BierTalk 112 – Interview mit Georg Kugler, Inhaber der Elch Bräu Brauerei und Brennerei aus Thuisbrunn

Mitten in der Fränkischen Schweiz liegt ein Bier-Kleinod mit einer ganz besonderen Geschichte. Ehemals Wölfische Brauerei, dann Gasthof Seitz und nun Elch-Bräu ist das Unternehmen von Georg Kugler mittlerweile zum Fixstern am Bierkeller- und Brauereihimmel der Franken geworden. Die Liebe zum Bier entdeckte Georg Kugler über einen interessanten Umweg: Ein Freund seines Vaters arbeitete bei einer großen Berliner Brauerei und entfachte mit seinen Erzählungen das Interesse am Thema Gerstensaft bei dem damals 12jährigen. Also war der Weg vorgezeichnet: Lehre bei der benachbarten Lindenbräu in Gräfenberg, Braumeisterdiplom und die Frage, was nun? Diese Frage klären wir im Podcast und sprechen natürlich auch über die spannenden Biere und Whiskys aus dem Hause Elchbräu…

Kommt in unsere Facebook-Gruppe und diskutiert mit: https://www.facebook.com/groups/bierakademie

Link für Apple/iTunes: https://podcasts.apple.com/de/podcast/biertalk/id1505720750

Link für Spotify: https://open.spotify.com/show/7FWgPXstFr1zR9Fm2G0UJS

Markus: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts BierTalk. Heute eine wirkliche Herzensangelegenheit, denn wir sind zurück mal wieder im Bierland Franken bei einem ganz lieben und liebenswürdigen Menschen, den ich schon lange kenne, dessen Biere ich sehr schätze und, ja, der mir mittlerweile ein Mensch ist, der mir wirklich sehr ans Herz gewachsen ist. Und wo ich mich sehr freue, dass wir auch ein gutes Verhältnis haben und eben auch gemeinsam Bier- und Edelbrandsommelier sind, also eine ganz spannende Geschichte auf jeden Fall. Lieber Georg, schön das du hier bist. Vielleicht stellst du dich ganz kurz unseren Hörern selber vor.

Georg: Ja, hallo, mein Name ist Georg Kugler, ich bin der Inhaber und Braumeister vom Elch-Bräu in Thuisbrunn.

Markus: Wunderbar, vielen Dank. Ja, also Thuisbrunn, Elch-Bräu, eine ganz spannende Geschichte, hinter der ganz viel steckt. Viele haben ja da auch gleich diesen fränkischen Eindruck, 20.000 Generationen, bei dir ist es aber was ganz Besonderes. Aber fangen wir vielleicht ein bisschen vorne an, was den Namen angeht, falls es jemand nicht so ganz verorten kann, wo oder was ist denn Thuisbrunn?

Georg: Thuisbrunn ist eine kleine Ortschaft im Landkreis Forchheim, wir liegen so zwischen Nürnberg und Bamberg.

Markus: Und dort kann man zum Beispiel wandern oder Fahrrad fahren oder eben auch Bier trinken.

Georg: Ja, in der Fränkischen Schweiz kann man wunderschön wandern. Wir sind auch Teil des Fünf-Seidla-Steig, das ist ein bekannter Bierwanderweg. Und, ja, Mountainbiken, wandern, klettern, bowlen, alles möglich bei uns.

Markus: Genau und dazwischen liegt eben eine wunderschöne Brauerei mit einem wunderbaren Biergarten, mit einer Brauerei, mit einer Brennerei und etwas, was du dir wirklich selbst aufgebaut hast und da kommen wir gleich mal ein bisschen dazu. Vielleicht mal vorneweg gefragt, wie kamst du denn überhaupt zum Thema Bier? Also klar, wächst man hier in Franken irgendwie auf, aber so, dass es irgendwie ernster wurde, weißt du noch, wie das passiert ist?

Georg: Wir heißen ja Elch-Bräu, weil wir alle Jäger sind. Und ein guter Freund von meinem Vater, der ist mit auf die Jagd gegangen, der kam aus Berlin und der war Diplom-Braumeister bei Schultheiss und zum Schluss Prokurist. Und der hat mich da ein bisschen so als Junge hingebracht, dass ich auch gesagt habe, ich will auch Braumeister werden. Genau und das habe ich aber schon mit, ja, 12, 13, 14 gesagt, dass ich mal Brauer werden will.

Markus: Das ist doch mal was Schönes oder, dass ein Berliner, ein Preuße, einem Franken die Liebe zum Bier nahebringt, sehr spannend. Weißt du denn noch, was dein erstes Bier war?

Georg: Nein, das weiß ich nicht mehr. Das ist in Franken wahrscheinlich schwer.

Markus: Ob Bier oder Muttermilch, das ist dann immer so die Frage, aber, ja, also das auf jeden Fall. Und das heißt also, du hattest diesen Entschluss schon immer in deinem Herzen. Und das heißt, du bist dann auch gleich nach der Schule sofort zur Brauerei oder hast du da noch eine Schleife gedreht?

Georg: Genau, ich habe dann eine Ausbildung gemacht bei Lindenbräu in Gräfenberg, mit denen sind wir auch heute noch sehr gut befreundet. Und danach habe ich dann meinen Braumeister gemacht, habe dann 2002 mit meiner Frau die Gaststätte übernommen und das haben wir dann nach und nach aufgebaut. Und 2007 haben wir dann eben die Brauerei neu gegründet.

Markus: Die Gaststätte übernommen, heißt, das kanntest du vorher schon oder hast du da erst mal gesucht oder wie kamst du dazu?

Georg: Nee, das war mein Patenonkel und der hatte keine Kinder und zum Schluss jetzt auch mein Adoptivvater und, genau, der hatte keine Kinder und wollte das eben übergeben, dass das weitergeht und dann haben wir das gemacht. Und mein Ziel war ja eigentlich schon immer, eine Brauerei zu eröffnen. Und, ja, in Franken gehört halt eine Gaststätte zur Brauerei dazu.

Markus: Auf jeden Fall und andersrum. Ja und das heißt also, das war vorher schon Gaststätte und hatte da schon eine lange Tradition?

Georg: Ja, ja, also es war vorher schon eine Brauerei, eine große auf dem Anwesen. Die haben Wölfische Brauerei geheißen und zum Schluss Mayer. Und die sind aber ein paarmal verkauft worden, 1920 oder Anfang der 20er-Jahre ist das ein paarmal verkauft worden und dann ist das pleite gegangen. Also es sind auch noch uralte große Gewölbekeller da, das war eine ganz große Brauerei hier in der Gegend mit 20, 30 Wirtschaften, die auch beliefert wurden und eigener Büttnerei, eigener Brennerei dabei. Also das Anwesen selber hat schon eine Biertradition, nur wurde die halt 80 Jahre, sagen wir mal, ausgesetzt.

Markus: Ja, das ist auch wirklich spannend. Wir waren ja schon mal gemeinsam in diesen alten Felsenkellern unterwegs und wenn man da mal eben drin rumläuft, dann wird auch sofort klar, dass das eben Erstens eine lange Biertradition hat und vor allem damals auch richtig groß war. Das ist schon sehr, sehr spannend. Und was für Bier gab es dann am Anfang bei euch in der Wirtschaft?

Georg: Als ich übernommen habe, gab es Weißenoher und dann hatten wir auch mal Friedmann und Lindenbräu, bevor wir die Brauerei dann gemacht haben, aufgebaut haben.

Markus: Und du hast schon deine liebe Frau erwähnt. Hat die gewusst, was sie da heiratet, also das es dann in Richtung Gaststätte und Bier geht?

Georg: Ja, ja, die hat ja von Anfang mitgemacht, genau.

Markus: Und die hat auch eine Verbindung zum Thema vorher schon gehabt?

Georg: Nein, das nicht.

Markus: Aber geht jetzt in der Rolle schon so ein bisschen auf?

Georg: Ja, ja, die ist voll dabei, macht das Büro und steht auch in der Gastronomie mit.

