BierTalk 50 – Interview mit Erik Berkenkamp, Biersommelier und Gästeführer aus Bamberg

Erik Berkenkamp ist in vielerlei Hinsicht ein Urgestein – einerseits lebt er schon seit mehr als 20 Jahren in Bamberg und bringt seine Wahlheimat den Gästen und Touristen auf höchst amüsante und spannende Art näher, andererseits ist er ein Mann der ersten Stunde in der Deutschen BierAkademie, wo er auch 2013 die Ausbildung zum Biersommelier absolvierte. Mit über 60 Jahren war das damals für den sympathischen Norddeutschen wie eine zweite Geburt – das Bier schenkte ihm nicht nur viele nachhaltige Begegnungen in der Weltkulturerbestadt, es führte ihn auch in aller Herren Länder. So reiste Erik mit Fahrrad und Rucksack nach Neuseeland, Australien und Kalifornien, wo er fast jede Brauerei persönlich aufsuchte. Es zog ihn auch bis ins ferne Taiwan, wo er dank des Bieres neue und alte Freunde gefunden hat. Im Podcast sprechen Erik, Markus und Holger über diese spannenden Erlebnisse und die Freuden eines mittlerweile 70jährigen, der vom Bier begeistert auszog, um die Welt vom Bier zu begeistern…

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Holger: Herzlich willkommen zum 50. BierTalk! Jetzt könnt ihr euch natürlich vorstellen, dazu haben wir uns einen ganz, ganz speziellen Gast eingeladen. Aber zunächst: Am Mikrofon wie immer der Holger und …

Markus: Markus.

Holger: Jawohl! Jetzt fragt ihr euch natürlich: Wer ist jetzt so ein Gast, wo man ein Jubiläum feiert? Ich kann nur sagen, Bamberk. Jetzt, wenn ihr ganz genau hingehört habt, dann habe ich halt nicht Bamberg gesagt, sondern Bamberk.

Erik Berkenkamp: Sondern du hast gesagt, Bamberk.

Holger: Genau!

Erik Berkenkamp: Mit einem harten G, wie die Franken sagen. Zweimal weiches B, aber einmal hartes K: Bamberk. Erik Berkenkamp. Genau!

Holger: So ist es. Erik, du kannst direkt weitermachen und dich einfach mal vorstellen und was zu dir sagen. Wer öfter in Bamberg schon mal gewesen ist, der kennt dich vielleicht sogar vom Straßenbild.

Erik Berkenkamp: Das ist richtig. Man kennt mich sehr gut an sich vom Straßenbild, weil das bringt mein Beruf mit sich. Ich bin Gästeführer in Bamberg. Früher hieß das ja mal Stadtführer, ich bin Gästeführer in Bamberg. Und das bin ich seit 20 Jahren, also seit 2000 ungefähr bin ich hier. Wie ich jetzt bin als Gästeführer, also dass man mich wirklich so erkennt auch als Markenzeichen mit meinem schwarzen Hut mit dem roten Band und mit meiner Lederhose und mit meinen roten Strümpfen, man erkennt mich als Markenzeichen. Und das hat sich so entwickelt. Wenn ich rede mit Bambergern, dann sagen die immer: Aber Bamberger sind sie nicht. Und anfangs war ich immer so ein bisschen, na ja, also es hat mich schon getroffen irgendwie. Und mittlerweile sage ich, mein Pass ist europäisch, mein Wohnort, der in dem Pass steht, ist Bamberg, und mein Geburtsort, der in dem Pass steht, ist Norddeutschland, ist Bremen. Ich kann auch ein bisschen Platt reden (Plattdeutsch), aber wenn jetzt so richtig Plattdeutsche hier sind, die hören sofort, dass das nicht so meine richtige Muttersprache ist. Aber ich komme aus Bremen, Verden an der Aller genau, und bin seit 30 Jahren, über 30 Jahren hier.

Holger: Du bist ja nicht nur Gästeführer, sondern du bist auch Biersommelier und in dem Zusammenhang eben auch für uns, für die Deutsche Bierakademie tätig. Und du bist auch Erzähler. Erzähl doch mal, was du erzählst.

Erik Berkenkamp: Erst mal Bamberg ohne Jahreszahlen. Also man fühlt sich nicht belehrt, sondern findet die Geschichten aus Bamberg. Was ich in Bamberg erzähle, sind die Sagen und die Legenden, aber auch die Stadtgeschichten irgendwie. Und Leute, die nach Bamberg kommen, die wollen die Stadt kennenlernen. Und die Stadt, das sind die Leute. Das sind nicht unbedingt die Geschichtsdaten. Es ist immer so, wenn man was kennenlernen will, man will die Geschichte dahinter, das Narrativ, sagt man heute. Man fragt mich mehr, was meint der, sondern was ist seine Erzählung? Und meine Erzählung ist Bamberg. Und wenn man eben vor dem alten Rathaus steht und die Leute immer ihre Frage stellen, warum steht denn das auf dem Wasser, dann kommt die Erzählung. Dass da auf der einen Seite die Bürger wohnten, auf der anderen Seite die Bürger wohnten, und die wollten gemeinsam ein Rathaus bauen. Na ja, und die einen sagen hier, die anderen sagen da, und dann hat man sich, wie das in Bamberg immer so ist, geeinigt mit einem Kompromiss und das genau in die Mitte gebaut, da, wo gerade Wasser war zufällig. Also haben wir es ins Wasser gebaut.

