Bamberger Bierwelten kompakt

Fränkische Bierhauptstadt hat ab sofort eine eigene Broschüre zum Thema Brauereien und Bierkeller

Bamberger Bierwelten„Bamberger Bierwelten“ nennt sich die neue Broschüre des Tourismus & Kongress Service (TKS), die im Fränkischen Brauereimuseum auf dem Michelsberg vorgestellt wurde. Das von den Verantwortlichen auch „Bierbooklet“ genannte Heftchen umfasst insgesamt 72 Seiten und beinhaltet die wichtigsten Infos zu den noch aktiven Brauereien sowie 28 ausgewählten Bierkellern. Außerdem finden sich hier buchbare Angebote und eine Landkarte sowie Hintergrundinfos zum wichtigsten Lebensmittel der Bamberger.

Bamberger BierweltenBei der offiziellen Präsentation durch den stellvertretenden Landrat Johann Pfister, Bürgermeister Werner Hipelius und Tourismusdirektor Andreas Christel stand vor allem das Genuss- und Kulturgetränk Bier im Vordergrund. In Anwesenheit von Bamberger Brauern und der interessierten Presse verwies Werner Hipelius, Kulturreferent der Stadt, auf die einzigartige Brauereidichte der Region und die Wichtigkeit des „legendären Bierstandortes Bamberg“.

Besonders die hochmotivierten jungen Brauherren und -damen sprächen für eine rosige Zukunft der Bierkultur in und um die Domstadt. Weiterhin sei jeder Brauereigasthof etwas Besonderes, das Highlight jedoch der Besuch auf einem der zahlreichen Bierkeller – für Hipelius „das Symbol für Lebensart und Genuss schlechthin“.

Genuss ist Trumpf

Bamberger BierweltenAuch der stellvertretende Landrat Pfister musste feststellen, dass Bamberg die Bierkultur ähnlich prägt, wie Schottland den Whisky. Als dann abschließend noch Biersommelier Hans Wächtler mit Hilfe einen kleinen Bierverkostung durch die Welt der Bieraromen führte, war dem letzten Anwesenden klar, dass die Bamberger Bierkultur inzwischen mehr als erwachsen geworden ist.

Hier heißt es nun entdecken, schmecken und genießen – mitten im Weltkulturerbe oder den umliegenden herrlichen Naturlandschaften des Landkreises. Da blieb Andreas Christel vom TKS nur noch ein bestätigendes „Bamberg ohne Bier – das kann es nicht geben“. Die neue Broschüre ist ab sofort kostenfrei, unter anderem in der Tourist-Info in Bamberg erhältlich.

Text: Bastian Böttner, Fotos: Frank Märzke

Auf zur Fränkischen Bierparade

Das Bierfest im Burggraben geht in die 16. Runde und wartet wieder mit vielen Spezialitäten auf

Fränkische Bierparade - Bierfest NürnbergNürnberg. Ab Mittwoch wird der Burggraben wieder zum „Biergraben“, in dem weit mehr als 100 fränkische Bierspezialitäten serviert werden. Aus den Zapfhähnen fließen Klassiker wie Aufsesser, Meister oder Gutmann, aber auch 2013 gibt es wieder neue Sterne am Bierhimmel, die es in der Frankenmetropole zu entdecken gilt.

„Ich freue mich riesig, dass wir endlich dabei sein können“, grinst Hermann Weid von der Hersbrucker Bürgerbräu, die in diesem Jahr Premiere auf dem Bierfest feiert. Aus seinen Zapfhähnen werden unter anderem der urige dunkle Dampfsud und das feine Albweizen fließen. „Natürlich wollen wir auch unsere Brauerei an sich den Nürnbergern vorstellen.“ Neben den Bieren charakterisiert vor allem eines die Bürgerbräu: Seit drei Generationen sind Frauen am Ruder, und auch die aktuellen Inhaber sind stolze Eltern einer Tochter. Bier in Frauenhand, das gibt es öfters in Franken, beispielsweise auch bei der Lindenbräu aus Gräfenberg, die aber schon zu den alten Hasen unter den Bierfest-Brauereien zählt.

