BierTalk 156 – Interview 2 mit Werner Schuegraf, Gründer, Braumeister und Ingenieur von Hopfenhäcker aus München

In dieser Folge geht’s nach fünf Jahren wieder nach München – und zwar zu einem Brauer, der sich seinen Weg nicht „geerbt“, sondern selbst erarbeitet hat: Werner Schuegraf von Hopfenhäcker, manchen bereits bekannt von BierTalk Folge 7. Wir sprechen darüber, wie aus den ersten Schritten bei Spaten, einer prägenden Craft-Beer-Zeit in den USA der 90er und den ersten Suden in der eigenen Garage schließlich eine eigene Brauerei wurde – erst in einer ehemaligen Bäckerei, später mit einem spannenden neuen Kapitel in der Forschungsbrauerei München-Perlach. Werner erzählt, warum er klassische Bierstile liebt – und trotzdem gern an genau der Stelle „dreht“, wo man es nicht erwartet: etwa beim Hellen, das durch Double Dry Hopping plötzlich eine ganz neue Dimension bekommt. Dazu verkosten wir diesmal nicht sein klassisches Sortiment – von Kill Bill (Belgian Wit) bis zu den IP Brothers (India Pale Lager), sondern landen bei drei limitierten Sauerbieren, gereift in Whisky-, Portwein- und Rumfässern…

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BierTalk – Gespräche über und beim Bier.

Markus: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts BierTalk. Heute werden wir etwas ganz Schönes und sicherlich auch Spannendes und Interessantes machen, denn wir treffen uns mit jemand, den wir, ach Gott, vor fünf Jahren, über fünf Jahren, weit über fünf Jahren schon das erste Mal im BierTalk hatten und er hat ein neues Projekt und hat von diesem neuen Projekt uns ganz spannende Fläschchen zukommen lassen und das werden wir jetzt mit ihm gemeinsam verkosten. Ja, bleibt die Frage, wo wir sind, mit wem wir sprechen, ich lüfte das Geheimnis, wir sind in der Landeshauptstadt in München bei Werner Schuegraf, der dort die Hopfenhäcker Kreativbrauerei hat, mittlerweile an einer neuen Wirkungsstätte ist, da können wir gleich ein bisschen drüber reden. Und, ja, erst mal Werner, wunderbar, schön, dass du da bist. Und vielleicht für all die, die sich entweder nicht mehr erinnern an den letzten BierTalk oder die ihn nicht gehört haben, sage doch mal zwei, drei Worte zu dir selber.

Werner: Ja, Markus, hallo und hallo an alle anderen. Ja, zu mir selbst, ganz vorne angefangen, in München geboren und irgendwann dann entdeckt, dass man ja vielleicht Brauer machen könnte. Bei uns, also ich bin kein Brauer seit Generationen, sondern tatsächlich, in unserer Familie bin ich der Einzige und werde es auch vorerst mal bleiben, weil die Kinder alle das nicht weitermachen wollen. Also, Brauer gelernt beim Spaten in München, dann Weihenstephan, den Ingenieur gemacht. Dann dem Thema Gasthausbrauerei verschrieben, eine Zeitlang, ja, eigentlich dann weiterhin auch, war ich dann im Anlagenbau nach ein paar Jahren Gasthausbrauerei hier in München, Köln, Augsburg, dann eben Anlagenbau weltweit und da war dann eigentlich so meine erste Berührung in den 1990er-Jahren mit Craft Beer einfach in den USA, wo es losgegangen ist. War spannend, ich fand es spannend, die Kollegen teilweise fanden es mehr wie anstrengend oder untrinkbar. Ich fand es immer schon spannend, weil da Menschen kreativ was gemacht haben und das hat mir gefallen. Da gab es dann schon mal die Idee, vielleicht kann man sowas machen, deutsches Brauwesen mit amerikanischem Freidenken, also damals noch, wir sind jetzt in einer anderen politischen Situation, zu verbinden, ist dann aber untergegangen. Und dann mehr oder weniger durch einen Zufall 2014 ist es dann losgegangen, dass wir in der Garage im 100-Liter-Maßstab gebraut haben und dort dann auch einen Amerikaner kennengelernt, der, ja, wahrscheinlich sogar mehr deutsch ist, wie ich deutsch bin. Und so haben wir uns in die verschiedenen Bierstiele eingearbeitet, bis dann 2016 das Angebot kam, in München, Haidhausen, mitten im Trubel, eine Brauerei einzubauen, eine alte Bäckerei und das haben wir dann gemacht und seit 2016 sind wir halt gewerblich unterwegs.