Holger: Markus, du bist ja richtiger Bamberger, gebürtiger Bamberger. In Hamburg kenne ich das, da gibt es dann das Thema geboren und gebürtig, das finde ich ein bisschen affig. Gebürtig ist man, wenn schon mehrere Generationen vorher auch schon geboren waren. Also da bilden sich die Hamburger etwas darauf ein. Aber kann man das in Bamberg auch, sich darauf was einbilden? Bist du geboren oder gebürtig?

Markus: Ich bin nur geboren, mein Vater war Flüchtling oder Flüchtlingskind, genauer gesagt, und meine Mutter kam irgendwie aus dem Südbayerischen letzten Endes. Und sie haben sich dann hier in Bamberg eben dann getroffen, dementsprechend habe ich auch so eine halbe schlesische Hälfte sozusagen. Also man merkt das schon in der Stadt, also jetzt nicht so, dass man jetzt irgendwie gedisst wird, aber die, die hier lang ansässig sind, das sind halt die, denen alles gehört. Also da gibt’s halt Familien, die haben 20, 30 Häuser, die alten Metzgers-Familien, die alten Bäckers-Familien, die alten Brauer natürlich. Also da ist es schon so, dass der Kern der Stadt schon in der Hand von den ganz traditionellen Alteingesessenen ist. Wobei wir den großen Vorteil haben, dass Bamberg halt schon relativ lange relativ groß ist. Das heißt, es verteilt sich ein bisschen. Also da gibt’s Städte, wo das viel extremer ist, die erst in den letzten 50 Jahren extrem gewachsen sind, so wie Erlangen zum Beispiel oder Bayreuth oder so. Da ist das noch viel schlimmer. Also insofern ist das eigentlich ganz gut, aber es ist in der Tat so, dass man nicht sofort der Einheimische ist. Bei mir kommt noch dazu, dass ich jetzt auch nicht so diesen extremen fränkischen Dialekt habe und deswegen auch viele Leute mich jetzt erst mal gar nicht so als Einheimischen sehen. Das dauert dann immer ein bisschen. Wenn man sich dann unterhält, kommt‘s schon, aber in der Tat, ist gar nicht so einfach. Und ich kann mir vorstellen, dass der Erik da auch einiges erzählen kann von seinen ersten Tagen in Bamberg. Da werden die ihn auch so als exotische Sprotte angeschaut haben.

Holger: Aber Stopp, Stopp, Stopp, Stopp, Erik! Zunächst machen wir das erste Bierchen auf. Das darfst du gerne tun und uns dann erzählen, was es ist, und kannst die Frage von Markus noch beantworten.

Erik Berkenkamp: Das erste Bierchen, das mache ich jetzt auf. Das ist in einer 0,3-Liter-Flasche und das ist eins aus der Region, aus der auch alle meine Biere sind, wenn ich Bierseminare oder Bierkulinarien oder Bierführungen mache, wo Bier getrunken wird. Also es kommt aus Franken. Kennengelernt habe ich es, als ich mal durch Coburg ging. Das war schon vor 15 Jahren, da stand vor einem Laden so ein kleines Schild und da stand: Hier gibt es ein Rauchbier. So stand das da. Ein rauchiges Bier. Und dann dachte ich: In Coburg gibt’s doch überhaupt keine Brauereien, bin da reingegangen, das war so ein Souvenirladen. Und dann gab‘s ein Bier aus Hallerndorf. Und das hatte im Namen auch Rauch, das hieß Smoky. Und weil man immer noch einen Namen dazu braucht: Smoky George. Ich kann euch sagen, was das ist. Das ist nichts für Leute, die Whisky für eine Hunderasse halten. So steht‘s denn auch auf dem Etikett drauf. Und dann habe ich mir das Bier gekauft und ich fand das einfach toll. Das war in der Zeit, als ich schon Bierführungen und so gemacht habe. Und das habe ich mir jetzt eingeschenkt. Gut, dass ihr das nicht gesehen habt, denn, wenn ich einschenke, dann ist es mir schon passiert, dass die Gattin eines Brauers mir das Glas und die Flasche aus der Hand genommen hat und gesagt: Ich zeig dir mal, wie man ein Bier richtig einschenkt. Weil ich bin da immer noch so verspielt und ich möchte auch the head, ich möchte auch den Kopf sehen des Bieres, also den Schaum. Und ich möchte es auch hören können und höre es jetzt. Und das prickelt richtig gut. Ich genieße es einfach auch, gut und vielen Schaum zu sehen. Und jetzt rieche ich mal dran: Ah! Whisky ist keine Hunderasse. Das stimmt. Aber es ist schon so ein Geruch von Whisky auch dabei. Also ihr kennt das Bier, ne? Smoky George von Rittmayer in Hallerndorf.

Holger: Das kennen wir. Ja.