Fränkische Bierparade - Bierfest NürnbergEin anderer Neuling ist Andreas Gänstaller, der seine Biere in Hallerndorf braut und in Straßgiech bei Scheßlitz ausschenkt. Er hat sich zu seiner Premiere etwas Besonderes ausgedacht: „Ich bin ja eher bekannt für meine außergewöhnlichen Biere mit vielen Aromahopfen und eher etwas höherem Alkoholgehalt. Deswegen werde ich jeden Tag neben meinem klassischen Kellerbier ein anderes Spezialbier ausschenken.“ Mehr will der kreative Brauer nicht verraten, aber sein Rauchmärzen oder sein Imperial Pale Ale dürften sicher unter den Kandidaten sein. Nicht weit von Gänstaller stellt sich mit der Held-Bräu eine weitere neue Brauerei den bierbegeisterten Besuchern. Hier gab man dem Drängen der vielen Stammgäste aus Nürnberg nach. Schließlich gibt es regelrechte Pilgerströme nach Oberailsfeld, die jedes Jahr nachfragen, wann es ihr Lieblingsbier endlich auch im Burggraben gibt. 2013 ist es soweit.

Auch die Bamberger Mahrs Bräu und das wiederbelebte Grüner-Bier gehören zu den neuen Sorten, wobei die meisten Bierfans schon einmal über das berühmte „U“ aus der Domstadt gestolpert sein dürften. Los geht es am Mittwoch um 17 Uhr, um 18 Uhr sticht die Bierkönigin traditionell ein Bierfass an. Donnerstag und Sonntag lockt die Biermeile schon ab 11, Freitag und Samstag ab 14 Uhr. Wir sagen Prost mit den Worten von Organisator Udo Deppisch: „Hauptsache, das Wetter passt, den Rest besorgen dann die Brauer und die Gäste!“

Text: Markus Raupach, Bilder: Bierfest Nürnberg

Alle Fränkischen Brauereien in einem Buch

Das Autorenduo Markus Raupach/Bastian Böttner präsentierte sein 21. Buch

Brauereien und Brauereigasthöfe in FrankenDas Autoren-Duo Bastian Böttner und Markus Raupach war wieder aktiv und hat sein mittlerweile 21. Werk veröffentlicht. „Brauereien und Brauereigasthöfe in Franken“ heißt die nagelneu aufgelegte, 672 Seiten starke Bier-Bibel, die die beiden Autoren am 7. Mai im Landbierparadies in Nürnberg den geladenen Gästen präsentierten. Erschienen ist das Werk im Verlag Nürnberger Presse. Sehen Sie einige Impressionen eines feucht-fröhlichen Abends…

Text: Benjamin Strüh, Fotos: Silvia Wawarta

Spannende Genussreise durch Franken

Markus Raupach und Hans Wächtler führten durch einen Abend von Apfelsekt bis Zwetschgenbames

Genussreise durch FrankenBamberg. 50 Gäste ließen sich am Mittwoch Abend im Buch und Medienhaus Hübscher auf eine kulinarische Reise durch ganz Franken ein – und sie staunten nicht schlecht. Getränke und Häppchen aus den entlegensten Ecken zauberten auch erfahrenen Genießern immer wieder ein verzücktes Lächeln auf die Lippen. Dazu präsentierte Markus Raupach sein neuestes Werk: „Brauereien und Brauereigasthöfe in Franken“, das erst am Tag davor erschienen war.

Los ging es mit einem Pomme Royal Apfelsekt aus der Fränkischen Schweiz, zu dem Raupach und Wächtler einen speziellen Bienenstich aus der Kulmbacher Ecke servierten. Dazu erfuhren die Gäste einerseits die Grundlagen der Verkostung, andererseits aber auch die Hintergründe der beiden Spezialitäten. So nimmt man erst einen Schluck des Getränks, dann einen Bissen der Speise, um anschließend einen weiteren Schluck mit dem nächsten Bissen zu kombinieren. Die Krönung ist dann das „retronasale“ Erlebnis, bei dem Geschmack und Geruch zusammengeführt werden. Der Apfelsekt hat seine Wurzeln in einem Gesetz Karls des Großen, und der Bienenstich wurde erfunden, als eine überfallene Kleinstadt die Angreifer aus der Nachbarstadt mit ganz besonderen Wurfgeschossen abwehren konnte: Im Wald gefundenen Bienennestern.

Genussreise durch FrankenAuch die nächsten Gänge brachten Hochgenüsse und interessante Geschichten. Zum Rossdorfer Braunbier reichten die beiden Macher der Bierakademie eine Moorpraline aus Bad Steben, anschließend servierten sie Sappel-Brot mit Stadtwurst und reichten Mönchsambacher Export dazu. Braumeister Hans Wächtler hatte in dieser Brauerei seine Gesellenjahre verbracht und deshalb natürlich auch so manche Storys zu erzählen. Mit dem frisch abgefüllten Bitter 42 der Brauerei Rittmayer lernten die Gäste danach feinen Hopfengeschmack kennen, zu dem Raupach und Wächtler Ziegenkäse der Käserei Würnsreuth aus dem Bayreuther Landkreis servierten.