Markus: Spannend auf jeden Fall. Und da habe ich dich ja auch schon mehrmals besuchen dürfen, in dieser ehemaligen Bäckerei, sehr interessante Location, ein bisschen verwinkelt, aber hat auch einfach gut zu euch gepasst, auch gut zu euch als Team, du bist ja mit deiner Frau oder Lebensgefährtin zusammen und machst das, und ihr habt auch ganz interessante Konzepte für die Biere, mit schönen Etiketten und tollen Namen. Wenn wir vielleicht so ein bisschen noch darauf eingehen, wie hast du da zu deiner Linie gefunden, weil du machst ja im Grunde schon eher, sage ich mal, klassische Bierstile, aber immer mit einem Twist und der ist dann meistens sehr spannend, sehr hopfig oder sehr, ja, aromatisch auf jeden Fall.

Werner: Ja, gut, so erkläre ich meine Biere auch, genauso, wie du gesagt hast, traditionell, aber mit einem Twist. Ja, es sollte schon die Kombination aus dem normalen schweren deutschen Brauertum und eben dieser Freidenke sein, was jetzt nicht unbedingt amerikanisch sein muss. Die Amerikaner haben sich ja auch bei uns umgesehen, waren in Belgien, waren weltweit, sage ich mal, unterwegs und haben dann gesagt, so, das ist jetzt Craft Beer. Also einfach über den Tellerrand geschaut, um, ja, Biere anders zu bringen, aber schon noch so, dass es einem nicht die Ohren aufdreht, sondern dass es auch der Normalbiertrinker versteht, das ist mir wichtig. Also es sollte einer, der immer nur Helles trinkt, dem möchte ich einmal was anderes geben und der soll danach sagen, oh, habe ich gar nicht gewusst, dass es so auch schmecken kann, das ist mir wichtig. Wir haben natürlich auch unser Helles, aber das ist halt doppelt kaltgehopft, also, ja, das ist so die Idee dahinter.

Markus: Ja und die Biere sind ja auch sehr erfolgreich. Ich war jetzt auch zuletzt im Finale vom Lieblingsbierwettbewerb, da haben wir uns ja auch gesehen. Du musstest dann ja oder ihr musstet ja dann aus diesem schönen Münchner Herzensstüberl raus. Wie hat sich das denn ergeben?

Werner: Ja, Februar 2019 wurden wir angesprochen von dem Hausbesitzer der Forschungsbrauerei hier in München-Perlach, also erst mal nur angesprochen, da gab es noch ein bisschen hin und her und dann beim nächsten Treffen war das Thema, ob man sich vorstellen kann, mit dem bisherigen Brauer zusammen hier am Standort Bier zu machen. Hintergrund war der, dass denen 2018 im Oktober das Sudhaus von 1936 endgültig kaputt gegangen ist und es war jetzt keine große Bereitschaft mehr da, richtig neu zu investieren, darum hat man sich ein bisschen umgeschaut, hat gesagt, welche Player sind hier in der Gegend, vielleicht hat ja einer Lust, hier einzuziehen und dann in Kooperation oder der eine braut montags, der andere braut dienstags und so weiter, lagert links und lagert rechts, so etwas zu machen. Und da haben wir gesagt, ja, ist keine so schlechte Idee, wir müssen ja drüben eh raus. Das war ja klar, dass das ein Abrisshaus ist und dass das nur eine begrenzte Zeit hat. Und dann haben wir den Prozess gestartet, bis wir so, ja, eigentlich waren wir uns auch klar mit dem vorhergehenden Brauer, dass wir das zusammen machen. 14 Tage nach unserem Kick-Off, mehr oder weniger Meeting, kam dann vom Hausbesitzer die Nachricht, der zweite Brauer oder der erste Brauer, wie immer mal sagen will, macht nicht mit, von dem her waren wir dann alleine hier am Standort. Und, ja, hätte nicht besser kommen können, sage ich mal.

