ja gedacht, ich bin der Nächste, deshalb habe ich es schon aufgemacht. Aber ich nehme jetzt mal einen Schluck. Es ist ein trübes Bier, so eine schöne goldene Farbe, trübe goldleuchtende Farbe. Die Schaukrone, so richtig feinporig fest, voluminös. Und dann hat man, wie das sich für ein schönes Wit-Bier auch gehört, so eine Orangen- und Koriander-Note in der Nase. Also das ist das, was man wirklich rausriecht. Natürlich sind auch die Weizenbier-Aromen deutlich wahrzunehmen. Es gibt aber auch so eine Frucht-Aromatik. Man kann sich so an Zitrusfrüchte auch erinnern. Und dann hinterher im Antrunk kommt noch eine leichte Würze durch. Dann natürlich auch da der Koriander und die Orangenschalen sind deutlich raus zu schmecken. Ja, es ist ein Weißbier, Weizenbier, hat eine Trockenheit so im Nachtrunk. Macht in jedem Fall Lust auf einen zweiten Schluck. Und das ist es doch, oder? Also, wenn man jetzt sagt, was ist ein gutes Bier, dann ist die Antwort: Es macht Lust auf den zweiten Schluck. Also René, (unv. #00:20:49.7# trink?) nochmal einen Schluck Krombacher.

René Kaplick: Ich kann euch nur eins sagen. In der Zeit, wo ihr zwei Bier vorgestellt habt, habe ich die erste Halbliter-Flasche leer. Und ich weiß gar nicht, warum ihr so lange schnackt, weil Bier muss doch einfach nur schmecken, oder?

Holger: Kein Widerspruch. Ich bin ja in der Zeit der BierTalks sozusagen durch so eine Metamorphose gegangen. Ich musste ja anfangs immer sagen: Bitte, bitte Bier, Bier, Bier! Und er hat dann immer gelabert die ganze Zeit und hat dann also nur über irgendwelche Themen und so. Und ich habe mich da irgendwie wahrscheinlich zu stark angepasst. Du hast recht.

René Kaplick: Holger, ich biete dir jetzt was an. Du kommst zu uns in den Podcast und wir sprechen 3 Stunden über 200 Biere. Und ich möchte, dass du diese 200 Biere vor dir hast und sie alle hintereinander trinkst. Und ich bin gespannt, wie du dann bei dem 200. Bier die Beschreibung des Biers durchziehst.

Holger: Hahaha! Wahrscheinlich brauche ich dann nicht mal 200. Also ich kann einiges vertragen, würde ich jetzt behaupten, aber 200 Biere, die kann ich dann nur verkosten. Sowie der Markus das dann, der gibt da ja immer an, wenn er dann im Judge in irgendeinem Wettbewerb ist, dann sagt er immer: Also wir machen so am Tag 70 Biere. He-he! Natürlich schlucken wir auch, weil wir sind ja keine Wein-Fuzzis. Ha! Das sagt der immer. Oder, Markus?

Markus: Naja, ganz so sage ich es nicht, aber natürlich muss man jedes Bier probieren. Das ist ja logisch. Man muss sich ja irgendwie einen Eindruck davon verschaffen. Aber es geht halt auch um die Disziplin drumherum. Auf jeden Fall wäre das, glaube ich, dann zumindest für einige Zeit dein letzter Podcast. Und eurer, für René wahrscheinlich einer der beliebtesten, wenn man das so mitverfolgt. Aber vielleicht an der Stelle mal noch an dich die Frage, René, inwiefern spielt denn Bier in deiner Arbeit in der Gastroberatung eine Rolle? Also ist das, zum Beispiel, wenn man auf die Zahlen und Fakten schaut, ist das in der Gastronomie ein Punkt oder ist das eher so ein Durchlaufposten? Und erkennst du, dass es vielleicht Gastronomen gibt, die mit dem Thema Bier anders umgehen, da vielleicht auch mehr daraus machen oder eben nicht oder so? Das würde mich mal interessieren, ob du da irgendwie Entwicklungen absehen kannst oder wie man dem Thema Bier da begegnet in der Beratung.