Markus: Absolut! Ein sehr, sehr feines Bierchen, das auch wirklich eine ganz illustre Geschichte hat. Weil der Georg Rittmayer ja im Whisky-Club ist und dadurch natürlich auch viel unterwegs war in Schottland und dann irgendwie auf die Idee gekommen ist, eigentlich müsste man doch mit diesem Torf, Malz auch ein Bier brauen können. Und da ist dann der Smoky George entstanden, erst als Bockbier, später wieder ein bisschen leichter, jetzt wieder ein bisschen stärker. Erst in der Halbliter-Flasche, dann in der 0,3er-Flasche. Also auch da einige Geschichten. Und am spannendsten war es, als er dann mal von Laphroaig zwei oder drei große Fässer geschenkt bekommen hat, also frisch gelehrte Whiskyfässer, und hat dann in diesen Fässern eben einen Smoky George Doppelbock hineingetan und dann auch gelagert. Und das gab‘s dann, ein, zwei Jahre später hat er es dann raus und das war Wahnsinn. Das ist noch mal intensiver als alles, was man so aus Bamberg normalerweise kennt. Also Schlenkerla ist da eigentlich Kindergarten dagegen. Wer echtes Rauchbier-Aroma im Maximalfall erleben möchte, der muss genau dieses Bier trinken.

Erik Berkenkamp: Und das schmeckt also richtig fantastisch. Für mich war das, als ich dann diese Flasche da in Coburg gekauft hatte und in Bamberg getrunken habe, für mich war das so eine Offenbarung. Ich erzähle nachher im Laufe des Interviews noch eine andere Offenbarung, die ich auch mit einem Bier hatte. Aber für mich war das wie, da öffnet sich eine Tür zu einer neuen Welt. Und ich bin offen für neue Welten und war total begeistert von dem Bier. Das bringt mich so ein bisschen auch so zu diesem ganzen Thema mit Bier, Bierseminaren, Biertouren und so etwas. Das ist das Spannende und das Interessante, darüber was Neues kennen zu lernen, aber auch über Biere zu reden. Und auch festzustellen, wie unterschiedlich die Einstellungen zum Teil auch sind.

Markus: Auf jeden Fall! Aber apropos Einstellungen, jetzt bist du mir immer noch die Antwort schuldig auf meine Frage von vorhin.

Erik Berkenkamp: Ach so!

Markus: Ich stelle mir gerade so vor, der Erik kommt nach Bamberg, also du wirst irgendwie entweder ausgeladen aus einem Bus, aus einem Zug, oder du steigst aus dem Auto aus und bist dann hier, um dein zukünftiges Leben vielleicht hier zu verbringen, je nachdem. Aber wie war denn die Situation? Also warum bist du überhaupt gekommen und wie haben die dich aufgenommen? Und wann hast du dann dein erstes Bamberger Bier getrunken?

Erik Berkenkamp: Ich bin nach Süddeutschland gekommen, weil ich eine Ausbildung gemacht habe im Rundfunkbereich, und das war in Nürnberg. Und die Nürnberger haben mir gesagt, du musst auch Bamberg kennenlernen und Coburg und Kronach. Und in Bamberg habe ich mich verliebt und da bin ich hiergeblieben. Und habe eine Zeit lang beim Rundfunk gearbeitet und habe auch, was weiß ich, den Ort der Woche vorgestellt. Das war jeweils ein Ort, ich kenne alle Orte aus dem Bamberger Land, und da bin ich voll anerkannt worden. Warum? Ich war der Vertreter vom Rundfunk. Dann habe ich meinen Job beim Rundfunk aufgegeben und habe Deutsch unterrichtet für Aussiedler. Und da war ich auch immer anerkannt, weil Deutsch kann ich halt gut unterrichten und das war überhaupt keine Schwierigkeit. Die Schwierigkeit fing erst an, als ich Gästeführer wurde. Markus, du hast vorhin gesagt, die Bamberger besitzen viel. Und eins hast du vergessen zu erwähnen, die Bamberger besitzen auch die Deutungshoheit darüber, was Bambergerisch ist. Und wenn ich als Gästeführer vorm Dom stehe und dann bleibt schon manchmal ein Bamberger, eine Bambergerin stehen, schaut, und ich kann an dem Gesichtsausdruck schon sehen, dass es ihr nicht gefällt. Ein klassisches Beispiel ist: Ich stehe mit einer Kollegin im Schlenkerla und wir unterhalten uns mit einem Bamberger, da kommt dann im Lauf des Gesprächs raus, dass ich Gästeführer bin. Und das erste, was der sagt, ich kann es leider nicht auf Fränkisch sagen: Das ist ja was. Da kommen jetzt sogar schon die Chinesen hierher. Das hat mich anfangs wirklich richtig getroffen, wenn Leute gesagt haben, aber du bist kein Bamberger. Das hat lange, lange, lange Zeit gedauert, bis ich damit fertig geworden bin. Das ist so eine Urbamberger-Befindlichkeit, wir sind die Bamberger. Und erst, als ich dann so langsam gemerkt habe, dass ich von Bambergern gebucht werde, deren Verwandten durch die Stadt zu führen, wenn die Besuch haben, da habe ich gemerkt, jetzt hat es sich so ein bisschen geändert.

Holger: Ich kann nur sagen, es ist ein unglaubliches Erlebnis, mit dir Bamberg kennen zu lernen. Und wenn man das dann noch in Verbindung mit Bier macht, dann ist das einfach großartig. Bier ist ein gutes Stichwort, Markus. Was hast du dir denn für heute überlegt?

Markus: Ich habe mir natürlich auch ein besonderes Bier ausgedacht. Und ich muss zu meiner Schande gestehen, ich hab‘s schon aufgemacht. Aber ich musste es auch schon aufmachen, weil es ein besonderes Bier ist, wie gesagt. Und zwar habe ich von BrewDog Winterbox bestellt. Und in dieser Winterbox war auch ein Glühbier drin, das die in Berlin eingebraut haben. Das nennt sich Glühgut. Und das muss man vorher aufmachen, weil man es eben warmmachen muss.