Markus: Ja und dann kam es zum Thema eigene Brauerei, das ist ja auch sowas, was man nicht so aus dem Ärmel schüttelt. Wie geht man da vor, hast du da verschiedene Hersteller abgeklopft oder gebrauchte Brauereien gesucht oder wie läuft das?

Georg: Ja, ich hatte schon immer den Dieter Pollok von KASPAR SCHULZ, der kennt mich, glaube ich, schon, seit ich meine Ausbildung gemacht habe beim Lindenbräu, weil ich da schon immer angeklopft habe. Und der wurde auch nicht müde, alle paar Jahre mal ein Angebot loszuschicken, wenn ich gefragt habe. Und dann 2007 war es eben soweit, dass wir dann da zugeschlagen haben und es dann gekauft haben. Und das war an meinem 30., ja, an meinem 30. Geburtstag in Nürnberg war das auf der Messe, auf der Brau.

Markus: Das ist doch ein geniales Geburtstagsgeschenk eigentlich. Und dann haben die Thuisbrunner bestimmt ganz schön geschaut oder, als die ganzen Kessel angeliefert worden sind und Tanks und so?

Georg: Naja, klar, das ist natürlich schon eine coole Sache, wenn da eine Brauerei geliefert wird. Das war ein Zehnerbraublock, der ist ja mittlerweile verkauft, wir haben hier im letzten Jahr nochmal neugebaut. Aber das ist natürlich schon, wenn da die LKWs kommen mit Sudhaus und Lagertanks, das ist schon ein tolles Bild und auch ein tolles Gefühl natürlich.

Markus: Das glaube ich. Und da waren sie dann auch stolz oder, dass sie im Ort wieder eine Brauerei haben.

Georg: Ja, klar, das ist natürlich schön.

Markus: Ja und nun gibt es eine neue Brauerei und ein altes Gasthaus und das Ganze braucht einen Namen. Und ich glaube, das ist auch was, wo sich viele Leute schon so Gedanken gemacht haben, wie und warum. Jetzt hast du schon so gesagt, ihr seid Jäger, trotzdem kommt jetzt der gemeine fränkische Jäger nicht unbedingt auf den Namen Elch, also wie hat sich das ergeben?

Georg: Ja, ich sage aber auch immer, Löwen gibt es ja auch nicht Franken und wir haben ja auch einen Löwenbräu in Franken oder mehrere. Und der Elch, also der Hans hat ihn damals in Kanada geschossen und der ziert seit 1986, hängt dieser Elchkopf eben bei uns in der Kneipe. Und, ja, die Leute sind halt nicht nur zum Seitz, also so heißt die Gaststätte, sondern haben auch viele gesagt, sie gehen zum Elch. Und als dann diese Entscheidung war, wir wollen eine Brauerei machen, da hat eine Freundin von mir, die ist Grafikerin, die hat uns dann dieses Logo aufgesetzt, weil wir gesagt haben, ja, Müller, Mayer, Huber, da kann sich keiner dran erinnern, aber Elch-Bräu, das bleibt im Kopf. Und, ja, jetzt haben wir da ein tolles Logo und auch der Name und, ja, es bleibt auf jeden Fall im Kopf, die Leute wissen, wo sie waren, wenn sie beim Elch-Bräu waren.

Markus: Absolut, also das kann ich nur bestätigen. Weil, das war tatsächlich auch in meiner allerersten Recherche zum Fränkischen Brauereiführer so, als ich da bei euch in der Gegend war, wenn man da so gefragt hat, was könnt ihr noch empfehlen, wo geht man denn hin? Und dann hieß es immer, zum Elch und dann war das also völlig klar. Und dann natürlich auch, wenn man dann noch das Logo gesehen hat und die Flaschen und so, völlig richtig, das ist tatsächlich cool und prägt sich irgendwie ein. Und ihr arbeitet ja an diesem Elch auch weiter, also wenn man jetzt das aktuelle Logo anschaut, dann ist das ja ein Elch, der einen anschaut und einen quasi so ein Bierglas rüber reicht. Also da gibt es dann auch so eine Entwicklung oder, die sich im Laufe der Zeit mit so einem Logo entwickelt?

Georg: Ja, also wir haben ja dieses feste Logo und dann haben wir uns jetzt seid, ich glaube, Anfang letzten Jahres haben wir uns dazu entschieden oder vor zwei Jahren, dass wir den Elch zum Leben erwecken. Und wir haben da einen ganz tollen Illustrator, der Kai Klimiont aus Hamburg. Und, ja, da haben wir jetzt eben auch unsere Etiketten oder auch dieses erste Bild mit, Homöopathie wird besser, wenn man sie verdünnt, wir konzentrieren auf den vollen Geschmack. Das haben wir dann rausgebracht und das werden wir auch in Zukunft, werden wir da immer wieder mal was aufleben lassen, weil wir eben den Elch als Marketinginstrument sehen. Und, ja, das Logo ist kräftig, ist stark und das andere machen wir halt so nebenbei, dass die Leute uns auch schön im Kopf behalten.

Markus: Apropos im Kopf behalten, ich bin mir nicht ganz sicher, aber war nicht von dir irgendwie der Satz, dass die Energie, um einen halbe Liter kaltes Bier zu erwärmen, größer ist als das, was man damit in sich aufnimmt?

Georg: Das ist von einem Bekannten von mir, der hat das, ich weiß gar nicht, wo der das mal gepostet hat, ich weiß nicht, ob es bei uns mal auf der alten Internetseite war oder ob es bei ihm irgendwo war, ich weiß es gar nicht. Aber, ja, also diese Geschichte gibt es. Ist natürlich ein bisschen Thermodynamik, ist ein bisschen Verarsche, aber, ja, das stimmt.

Markus: Ja, es ist, glaube ich, eine Nachkommastelle verrutscht, aber das kann man ja an dieser Stelle ein bisschen vernachlässigen. Apropos, also die geneigten BierTalk-Hörer werden sich jetzt wundern, dass wir immer noch kein Bier aufgemacht haben. Es ist tatsächlich so, dass wir das heute relativ spontan ausgemacht haben und ich deswegen grade kein Bier da habe. Aber ich kenne natürlich eure Biere sehr, sehr gut und deswegen sollten wir trotzdem drüber reden. Und ich muss sagen, also zumindest die Core Range der vier Biere, die es eigentlich immer gibt, das ist auf jeden Fall schon mal eine ganz spannende Geschichte. Und dann gibt es ja noch so ein paar Ausreißer, die du in alle möglichen Richtungen nebenbei machst und dann gibt es ja auch noch die Brennerei, also auf jeden Fall viel bei euch zu erleben. Wenn wir jetzt ein Bier aufmachen würden, welches würdest du denn zuerst aufmachen?

Georg: Das Dunkel, weiß ich kein Weizenbiertrinker bin. Ich probiere Weizen eigentlich immer nur, wenn es zum Abfüllen ist, aber ich trinke eigentlich selten ein Glas Weizen, wenn ich ehrlich bin.

Markus: Das freut mich, weil, ich hätte auch mit dem Dunklen angefangen, also alles gut. Und es ist ja auch mal ein Experiment, dass man praktisch virtuell ein Bier trinkt. Aber ich muss wirklich sagen, wenn ich jetzt mich an euer Dunkles erinnere, was mich am allermeisten fasziniert, ist einerseits diese wunderbare schöne tiefbraune nussige Farbe und auf der anderen Seite dieses unglaubliche Aroma, was dann eben auch in so Schokolade-, Nougat-, Nusstöne geht und total rund und weich ist, also wirklich ein Wahnsinns Genuss für ein dunkles Bier. Und da frage ich mich immer, wie kriegt man sowas genauso auf den Punkt immer wieder hin?