René Kaplick: Rein theoretisch müsste ich ja sagen, Bier ist ein ganz wichtiges Thema für mich, weil ich komme aus der Bierbranche, ich weiß genau Bescheid, ich weiß, wie man Bier zapft, ich kenne die Hygienevorschriften, ich kenne dieses, wie gehst du damit um, was machst du mit den Leitungen. Aber ich kann euch sagen, in zehn Jahren, in zehn Jahren Gastro Piraten, also wir sind länger am Markt, aber trotzdem, die letzten zehn Jahre nicht ein einziges Mal hat mich jemand etwas über Bier gefragt, noch nie. Und ich glaube, auch in den nächsten zehn Jahren, außer der Podcast wird jetzt viel gehört, wird mich keiner fragen. Bier und das ganze Drumherum ist immer eine Kopfsache. Seid mir nicht böse, aber in der Gastronomie, wer zahlt die meiste Kohle? Und das finde ich wahnsinnig traurig, weil wir uns damit auch ein bisschen einschränken. Und das könnte mal zum Thema werden, dass wir sagen, wenn du nicht die Finanzierung der Brauerei brauchst, also lieber Herr Schadeberg, ich mag Ihr Bier und ich mag auch Ihre Finanzierung, aber trotzdem, dass man da mehr Freiheit bekommt, dann könnte es spannender werden auch in der Gastronomie-Landschaft. Aber solange es immer noch so, die Brauerei zahlt, ich nehme deren Bier, ist bei uns noch nie ein Thema das Bier gewesen.

Markus: Nur nochmal kurz als Nachfrage. Das heißt also, du erlebst es so, dass die Gastronomien sowieso an eine Brauerei gebunden sind und dass einfach durch Langfristverträge, durch Finanzierung so zementiert ist und dann müssen sie auch das Bier abnehmen, müssen es auch bezahlen zu den Preisen, die da vorgeschrieben sind, und deswegen ist das einfach ein unumstößlicher Faktor, an dem man dann auch nicht rüttelt, sondern da baut man dann halt drum rum?

René Kaplick: Ich sag mal, gut zusammengefasst. Aber nochmal, die Frage war ja, was ist bei dir in der Beratung das Thema Bier? Bei mir in der Beratung ist das Thema Bier null und nichtig, noch nie, wirklich noch nie jemals besprochen worden. Ich finde es sehr spannend, aber ich werde da auch nicht darüber sprechen, weil ich sag mal, bei einer Existenzgründung, da geht’s ums Konzept, da geht’s um die Speisen. Da geht’s natürlich auch um die Getränke, was brauche ich für Weine, vielleicht auch das Bier. Ich will das jetzt nicht nach unten nehmen, sondern man muss überlegen, was will ich darstellen. Vorhin ja auch mal gesagt, der USP. Aber es gab, nochmal, Markus, und ich denke jetzt auch gerade selber darüber nach, warum habe ich eigentlich in den letzten zehn Jahren nie über das Thema Bier gesprochen bei einer Beratung, vielleicht werde ich das jetzt durch euch, Markus und Holger, durch dieses Gespräch hier mal aufnehmen. Aber ich glaube, dass das in der Unternehmensberatung in der Wertigkeit ganz weit unten ist, weil wir beraten ja auch nicht, wie kriegst du das meiste Geld von einer Brauerei oder aus der Spirituose, sondern wir beraten ja, wie wirst du erfolgreicher Gastronom. Und da ist ja nicht das Bier das Ausschlaggebende, sondern die Vision desjenigen, der das Restaurant oder das Hotel aufmacht.