Markus: Absolut. Und man muss auch noch sagen, die Forschungsbrauerei ist ja wirklich ein Kleinod in vielerlei Hinsicht, also liegt so ein bisschen außerhalb, schaut so aus wie so eine Mischung aus einem kleinen Schlösschen und so einem Industriedenkmal irgendwie, also ganz, ganz interessant. Und hat ja auch eine spannende Geschichte, war ja tatsächlich eine Forschungsbrauerei, in der auch lange Zeit eben Biotechnologie und Rezepte und so weiter erforscht worden sind. Interessanterweise bin ich da mal auch drauf gestoßen, als ich über die deutsche Biergeschichte recherchiert habe, da gibt es so eine Gruppe von englischen Bierexperten, die nach dem zweiten Weltkrieg nach Deutschland sind und überall so ein bisschen geschaut haben, wo denn oder was denn spannend ist irgendwo in der deutschen Bierlandschaft, wo man was lernen könnte, wo man was kopieren könnte letzten Endes. Und einer der ganz wenigen Orte, der erstens noch relativ unversehrt war und wo sie dann auch spannende Sachen gefunden haben, war die Forschungsbrauerei, also da muss der Stand schon relativ hoch gewesen sein. Vielleicht kannst du so ein bisschen noch mal sagen, für alle, die jetzt nicht so genau wissen, wo das ist, dass wir das ein bisschen einordnen, wo liegt die Forschungsbrauerei und wie schaut es da ungefähr aus?

Werner: Ja, also die Forschungsbrauerei ist in München-Perlach, das ist der Südosten von München. Die Straße, in der wir sind, ist die Unterhachinger Straße, das heißt, die führt direkt nach Unterhaching, also Richtung Süden. Kleine Gemeinde irgendwann mal gewesen. Perlach selbst ist 1930 erst zu München gekommen und jetzt, spannend, 1930 ist auch die Forschungsbrauerei gegründet worden. Wenn man jetzt so ab von dem, was wir jetzt gerade reden wollten, noch mal sich das betrachtet, das Erste ist ja, wenn man in München eine Brauerei aufmacht, heißt es, wann gehst du aufs Oktoberfest? Überhaupt keine Ambitionen, will überhaupt niemand, weil das komplett Schmarrn ist, also zumindest in der Größenordnung, wie es jetzt betrieben wird. Ein Craft-Beer-Zelt, wo viele verschiedene Player drauf wären oder so, das würde dem Oktoberfest guttun, aber, ich sage mal so, nach den Regularien, die es jetzt gibt, hat man da keine Chance. Und jetzt aber, natürlich eine Grundvoraussetzung zur Aufnahme in den Verein Münchner Brauereien, und das ist ja wieder die Voraussetzung, dass man auf die Wiesn darf, ist eine hundertjährige Brautradition in München. Und das ist natürlich so ein kleiner Sidekick, Forschungsbrauerei 1930, 2030 sind gerade noch mal fünf Jahre hin, hat eine hundertjährige Brautradition, also das nebenbei. Ja, du hast es gesagt, das ist ein Industriedenkmal mehr oder weniger schon hier, wir sind zwar nicht denkmalgeschützt, aber es schaut so aus. Es sind zwei ähnliche Gebäude, weil 1930 wurde die ursprüngliche Brauerei gegründet und 1936 gegenüber der jetzt bestehenden Brauerei mit dann 20 Hektoliter Ausschlagmenge, also da hat man dann schon ein bisschen was produzieren können, die Alte war irgendwie mit 8 Hektoliter, das war relativ schnell zu klein. Und Gottfried Jakob, der Gründer, war ein sehr innovativer, einfallsreicher, gescheiter Mensch, hat Untersuchungen für Brauereien betrieben, hat Probesude gemacht, hat Gersten getestet, also es wurde hier auch selbst gemälzt, hat Druckkochungen, also verschiedenste Verfahren auch angewendet, die er selbst auch beraten hat und hat in den 50er-Jahren irgendwie 20 Patente geschrieben, also ganz ein gescheiter Mensch. Was für mich persönlich noch mal ganz spannend ist, auch wenn die Familie eigentlich nicht aus der Brauerei kommt, hat meine Großmutter beim Gabriel von Sedlmayr gearbeitet, in der Spatenbrauerei. Meine Großmutter war noch 1896 Jahrgang und hat mit dem Gottfried Jakob Untersuchungsaufträge verhandelt. Das ist natürlich für mich so ein Ding, wo sich jetzt der Kreis schließt, weil in unserer Familie die Forschungsbrauerei immer Thema war, obwohl wir nie da waren, weil wir im Südwesten aufgewachsen sind und der Münchner bewegt sich ja nur nach Süden und sonst nirgendswohin, von dem her sind wir fast nie in den Osten gekommen.