Holger: Hm!

Markus: Ich habe mir eben gedacht, jetzt so zum ausgehenden Weihnachtsdings, also wir haben jetzt kurz nach Drei König, das heißt, so nach und nach ist die Weihnachtszeit rum, wollte ich einfach noch mal ein Glüh-Was-weiß-ich haben. Glühwein ist schwierig heutzutage, normalerweise mache ich ja immer Feuerzangenbowle an Weihnachten, ging ja auch nicht so richtig dieses Jahr, weil das ohne Freunde keinen wirklichen Spaß macht. Und deswegen habe ich mir jetzt dieses Glühgut heißgemacht. Also insofern kriegt ihr jetzt diesmal kein Öffnungsgeräusch, es war zumindest in einer Dose und hat eben 5,2 %. Und wenn man das Ganze anschaut, es ist also, wie sich’s gehört, so ein Rotbraun, Trübe natürlich, der Schaum obendrauf ist auch ein bisschen rötlich verfärbt. Es dampft ein bisschen. Aber es ist mittlerweile kalt genug, damit ich es probieren kann. Mache ich jetzt mal. Es ist sehr fein, man hat am Anfang so ein bisschen Citrus, Orange, dann kommt so Holundersaft, der ist auch da drin. Interessanterweise ganz wenig Süß. Ich hätte es jetzt eigentlich gedacht, dass es sehr viel süßer ist, aber fast keine Zucker oder süßen Aromen. Hintenraus kommt dann noch so ein bisschen gewürzige, nelkige, zimtige Aromatik. Dann kommt nochmal so ein Hauch von Karamell. Also ganz spannend. Kann man schön trinken. Die 5 % merkt man gar nicht. Und ist auf jeden Fall ein schöner erwärmender Abschluss für diesen Winter, sodass ich jetzt auch innerlich mich langsam wieder auf Frühjahr einstellen kann. Das war so ein bisschen mein Gedanke bei der ganzen Geschichte.

Holger: Jetzt hast du ja vorhin von neuen Welten gesprochen.

Erik Berkenkamp: Ja.

Holger: Ich weiß, dass du auch immer neue Welten entdeckst, also neue Bierwelten oder andere, sondern wirklich auch viel reist und verschiedene Erdteile bereist, in Ländern bist, dich da mit den Kulturen beschäftigst und auch mit den Bieren. Und erzähl doch mal so dein tollstes Biererlebnis, was du jetzt so in der letzten Zeit bei deinen Reisen erlebt hast.

Erik Berkenkamp: Das tollste Biererlebnis, das ist ziemlich schwierig zu beschreiben, weil die ganze Reise ist toll. Also wenn ich nach Neuseeland fahre, wo ich zweimal war, oder Australien, wo ich jetzt zweimal war, oder auch Taiwan, wo ich mittlerweile auch zweimal war, dann fahre ich an sich immer dahin, um die Brauereien kennen zu lernen. Das ist für mich das Erlebnis überhaupt, in eine Brauerei zu gehen. Nun gut, ich falle auf, weil auch im Urlaub trage ich eine Lederhose und ein fränkisches, kariertes Hemd. Da kommt man schnell ins Gespräch mit Leuten. Das ist für mich Biertrinken. In eine Kneipe gehen, in eine Brauerei gehen, und da gibt’s ja Massen-Brauereien, und dann mit den Leuten ins Gespräch kommen. Vielleicht war für mich das allerallergrößte Erlebnis, also wenn es um ein großes Erlebnis rund um Bier geht, dass ich, als ich in Taiwan war, mein taiwanesischer Freunde Richard hat mich zu einer der größten Brauerei in Taipeh gebracht und hat so lange mit dem Pförtner gesprochen, bis dann telefonisch weitergeleitet wurde und dann am nächsten Tag der Leiter der Brauerei kam und mich eine Stunde durch die ganze Brauerei geführt hat. Und das ist für mich so dieses Erlebnis irgendwie, dass Bier etwas Verbindendes ist.

Holger: Das stimmt! Also Bier ist auf jeden Fall was richtig schön Verbindendes und Bier hat so einen Get-Together-Charakter.

Erik Berkenkamp: Ja. Da fällt mir noch ein anderes Erlebnis ein, in Davis in Kalifornien. Ich habe in Davis studiert in Kalifornien, und bin Jahre, Jahre später, das ist jetzt auch so sieben, acht Jahre zurück, hingefahren, und da gibt’s mittlerweile auch eine kleine Brauerei mit den Braumaschinen von Kaspar Schulz aus Bamberg. Die stehen dann drinnen in dem Tap Room und da bin ich dann hingegangen und dann kam eben auch der Hauptbrauer an und wir haben uns unterhalten. Und das schönste Erlebnis, das war dann allerdings, wenn wir dann in den Keller gegangen sind und dieses ganz spezielle Fass, da so ein Nagel rausgezogen wird und dann das Bier rauskam. Das war irgendein Double, ich weiß nicht mehr, was es war, aber ein richtig lange gelagertes, faszinierendes Bier, das extrem gut schmeckte natürlich und eine ganz tolle Geschichte hatte, eben Barrel Aged und alles Mögliche. Das sind die schönen Erlebnisse bei diesen Bierreisen, bei den Auslandsreisen.

Holger: Du hast ja vorhin gesagt, du wolltest uns noch eine Geschichte erzählen zu einem besonderen Erlebnis mit einem Bier. Und das kannst du doch jetzt direkt danach machen.