Holger: Aber das ist wirklich spannend, dass du das sagst. Und das empfehle ich sehr, dass ihr das aufnehmt aus verschiedensten Gründen. Also erstmal, glaube ich, nach wie vor in der Gastro spielt eine Rolle, wie wird der Gast angesprochen, wie fühlt er sich wohl, wie wird er willkommen geheißen, wie geht die Servicekraft mit dem Gast um. Und so wie du es beschreibst, sorry, dass ich das so sage, aber genau daran krankt die Gastronomie und schafft sich damit aus meiner Sicht auch selber ab. Weil es ist eigentlich nicht mehr, sage ich mal, die Kultur des Gastgebers im Vordergrund, sondern es ist im Vordergrund, wie hole ich am meisten aus dem Betrieb raus. Ich glaube, dass gerade das Thema …

René Kaplick: Nein, da möchte ich sofort widersprechen. Es geht nicht darum, wo hole ich das meiste Geld raus. Aber mal ganz ehrlich, machen wir die Diskussion auf, ist es egal, ob ich ein Paulaner oder ein Erdinger am Hahn habe oder ob ich ein Krombacher oder ein Warsteiner oder ein Flensburger oder ein Bitburger am Hahn habe, Radeberger? Das ist doch nachher nicht die Entscheidung des Gastes, ob er zu mir kommt. Die Entscheidung des Gastes ist doch, mein Interieur, mein Personal, meine Ausrichtung, meine Speisekarte, bin ich mediterran, bin ich Grieche, bin ich Italiener, bin ich Deutscher, das ist doch, was nachher entscheidet. Die Diskussion, die im Vorfeld entsteht, wer gibt mir das meiste Geld, bei der bin ich ja nicht dabei. Und die ist ja nicht ausschlaggebend, ob ich nachher Gäste bekomme. Und ich glaube nicht, dass das jetzt ein Thema ist, wo ich sage, dass wir dadurch die Gastronomie anders sehen oder anders wahrnehmen sollten.

Holger: Für mich ist es eine Haltungsfrage, René. Also das hat einfach mit einer bewussten Wahrnehmung zu tun. Und ich finde schon, das ist ein Unterschied. Wenn ich jetzt irgendwo reingehe und mir ein Bier bestelle, und da gebe ich dir auch recht, also ich will jetzt, weiß ich nicht, zu einem Chinesen gehen oder zu einem Griechen, und der hat halt das Bier am Hahn, wo er eben eine vertragliche Bindung hat, und dann gehe ich da rein, weil ich möchte gern griechisch essen. Aber wenn ich dann mein Bier wirklich in einem richtigen Glas mit der richtigen Temperatur, optimal gezapft und dann auch noch vielleicht beim Servieren das Logo nach vorne gedreht bekomme und eine Servicekraft sagt mir, Mensch, zum Wohl, und kommt vielleicht sogar auch noch mal nach drei Minuten und sagt, hey, schmeckt dir das Bier, oder kennt mich, weiß auch, ich trinke immer Pils, jetzt haben sie aber auch noch ein anderes Bier und vielleicht zwei oder drei andere Biere am Zapfhahn, und sagt, Mensch, Holgi, möchtest du nicht mal was Neues ausprobieren? Also ich möchte dir einfach mal einen Probeschluck servieren, weil wir haben da ein neues Weißbier bekommen und ich kenne dich und ich weiß ja auch, was du bestellst gleich zum Essen, und ich kann dir nur sagen, das ist eine Offenbarung im Food Pairing, dann gehe ich da raus und denk mir: Wow! Wow! Und das macht keiner mehr und das ärgert mich. Da müsst ihr als Gastro Piraten mal die Segel setzen in der Richtung.