Markus: Also das wusste ich auch noch und das ist ein schöner Twist, dass du auch in deiner Familie eine direkte Verbindung sozusagen dazu hast. Aber jetzt müssen wir langsam einmal flüssig werden. Vielleicht noch ganz kurz, wir werden in den Shownotes natürlich auch die Website verlinken, dort gibt es auch einen Shop, also da kann man unter anderem mit Sicherheit auch die Biere bestellen, die wir heute verkosten. Aber ich kann auch nur empfehlen, mal zu den Klassikern zu schauen, also ich erinnere mich an Kill Bill zum Beispiel oder die IP Brothers oder, ich überlege gerade, den Roten kenne ich, glaube ich, noch und einige andere, also spannende Biere. Willst du da vielleicht noch zwei, drei Sätze dazu sagen, wenn jemand sich euer Sortiment so ein bisschen verkosten will, was würdest du dem so an die Hand geben?

Werner: Ja, alles am besten verkosten. Ich meine, wir haben ja vorhin darüber geredet, so ein bisschen klassisch im Grundaufbau, dann aber noch mal eins oben drauf, also da haben wir hell, weiß und rot, also das Handgehopfte, unser Helles, doppelt kaltgehopft, das Weiße, die Hanfblüte, mit Hanfblüten gestopft. Der Rote, Münchner Märzen nachempfunden, ist aber kein Märzen, jetzt reden wir mit einem Franken, also das ist ein Rotbier, zu Deutsch, da weiß der Oberfranken Bescheid. Dann ein bisschen internationaler, Kill Bill als Belgisch Witt, IP Brothers als IPL, also als Indian Pale Lager gemacht. Wir sagen zwar immer jetzt ein IPA, weil es viele Erklärungen immer nach sich zieht, aber es ist in Wahrheit ein IPL. Dann haben wir unseren Wuiderer, das ist ein Imperial Red Ale und dann, ja, King Leo, ein Pilz, was inspiriert ist von dem Bier der Löwenbräu, was es zu meiner Studienzeit gegeben hat. Eins der besten Pilzbiere in Deutschland, auch wenn es in Bayern gebraut wurde, haben mir die Leute bestätigt, die es damals gemacht haben und einer davon war der Narziß, der damals bei Löwenbräu war. Er hat mir auch ganz klar gesagt, was er gemacht hat, da war er schon über 90, darum habe ich gesagt, das muss ich unbedingt machen. Dann haben wir Saisonbiere, zurzeit ein Winterbier, ein Belgisch Dubbel. Und eins unserer Topseller ist das Alkoholfreie, der Easy Rider, kaltgehopftes, mit gestoppter Gärung. Ein schön aromatisches Bier, wo wir viele Fans haben, und das Ganze, ja, im Shop erhältlich. Und das, was wir jetzt dann verkosten, die sind tatsächlich noch nicht im Shop, weil wir immer ganz schwach sind mit diesen Dingen, da muss uns immer erst einer anfragen und sagen, wann wird es denn mal Zeit oder jetzt ist mal Zeit, macht das mal. Aber ansonsten kann man uns auch immer anschreiben, wir schicken es auch so.

Markus: Na, wunderbar. Also wie gesagt, das werden wir auch mit in die Shownotes geben. Und ansonsten, fühl dich schon mal angestupst, also wir zeichnen jetzt zwei Wochen vor Weihnachten auf, der Talk wird kurz nach Weihnachten online sein, das heißt, vielleicht ist es bis dahin ja passiert, wir gucken mal. Eine Frage noch zur Hanfblüte, wenn du sagst, es wird mit Hanfblüten gestopft, sind da dann auch ein paar gewisse Inhaltsstoffe in dem Bier oder eher nicht?

Werner: Ja, dürfen natürlich nicht, sind ja normale Bio-Hanfblüten, womit man sich auch jederzeit sein Tee aufgießen kann, im Bier dürfen sie natürlich nicht sein. Hatten wir am Anfang ein bisschen Probleme, aber nachdem die Politik sich da ja nicht bewegt, mit diesem Biergesetz und die Verwaltung nichts machen können will, machen wir das weiter, das Verfahren ist eingestellt worden. Und dasselbe gilt übrigens für das Kill Bill auch, weil da haben wir auch Gewürze und Bitterorange mit drin. Also wir sind da in der Duldung, mehr oder weniger.