Erik Berkenkamp: Mhm (bejahend). Zu diesen Sachen, dass ich jetzt hier für die Bierakademie Bierkennertouren mache, durch Bamberg laufe und wir dann neun verschiedene Biere trinken, oder dass ich dann auch mit Leuten zusammen sitze und wir gemeinsam Biere kennenlernen und sowas, zu dieser ganzen Sache bin ich ja durch dich, Markus, gekommen, als du mich mal als Gästeführer erlebt hast und gesagt hast, Mensch, hast du nicht Lust, auch für uns zu arbeiten?

Markus: Mhm (bejahend).

Erik Berkenkamp: Und dann habe ich gedacht erst mal, hm, hm, hm. Ich bin nicht derjenige, der dieses große Fachvokabular über Bier draufhat und so, aber ich war sofort begeistert von der Idee. Ich bin dann auch in diese Biersommelier-Ausbildung gegangen, die damals in Bamberg stattfand. Und am ersten Abend, das weiß ich noch, wir gehen alle, nachdem wir den ganzen Tag auf Schreibtischstühlen gesessen hatten, wir gehen abends in ein Gasthaus, und einer der Dozenten macht sein Köfferchen auf, holt Bier raus und schenkte mir eben auch ein Bier ein. Und es war wie eine neue Welt. Das hat so gut geschmeckt, das hat so toll geschmeckt, das hat so überhaupt nicht nach dem geschmeckt, was Bier ist. Das war einfach fantastisch. Das war ein IPA. Ich kannte davor ja noch nie IPAs und habe da zum ersten Mal in meinem Leben IPA bekommen. Und da habe ich gemerkt, das ist genau der richtige Weg, den ich eingeschlagen bin.

Holger: Ich verdurste ja fast.

Markus: Ich wollte grad sagen, Holger, darauf müsstest du doch eigentlich jetzt dein Bier aufmachen.

Holger: Genau! Und ich schenke es mal ein. Hört ihr das?

Markus: Ja.

Erik Berkenkamp: Mhm (bejahend).

Holger: Sehr gut! Was habe ich mir jetzt überlegt? Ich habe halt gedacht, also in jedem Fall, es muss natürlich ein Bamberger Bier sein. Das war irgendwie ganz selbstverständlich. Na ja, und dann ist man ja dann irgendwo ganz schnell auch bei der Thematik, also es muss was ganz Typisches sein. Und wenn man jetzt sagt, also es muss ein typisches Bamberger Bier sein, dann ist es ja ein Rauchbier. Und wenn man jetzt dann noch mehr ins Spezielle geht, dann ist es eigentlich ein Schlenkerla. Und jetzt habe ich so ein historisches Bier mir ausgesucht und trotzdem ein ganz modernes Bier. Und zwar das Schlenkerla Rauchbier Hansla. Das ist ein alkoholarmes Bier. Also wann ist ein Bier alkoholarm? Wenn es weniger als 1,2 % Alkohol hat. Also als alkoholfrei darf man es bezeichnen, wenn es weniger als 0,5 % Alkohol hat. Aber das ist jetzt hier ein alkoholarmes Bier. Ich trinke da mal einen Schluck.

Erik Berkenkamp: Und ich stelle zwischendurch, während du trinkst, die Frage: Ist es ein Hansla oder ist das ein Heinzla?

Holger: Es gibt noch das Heinzlein, aber das Heinzlein ist ohne Rauch.

Erik Berkenkamp: Okay!

Holger: Na ja, also da lässt sich auch darüber streiten. Wenn ein Bier in der Schlenkerla Brauerei gebraut wird, dann glaube ich gibt’s so viele Hefen, die da sitzen, und zwar schon seit Jahrhunderten, dass es immer schwierig ist, dann wirklich zu sagen, da ist gar kein Rauch mehr zu schmecken. Aber das Hansla ist ein ganz normales Rauchbier mit einem Rauchbier-Charakter, so wie er sein muss. Es ist so ein bisschen hopfiger, also es ist mit mehr Hopfen gebraut. Es ist aber eben alkoholarm. Hat aber alles, was ein Rauchbier, so wie ich es gerne habe, auch haben muss. Der Hintergrund ist einfach, dass eben früher, als das Wasser eben nicht überall in der Qualität zur Verfügung stand, wie wir es heute kennen, haben die Leute ja als Alltagsgetränk einfach Bier getrunken. So hat man eben dann auch alkoholarme Biere gebraut, eben mit weniger Rohstoffen. Und das waren dann die Biere so zum Durststillen, die Alltagsbiere. Wir würden heute sagen, ein Schankbier. Dann gibt’s ja eben die Vollbiere, und da drunter kommen ja eben die Schankbiere und dann die Leichtbiere. Vom Geschmack her und so ist es ein Rauchbier, was mit so einem Schankbier vergleichbar ist. Es ist trocken, das hat nicht so einen schönen Malzcharakter, wie man das jetzt von einem Schlenkerla Märzen oder auch von den Bockbieren kennt, sondern es ist ein bisschen schlanker. Hat auch eine Malznote, natürlich, aber dadurch, dass es eben so schlank ist, regt‘s auch an, eben den Durst zu löschen. Und deshalb trinke ich da jetzt direkt noch mal einen zweiten Schluck.

Markus: Prost!

Erik Berkenkamp: Ja, Prost! Ich trinke auch noch.