Georg: Ja, wir haben natürlich lange an unseren Rezepten gefeilt und es ist auch, ich sage mal, ein klassisches Dunkel, unserem Wasser natürlich geschuldet. Wir haben ein extrem hartes Wasser hier bei uns, 19 Grad deutsche Härte. Und wir bereiten das Wasser nicht auf, also für keines unserer Biere. Und, ja, wir nehmen hier nur Münchner Malz, Wiener Malz und dann noch Spezialmalze. Man sieht das auch an dem cremefarbenen Schaum, also der ist ja nicht so schneeweiß, wie man es oft bei dunklen Bieren sieht und das ist natürlich der Malzauswahl geschuldet. Und, ja, in all unseren Bieren steckt natürlich Rezeptentwicklung und etwas Zeit, das hat sich natürlich über die Jahre so entwickelt, aber jetzt haben wir die Rezepte eigentlich fest, also schon länger fest und fahren die halt so durch. Und, ja, das Dunkle, sage ich, ist immer eigentlich am einfachsten zu machen, das hat am wenigsten Schwankungen.

Markus: Ja, das ist ja auch gut so, ehrlich gesagt, weil genauso wie es ist, so soll es auch sein. Und ich muss sagen, man sucht ja auch oft in Franken länger, bis man so ein richtig schönes typisches Dunkel findet, weil doch die Varianz bei uns relativ groß ist, sagen wir mal so. Und grade in Seminaren, wenn man eben zeigen will, wie dieser Bierstil eigentlich ist oder sein soll, da finde ich das immer total schön, dass den Leuten dann entsprechend mit eurem eben näherzubringen und wirklich ein ganz faszinierendes Bier. Bei vielen Brauereien ist sowas ja eher eine Randsorte, wie ist das denn bei dir?

Georg: Die Hauptsache, die ist bei uns das Pils, aber das Dunkle läuft also sehr gut. Also das läuft wahrscheinlich mit über 30 Prozent vom Ausstoß.

Markus: Na, das ist dann ordentlich.

Georg: Also das läuft sehr gut. Und ich finde es auch ein bisschen traurig, dass jetzt dieser helle Trend die ganzen Biere ablöst, also man hört überall nur noch Hell, Hell, Hell, hell. Ja, finde ich ein bisschen schade, weil das diese ganze Kleinbrauereibewegung oder auch den Biergeschmack der Biervielfalt natürlich nicht ganz so zuträglich ist. Weil, nur helles Bier mit vielleicht nicht ganz so viel Hopfen hat jetzt natürlich nicht so viele Geschmacksunterschiede wie ein kräftiges Dunkles oder ein hopfiges Pils. Drum finde ich diese Entwicklung grade ein bisschen schade, aber das wird auch irgendwann wieder in die andere Richtung gehen.

Markus: Also das hoffe ich auch. Wenngleich ich neulich mit dem Marketingmanager von einer größeren Brauerei gesprochen habe und der sagt, die haben ja so ihre Auguren, die da über Jahrzehnte nach vorne schauen können oder zumindest glauben, das zu können und die sagen, also dieser helle Trend wird noch relativ lange anhalten und auch noch viel Aufschwung haben. Also ich bin auch gespannt und ich sehe es auch mit einer ähnlichen Sorge wie du. Zumal man jetzt auch wieder sieht, wenn jetzt die großen Brauereien, da gibt es ja jetzt oft so ein Remake von dem Hellen und da merkt man, dass das dann nochmal mehr in die Richtung geht von dem, was wir eigentlich international Lager nennen, also ein helles Bier, was sehr hochvergoren ist, relativ wenig eigenes Aroma hat, wenig Hopfen, also sehr zurückhaltend. Und das ist dann natürlich schade, weil das eigentlich diametral dem entgegensteht, wofür eigentlich grade in Franken unsere Biere stehen.

Georg: Ja oder allgemein Kleinbrauereien, also wir stehen ja für Geschmack und man will sich ja von der Masse abheben und auch von den Großbrauereien abheben. Und, ja, das ist ein bisschen schade, aber der Konsument entscheidet natürlich, was er trinkt.

Markus: Das stimmt. Aber immerhin entscheidet er sich zu 30 Prozent für euer Dunkles, das ist schon mal gut, weil, damit wird es das auf jeden Fall weiter geben, was ich schon mal super finde. Ihr habt da vom Bügelverschluss weggewechselt oder?

Georg: Ja, wir haben weggewechselt wegen unserem Abfüller. Und wir sind ja auch letztes Jahr, wir haben ja nochmal groß investiert in die Brauerei, haben neue Lagertanks bekommen, haben 25 Hekto, Dreigerätesudhaus bekommen, vollautomatisch. Und, ja, wir sind jetzt auf Euro-Flaschen umgestiegen, weil eben auch mit der Geschmacksstabilität und auch der Einfachheit halber vom Füllen. Der Rittmayer füllt nur noch einen Tag Bügel in der Woche und wenn wir da jetzt teilweise zweimal füllen müssen, dann haut das da nicht hin.

Markus: Kann ich auch gut nachvollziehen. Nur einfach für die Hörer, die das vielleicht noch kennen aus der Bügelflasche, das gibt es jetzt eben im klassischen Gebinde, ja.

Georg: Was ich da noch gern dazu sage, ist von der Bügelflasche, ganz früher war es angedacht, dass wir als reine Gasthausbrauerei uns aufstellen und das halt nur die Leute vor Ort das Bier mitnehmen. Und, ja, mir haben jetzt dann zum Schluss auch die Kästen und unsere Etiketten nicht mehr so gefallen und dann haben wir halt eben gesagt, wir, wie man so schön sagt, relaunchen das und machen eben neue Kästen, andere Etiketten, stellen von Bügel auf Euro um. Und wir wollen uns jetzt eben auch mehr so m Getränkemarktbereich, FRISTO hat uns jetzt aufgenommen, Fränky sind wir dran, da präsentieren. Und als Nächstes wird es dann auch uns, der Rittmayer füllt jetzt Dosen ab, ich denke, das wird aber hauptsächlich für den europäischen Markt gehen, du weißt ja, das wir stark in Italien, dass wir da vertreten sind, dass das dann mehr ins europäische Ausland geht, genau.

Markus: Cool, der Elch in Dosen, das ist doch wunderbar, da freue ich mich schon drauf. Also da merkt man ja auch, in letzter Zeit geht ja da die Diskussion ziemlich hoch her, soll man Dose machen oder nicht? Und letzten Endes, es ist eben so, wenn man jetzt mal nur ans Bier denkt, dann ist die Dose auf jeden Fall eine gute Sache, weil jede Dose praktisch so ist, wie ein kleines Fass. Und wenn man dann aus der Dose aus das in ein schönes Glas gibt, dann ist dem überhaupt nichts entgegen zusagen. Ganz im Gegenteil, man hat ja weniger Gewicht, man hat letzten Endes weniger Aufwand, mehr Sicherheit und eben die Sicherheit vor dem ganzen Thema Licht und Oxidation zum Teil. Das ist dann natürlich schon cool, also spannend.

Georg: Genau und es gibt auch etliche Studien mit langen Transportwegen, wenn es dann mal über 100 oder so Kilometer sind, das mit Hin- und Rücktransport eben diese CO2-Bilanz oder Umweltbilanz eben dann auch schon mit der Dose wieder besser ausfällt beziehungsweise als mit der Flasche. Das wird ja oft gern vergessen, aber ich sage mal, grade wenn man sagt, man will sich da auch auf das Auslandsgeschäft ein bisschen fokussieren noch, da haben wir ganz gute Kontakte, dass man da dann eben sagt, man nimmt die Dose, weil es dann eben einfach keinen Sinn macht, Glasflaschen hochzuschicken, die Kästen wieder zurückzuschicken, das ist einfach, ja, ist nicht wirtschaftlich. Da ist die Dose dann einfach auch kleiner verpackt, nimmt weniger Gewicht weg, ja, hat dann da auch ihre Vorteile.

Markus: Absolut. Also ich meine, ich bin ein großer Freund der Nachhaltigkeit, aber bei dem Thema, muss man wirklich sagen. Also das ist natürlich auch wie immer, es gibt Studien, die das eine oder andere belegen, aber allein, wenn man die Logik bemüht, ist das ja klar, das ab einer gewissen Entfernung, ab einer gewissen Gewichtsgeschichte, zeitlichen Horizont, dann einfach natürlich die Dose irgendwann gewinnen muss. Also das ist so und das ist ja auch okay, ja.