Der nächste Gang war der Heimatstadt von Markus Raupach gewidmet: Das neue Keesmann-Weizen wurde flankiert von Schneggla-Brötchen der Bäckerei Loskarn, auf denen sich Kochkäse und Gerupfter befanden, die der Bestsellerautor von Edelgard Koch aus der Unteren Sandstraße besorgt hatte. Dieser Kombination konnte sich kein Gaumen entziehen, und es herrschte für ein paar Minuten genüssliche Stille in der Buchhandlung. Ein weiteres Aha-Erlebnis hatten die Gäste beim letzten Bier, dem Schlenkerla-Rauchbier, das zusammen mit Zwetschgenbames und Rauchbierbrot serviert wurde. Im Zusammenspiel ein unschlagbares Genuss-Erlebnis.

Den Schluss bildeten zwei Edelbrände von Deutschlands bester Brennerei, dem Brauhaus am Kreuzberg in Hallerndorf, zu denen die „Bambergerin“-Praline des Hauses Storath aus Stübig gereicht wurde. Egal, ob Haselnussgeist oder Waldhimbeerbrand, auch hier sah man den glücklichen Gesichtern an, dass Ihnen die etwa dreistündige Reise mehr als gefallen hatte. Ein langer Applaus und noch viele Gespräch im Anschluss ließen die Genussreise ausklingen, die laut Hübscher-Geschäftsführer Jürgen Reichert sicherlich bald eine Fortsetzung finden wird.

Text: Frank Märzke, Fotos: Claudia Carl

Oberfranken hat seine eigene Königin

Sabrina Lang aus Coburg ist als erste Oberfränkische Bierkönigin gekrönt worden

Sabrina Lang - Oberfränkische BierköniginRödental. Vor zahlreicher Politprominenz setzte der Vorsitzende von Bierland Oberfranken, Christoph Pilarzyk, der 25jährigen Hörfunkvolontärin die nagelneue Krone auf. Der Verein der oberfränkischen Brauereien hatte zudem in ein echtes Königinnen-Dirndl und ein rauschendes Krönungsfest investiert, das am Sonntagnachmittag im Biergarten der Brauerei Grosch in Rödental stattfand.

Sabrina Lang war als Vertreterin Oberfrankens am 11. April nach München gereist und hatte die Farben des Bierlandes bei der Wahl zur Bayerischen Bierkönigin vertreten. Nach der knappen Niederlage gegen Maria Krieger aus Riedenburg erhielt sie schon am nächsten Tag die frohe Nachricht. Sie wird die erste Oberfränkische Bierkönigin. Am Sonntag war es dann so weit: Bei strahlendem Sonnenschein setzte Brauereichef und Bierland Oberfranken Vorsitzender Christoph Pilarzyk ihr das Krönchen aufs Haupt. Erster Gratulant war der Coburger Landrat und Mitglied im Kuratorium der Genussregion Oberfranken, Michael Busch, der auch gleich seine Freude ausdrückte, dass die erste Amtsinhaberin gleich aus seinem Landkreis kommt.

Sabrina Lang - Oberfränkische BierköniginDie neue Bierkönigin hatte im Anschluss an die Krönung sofort eine erste Herausforderung zu bewältigen: Pilarzyk bat sie, sein neuestes Bier, das „Anno 1492“, zu beschreiben. Professionell nahm sich Sabrina Lang der Aufgabe an: „Es hat eine schöne Kastanienfarbe und begrüßt mit starken Hopfenaromen. Beim Antrunk schmeckt man neben den honigartigen Malznoten auch einen Hauch des Raucharomas, das von den Rauchmalzen kommt. Im Abgang schmeckt man eine dezente Bittere des Aromahopfens, die einen sofort zum nächsten Schluck auffordert.“ Dem hatte Pilarzyk nichts mehr hinzuzufügen, und die zahlreichen anwesenden Gäste setzten zum ersten Prosit eines langen Biernachmittages an.

Die neue Bierkönigin zeigte sich sichtlich gerührt und bedankte sich bei Bierland Oberfranken für die Ehre, die Königinnenkrone tragen zu dürfen. Mit diesem Tag begann ihre einjährige Amtszeit, die viele Termine mit sich bringen wird. Schon am kommenden Dienstag, dem Tag des Bieres ist sie wieder unterwegs – im Auftrag der Region mit der größten Biervielfalt und Brauereidichte der Welt!