Markus: Es hat ja, glaube ich, 35 Bittereinheiten, also mehr als die meisten Pilsbiere in Deutschland.

Holger: Ja, genauso ist es. Aber es wird auch wirklich in einem speziellen Sudverfahren gebraut und da kommt auch extra viel Hopfen rein. Und das Tolle an dem Bier, also wenn man jetzt so richtig auf die Gesundheit auch geht, nicht nur, dass es alkoholarm ist, sondern es hat natürlich auch weniger Kalorien, also es hat nur 13 Kalorien je 100 Milliliter. Also kann man sagen, 65 Kalorien je Seidla. Und Seidla ist ja ein fränkischer Begriff für ein Bier in der Größe 0,5.

Erik Berkenkamp: Das ist jetzt sehr interessant, wie du darüber sprichst. Weil, wenn man normalerweise jetzt mit Bambergern oder im Internet auf Facebook oder sowas über dieses Bier spricht, dann sind diese Reaktionen sehr vielfältig, um es mal ganz neutral zu sagen. Also da ist ein ganz, ganz breites Meinungsspektrum. Und das merke ich auch bei meinen Veranstaltungen bei allen. Nicht so sehr bei den Veranstaltungen, die wir machen, denn da kommen ja Leute hin, die wirklich an Bier richtig interessiert sind. Aber wenn es denn manchmal mit Leuten zusammenkommt, die nicht so richtig an Bier interessiert sind oder schon festgefahren sind, da wird dann oft sehr emotional und sowas auch reagiert. Und das ist so das, was mich auch fasziniert an diesem Job mit Bierkennertouren und sowas, dass man in Gespräche kommt, die nicht nur sich auf das Bier beziehen, also Alkoholgehalt, IBUs und all so etwas, sondern auch über Erfahrungen.

Holger: Markus, du hast doch auch viel Erfahrungen. Wie reagieren die Leute aufs Hansla? Was sagst du denn überhaupt auch zum Bier?

Markus: Ich muss sagen, mich hat das damals sehr begeistert, als der Matthias Trum mir das zum ersten Mal gegeben hat. Das war damals noch im Schlenkerla so undercover, da hatte er es gerade entwickelt. Die Story hat er bei uns in einem BierTalk schon mal erzählt. Also liebe Hörer, gerne mal nachhören. Und das war eben dann, wie gesagt, so eine unetikettierte Flasche. Da ist er dann hergekommen, hat gemeint, probiere mal, was sagst du denn dazu und so? Und ich muss sagen, ich war eigentlich ziemlich gleich begeistert, weil ich eigentlich genau das hatte, was ich mir immer gewünscht habe, nämlich ein schönes, erfrischendes Getränk, was im Grunde ein Bier ist und ein Rauchbier ist, was ich aber auch zum Beispiel mittags trinken kann, wenn ich einfach nur zur Mittagspause vorbeikomme oder zum Mittagessen oder so, wo ich auch zwei oder drei davon trinken kann und wo ich danach aber eben nicht die Begleiterscheinungen habe wie, wenn ich normales Schlenkerla Märzen trinken würde. Und das finde ich dafür allein schon mal super. Also für mich persönlich einfach so ein Ersatzgetränk, wo ich sage, ich habe nahezu die gleiche Qualität vom Genuss her, aber habe eben das weniger an Alkohol. Und was die Leute angeht, ist es, wie der Erik sagt, das ist relativ zwiegespalten. Erstaunlich viele Leute finden es gut. Rauchbier polarisiert ja an sich schon mal. Und wenn man dann eben dann noch sowas Spezielles hat, habe ich eigentlich erwartet, dass das sehr schwierig wird. Aber ganz im Gegenteil, auch als der Matthias dann die erste Charge wirklich ausgeschenkt hat, haben die Leute ihm das Bier quasi aus den Händen gerissen. Also die konnten gar nicht schnell genug nachbrauen. Und das muss man einfach sagen, das ist echt toll. Und das ist was, was mir eigentlich auch an Bamberg ganz gut gefällt, weil die Leute, obwohl sie ein gehöriges Bier-Selbstbewusstsein haben, das weit über das Ziel hinausschießt oft, sind sie aber trotzdem offen genug, um andere Sachen zu probieren und immer mal wieder zu schauen. Und sei es jetzt eben so ein Hansla, aber eben auch zum Beispiel ein IPA oder so. Da habe ich in anderen Landstrichen das schon anders erlebt, dass da sehr viel mehr Verschlossenheit ist. Das ist eigentlich wirklich schön, was auch für uns als Bierakademie die Sache ganz spannend macht, weil wir eben ein ordentliches Bier-Selbstbewusstsein haben und auch tolle Biere in der Region, hohe Qualität, große Vielfalt, aber durch diese Offenheit eben auch den Rest der Welt mit integrieren können und da eben auch verschiedenste Bierstile testen und ausprobieren und zeigen. So muss ich sagen, macht das richtig Spaß. Und das Hansla ist für mich wirklich so eine Sortimentserweiterung, auf die ich lange gewartet habe, ohne es zu wissen, und die mich jetzt, wo ich es weiß, auch sehr freut.

Erik Berkenkamp: Wenn wir im Gasthaus sitzen und dann zehn, zwölf Leute um den Tisch herum sitzen, beginne ich oft mit einem Heinzlein. Also das ist ja auch dieses alkoholarme Bier, auch vom Schlenkerla. (unv. #00:23:38.9#) ein bisschen drüber und die Reaktionen bisher immer super. Also die Leute mochten es.