Markus: Okay. Dann, also wie gesagt, Leute, wenn ihr es noch nicht probiert habt, dann macht das. Und jetzt stiegen wir ein in die neue Kreation, wie gesagt, das kam bei mir im Paket an und ich fühle mich auch schon ganz geehrt, weil ich noch nie, glaube ich, von einem Bier, das limitiert ist, die ersten Flaschen bekommen habe. Also da steht dann eben hinten drauf, die Reihenfolge, also die Nummerierung sozusagen und es sind 250 Flaschen pro Charge und ich habe dann immer die Nummer 1 bekommen, also da ich fühle mich ja schon mal ganz, ganz geehrt. Und wir haben also drei verschiedene Biere, vorne steht Sauerbier, fassgereiftes Sauerbier drauf und dann haben wir einmal im Whiskey-Fass, einmal im Portwein-Fass und einmal im Rum-Fass. Aber vielleicht kannst du uns erst mal so ein bisschen einführen, was ist das denn überhaupt für ein Bier und ist es immer dasselbe Grundbier oder wie verhält sich das?

Werner: Also in dem Fall ist es dasselbe Grundbier, ja, ein Vollbier mit Weizenanteil, mit der Lachancea vergoren, 5 Alkohol, also relativ, ja, ich sage mal, erst ein unspannendes Bier. Was wir mit dem Bier sonst noch gerne machen, ist unser tropischer Traum, also ein bisschen mit Maracuja mischen, kommt immer ganz gut an und spannenderweise auch bei traditionellen Biertrinkern. Ich habe schon manchmal die Angst gehabt, also auf Veranstaltungen, wenn dann die bei uns unten in Lederhosen und mit Hut und so weiter, die Traditionalisten kommen und du bietest denen das Bier an, dass du es wieder ins Gesicht kriegst, aber, nein, gerade bei solchen haben wir auch die Erfahrung gemacht, also da waren einmal drei Junge da, die wirklich aus dem Oberland in Vollverkleidung, in Volltracht waren und die haben sich dann noch zwei weitere gekauft, also ist spannend, ja. Genau und das Bier habe ich dann jetzt in diese drei Fässer gelegt. Die drei Fässer haben eine Vorgeschichte, die haben wir das Jahr zuvor, im Fall des Portweinfass, mit einem hellen Festbier belegt, was ich noch nie gemacht gehabt habe, ein helles Bier in ein Fass zu legen. Das war ein 14,5er, also ein richtiges Festbier, war da auch für neun Monate drin. War ein Traum, fand ich oder fanden viele. Dann, was wir schon öfter gemacht haben, das Imperial Red Ale mit knapp sechs Alkohol, obergärig, richtig schönes, eigentlich schweres Ale, ja, ins Whiskey-Fass, Slyrs-Fass, ein dreijähriges Whiskey-Fass. Ich hatte es auch schon im Zwölfjährigen, das war mir zu viel zum Thema Whiskey, das Dreijährige bringt noch mehr Noten vom Holz einfach mit, noch ein bisschen Vanille, das ist sehr viel angenehmer in Verbindung zum Bier, weil ich auch immer schaue, dass man noch erkennbar ein Bier hat und nicht nur dann einen Whiskey. Und das Rum-Fass hat die Vorgeschichte von unserem Valentinator, also einem dunklen Doppelbock, Jamaika-Rum-Fass, genau dasselbe, parallel neun Monate, gute neun Monate in diesem Fass und das war unsere letztjährige fassgereifte Tradition oder Galerie, oder wie sagt man. Ja und da habe ich jetzt in diese drei verschiedenen Fässer mit den drei verschiedenen Vorbelegungen das Sauerbier, das gleiche Sauerbier dieses Jahr rein und habe gesagt, das möchte ich jetzt ausprobieren, nicht wissend was passiert.

Markus: Du hast praktisch die Fässer geleert und sofort wieder gefüllt oder war da dazwischen dann …

Werner: Genau, ja.

Markus: Und wenn du sagst Sauerbier, das heißt, du hast da bewusst ein kesselsaures Bier gemacht oder was hast du da gemacht?