Text & Fotos: Markus Raupach

Die Bierfeen sind erwacht

Vier Nachwuchsbrauerinnen präsentierten „HolladieBierfee“

Die Bierfeen sind erwachtMemmelsdorf/Trebgast/Hof. „Girls! Have fun!“ Unter diesem Motto präsentierten Yvonne Wernlein (Brauerei Haberstumpf, Trebgast), Isabella Straub (Brauerei Drei Kronen, Memmelsdorf) und die Schwestern Gisela und Monika Meinel-Hansen (Brauerei Meinel, Hof) am Samstagabend ihre neueste Bierkreation. Über 50 enge Freunde und Journalisten waren gekommen, um in der Trebgaster Bräuschänke das neue Bier mit dem schönen Namen „HolladieBierfee“ zu verkosten.

„Jetzt brauch ich schon seit über 40 Jahren Bier, aber meinst, mir hätte mal jemand ein Ständchen gespielt?“ Das war das Fazit von Hans Wernlein, für dessen Tochter Yvonne und ihre drei Kolleginnen eine lokale Künstlerin gerade ein „HolladieBierfee“-Lied vorgetragen hatte. Vier Stunden früher hatte der Abend mit dem Einmarsch der vier Brauer-Mädels begonnen. Jede mit einem Blecheimer auf dem Kopf und einer speziell angefertigten Schürze umgebunden. Jeder Gast bekam einen kleinen Schluck „HolladieBierfee“ frisch vom Fass als Aperitif, und dann erklärte jede der vier „Bierfeen“ ihren Beitrag zu dem „Frauenbier“. Yvonne Wernlein stellte mit Trebgaster Brauwasser den „Körper des Bieres“, Isabella Straub zeichnete für Sudhaus und Malz – die „Seele des Bieres“ – verantwortlich. Für die fruchtige „Würze des Bieres“ sorgte Gisela Meinel-Hansen, die eine spezielle Komposition verschiedener edler Hopfensorten zusammengestellt hatte. Ihre Schwester Monika schließlich organsierte den „Geist des Bieres“ – eine Ale- und eine Champagnerhefe.

Die Bierfeen sind erwachtHeraus kam nach drei Monaten Reifezeit ein feines Starkbier mit sechs Prozent Alkohol, das Hans Wernlein spontan so beschrieb: „Der Hopfengeruch steigt sofort in die Nase, die Farbe ist leicht orange. Auch im Geschmack wirkt es sofort orangig und fruchtig, ist sehr schlank und im Nachtrunk leicht hopfig. Für mich ein echtes Frauenbier!“ Mit am Tisch saßen Dr. Bernd Sauer, Schatzmeister von Bierland Oberfranken und Hans-Jürgen Päsler, Vorstand der Kulmbacher Kommunbräu. Sauer freute sich über das „innovative“ Bier, das im schlanken Sektglas auch „einfach mal erfrischend anders präsentiert“ wurde. Für ihn ist HolladieBierfee „eine bezaubernde Idee“, bei der er sich vorstellen kann, dass „so manche Frau schwach wird“. Während Sauer das Bier eher als Aperitif oder zum Nachtisch sieht, würde Kommunbräu-Vorstand Päsler es „eher am Abend zum Runterkommen“ genießen. Mutig fand er die Abfüllung in 0,33 und 0,75 Liter Flaschen, aber seine Frau klärte auf: „Das ist für uns doch ideal. Ein halber Liter ist mir immer zu viel, da ist die kleine Flasche genau richtig. Und die große ist prima zum Verschenken!“

Zu ihrem Bier servierten die vier Brauerinnen auch ein kleines Menü, bestehend aus „Bierfee-Krüschdla“ (dunkles getoastetes Bauernbrot mit Spinat, Schinken und verschiedenen Käsen), „Bierfee-Küchla“ (Weißbier-Mango-Muffins) und „Bierfee küsst Früchdla“ (Zitronensorbet in einem Früchtebett, mit HolladieBierfee aufgegossen). Insbesondere der letzte Gang faszinierte alle Anwesenden, die noch bis nach Mitternacht in der Bräuschänke saßen und ihre Bierfeen hochleben ließen. Die zeigten sich sichtlich beeindruckt. Isabella Straub meinte gerührt: „Die Stimmung hier ist richtig Klasse, seit der ersten Minute! Das freut mich natürlich, wo wir so viele Stunden in das Bier investiert haben. Die Leute haben außerdem schon viele Flaschen gekauft, das ist echt super!“ Und Hausherrin Yvonne Wernlein ergänzte: „Ich bin echt geplättet, ich hätte nie gedacht, dass die Gäste so lange sitzen bleiben, ich bin überglücklich!“ Es ist also wahrscheinlich, dass die acht Hektoliter HolladieBierfee auch ähnlich schnell ausgetrunken sein werden wie die Premieren-Edition aus dem letzten Jahr. Doch auch dann wissen die vier Frauen schon, was zu tun ist: „Dann machen wir eine Herbstedition, dunkel und schokoladig“, schwärmte Monika Meinel-Hansen.