Georg: Den Rücktransport dann wieder und ich sehe es genauso, wie du eben grad gesagt hast.

Markus: Genau. Ich wollte sowieso noch ein bisschen über das Thema Kasten und Flasche und so sprechen, aber wir sollten zwischendurch, also normalerweise hätten wir jetzt oder würden wir jetzt unser nächstes Bier aufmachen. Und da ist jetzt die Frage, zu welchem du jetzt greifen würdest, drei hätten wir ja noch?

Georg: Zu unserem Nix Amore, das ist ein helles Kellerbier. Nicht ganz so hell wie vielleicht gewohnt, sondern weil wir da viel Wiener Malz mit verwenden, ich sage jetzt mal, wie ein klassisches Kellerbier.

Markus: Ja, also klassisch finde ich genau richtig, weil man einfach merkt, wie dieser Malzkörper eine entscheidende Rolle bei diesem Bier spielt. Und das gibt dem halt Charakter, das gibt dem einfach Kraft und auch ein schönes Aroma und hat aber trotzdem die Leichtigkeit von so einem hellen Bier, ist schön ausgewogen und ist halt auch was, wo man wirklich bewusst etwas schmecken kann. Also das ist wirklich ein ganz schönes Bier, das Mundgefühl ist schön, die Cremigkeit ist toll, also das finde ich auch.

Georg: Genau. Wir haben auch 20 Bittereinheiten drin, das machen wir nur mit dem Hersbrucker Hopfen. Und, ja, also der Hopfen kommt dann auch zum Schluss, hat man noch eine schöne leichte heuige, grasige Hopfennote hinten dran, dass das Bier eigentlich dann schön ausgewogen macht. Weil eben, dieser Malzkörper ist schon auch schön da, wie du das beschrieben hast, aber zum Schluss ist da eben noch ein kleiner Gegenpart, sage ich mal, da, der das dann ganz abrundet.

Markus: Ja und natürlich die Trinkfreude hebt. Das heißt, man trinkt sich da halt auch gerne mal ein Zweites und ein Drittes und so weiter. Bei der ganzen Harmonie würde man jetzt aber sagen, warum steht da Nix Amore drauf?

Georg:  Wie wir das Bier das erste Mal gemacht haben, da gibt es so eine bayrische Band, Tom und Basti, die haben auch schon ein paarmal bei Mark gespielt, habe ich gehört und die haben ein Lied Nix Amore. Und das haben wir da den ganzen Tag, warum auch immer, das weiß ich nicht, haben wir das rauf und runter gehört. Und dann haben wir eben gesagt, also komm, uns fällt kein Name für das Bier ein, wir brauchen einen Namen, dann nennen wir es Nix Amore.

Markus: Hat das Bier auch ein bisschen was von der Musikschwingung mitbekommen vielleicht, wenn das Ding den ganzen Tag gelaufen ist.

Georg: Genau.

Markus: Ja und du hast ja schon angesprochen, du hast ja mittlerweile einen deutlichen Draht in Richtung Italien, da gibt es ja wirklich eine enge Verbindung und viel Austausch. Und ich weiß gar nicht, ob wir schon mal im BierTalk über Manuele Colonna gesprochen haben, ein spannender Mensch, der einfach als Italiener die fränkischen Biere lieben hat lernen können und dann beschlossen hat, okay, er holt das Ganze nach Italien. Hat dann in Rom seine eigene Bar aufgemacht mit einem quasi unaussprechlichen Namen, hat dort jede Menge fränkische Biere eben am Hahn. Und dann auch beschlossen, er macht ein eigenes Bierfest, das Frankenbierfest in Rom mitten in der Stadt in einem historischen alten Gebäude, wo 1.000e Italiener kommen und 60 verschiedene fränkische Brauer und ihre Biere genießen, tagelang. Das ist ein richtiges Happening und da sind natürlich die Brauer auch persönlich vor Ort und der spielt natürlich auch eine entscheidende Rolle. Es gab dann noch einen Importeur, der da viel mit dazu beigetragen hat, die fränkischen Biere nach Italien zu bringen. Wie kamst du denn mit dem ganzen so ins Gespräch?

Georg: Ja, du hast mich irgendwann mal angerufen, der Manuele, der hat irgendwo mal ein Bier getrunken und würde es gern mal vor Ort trinken.

Markus: Oh! Okay, da sieht man mal wieder, mein …

Georg: Ich glaube, der hat irgendwo in Rom, da hatte ich einen Importeur schon nach Italien, da hat er das irgendwo getrunken und war dann so begeistert. Und er war auch schon bei mir davor zweimal in der Kneipe. Und dann hast du das Ganze, glaube ich, mit eingefädelt, ja, das er da zu mir kommt. Und seitdem, ja, hat sich da eine richtige Freundschaft zwischen uns beiden entwickelt. Das letzte Mal habe ich sogar bei ihm in der Wohnung geschlafen, wie ich in Rom war, ich war jetzt schon ein paarmal unten. Und, ja, der Manuele, muss man aber auch wirklich sagen, er ist wirklich Bier-verrückt und kennt alle Brauereien in Franken. Und wenn der da ist, er ist zwei, drei Wochen da und besucht jeden Tag vier, fünf Brauereien und schaut, wie die Biere sind, wie sie sich verändern und, und, und, also er ist da wirklich akribisch und hat, glaube ich, ein Wissen über die fränkischen Biere wie wenig andere, würde ich mal sagen.

Markus: Ja, also das glaube ich auch. Und er hat mittlerweile auch ein Buch geschrieben auf Italienisch über die fränkischen Brauereien, wo er die alle vorstellt. Da habe ich damals mit ihm auch lange zusammengesessen, weil logischerweise ein bisschen unsere Bücher da Pate bei der ganzen Geschichte gestanden sind. Und, ja, also ich kann nur sagen, ein ganz liebenswürdiger Mensch, der wirklich im positivsten Sinne Bier-verrückt ist. Der sich eben auch drum kümmert, dass diese Biere in einer guten Qualität in Italien landen. Also das heißt, sie wirklich schnell gekühlt da runter bringt, dort auch vernünftig ansticht, sodass die dann dort halt auch erleben können, was wir unter einer Bierkultur verstehen. Das ist ja nicht selbstverständlich und insofern, ja, super spannend. Und wie hast du das erste Mal erlebt da in Italien, als du da warst, mit deinem Bier?

Georg: Ja, ist natürlich Wahnsinn, wenn dann in der Kneipe dein Bier ausgeschenkt wird. Das Ma Che Siete zählt ja zu einer der besten Bierkneipen der Welt, auch wenn es vielleicht nicht so ausschaut, aber es werden nur top Biere ausgeschenkt. Und auch in einer top Qualität und wenn da was nicht passt, dann fliegst du sofort vom Hahn raus, das wird auch nicht ausgeschenkt. Und, ja und er hat sich natürlich auch eine Kundschaft, eine Stammkundschaft erzogen, die mittlerweile auch richtig viel vom Bierwissen, über Bierfehler Bescheid wissen. Auch in das Fränkische fahren, die verschiedenen Brauereien vor Ort besuchen und das nicht nur einmal, sondern teilweise ein- oder zweimal im Jahr, also ist wirklich interessant. Und dann, wenn du mit diesen Leuten redest, die dann sagen, ja, bei dir war ich auch schon zwei-, dreimal im Biergarten und ich mag halt das Pils mehr als das Dunkle oder umgekehrt, also ganz toll. Und er transportiert halt auch diese Emotionen und dieses, ja, eines dieses, das Bier ist halt in Italien, sage ich mal oder da unten ist es halt was Besonderes und nicht wie bei uns in Franken halt irgendwas, was schon immer da war und was uns halt begleitet, sondern da wird richtig eine Show drum gemacht oder, ja, die Italiener lieben es ja, über Essen und Getränke zu reden.

Markus: Ja, also eigentlich könnte es wirklich ein bisschen Vorbild sein, wie wir mit unserem Kulturgut Bier auch umgehen könnten, in gewisser Weise.