René Kaplick: Ich stimme dir zu. Aber jetzt stellen wir uns doch mal folgende Situation vor. Ich trinke ein Krombacher, wir sind jetzt, ich sag mal, in Krombach, ein kleiner Ort. Jetzt stell dir doch mal vor, der – weiß nicht – „Hotel zum toten Hirschen“ mit einer kleinen Gaststube dabei, der bietet auf einmal Bitburger an. Was denkst denn du, was dann passiert? Kommen dann die ganzen Krombacher zu ihm, weil er dann auf einmal Bitburger hat, weil die sagen, ich will mal eine Alternative hier in der Gastronomie haben? Wir müssen ja schon wieder fünf Schritte weiterdenken. Wenn wir, ich sag mal, auf dem flachen Land sind, dann entscheide ich mir das. Aber wenn ich oben in Dithmarschen bin, will ich ein Dithmarscher Bier trinken. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich hier bei uns in der Region in Brandenburg ein Dithmarscher kriege, weil die Jungs in der Dithmarscher Brauerei, ich liebe die. Die haben wirklich ein wahnsinnig cooles Bier. Und vor allen Dingen haben sie es in der 0,33er Flasche und das ist bei der Feuerwehr verpönt. Da sagen die immer, das sind die Zündkerzen. Ich sage, dann trinkt doch 15 Zündkerzen mehr als so eine Halbe-Liter-Flasche, die dann, ich weiß nicht, nach fünf Minuten irgendwie abgestanden ist. Man muss doch immer auf die Regionalität gehen. Nicht jeder Bierkonsum ist ja in einem Restaurant gesteuert mit einer Vision des Bieres, sondern eher mit der Vision der Regionalität. Und wenn ich da jetzt reingrätsche und sage, nein, pass auf, du brauchst jetzt das wunderbare Bier mit Orangennote, (unv. #00:29:28.8# Flavor?) mit Kurkuma, das passt ja nicht überall. Also wir müssen schon die Kirche im Dorf lassen und sagen, es gibt wahnsinnig geile Biere, und eins, glaube ich, da sind wir uns darüber einig, jedes Bier in Deutschland ist nach dem Reinheitsgebot gebraut und dementsprechend eh mit einer Qualitätssicherung, in der wir sagen können, das schmeckt einfach nur okay, also wir müssen uns keine Gedanken machen, es gibt Biere, die schmecken mir nicht und es gibt Biere, die schmecken mir mega-gut, aber es gibt ja kein schlechtes Bier.

Holger: Aber das habe ich auch nicht gesagt. Ich habe auch nicht von irgendwelchem, sage ich mal, von einem Sommelier-Schnack gesprochen, sondern ganz einfach, wie zelebriere ich die Bierkultur in meinem Gasthaus, wenn ich Bier frisch gezapft anbiete und wenn ich auch dafür mit der Qualität einfach da einstehe. Weil auch in der Schankanlage kann man viel falschmachen und dann ist das nicht mehr das Bier, was die Brauerei da gemeint hat. Ich kann auch Absatzförderung machen. Wenn ich meine Bierleitungen und die Schankanlage entsprechend warte, richtig einstelle, dann merkt das der Gast und letzten Endes habe ich dann auch mehr Bierabsatz. Sondern das, was mir fehlt, und da appelliere ich dafür, ist eben, dass man auch das Bier in solchen Beratungsgesprächen, wie ihr das macht als (unv. #00:30:42.9#), einfach wiederentdeckt, um Kundenbindung zu schaffen, um ganz klar mit dem Gast in eine aktive Kommunikation zu treten. Und nichts genialer ist Bier, also Bier ist ehrlich, bodenständig, Bier ist get together. Wenn ich dieses Thema zelebriere in einer qualitativ guten und eigentlich selbstverständlichen Art, egal was ich da am Hahn habe, dann kann ich mich anders positionieren als andere. Und das Gute ist ja, es macht überhaupt keiner mehr, weil kein Mensch mehr drüber spricht. Also lasst doch die Gastronomen damit anfangen, fangt an darüber zu reden in eurem Beratungsgeschäft, weil darüber differenzieren die sich.