Text & Fotos: Markus Raupach

Neues Zentrum der Bierkultur eingeweiht

Georg Rittmayer feierte mit vielen Gästen seine neue Brauerei

Geotg Rittmayer - Zentrum BierkulturHallerndorf. Das sind Bilder, die man in Franken gerne – und glücklicherweise immer öfter sieht: Eine neue Brauerei wird eingeweiht. Allerdings sind nur die Gebäude und Anlagen der neuen Brauerei Rittmayer in Hallerndorf wirklich neu – die Geschichte der Traditionsbrauerei blickt auf fast sechs Jahrhunderte zurück. Am Wochenende feierte Rittmayer mit viel Prominenz, aber auch allen Bürgern, Freunden und Fans die Einweihung seiner neuen Brauerei.

Die neue Anlage ist in jeder Hinsicht auf dem aktuellsten Stand. Ausschließlich regenerative Energie versorgt das 3,5 Millionen-Projekt, weswegen es das Prädikat „Solarbier-Brauerei“ tragen darf. Die zu 100 Prozent CO2-neutral funktionierende Anlage braucht nur noch ein Zehntel der Energie einer herkömmlichen Brauerei. Die Herzstücke für diese Effizienz bilden das mit Holzpellets betriebene Kraftwerk und ein Wärmeschichtenspeicher, der dafür sorgt, dass die Restwärme bei jedem Arbeitsschritt gespeichert und später wieder genutzt werden kann. Logisch, dass Braumeister Georg Rittmayer, seine langjährige Lebensgefährtin Dani und die 28 Mitarbeiter stolz auf ihre neue Wirkungsstätte sind.

Geotg Rittmayer - Zentrum Bierkultur

Die 14 Standard-Sorten und zahlreichen Sonderbiere gehen von Hallerndorf in die ganze Welt. Dementsprechend international war auch das vertretene Publikum, das bis aus China und Australien anreiste. Am meisten begeisterte das neue „Bitter 42“, ein Pils, das mit 42 Bitter-Einheiten selbst Jever in den Schatten stellt. Georg Rittmayer braut allerdings nicht nur seine eigenen Biere. Sein neues Abfüllzentrum ist Anlaufstelle für zahlreiche andere Brauereien aus der näheren und weiteren Umgebung, die ihr Bier bei ihm in Flaschen und Fässer füllen lassen. Wer Interesse hat, die neue Braustätte und das Abfüllzentrum zu besichtigen, kann sich bei Georg Rittmayer melden und eine Brauereiführung vereinbaren.

Text & Fotos: Markus Raupach

„Ich werde eine würdige Herrscherin sein“

Die 27jährige Maria Krieger aus Riedenburg ist die neue Bayerische Bierkönigin

Maria Krieger - Bayerische BierköniginMünchen/Riedenburg. In einem spannenden Finale setzte sich die Brauerstochter aus Niederbayern gegen ihre sechs Konkurrentinnen durch und darf nun für ein Jahr den bayerischen Bierthron besteigen. Zweite wurde Veronika Huber aus Übersee am Chiemsee, dritte die Pappenheimer Mälzerstochter Sophie Wurm.

Zum vierten Mal ließ der Bayerische Brauerbund seine Bierkönigin wählen, und es sollte alles anders werden. Ein größerer Saal, Karten im freien Verkauf und ein dreigeteiltes Voting gaben der Veranstaltung ein neues Flair und jede Menge Spannung. Schließlich stand bereits vorher das Ergebnis des Online-Votings fest, in dem die Oberpfälzerin Eva Maria Karl noch vor Krieger gelegen hatte. Allerdings nur mit einem hauchdünnen Vorsprung von knapp 200 aus fast 30.000 abgegebenen Stimmen. Insofern war ein Kopf an Kopf Rennen vorprogrammiert.