Georg: Ja, das stimmt.

Markus: Ja, okay. So, jetzt haben wir das Kellerbier genossen, machen wir noch eins auf. Jetzt haben wir noch zwei, das Pils und das Weizen.

Georg: Ja, das Weizen lassen wir ja weg, haben wir gesagt.

Markus: Okay, lassen wir es weg, okay. Aber nichtsdestotrotz zwischen durch, liebe Hörer, auch das ist natürlich einen Schluck wert, ein schönes klassisches Weizen, schön fruchtig, schön frisch, also.

Georg: Das stimmt, es ist nur nicht mein persönlicher Geschmack, ich greife lieber zum dunklen Pils oder dem Hellen oder auch zum Bockbier, ja.

Markus: Nee, völlig okay, dann machen wir jetzt das Pils auf. Und da muss ich sagen, da gibt es auch einen Punkt, der mich ganz besonders begeistert und zwar schon immer, weil dieses Pils so einen ganz intensiven schönen Citrusgeruch hat und zwar eher nach einer Orange als nach einer Zitrone, was man so normalerweise bei den meisten anderen Pils-Bieren hat und das hat mich schon immer total begeistert. Und dazu kommt dann natürlich auch die schöne ausgewogene Bittere, die schon auch ordentlich da ist, aber eben schön eingebunden ist, sehr weich ist vielleicht das falsche Wort, aber sehr harmonisch mit dem Malzcharakter, denn das Ganze hat, und so ist es wirklich, ein besonderes Pils und es ist trotzdem ein richtig gutes Pils. Und das ist eine sehr spannende Kombination, die es in Franken ganz selten gibt. Wie kamst du zu dem Rezept und was macht diesen ganz besonderen Geschmack und Geruch aus?

Georg: Ja, ist natürlich der Hopfen und auch unser Endvergärungsgrad. Und da haben wir eben auch, als am Pils, das war das Bier, an dem wir am längsten gefeilt haben, weil wir da eben auch kein Wasser aufbereiten, wann wir den Hopfen geben, zu welcher Zeit und wie viel. Und, ja, das war auch ein langwieriger Prozess, sage ich mal. Aber das Pils ist für mich so eine Herzensangelegenheit, weil, wenn man ein richtig gutes Pils hat, sage ich, das macht einfach Freude zu trinken. Wenn da wirklich alles passt und grade im Sommer, wenn es richtig warm ist und man hat dann diese schöne Bittere, die dann aber nicht unangenehm kratzig ist, sondern einfach harmonisch da ist und die regt dann zum Weitertrinken an und auch der CO2-Gehalt, der muss dann zu der Bittere passen. Ach, das macht dann einfach Spaß, im Biergarten das zu trinken. Ja, ich sage mal, zur Brotzeit dann gerne Dunkles oder das Kellerbier, aber wenn man dann sagt, man trinkt noch eins oder zwei und bleibt dann sitzen und unterhält sich mit Freunden, dann kommt halt das Pils.

Markus: Stimmt, also in der Reihenfolge, wie wir es jetzt grade gemacht haben so ein bisschen. So würde ich es auch machen, ja, sehr schön. Und es ist eben, es ist so ein Langstreckenbier, da kann man sitzen und hat trotzdem Spaß dran. Also es ist, man trinkt es nicht nebenbei, sondern man trinkt es trotzdem bewusst und das finde ich wirklich eine schöne Geschichte da dran. Und grade dieses Erfrischende ist toll ja.

Georg: Genau. Und das ist für mich auch die Kunst eines guten Brauers oder was ein gutes Bier von einem Durchschnittsbier unterscheidet, ist eben, man kann ein kräftiges Aroma eben auch trinkbar machen oder eine gewisse Drinkability dazu haben. Oft hört man ja, man braucht soundso viel IBU und soundso viel Alkohol, ja, aber es ist keine Kunst, viel von allem und das Ganze ist dann nicht wirklich rund oder harmonisch. Das wird dann leider oft vergessen, aber das macht für mich eben diesen kleinen aber feinen Unterschied einfach aus.

Markus: Genau, absolut. Und das vielleicht noch kurz für die Hörer, weil wir es vorhin auch schon erwähnt haben, IBU steht für die International Bitter Units, also für die Bittereinheiten, die so ein Bier haben kann. Und da würde man landläufig sagen, ein Helles liegt vielleicht irgendwo so bei 15 oder so und ein Weizen vielleicht so bei 10 und beim Kellerbier sind wir vielleicht so bei 20. Und beim Pils sollte es dann eigentlich so in die 30 gehen, machen allerdings wenige Pils-Biere, aber das ist eben eine reine Messgröße. Und entscheidend ist immer, wie ist diese Bitte eingebunden in das Gesamtkonzept dieses Bieres. Weil, wenn das eben nicht gut ist, dann ist auch eine niedrige IBU-Note, kann zu kräftig sein oder viel zu schwach, je nachdem oder eine hohe kann einfach das ganze Bier erschlagen und dann habe ich gar nix, außer dieser Bittere und dann ist auch blöd. Also insofern, entscheidend ist ja für eine Brauerei immer, dass so ein Bier auch ein zweites und ein drittes Mal getrunken wird und dazu muss es einfach rund sein, passen, harmonisch sein und eben auch grade dieses Thema Bittere. Nun würden manche Leute ja sagen, man kann mit hartem Wasser kein Pils brauen, was würdest du denen sagen?

Georg: Ja, geht anscheinend doch. Also wir haben eine kleine Kalkfällung durch unseren Warmwassertank, aber, ja, es lässt sich schon machen. Es ist ein bisschen, ja, vielleicht ein bisschen anders. Aber, wir haben schon den European Star in Gold gewonnen für das Pils, für das Dunkle auch schon und es lässt sich dann doch machen. Ist vielleicht nicht so einfach, aber auch Wasser, das ist halt auch so eine Idee von mir, ich möchte mein Wasser nicht enthärten, weil, Wasser macht eben so viel vom Bier aus, ist Charakterträger, ist Geschmacksträger auch. Und wenn alle Brauereien oder auch die kleinen Brauereien alle ihr Wasser enthärten oder ideal enthärten auf den Bierstil hin, geht eben auch viel Charakter und Diversität einfach verloren. Also ich mache das bewusst nicht, weil ich das eben möchte, dass mein Wasser eben einen Charakter zum Bier beiträgt.

Markus: Wunderbar, vielen Dank. Ich hätte auch sonst jetzt gesagt, nicht umsonst haben beide Biere ja schon einen Beer Star gewonnen. Aber das ist eben der Punkt, ich glaube, es hat auch was damit zu tun, es wird ja immer so gesagt, beim Reinheitsgebot geht es eben darum, dass ein Brauer in Deutschland oder Franken oder Bayern, wie auch immer, einfach kreativ sein muss mit seinen Rohstoffen, die er eben nun mal hat, umgehen muss und damit eben Wege finden muss, all die Dinge zu erreichen, wo andere halt, sage ich mal, ein Aroma ins Bier rein schmeißen. Jetzt mal ganz böse gesagt, ist jetzt nicht so gemeint, aber gesagt. Und da ist natürlich die Fortsetzung auch das, dass ich halt, wenn ich mit meinen Rohstoffen zurechtkommen muss, ich auch mit meinem Wasser zurechtkommen muss und Wege finden muss, wie am Ende auch mit meinem Rohstoff am Ende eben das rauskommt, was ich mir vorstelle. Und da ist das Pils auf jeden Fall ein wunderbares Beispiel dafür also. Und ich bin wirklich eigentlich kein Pils-Freund, das werden die meisten BierTalk-Hörer*innen ja wissen, aber deins ist wirklich eins, das ich gerne trinke. Und insofern, ja, wunderbar, sehr schön. Eigentlich ein bisschen schade, dass wir es heute nur virtuell haben, aber ich werde es demnächst nochmal nachholen. Und alle Hörer sind natürlich eingeladen, dass dann bei sich zuhause auch zu tun. Apropos, kann man dein Bier irgendwie bestellen, gibt es einen Online-Shop oder sowas?