Markus: Ich glaube, man kann das vielleicht noch eine Abstraktion höher ziehen, weil ich glaube, letzten Endes geht’s doch den Gastronomen drum, wenn er den Gast binden will, dass er ihn im positiven Sinne überrascht. Also dass er ihm ein Erlebnis bereitet, das man sagt, wenn man da dort war, das war jetzt noch besser, als ich erwartet habe, das hat mir Spaß gemacht, da habe ich jetzt ein Erlebnis, das nehme ich mit, und da gehe ich gerne wieder hin und da lade ich auch meine Freunde ein, damit sie auch so ein schönes Erlebnis haben. Und ich glaube, was die Gastronomen so ein bisschen aus den Augen verloren haben, ist, dass auch das Bier ein Vehikel zu diesem Erlebnis sein kann. Also es ist sicher nicht das einzige, aber eben auch. Also so wie einen Gruß aus der Küche kann man auch mal einen Gruß aus der Theke servieren. Und man kann ja entweder sagen, wenn ich die Möglichkeit dazu habe, ich habe ab und zu vielleicht mal irgendein besonderes Bier oder irgendein in irgendeiner Art und Weise halt anderes, als was ich normalerweise habe, und wenn mir das meine Brauerei oder mein Vertrag nicht gestattet, dann muss ich mich vielleicht mal innerhalb von einem Sortiment umschauen. Nehmen wir mal Krombacher, wenn du jetzt deinen kleinen Laden in Krombach hast, dann glaube ich, werden 99 % aller kleinen Läden in Krombach nicht das dunkle Hefeweizen von Krombacher haben. Und das wäre zum Beispiel eine Möglichkeit zu sagen: Dann gibt’s eben da mal 0,1 oder 0,2 als Gruß von der Theke, und ich versuche da mal ein bisschen dieses Thema zu spielen, die Gäste zu überraschen, beim Food Pairing zu sagen, ihr kriegt jetzt da den kleinen Lachs mit irgendwas als Begrüßungshäppchen und dazu gibt’s dann eben so ein kleines Bierchen oder so. Einfach, um das auch noch mal als Möglichkeit zu nutzen, wie ich Erlebnisse und damit auch Kundenbindung generieren kann. Und mit relativ wenig Aufwand, weil Bier im Verhältnis eher ein günstiges Mittel ist, was man da einsetzen kann.

René Kaplick: Ich würde gerne Holger mal die Frage stellen: Wenn du jetzt, ich nehme mal drei Großstädte Berlin, München und Hamburg, wo würdest du denn empfehlen hinzugehen, wo die Bierkultur noch so zelebriert wird, dass du sagst, wow, Bier ist hier ein absolutes Highlight und wird so dermaßen getragen, dass man merkt, die verstehen auch was von Bier?

Holger: In Hamburg, also würden mir mehrere Sachen einfallen, aber würde ich jetzt herausheben, ist es die Elbphilharmonie mit all dem, was Störtebeker da auf die Beine stellt und auch, was da der Chef-Biersommelier Dennis Spahn mit seinem Team auf die Beine stellt, wo es eben (unv. #00:33:34.0#) gibt, wo du die Bierstile erklärt bekommst, wo du herangeführt wirst einfach auch an Geschmäcker, wo vielleicht der ein oder andere sagen würde, Mensch, so habe ich noch nicht mal einen Wein irgendwann mal getrunken. Weil Bier kann ja viel komplexer sein als Wein. Das würde ich da in jedem Fall empfehlen. In Berlin würde mir Brauhaus Lemke am Hackeschen Markt oder am Alexanderplatz einfallen. Das ist auch vom Ambiente her Biererlebnis pur. In dem Zusammenhang, hast du jetzt nicht aufgezählt, aber würde ich auch Bayreuth nehmen, also Maisel‘s Brauerei, Liebesbier ist für mich der Ort in Deutschland vielleicht neben Berlin-Mariendorf BrewDog, wo man auch architektonisch und alles in Richtung Innenarchitektur und da stimmt ja wirklich von der Glühlampe bis hin zur Zapfanlage alles, was das Thema Hopfen und Malz und Hefe und Wasser zu bieten hat. Und dann hast du, was hast du noch gesagt, Hamburg, Berlin und was hast du noch gesagt?

Markus: München.