Maria Krieger - Bayerische BierköniginNach einer ersten Vorstellungsrunde gings ans Eingemachte: Die Kandidatinnen mussten blind ein Bier wählen und es dann vor dem Publikum beschreiben und verkosten. Anschließend gab es für jede noch einige Fragen aus den Reihen der fünfköpfigen Jury. Hier konnte als einzige die Ostallgäuerin Daniela Prestele auf der ganzen Linie überzeugen. Mit Herzlichkeit, Charme und einem beeindruckenden Fachwissen meisterte sie die Prüfung mit Bravour. Andere Kolleginnen verwechselten Geschmäcker und Rohstoffe oder wählten gar das falsche Glas zum Bier. Sicherlich waren viele dieser Unsicherheiten dem Stress auf der Bühne geschuldet, allerdings gehört genau das später zu den wichtigsten Aufgaben der neuen Bierkönigin, die über 100 Tage im kommenden Regieringsjahr für das bayerische Bier unterwegs sein wird.

Überall im Saal verteilt saßen die Fangruppen der Kandidatinnen, und so kochte die Stimmung, als das Publikum nach der Jury zum letzten Voting aufgerufen wurde, das alles entscheiden würde. Denn sowohl die Jury, als auch das Publikum trugen jeweils ein Drittel zum Endergebnis bei. Das letzte Drittel bildete das bereits abgeschlossene Online-Voting. Bange Minuten, mitfiebernde Anwärterinnen auf der Bühne, schließlich wurde das Ergebnis verkündet: Maria Krieger gewinnt vor Veronika Huber und Sophie Wurm, die beide bei der Jury mächtig gepunktet haben mussten, um ihren großen Rückstand aus dem Online-Voting aufholen zu können. Der Riedenburgerin Krieger rollten zwischen den Jubelschreien auch Freudentränen über die Wangen – für die Marketingfrau der Riedenburger Brauerei ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Und so währte die Krönungszeremonie auch eine gute halbe Stunde, weil die übergroße Freude einfach immer wieder aus Maria Krieger herausbrach.

Bayerische Bierkönigin

Ihr erstes Statement als neue Bierkönigin Bayerns: „Ich bin unglaublich glücklich und ich verspreche, ich werde Euch eine würdige Herrscherin sein!“

Sie war zuvor einen Monat lang durch Ihren Landstrich gezogen, um Wahlkampf für die Internet-Abstimmung zu machen. Nun steht als erstes eine große Wahlparty in dem kleinen Städtchen an der Altmühl an – da wird sicher die ein oder andere Maß Freibier fließen. Die unterlegenen Kandidatinnen waren natürlich traurig, doch Sophie Wurm aus Mittelfranken beispielsweise konnte ihrem dritten Platz auch etwas Gutes abgewinnen: „Ich bin voll zufrieden und war eh schon überwältigt von der riesen Unterstützung in Pappenheim.“ Vier Wochen lang hatte sie mit Papa Biere verkostet, mit Mama Dirndl anprobiert und die Pappenheimer motiviert, für sie auf die Maustasten zu drücken. Ihre große Aufholjagd am Wahlabend hat auf jeden Fall jede Menge Respekt verdient. Ganz anders ist es bei Sabrina Lang. Die Radiomoderatorin aus Coburg konnte nicht zuletzt in ihrer eigenen Morning-Show die Werbetrommel rühren, aber eben am Abend nicht überzeugen. Nach der ersten Enttäuschung kam aber auch bei ihr die Feierlaune hoch und der erste Satz nach der Königinnen-Kür lautete: „Was für Bier gibts denn in unserem Bus auf der Heimfahrt?“ Die Oberfränkin dürfte also eine feucht-fröhliche Heimreise gehabt haben. Sie und Sophie Wurm sollten auf jeden Fall als Vorbilder dienen, damit im nächsten Jahr vielleicht doch eine fränkische Kandidatin den Mut und das Durchsetzungsvermögen besitzt, den Bayern den Bierköninginnen-Thron zu entreißen – es wäre an der Zeit!

Text & Fotos: Markus Raupach

Zwei Kreuzberge und ein Bier

Die Franziskaner vom Kreuzberg in der Rhön brauten gemeinsam mit Norbert Winkelmann im Brauhaus am Kreuzberg in Hallerndorf

Zwei Kreuzberge und ein BierHallerndorf. Die Mönche des Franziskaner-Klosters auf dem Kreuzberg in der Rhön haben Norbert Winkelmann vom Hallerndorfer Kreuzberg besucht und gemeinsam mit ihm den neuen Pilgertrunk eingebraut. Mit dabei hatten sie unter anderem auch echtes Kreuzberg-Quellwasser, das zusammen mit dem Wasser aus der Hallerndorf-Kreuzberg-Quelle die Grundlage des Bieres bildet.