Holger: Unbedingt! Und ich mag‘s auch. Es gibt ja das Heinzlein in zwei Versionen, einmal hell und einmal dunkel. Mir schmeckt das dunkle noch ein bisschen besser. Was ich auch ganz spannend finde, ist, es ist ja auch ein ganz anderes Erscheinungsbild von außen, also die Etiketten sind ganz anders. Das Hansla, also das ich jetzt hier habe, das ist ja analog den normalen Etiketten, die man so vom Schlenkerla-Bier auch kennt. Aber beim Heinzlein werden jetzt eben neue Wege beschritten und nicht nur in der Art und Weise, wie man sich positioniert am Markt, sondern ergänzend dazu eben auch mit neuen Etiketten und einem ganz neuen Erscheinungsbild. Viel moderner, was mir auch wirklich unglaublich gut gefällt.

Markus: Es ist ein bisschen so eine Reemanzipation. Wenn man sich überlegt, dass das Schlenkerla ja eigentlich eine Brauerei war, die ursprünglich mal „Zum blauen Löwen“ hieß und dann eben den Familiennamen Heller-Bräu getragen hat und dann aufgrund dieses persönlichen Missgeschicks des Inhabers dann zum Schlenkerla wurde, was ja eher so ein Schimpf- oder Spitzname für den Inhaber war, und eben der Matthias jetzt gesagt hat, okay, und jetzt machen wir mal Biere, die mit Rauch gar nichts zu tun haben, zumindest offiziell, nämlich diese beiden Heinzleins, und dafür nehme ich jetzt wieder den alten Familiennamen und das ist jetzt wieder die Heller-Bräu und wir gehen mal weg von diesem Namen, den wir die ganze Zeit so aufgedrückt bekommen haben. Und das finde ich auch ganz spannend. Also zu sagen, jetzt da noch mal die Schleife ein bisschen rückwärts zu drehen und die Brauerei wieder selber mehr ins Spiel zu bringen, gefällt mir auch ziemlich gut.

Holger: Und das habe ich auch vorhin gesagt, also zum einen ist es ein ganz traditionelles Bier, fast schon mittelalterliches Bier, und gleichzeitig ist es aber auch ganz modern. Weil das, was heute modern ist, ist eben eine Leichte, eine Frische, eine Aromatik, die eben natürlich dann über den Hopfen auch gespielt wird und so. Und dann eben auch dieses Alkoholarme, Alkoholfreie. Also wenn man sich die Zahlen im deutschen Biermarkt anschaut und auf die alkoholfreien Biere schaut, dann haben die zweistellige Zuwachsraten immer noch, auch jetzt in der schwierigen Situation. Da kann man sehen, wie modern dann eben so ein alter Bierstil eigentlich dann doch ist. Also stimmt genau, sehr spannend, was der Matthias da vorhat. Und ich glaube auch, da wird er Erfolg mit haben, weil ich denke, der Markt ist dafür reif.

Markus: Ich finde es auch ganz interessant, weil es so ein bisschen die Tür auch aufstößt für dieses Thema alkoholfrei und alkoholarm. Wo die meisten Leute ja im Land im Kopf haben, da kriege ich entweder ein alkoholfreies Weizen, das ist halt irgendwie süß, oder ich kriege so ein alkoholfreies Pils, das ist halt irgendwie süßbitter. Und mehr war den meisten Leuten, glaube ich, bisher so gar nicht bewusst. Und jetzt mittlerweile ist eben auch in Deutschland eine große Bandbreite angekommen, angefangen von jetzt zum Beispiel sowas wie diesem Hansla, wo ich plötzlich ein Rauchbier habe mit wenig Alkohol, über sowas wie ein alkoholfreies Stout, ein alkoholfreies IPA, bis hin zum alkoholfreien Kellerbier. Also es gibt eigentlich fast keinen Bierstil mehr, den es jetzt nicht auch in einer alkoholfreien Variante gibt. Und auch da toben sich die Brauer aus, zeigen, was sie können. Und das ist, glaube ich, auch noch mal was, was diesen Markt ein bisschen nach vorne treibt und auch hilft, und ich glaube auch für die Zukunft eine ganz wichtige Weichenstellung ist. Weil die Brauer, die das jetzt nicht machen, also die bewusst nach wie vor sagen, ich mach doch kein Alkoholfreies, die werden mittelfristig oder langfristig auf jeden Fall Probleme haben, in meinen Augen.

Holger: Wer den Markt verpennt, der hat immer Probleme. In dieser schwierigen Zeit als Gästeführer ohne Gäste, was bedeutet das für dich?

Erik Berkenkamp: Das kann man immer nur sehr individuell sagen. Ich hatte für November geplant, nach Bolivien zu fliegen, da kam ein Lockdown, also das war an sich nur Änderung der Pläne. Und Januar, Februar bin ich an sich meist eh immer in Neuseeland oder Australien, und jetzt bin ich halt hier. Gerade diese ganze Corona-Sache und sowas, das ist eine sehr, sehr individuelle Sache. Und da rede ich dann auch gar nicht so gerne darüber, weil ich kann für mich nur sagen, ich hab’s gut gelöst für mich, ich höre viel Audiodateien und so etwas. Und in Bezug aufs Bier, da bin ich immer noch dran. Also da gehe ich schon noch hier in die Bierothek unten in der Stadt oder dann auch in andere Geschäfte, die gute Biere haben, und da koste ich wohl weiterhin noch.