Georg: Ja, wir haben einen Online-Shop, also kauf-deinenelch.de. Und, ja, da sind Biere und Obstbrände und Whisky und dann, wir haben aber auch noch einen reinen Online-Shop für den Whisky, genau.

Markus: Wunderbar. Also da kommen wir gleich noch dazu. Ich habe ja vorhin noch gesagt, ich würde noch kurz was zu dem Thema Kasten und Flasche und so sagen, weil ja jetzt viel in der Diskussion ist, Pfand, lohnt das Ganze und wie kann man denn überhaupt damit in Zukunft umgehen? Und du bist ja eigentlich ein Paradebeispiel dafür, dass Menschen in eine Urlaubsregion kommen und dann eben sagen, so ähnlich wie, keine Ahnung, der Franke irgendwo am Gardasee ist und sagt, der Wein ist so gut und dann nimmt man sich halt entsprechend ein paar Kisten davon mit. So nehmen die sich dann halt hier ihre Kisten von deinem Bier mit und fahren dann damit irgendwo Nachhause, nach Holland oder nach Italien oder nach Berlin oder sonst wohin. Und damit ist natürlich dein Bierkasten wahrscheinlich auf nimmer Wiedersehen irgendwo weg und die Flaschen in gewisser Weise auch. Das heißt, das ist ja eigentlich schon ein Thema. Also wie ist das für dich, kalkulierst du das mit ein oder ist das was, wo du versuchst, die Leute zu motivieren vielleicht auch, dass sie wiederkommen oder freust du dich indirekt so ein bisschen, dass vielleicht eine Pfanderhöhung kommt, was denkst du?

Georg: Ja, Pfanderhöhung wäre natürlich eine riesen Erleichterung für uns kleine Brauereien in Franken, ich hoffe, das es kommt. Aber es ist natürlich, wenn man merkt, die Leute sind aus Berlin oder da- und daher und nehmen einen Kasten mit, da hat man schon immer ein bisschen Bauchweh, weil man denkt, hm. Viele sagen zwar, ja, ja, wir sind fast jährlich hier oder wir kommen wieder und man kennt die auch, aber manchmal kriegt man dann halt auch Kästen, man kriegt sie ja zum Glück wieder, aber die waren dann trotzdem fünf Jahre weg und sind nur einmal abgefüllt worden. Und viele bekommt man halt auch nicht wieder und das ist halt schon ein gewaltiger Kostenfaktor.

Markus: Stimmt und da muss man auf jeden Fall auch mal drauf hinweisen, vielleicht ist das vielen gar nicht so bewusst. Also Pfand kriegt man für so einen Kasten 1,50, aber wenn du den neu bestellst, da bist du mit ungefähr 5,00 Euro dabei oder?

Georg: Circa, ja.

Markus: Ja und bei den Flaschen ist es noch schlimmer eigentlich, dann ist man ja Pfand 8 Cent und dann hat man ja, je nachdem, 25, 30 Cent pro Flasche oder so, also auch einfach wirklich ein Faktor, der sich dann wirklich bemerkbar macht, grade bei den Mengen.

Georg: Ja, klar. Ein Kasten und dann noch 20 Flaschen drin, da kommt dann ein ganz schönes Sümmchen zusammen.

Markus: Genau. Also legt der Brauer schon mal 8 Euro drauf, wenn der Kasten weggeht. Und es gibt ja tatsächlich Brauer in Franken, die nur noch Bier hergeben, wenn jemand Leergut mitbringt. Das ist natürlich die Radikalversion und kann, glaube ich, nicht jeder machen. Aber, also das sei auch nochmal allen hier Zuhörenden gesagt, also wenn ihr euch von kleinen Brauereien Bier bestellt, dann ist das schon mal super, oder mitnehmt, aber denkt eben auch dran, dass ihr dieses Leergut wieder zurück in den Kreislauf bringt. Weil das natürlich auch zu diesem Thema Nachhaltigkeit gehört, ein weiterer Punkt, der sonst vielleicht früher oder später dazu führt, dass man einfach zu anderen Gebinden irgendwann mal umsteigt, weil das so nicht vernünftig funktionieren kann. Ja, Bier, apropos, du hast gesagt, es gibt noch Bockbier. Was gibt es sonst noch bei dir?

Georg: Ja, dunklen Doppelbock haben wir jetzt im Winter gemacht, 1.21 Gigawatt. Der war, ja, an unser Dunkles angehaucht, halt einfach noch ein bisschen kräftiger, aber auch wunderschön zu trinken. Und halt eben diese ganzen Kaffee- und Kakaonoten einfach noch ein bisschen mehr raus gearbeitet. Auch bewusst nicht ganz so viel CO2 drin, weil, ich finde, wenn zu viel Kohlensäure in einem dunklen oder in einem Schwarzbier ist, das macht dann das Aroma ruck zuck brenzlig, drum ist auch da in dieser Abfüllung bewusst ein bisschen weniger CO2 drin. Und, ja, was haben wir noch? Ein Räucherle haben wir schon gemacht oder ein Pils mit einem Teil Rauchmalz, aber das sind halt einfach immer so ein paar Spaßgeschichten, die wir dann im Biergarten als Sonderbier ausschenken oder wo halt da mal nach Italien ein kleiner Teil geht. Vor ein paar Jahren haben wir auch schon mal einen Cider gemacht, indem wir einfach frischgepresster Apfelsaft von drei verschiedenen Äpfel. Das haben wir mit dem Johannes Haas zusammen, der hat die Äpfel mit ausgesucht. Und haben dann also ohne Schwefel, sondern bei mir in der Brauerei mit einer sauberen Hefe, haben wir das vergoren, absetzen lassen. Ja, macht auch Spaß und ab und zu einfach mal ein bisschen was anderes. Sauerbier haben wir auch eine Zeitlang gemacht, Mixed Fermentation, aber da, sage ich mal, da haben wir hier in Franken noch nicht die Kundschaft dazu. Und durch die Gastronomie und durch die Brennerei hapert es bei mir auch ein bisschen an der Zeit, dass dann mehr auf den internationalen Markt zu drücken oder halt in Europa, wo wir eigentlich schon Kontakte hätten, ja, drum haben wir das ein bisschen einschlafen lassen.

Markus: Zumal ja auch einfach letzten Endes du als fränkische Brauerei natürlich auch für die Klassiker stehst.

Georg: Genau.

Markus: Und die Sauerbiere kriegt man auch international natürlich, in Anführungsstrichen, auch woanders, auch wenn es nicht deine sind. Also die, die ich probiert habe, waren auch wunderbar, also bitte gerne bei Gelegenheit mal wieder eins machen. Diese 1.21 Gigawatt ist eine Anspielung auf „Zurück in die Zukunft“ oder?

Georg: Genau, genau.

Markus: Hah, das werden jetzt auch vielleicht nicht viele wissen.

Georg: Der Fluxkompensator braucht einfach 1.21 Gigawatt, um zurück in die Zukunft zu kommen. Und das ist ein dunkler Doppelbock mit 8% Alkohol und, ja, der bringt euch zurück in die Zukunft.

Markus: Sehr, sehr cool, also schöne Geschichte, wunderbar. Und dann klettern wir einfach die Alkoholleiter noch ein bisschen nach oben. Das heißt also, du hast dann die Gaststätte gehabt, du hast dann die Brauerei eingerichtet, du hast dann beschlossen, okay, wir gehen noch eins weiter, wir machen jetzt auch eine Brennerei. Wie kam das denn, hattest du das auch schon irgendwie immer im Kopf oder gab es da eine Initiation dazu?

Georg: Eine Kleinbrennerei gab es ja schon immer, so mit einer 150-Liter-Brennblase. Und 2014 war dann die Entscheidung, also entweder Brauerei vergrößern oder Brennerei. Und ich habe 2014, da habe ich schon bestimmt sechs, sieben Jahre lang immer wieder Whisky getrunken und mich auch für Whisky interessiert. Und dann haben wir eben gesagt, also komm, wir machen einen deutschen rauchigen Whisky mit einem deutschen Torf. Das lassen wir uns in einer Mälzerei in Belgien, in Deutschland haben wir da keine gefunden damals, die stellen unser Malz mit dem deutschen Torf her. Und das machen wir eben seit 2014. Und unsre Brennblase, die war größer wie die alte Brauerei, also wir haben 1.200 Liter in die Brennblase gebracht und im Sudhaus haben wir nur 1.000 Liter produzieren können, also 10 Hektoliter.