Ein Brauer-Leben schreibt viele schöne Geschichten. Vor etwa einem Jahr landete eine Glosse auf dem Tisch von Bruder Martin, dem Leiter des Franziskaner-Kloster auf dem Kreuzberg in der Rhön landete. Darin ließ sich ein Zeitungsredakteur in der Rhöner Mundart über die vermeintlich „schlafenden“ Klosterbrüder von „seinem Kreuzberg“ aus. Erst habe er an einen Aprilscherz gedacht, doch tatsächlich: Ein Bischof hat Bier auf dem Kreuzberg gebraut, aber nicht auf seinem Kreuzberg, sondern auf „dem annere Kreüzberch“ in Hallerndorf. Gerade als der Franziskaner, auf dessen Kreuzberg seit 1731 eine Brauerei betrieben wird, mit dem Lesen fertig war, klingelte das Telefon, und Norbert Winkelmann vom Hallerndorfer Brauhaus war dran.

Zwei Kreuzberge und ein Bier

Schnell stand der heiße Draht und die beiden beschlossen, gemeinsam ein quasi Doppel-Kreuzberg-Bier zu brauen. Mitte Februar war es dann soweit: Die Mönche bestiegen ihr Gefährt, und machten sich auf die lange Reise von der Rhön in die Fränkische Schweiz. Zwei Stunden und 150 Kilometer später staunten sie nicht schlecht, als sie das Ensemble aus Wallfahrtskirche, Brauhaus und Bierkellern zum ersten Mal erblickten. Mit im Gepäck hatten sie einen großen Bottich echtes Kreuzbergwasser aus der Rhöner Quelle, mehrere große Flaschen Bier und passende Krüge. „Aber nicht als Wegzehrung oder Notration“, wie Bruder Martin erklärte, „sondern als Gastgeschenk.“

Zwei Kreuzberge und ein BierNach einer kurzen Begrüßungsrunde ging es ans Eingemachte. Die Brüder Martin und Johannes Matthias, Geschäftsführer der Klosterbetriebe in der Rhön, machten sich gemeinsam mit Norbert Winkelmann an den gemeinsamen Biersud. Das Kreuzbergwasser aus der Rhön und Quellwasser vom Hallerndorfer Kreuzberg landeten in der Sudpfanne, das Malz in der Schrotmühle. Einige Stunden kochen, dann edler Aromahopfen hinzu. Am Abend schließlich war das Werk getan, und der fertige Sud landete nach einem Segen im Gär- und Lagerkeller, wo es sich die Mönche natürlich nicht nehmen ließen, aus den anderen Tanks gleich mal ein Bier zu zwickeln – man merkte, dass sie sich in einer Brauerei bestens auskannten.

Dazwischen war natürlich viel Zeit für Gespräche. Besonders Bruder Martin zeigte sich von dem Familienbetrieb in Hallerndorf beeindruckt: „Was für ein Gegensatz, bei uns arbeiten neben den sieben Mönchen über 70 Angestellte, und hier machen Sie das mit der Familie!“ Der 72jährige Klosterchef lebt erst seit knapp drei Jahren in der Rhön und leitete zuvor 18 Jahre in Halle eine katholische Pfarrei. „Da waren gerade mal 4% der Menschen katholisch, die Oberbürgermeisterin habe ich überhaupt nur einmal gesehen – und das war zu meinem Abschied“, wusste er zu berichten, „hier in Franken ist das Leben einfach vom Glauben geprägt. Und ich habe noch nie so gut gegessen wie hier!“

Zwei Kreuzberge und ein Bier

Für Mitbruder Johannes Matthias waren diese Erfahrungen quasi ein alter Hut. Schließlich wuchs er in der Rhön auf und machte sein Abitur am Bamberger Theresianum. Als Spätberufener stieg der gelernte Maschinenschlosser direkt im Kloster in der Rhön ein. „Das Brauen war für mich allerdings völlig neu“, gestand der Franziskaner, „aber wir sind ja nicht alleine.“ Damit meint er den angestellten Braumeister, der schon fast zu den Brüdern gehört. „Der letzte Franziskaner braute noch mit 90 Jahren seinen letzten Sud auf dem Kreuzberg. Das war in den 1960er Jahren. Danach übernahm dessen Lehrling, und heute ist wiederum dessen Sohn der Braumeister. Ein Stammhalter ist auch schon in Arbeit.“ Bruder Johannes Matthias kann auf eine echte Erfolgsgeschichte zurückblicken. In den letzten 15 Jahren konnte das Kloster unter seiner Geschäftsführung den Bierumsatz auf fast 10.000 Hektoliter pro Jahr verdoppeln. Das ist mehr als die zehnfache Menge des Hallerndorfer Kreuzberg-Bieres.