Holger: Du gehst ja oft dann auch zu Weyermann, hat man gehört.

Erik Berkenkamp: Ja, die kennen mich schon. Da kam schon die Frau, ach, Sie sind doch der, der immer und sowas. Die wusste schon immer, was ich ganz gerne mache. Ja, bei Weyermann bin ich auch. Weil das ist ja auch, wenn man durch die Welt fährt, also wenn du in Auckland in Neuseeland in einen Tap Room gehst, also in eine Braugaststätte gehst, und da ist dann ein Display von Weyermann, das Malzdisplay von Weyermann, dann fühlst du dich gleich zu Hause.

Holger: Ja, und das ist wirklich erstaunlich. Also egal, wo man auf der Welt ist, du kannst fast jede Brauerei betreten, irgendwo liegt halt ein Weyermann-Sack rum.

Erik Berkenkamp: Oder die hängen da sogar wie Trophäen von der Decke. Das war in Santa Cruz in Kalifornien, und eine Weißbierbrauerei, die hatten richtig die Säcke wie Trophäen oben von der Decke runterhängen.

Markus: Und lustigerweise ist das auch noch andersrum. Also wenn du dann hingehst und sagst, du kommst aus Bamberg und du kennst am Ende noch den Laden persönlich, dann ist das auch noch mal ein Gamechanger. Also du wirst dann erst recht eingeladen, die Brauerei zu besuchen, die Biere zu probieren. Und das ist dann auch oft wirklich witzig, dass man mal als Bamberger einen Vorteil hat, wenn man in der Welt unterwegs ist.

Erik Berkenkamp: Da fällt mir noch eins ein. Ich war in Neuseeland in Moturua in einer Stadt in der (unv. #00:28:49.6#) Street. Und dann kam es raus, dass ich aus Bamberg kam, und an dem Tag war grad eine Bierverkostung mit opulentem Essen und opulenten Bieren. Und die haben mich dazu eingeladen, also richtig eingeladen. Ich durfte dann auch über Weyermann und über Biere und Bamberg sprechen. Das ist kommunikativ.

Holger: Mensch, das ist doch super. Jetzt haben wir doch so schön über Bamberg gesprochen. Und ich weiß jetzt gar nicht, also es muss jemand anders einen Schlussakkord einleiten. Ich kann es gar nicht machen. Also ich bin hier glücklich mit meinem Hansla und könnte ewig so weiterreden, aber wir sind ja zeitlich begrenzt.

Markus: Das stimmt wohl. Ja. Aber ich denke mal, es ist den Hörern klargeworden, wie viel Spaß es einfach macht, sich mit dem Erik zu unterhalten. Und er ist einfach für mich die perfekte Kombination. Also er ist jemand, der den Blick von außen hat und von innen hat. Er ist jemand, der die ganze Stadt in- und auswendig kennt, und zwar schon kannte, bevor es rund um das Thema Bier ging, und sie dann eben noch mal kennengelernt hat mit dem Thema Bier. Und deswegen ist er einfach der Mann, mit dem man sich treffen muss, wenn man Bamberg wirklich kennenlernen möchte, auch von der bierigen Seite. Und insofern kann man da nur allen Hörern empfehlen, das ist gar kein Werbeblock, das ist einfach eine Tatsache: Wenn ihr nach Bamberg kommt und das erleben möchtet, dann müsst ihr den Erik kontaktieren. Wir haben das auch in den Shownotes verlinkt. Und danken dir natürlich, dass du uns heute begleitet hast und ein bisschen erzählt hast, ein bisschen hast eintauchen lassen in deine Welt. Und freuen uns natürlich auf noch viele, viele schöne Zeiten und Touren und Erlebnisse mit dir gemeinsam als Bierakademie.

Holger: Und zusätzlich ist der Erik auch noch ein ganz, ganz toller Mensch. Also das muss man auch noch mal sagen. Das ist so ein richtiger Erzähler. Ich fühle mich da immer so ein bisschen auch zurückgesetzt in die Kindheit, wenn eben jemand eine Geschichte vorgelesen hat oder eine Geschichte erzählt hat und so. Da hört man gerne zu, da klebt man an den Lippen und es wird nicht langweilig und die Zeit ist kurzweilig. Und das ist was Besonderes, also unbedingt. Erik, jetzt hast du noch das letzte Wort.

Erik Berkenkamp: Ja, ich freue mich. Und als ihr vorhin gesagt habt, 50. Mal, da habe ich gedacht, es gibt noch ein zweites Jubiläum, ich habe vor kurzem meinen 70. Geburtstag gehabt. Also da auch doppelt. Danke, dass ihr mich eingeladen habt und dass ich die Möglichkeit habe, hier diese Bierkennertouren zu machen und sowas und diese Zusammenkünfte in den Gasthäusern. Es ist einfach toll, da hat sich also wirklich im hohen Alter irgendwie noch eine ganz tolle neue Welt erschlossen auch durch euch. Schön, dass ich hier auch jetzt dabei sein konnte.

Holger: Wir danken dir!

Markus: Ja, vielen Dank!

Holger: Auf Wiederschauen oder auf Wiederhören!

Markus: Auf Wiederhören!

Erik Berkenkamp: Auf Wiedertrinken!

Holger: Also tschüss!

Markus: Tschüss!

Erik Berkenkamp: Tschüss!

 

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