Holger: München. Gut, in München würde ich einfach ganz normal klassische Bierhalle aufsuchen. Nehmen wir meinetwegen die Augustiner Bierhalle auf der Neuhauser Straße, das ist in meinen Augen eine schöne Atmosphäre, wo man wirklich noch eine typische Bierhalle erleben kann, jeden Tag, die so auch vor 100 Jahren schon existiert hat. Oder nimm das Bier- und Oktoberfestmuseum, ist auch eine Augustiner Gastronomie drin in einem sehr, sehr schönen kleinen, wie soll ich sagen, also es ist eine Museumsatmosphäre. Und auch die Schank hat so ein Flair. Also da gibt’s so viele Sachen, wo ich sage, es gibt ganz, ganz viele Stellen, aber das Gros ist eben so, dass man Bier nicht wertschätzt, überhaupt nicht im Fokus hat, nebenbei laufen lässt, und die Chancen, die da drinstecken, überhaupt nicht entdeckt. Und das ist ein Feld, wo es auch so einfach ist zu überraschen. Ich gebe dem Markus zu 100 % recht, sondern es ist ja immer einmal die Erwartung zu treffen und dann gibt’s das Thema, die Erwartungen zu übertreffen. Und das Gute an dem Thema jetzt grad, was wir diskutieren, ist: Bei Bier hat kaum einer mehr überhaupt eine Erwartung. Also es ist auch total einfach, mit ganz kleinen Schritten die Erwartungen des Gastes zu übertreffen. Und da weiß ich überhaupt nicht, warum ihr das Thema nicht spielt. Überhaupt nicht.

René Kaplick: Danke dafür. Und vielleicht müssen wir auch ein bisschen daran arbeiten. Holger Eichele hat mir einen Weihnachtskalender geschickt mit ganz vielen verschiedenen Bieren. Und ich konnte dann über diesen Weihnachtskalender auch mal wieder ganz viele verschiedene Geschmäcker testen. Das war echt spannend. Vor allen Dingen, weil ich alle zwei Tage dann nur versucht habe, mal ein Bier zu trinken. Und mein Nachbar kam, sagte, oh, kenne ich nicht, kenne ich nicht, und wir haben immer die Wette gemacht, du trinkst eins, ich trink eins, also wir tauschen immer aus und wir packen das natürlich ins Glas, war ja zu Corona-Zeiten, wir haben uns auch am Zaun getroffen, also wir waren jetzt nicht zusammen, und wir probieren mal. Und das war so faszinierend, wie dann auf einmal andere Geschmäcker kamen. Da waren Biere dabei, seid mir nicht böse, die konnte ich nicht mal einen zweiten Schluck trinken, die schmeckten einfach nicht. Aber es waren auch Biere dabei, wo ich gesagt habe, wow, schade, dass ich die hier nicht kaufen kann. Ich glaube, wir müssen alle, der Markus, der Holger und ich, mal in der Zukunft vielleicht noch weiter nach draußen gehen und zu sagen, wir müssen mal eine Botschaft verkünden, wir müssen den Leuten mal erklären: Was ist Bier? Wo kommt Bier her? Und was kann Bier ausmachen für deine persönliche Zukunft, im privaten und im geschäftlichen Bereich? Das finde ich, ist, glaube ich, eine Aufgabe, die ich heute hier bei euch gelernt habe, lieber Holger, lieber Markus, und die ich mir garantiert zu Herzen nehme.