Markus: Ja, das ist natürlich spannend zu hören. Und ich muss auch sagen, ich erinnere mich noch an eine Gegebenheit und zwar habe ich irgendwie, ich glaube, 2014 oder 15, habe ich ein Buch geschrieben über die Brennereien in Franken. Und dann habe ich damals bei dir angerufen und habe gesagt, ich würde dich auch gerne mit in dieses Buch aufnehmen und dich vorstellen. Und dann hast du damals zu mir gesagt, das können wir leider nicht machen, weil, ich habe den Whisky zwar fertig, aber der muss jetzt noch 3 Jahre liegen, bevor ich ihn ausschenken kann und deswegen macht das keinen Sinn. Und das fand ich damals wirklich eine ganz spannende Geschichte, das werde ich auch nie vergessen. Und so war das ja auch letzten Endes, also Whisky muss ja mindestens 3 Jahre lagern, bevor man ihn verkaufen darf oder so nennen darf.

Georg: Genau, also man geht 3 Jahre lang in Vorleistung, genau, also ist sehr kostenintensiv, zeitaufwendig. Aber es ist halt auch extrem interessant, weil in unserer heutigen schnelllebigen Zeit, für was nimmt man sich wirklich solange Zeit? Und das macht halt dann auch beim Whisky eben extrem Spaß. Unser ältestes Fass ist 9, wir werden nächstes Jahr einen 10-jährigen Whisky haben. Und, ja, wir haben insgesamt so 120, 140 Fässer grade liegen. Und, ja, ist jetzt geplant, dass wir mehr machen, aber, ja, alles Step by Step.

Markus: Ich finde das ja auch sehr spannend, wenn man den Brauer hat, der hat ja irgendwie den Drang, alle paar mindestens Tage zu seinem Lagertank zu gehen und mal zu zwickeln und zu schauen, wie steht es denn mit dem Bier, wie geht es denn dem. Wenn ich jetzt überlege, ich habe dann so einen hochprozentigen Whisky jahrelang in meinem Fass, wie hält man sich denn da zurück oder hält man sich nicht zurück?

Georg: Man hält sich nicht zurück, ja, man ist natürlich neugierig. Also und vor allem, die ersten Jahre war es natürlich extrem interessant eben auch zu sehen, wie sich der Whisky verändert über die Zeit. Also mittlerweile haben wir ein gewisses Know How und auch eine Erfahrung und wissen, es gibt dann so gewisse Zeitfenster, in denen er sich dann gerne verändert und da kann man dann mal wieder probieren oder probiert. Aber grade natürlich am Anfang, man weiß ja nicht, was passiert. Man stellt ein Destillat, einen Newmake her, legt es dann ins Fass, das Fass hat ja auch einen großen Einfluss. Und dann ist man natürlich neugierig, weil, es steckt ja extrem viel Kapital drin und dann will man eben auch wissen, wo die Reise hingeht. Und, ja, wir probieren heute noch viel, aber damals haben wir schon auch viel probiert, einfach um zu wissen und auch zu verstehen, was passiert.

Markus: Das stimmt. Und das ist, glaube ich, auch so der ganz große Unterschied. Weil, viele Leute fragen mich ja auch, jetzt gibt es ja in Schottland Whisky-Destillerien seit Jahrhunderten sozusagen und bei uns haben ja viele jetzt erst angefangen und was sind so die Unterschiede? Und ich glaube, das ist tatsächlich so ein Punkt, wo es beim Bier ja eigentlich andersrum ist, wo der fränkische Brauer sagt, okay, wir haben hier, was weiß ich, 50 Generationen, die Bier machen, da ist einfach sehr viel Erfahrung in dem Thema schon drin und woanders fangen sie grade erst an, so ist es eben beim Whisky vielleicht andersrum. Auf der anderen Seite hat man bei uns halt wieder andere Voraussetzungen und auch ein anderes Niveau vielleicht vom Ausgangsprodukt und so und vielleicht auch ein anderes Denken. Ja, also was das Thema Whisky angeht, war ich ja auch bei der Frankfurt Trophy vor Kurzem und habe da eben mal wieder, weil ja die ganzen Leute bei uns aus der Akademie, die landen da ja dann bei der Bierjury, dann kann ich eben als Edelbrandsommelier auch mal in die Edelbrandjury und bin dann tatsächlich beim Whisky gelandet. Und das war schon sehr spannend zu sehen, was es da für eine große Bandbreite gibt, weil wir Schottische hatten und eben auch verschiedenste Deutsche und Internationale. Aber man kann tatsächlich Unterschiede schmecken. Wie würdest du denn das sagen, was macht so einen Unterschied zwischen einem klassischen deutschen Whisky oder vielleicht auch deinem Whisky aus zu einem klassischen schottischen Whisky?

Georg: Ja, also ich sage mal, diese frühere klassische deutsche Whisky-Kategorie, da kommen ja immer mehr Brenner davon ab. Ich sage mal, das waren sehr, sehr saubere Destillate, die dann einfach oft gerne auch in neue Weißeiche oder französische Eiche gelegt wurde und eben sehr holzlastig, intensiv. Also jemand, der davor Whisky getrunken hat, hätte vielleicht diese Produkte nicht unbedingt als Whisky bezeichnet. Aber es gibt mittlerweile in Deutschland schon auch etliche Destillerien, die das mittlerweile anders machen und auch sehr gut machen. Drum bin ich da immer ein bisschen vorsichtig mit der Kategorie deutschen Whisky und schottischen Whisky. Was man halt einfach merkt bei uns, man muss sich eben als Kleiner absetzen. Wir setzen uns jetzt einfach schon mal ab durch unser eigenes Malz mit dem deutschen Torf. Dann verwenden wir unsere Bierhefen, haben eine siebentägige Gärung. Wir sagen also, wir lassen das auf jeden Fall sieben Tage gären, damit sich das Jungbier schon mal ein bisschen mehr harmonisiert und nicht mit einer Turbohefe nach ein, zwei Tagen oder 36 Stunden durchgegoren ist. Und dann destillieren wir eben auch sehr extrem langsam eigentlich, wir hauchen das Destillat eigentlich nur fast ohne Gegendruck und ohne Dephlegmation eben am Kupfer vorbei. Was ein sehr süßes, nussiges, leicht rauchiges Destillat oder Newmake eben ergibt und das legen wir dann ins Fass. Und, ja, also es muss jeder, ich sehe es ja beim Bier genauso, es muss jeder seinen Weg irgendwie selber finden. Das Entscheidende ist einfach, was zum Schluss im Glas ist und ob das jetzt schottischer oder deutscher Whisky ist, es muss einfach gut sein. Und wenn es gut ist, dann hat man alles richtig gemacht, meiner Meinung nach.

Markus: Absolut. Und vielen Dank, dass du das sagst, weil, mir geht es auch so, dass man eben eher zum Beispiel merkt, aus welchem Stall so ein Whisky kommt. Und wenn da eine Brauerei dahinter sitzt, dann ist das oft eine andere Qualität, weil natürlich das, was die mit dem malz vorher schon anfangen können, natürlich was anderes ist, als wenn das eben jemand ist, der, in Anführungsstrichen, nur eine Brennblase hat. Also auf jeden Fall spannend. Und da hast da jetzt praktisch dieses Torf vom Dorf, rauchige Thema für dich so auf die Schiene hauptsächlich gehoben oder hast du auch noch andere Whiskys?