Werner: Tanksauer, mit der Lachancea, die ja irgendwann aufhört, Säure zu bilden, vergoren.

Markus: Dann bin ich ja mal gespannt. Also ist ja eigentlich vom Alkoholgehalt her, ich sage jetzt mal, nicht so üblich, also meistens hat man ja in den Holzfässern eher recht starke Biere. Wobei ich sagen muss, ich habe da schon ganz, ganz tolle Beispiele erlebt, die sogar auch noch tiefer waren, also ab 2, 3% schon. Es ist halt anders und das ist auch eben mal spannend, weil der Nachteil ist oft bei diesen sehr, sehr starken Bieren, dass es halt alles überpowert, hat man halt den Whisky zum Beispiel und dann noch so ein Imperial Stout, dann ist halt alles aus vollen Rohren. Und irgendwie ist es dann auch, überfordert einen das auch irgendwo und ist dann auch immer ein bisschen gleichförmig, weil das ist halt dann so intensiv, ja, ist halt so, aber es hat dann keine Komplexität. Insofern, bin ich mal sehr gespannt. Mit welchem sollen wir denn anfangen?

Werner: Also ich würde mit dem Port anfangen, das ist das Weichste tatsächlich, ja.

Markus: Dann mache ich mal auf, so. Also was ja schon mal ganz grandios ist, ist die Farbe. Also einerseits hat es einen schönen Gelb-Orange-Ton, das geht aber dann so in ein Rotgold über und hat dann eben gerade so, also beim Einschenken auch, so einen wunderschönen Rotschimmer, der einen dann fast schon an einen Portwein erinnert. Ist das bei dir auch so?

Werner: Ja, ist bei mir so. Ich weiß jetzt nicht ganz genau, welches Glas du hast.

Markus: Ich habe unser Verkostungsglas, aber gleichzeitig auch das Barrel-aged-Glas, ist also für dieses Bier eigentlich wahrscheinlich ziemlich gut.

Werner: Ich habe ein Weinglas tatsächlich, weil, wenn wir jetzt dann gleich trinken werden, ich glaube, du kannst mir dann sofort folgen, ohne dass ich was sage. Also ich trinke die Biere gerne aus einem Weinglas.

Markus: Ja, absolut, also, ich meine, sowas braucht sowieso Öffnung, Bauch, Raum, um sich entfalten zu können, auch ein bisschen atmen zu können und dafür sind die natürlich perfekt. Also Nase ist auf jeden Fall auch sehr interessant. Ich habe tatsächlich als allererstes auch so weinige Noten, die begleitet sind dann von so ein bisschen Honig, ein bisschen Karamell und dann kommt eben so diese süße Kirsche vom Portwein, sowas kommt auch so ein bisschen mit raus, also ganz interessant. Und was war da vorher für ein Bier noch drin, bevor das jetzt reinkam?

Werner: Ein Festbier, ein helles Festbier, relativ traditionell. Da war auch, da müsste ich jetzt nachschauen, kein Kalthopfen mehr mit drin. Also das war ein Bier, was wir für hier die evangelische Gemeinde zu ihrem 50-jährigen Gottesdienstjubiläum gebraut haben, die haben von Haus aus nur die Hälfte abgenommen, das war klar, aber war eine schöne Aktion. Und mit so Bieren, die wir dann für irgendjemand brauen und wo immer was übrigbleibt, da probiere ich immer gerne Dinge damit.

Markus: Absolut, bietet sich ja auch an. Und in dem Grundbier jetzt ist auch einfach, also es ist kein besonderer Hopfen oder irgendwas, einfach nur ein 5-%-Klassiker, aber eben gesäuert?

Werner: Ja, da ist Citra mit drin, da ist Perle, Sorachi haben wir auch noch da drauf. Aber das ist jetzt, also, ja, kein hopfenbetontes Bier, das soll es nicht werden.

Markus: Es ist jetzt bei mir auch noch ein bisschen wärmer geworden, da geht es auch noch in so eine Malve-, Hibiskus-Note, also wirklich sehr, sehr schön, ein bisschen Erdbeere fast sogar, eher so gekochte Erdbeeren, lustig. Und wenn man es trinkt, was ich ganz toll finde, ist dieses unglaublich weiche Mundgefühl. Also das geht ja sofort los, ist ganz samtig und ist auf der Zunge, liegt es auch schon ein bisschen schwer, aber moussiert auch und dann entfalten sich noch mal auch diese fruchtigen Aromen und der Trunk ist auch ganz weich und ganz rund. Durchaus wärmend, also dafür, dass es nur 5% hat, finde ich, ist es sehr, sehr dicht, sehr intensiv, also ganz volles Bier und auch von der Säure her ganz harmonisch. Also sie ist am Anfang da, bleibt auch da, ist aber eben auf einem Level, ich würde mal sagen, wahrscheinlich wie so ein Riesling oder so, also ganz angenehm und schön, ja.