Markus: Wenn dieser Podcast gesendet wird, dann nehmen wir einfach den Sonntag drauf, da treffen wir uns sowieso immer in Clubhouse und machen um 17:45 Uhr eine Runde, so ein bisschen einerseits Nachbesprechung des Podcasts und ein bisschen auch Themen rund ums Bier, und da können wir auf jeden Fall entsprechend schon mal darauf hinweisen und sagen, da können wir dann auch erstens selber in eine Diskussion gehen und zweitens natürlich auch mit anderen in eine Diskussion gehen. Das ist jetzt ein ganz guter Auftakt, weil ich glaube, wir können sehr viel von dir lernen und du kannst vielleicht auch das eine oder andere von uns mitnehmen und das dann auch in deine Kundschaft mit weitertragen. Und ich glaube, da können wir dann auch vielleicht in der Zukunft wirklich von allen Seiten profitieren und dann eben in einem halben Jahr, in einem Jahr, wenn dann auch wieder geöffnet ist und die ersten Erfahrungen wieder gesammelt worden sind. dann machen wir mal ein Update und erzählen den Leuten, wie sich das so entwickelt hat und was wir an spannenden Dingen getan haben. Bevor wir jetzt ganz zum Schluss kommen, möchte ich noch eines erwähnen, weil ich es einfach ganz schön finde, das ist nämlich auch das, worüber wir uns intensiver kennengelernt haben: Auf Clubhouse gibt’s ja schon seit Anfang Januar jetzt eine große deutsche Community und du hast dort einen Hotel- und Gastro-Talk mitinitiiert. Und aus diesem Hotel- und Gastro-Talk heraus ist dann eine Initiative entstanden, die dann jetzt schon ein Schulprojekt finanziert hat in Togo. Und das finde ich eine ganz, ganz tolle Sache, also erstens, dass du dich da so reingehängt hast und auch die Energie hattest das durchzuziehen und dran geglaubt hast und die Leute auch entsprechend motiviert hast, und andererseits natürlich auch, dass wir jetzt wirklich da alle uns freuen, dass das entsteht und wir einfach gerade in so einer Notsituation sagen, gerade dann kümmere ich mich darum, auch anderen, denen es noch viel, viel schlechter geht, eine wirkliche Zukunft zu geben. Und da möchte ich mich einerseits bei dir bedanken und vielleicht auch nochmal kurz dir das Wort geben, dass du zwei Takte dazu sagst. Und dann können für heute, glaube ich, Schluss machen, aber eben nicht final, sondern die Leute einladen, dann jetzt am kommenden Sonntag einfach mal in Clubhouse vorbeizuschauen um 17:45 Uhr im dortigen BierTalk Q&A.

René Kaplick: Ich kann nur Danke sagen, aber ganz ehrlich, ich habe einen Kloß im Hals. Ich habe schon wieder Gänsehaut, weil das Thema, du weißt, das hat mich bewegt. Wir haben über 80 Stunden live moderiert, um diese Schule zu bauen, aus der Hospitality Branche, alle haben sich zusammengetan. Und wir werden auch eine zweite und eine dritte Schule bauen. Ich kann euch nur sagen: Wenn Ihr wissen wollt, um was es da geht, dann sprecht mit dem Markus, sprecht mit dem Holger. Ich will es hier gar nicht ausweiten, weil ich habe einen Kloß im Hals, sorry. Ich kann darüber gar nicht mehr sprechen, ich bin nur so glücklich, dass es geklappt hat.

Markus: Dann werden wir alle Leute, die da Interesse haben, auf jeden Fall informieren. Ihr findet bei Bierakademie-Website auch dazu unter unserer Seite „Unsere Verantwortung“ einen Eintrag, dort könnt ihr auch selber Spenden beitragen und das Projekt verfolgen, also insofern immer auf dem Laufenden sein und euch eben auch beteiligen. Das würde uns sehr freuen. An euch beide dann für heute auf jeden Fall vielen, vielen Dank für eure Zeit, für die Diskussion und die durchaus spannenden Gespräche rund ums Thema Bier und in der Gastro und die Beratung dazu. Und Holger, hast du dein Bier mittlerweile leer? Oder was möchtest du als Schlusswort verlieren?

Holger: Unbedingt! Wenn ich jetzt doch noch das letzte Wort haben darf, dann würde ich sagen: Jetzt weiß ich, warum ich mich heute für ein belgisches Bier entschieden habe, weil das ist auch noch mal ein schönes Beispiel, wie eben Bierkultur zelebriert werden kann. Also wenn man in Belgien in so ein schönes Bier-Café geht, dann weiß man, da ist mehr möglich. Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Tschüss!

Markus: Tschüss!

René Kaplick: Tschüss und haut eine Delle ins Gastro-Universum!

 

BierTalk – der Podcast rund ums Bier.

Alle Folgen unter www.biertalk.de

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