Zwei Kreuzberge und ein BierEs gibt also auch in einer Klosterbrauerei so etwas wie eine erfolgreiche Familientradition. Ähnlich wie in Hallerndorf, wo Familie Friedel-Winkelmann auf über 550 Jahre Brautradition zurückblicken kann. „Bei uns ist die Brauerei sogar zwei Jahre älter als die Kirche“, schmunzelt Norbert Winkelmann. Der Vater von vier Kindern muss sich wahrscheinlich keine Sorgen um die Fortführung des Familienbetriebes machen – Sohn Peter und Tochter Marika werden demnächst echte Biersommeliers.

Gebraut haben die Mönche gemeinsam mit Winkelmann übrigens den „Pilgertrunk“, ein uriges Siebenkornbier mit Malzen von Weizen, Gerste, Dinkel, Emmer, Einkorn, Hafer und Roggen. Wie jedes Jahr spenden die Friedel-Winkelmanns von jedem Liter ausgeschenkten Bieres 50 Cent für einen guten Zweck. Heuer kommt das Geld der Kreuzbergkirche zugute, die 550jähriges Jubiläum feiert und einigen Renovierungsbedarf aufweist. Im Ausschank ist der Sud der beiden Kreuzbergbrauereien ab sofort im Brauhaus am Kreuzberg. Die Mönche aus der Rhön haben allerdings einen erneuten Besuch bereits angekündigt – nach den Feiertagen werden sie sich persönlich von der Qualität des Doppel-Kreuzbergbieres überzeugen.

Text & Fotos: Markus Raupach

Neue, hochwertige Bierspezialitäten

Brauerei Gebr. Maisel positioniert neue Biere und setzt auf die besonderen Genussmomente

Neue, hochwertige BierspezialitätenMit Maisel & Friends präsentiert die Brauerei Gebr. Maisel, Bayreuth, ein völlig neues Konzept für hochwertige Bierspezialitäten. Gebraut als neue, moderne Interpretationen internationaler Biertypen zeigen diese Biere, dass Bier weit komplexer und interessanter sein kann als dies bisher erwartet wird.

„Die Menschen suchen heute das Besondere und das Authentische“, sagt Brauereichef Jeff Maisel. Deshalb hat er die neue Marke Maisel & Friends ganz bewusst in einer Nische positioniert – hochwertig, aber dennoch bodenständig, besonders und überraschend, aber nicht abgehoben. Er baut dabei auf die über 200 jährige Brautradition seiner Familie und die Tatsache, dass schon immer gute Freunde dabei waren, wenn es bei den Maisels um guten Geschmack und neue Produkte ging.

Neue, hochwertige BierspezialitätenBei der Kreation der Edelbiere hat sich Jeff Maisel nicht nur auf seinen Geschmack verlassen, sondern sich Freunde ins Brauhaus geholt, die ihre Geschmacksideen mit eingebracht haben. Da ist zum Beispiel Stefan Sattran, ein Freund des Brauereichefs aus Jugendtagen, der heute als Delikatessenhändler, Weinhändler und Sommelier in einer anderen Genusswelt unterwegs ist. „Gerade der kreative Austausch mit Stefan Sattran hat mir viele neue Impulse gebracht“, sagt Maisel, der mit Marc’s Chocolate Bock auch ein Bier zusammen mit seinem Studienfreund und Braumeister Marc Goebel kreiert hat, das an ein Irish Stout erinnert. Für das Bavarian Ale, die moderne Interpretation eines klassischen bayerischen Weissbieres, steht der Brauereichef selbst Geschmackspate. Umgesetzt wurden die Biere von den Maisel-Braumeistern, die dabei natürlich streng die Vorgaben des Reinheitsgebotes eingehalten haben.

Angeboten wird Maisel & Friends in einer 0,75-Liter-Flasche. Dazu gibt es ein extra entwickeltes Glas mit breiter Tulpe sowie einen Flaschenkühler für den frischen Tisch-Service. Denn: Den besten Genuss bieten die Maisel & Friends-Biere bei 8 bis 10 Grad. „Wir wollen uns bewusst absetzen von den gewohnten Standards beim Bier“, sagt Maisel. „Die Biere sind etwas Besonderes. Sie sind mit einem Alkoholgehalt von über 7 Prozent stärker und kräftiger eingebraut, und sollen vor allem dazu einladen, sie mit guten Freunden zu genießen.“

Text & Fotos: Pressemitteilung der Brauerei Gebr. Maisel