Georg: Nee, also wir machen nur einen rauchigen Whisky und, ja, weil ich eben auch gern rauchige Whiskys mag. Ich mag allgemein kräftige Produkte, ob das beim Käse oder Salami oder Bier oder Whisky eben ist oder auch Wein, ich mag das allgemein gern, wen die Produkte ein bisschen kräftiger sind. Und drum eben auch den rauchigen Whisky aus der Fränkischen Schweiz mit dem deutschen Torf, ja, war eine ganz bewusste Entscheidung und das ziehen wir einfach auch weiter durch.

Markus: Und es gibt auch noch klassische Edelbrände aus deiner Schiene, also Obstbrände, Fruchtbrände sozusagen?

Georg: Haben wir auch. Also mit einem Gin haben wir jetzt während Corona angefangen, das läuft eigentlich auch sehr gut. Mit dem Sven Goller aus Bamberg vom Schwarzen Schaf und der hat uns da ein bisschen beraten und der Gin, der läuft wirklich sehr gut. Und die Obstbrände haben wir ein bisschen runtergefahren, weil wir uns eben jetzt auf dieses Whisky-, Gin-Thema. Wir haben jetzt auch rauchigen Eierlikör, rauchigen Kirschlikör, einen rauchigen Pfirsichlikör und einen rauchigen Schokolikör, die Ellies heißen die, die Elchliköre. Das sind die Ellies, da haben wir unseren Elch ein bisschen weiblich werden lassen und, ja, die laufen auch. Aber da wollen wir eben unserer Schiene treu bleiben und das soll jetzt dann auch nicht noch von der Brennerei, es ist jetzt nicht gedacht, dass wir noch mehr Produkte aufziehen, vielleicht noch ein paar Geiste, aber dann soll es das auch gewesen sein, einfach um noch ein bisschen einen Cashflow für den Whisky zu kreieren, weil es eben schon sehr kostenaufwendig ist. Also da steckt in dem Whisky-Projekt, steckt mittlerweile richtig viel Geld drin.

Markus: Also apropos Flow, da erinnere ich mich, letztes Jahr auf dem Bierfest in Nürnberg, da durfte ich ja den Rauch-Eierlikör probieren. Und ich muss sagen, diesem Getränk bin ich absolut verfallen, also das ist Wahnsinn, total genial. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass das geht, das so zu kombinieren, aber es ist wirklich faszinierend. Also so ein kleines Stückchen Himmel auf jeden Fall zusammen zum Beispiel mit einer Kugel Walnusseis oder so, Wahnsinn.

Georg: Perfekt, ja, ja, genau, zum Eis perfekt. Und auch mittlerweile etliche Stammkunden, die es im Online-Shop bestellen oder bei uns holen, weil es eben auch was Besonderes ist. Ist was, was nicht überall kriegt und es hat halt auch sein, ja, es ist einfach ein Charakterprodukt vom Geschmack her.

Markus: Ja und als solches passt es natürlich perfekt in die Range. Ja, eine Sache müssen wir noch besprechen, wenn man bei euch nämlich auf die Whisky-Angebotsseite drauf schaut, dann sieht man nicht nur den Torf vom Dorf und das Torfduett, sondern man sieht auch den Neustart. Das hat eben was damit zu tun, dass euch leider ein Schicksalsschlag ereignet hat oder ereilt hat, sagt man ja, also das heißt, es gab einen Brand bei euch. Vielleicht nur ganz kurz, was ist genau passiert und wie habt jetzt da die Weichen gestellt für die Zukunft?

Georg: Ja, bei uns hat es Mitte Februar, hat es oben im Dachstuhl gebrannt und es ist aber, ich sage mal, zum Glück kein Personenschaden, dem Whisky ist auch nix passiert. Es ist halt, die ganzen Versorgungsleitungen, Automatik, Büro, Dampfkessel, das ist kaputtgegangen, der Dachstuhl. Und wir sind jetzt, also die Versicherung, die hat schon angezahlt, aber wir sind jetzt hinten, der hintere Teil vom Gebäude steht unter Denkmalschutz und da sind wir jetzt eben grad dran, ob wir das nicht vielleicht komplett wegreißen dürfen und dann den hinteren Teil, so wie das vordere Betriebsgebäude aufbauen. Und vielleicht sogar noch einen Stock draufsetzen und dann ein Pultdach draufmachen und nochmal Photovoltaik. Wir haben ja jetzt schon 99 Kw-Photovoltaik, auch seit 2014, auch mit dem Batteriespeicher über Nacht. Und, ja, das würden wir hat jetzt wieder gerne machen, da sind wir auch grad drüber, aber das ist jetzt noch nicht ganz fest, soll aber die nächsten 2 Wochen wahrscheinlich entschieden werden. Und dann können wir da komplett weiter in die Planungsphase gehen, wie es dann weitergeht, komplett. Also beim Schulz, das ist schon angestoßen, dass da wieder die Automatik, der Schaltschrank, dass das alles wieder kommt. Aber wir müssen eben jetzt vom Gebäude schauen, wie es jetzt da weitergeht und ob wir uns da anders aufstellen können oder dürfen.

Markus: Ja, das ist ja klar und da drücken wir euch natürlich auch ganz fest die Daumen. Ganz spannend fand ich, also das war ja auch so ein richtiger Schock auch, also kann ich mich noch gut erinnern an dem Tag, dann gingen so die Bilder durch die Facebook-Gruppen oder auch in WhatsApp oder sonst irgendwie und dann macht man sich natürlich Gedanken, macht sich Sorgen. Und ich habe dann ein paar Tage später mit jemand gesprochen, der bei dir auch im Ort wohnt und eben gesagt hat, Mensch, und der da auch bei der Feuerwehr ist, wie toll das war, dass wirklich aus dem Ort und aus den umliegenden Ortschaften ganz schnell ganz viele Leute gekommen sind, die da auch geholfen haben und das man es wirklich geschafft hat, also sich erst mal um die Menschenleben zu kümmern, aber dann natürlich auch um die Whisky-Fässer zu kümmern. Weil, das wäre natürlich ein Drama gewesen, wenn denen was passiert wäre. Und das, finde ich auch, das zeigt auch, wie sehr verwurzelt ihr da mittlerweile in der Ortschaft seit oder?

Georg: Ja klar, uns kennt man, die Gastronomie kennt man. Und, ja, war natürlich auch ein Glücksfall, dass die Feuerwehr nicht weit weg von uns stationiert ist und das ist alles wirklich wahnsinnig schnell gegangen. Und, ja, da hatten wir wirklich Glück im Unglück, muss man wirklich sagen.

Markus: Absolut. Also da, wie gesagt, drücken wir euch die Daumen, dass das alles gut vorangeht. Nochmal erst recht der Aufruf an die Hörer, also kauft euch ein gutes Elch-Bier, kauft euch einen von den guten Whiskys oder auch den Rauch-Eierlikör, dann könnt ihr auch den Georg unterstützen, dass alles ganz besonders gut und schnell wieder ins normale Fahrwasser oder sogar drüber hinaus kommt. Dir auf jeden Fall ganz, ganz vielen Dank für deine Zeit, die vielen Infos und die spannenden Geschichten aus Thuisbrunn, aus dem Elch-Bräu und natürlich auch für deine Leidenschaft zum Produkt, zum Bier, was es uns ermöglicht, so schöne tolle Biere auch trinken zu dürfen, danke schön.

Georg: Ja, Markus, ich danke dir.

BierTalk – der Podcast rund ums Bier. Alle Folgen unter www.biertalk.de

Mehr lesen

Hopfenanbau in Bamberg – eine Tradition kehrt zurück

Die Gärtnerei Emmerling holt einen alten Brauch zurück in die Bierstadt Bier und Bamberg gehören zusammen, da ist man sich einig. Doch wo kommt der Hopfen, immerhin eine der Hauptzutaten…

Mordstrubel unterm Kerwabaum

Oberfränkischer Bierkrimi mit 4-Gänge-Menü Auf eine mordsbiergige Kriminalkomödie mit oberfränkischem Vier-Gänge-Menü können sich die Besucher des Gasthaus Schlossbräu am 11. Oktober freuen. Der „Fränkische Theatersommer“, Trägerverein der Landesbühne Oberfranken, gastiert…