Werner: Ich habe gewusst, du kommst auf den Punkt. Also ich versuche zwar immer, die Biere erkennbar als Biere, also auch die fassgelagerten, als Biere zu bringen, aber in dem Fall, würde ich sagen, du bist eher, eben, bei so einem Riesling, beim Cidre oder sowas. Also, wenn es jemand die Haare hochstellt, weil man sagt, das ist Sauerbier, es ist Sauerbier, darum deklariere ich es auch so, habe ich auch gar keine Furcht davor, aber es ist, es würde mir jeden, nicht jeden Wein, das ist jetzt ein Schmarrn, aber es würde mir auch einen Wein ersetzen, sage ich mal, als schönen Aperitif, vorm Essen sowas, du hast die Säure. Ich kriege jetzt tatsächlich gleich Hunger.

Markus: Schön.

Werner: Ja, das bereitet dich vor, es ist trocken, ja, das ist für mich, ich empfinde das sehr stark im Weinvergleich, ja.

Markus: Also ich kann mir jetzt vorstellen, dass zum Beispiel auch, also anstatt von einem Rosé, also so ein schöner leicht fruchtiger Sommerwein. Also das finde ich ja das Angenehme, weil es eben nicht so schwer ist, trinkt sich das auch viel leichter und hat im Grunde dann genau diesen Effekt, dass es durch die Säure auch ein bisschen erfrischend ist. Es ist auch, also obwohl dicht ist, jetzt trotzdem nicht so komplex von der Aromatik, dass es einen völlig überfordert. Also, ich glaube, das kann man einfach wirklich schön, wie du sagst, so als Aperitif oder wenn man so auf einem Fenster draußen sitzt, irgendwo auf einem Balkon im Sonnenuntergang, kann man das schön genießen, das ist echt ein tolles Bier, also spannend.

Werner: Ich meine, das war schon ordentlich sauer, das muss man schon sagen, ja, aber die Säure, die die abgebaut wurde über die Lagerzeit in dem Holz, phänomenal, also ich finde es sehr rund. Natürlich merkt man es an den Lippen, aber es hat sich sehr, sehr, sehr abgebaut.

Markus: Ist das ein Prozess, den du schon kanntest oder etwas, wo du jetzt sagst, okay, damit habe ich vielleicht irgendwie ein bisschen gerechnet, aber ich wusste es nicht und es hat sich jetzt so entwickelt?

Werner: Ja, ich habe schon damit gerechnet. Ich bin ja im anderen Leben noch, mache ich ja noch Gesundheitsprodukte, wo ich mich mit Milchsäurerfermentation beschäftige und habe mich da mit Milchsäuregärung, ja, dann auch natürlich als Brauer, Berliner Weisse, die ganzen Geschichten, wie die früher gemacht wurde, nicht unter zwei Jahren Lagerung oder Rodenbach, die es zwei Jahre im Holzfass haben, das war schon klar, dass sich die Säure abbaut, dass es so weit geht, war mir nicht klar.

Markus: Und sind das dann Mikroorganismen aus dem Fass, die das machen oder ist das was, was schon im Bier ist, was dann sich einfach entwickelt über die Zeit?

Werner: Das entwickelt sich einfach, das ist die Säure an sich, meine ich. Diese Ausreifung der Milchsäure, die kenne ich schon, welcher Mechanismus dahintersteht, Forschungsaufgabe, Jugend forscht, muss ich mal nachschauen.

Markus: Ja, deswegen bist du ja in der Forschungsbrauerei.

Werner: Genau.

Markus: Nein. Also wirklich, was mir echt auch sehr gut gefällt ist, was du auch gerade gesagt hast, diese Harmonie, diese Ausgewogenheit. Und oft ist es ja eher so eine Reise, entweder fängt es sehr sauer an und entwickelt sich dann oder andersrum, aber hier ist der Trunk wirklich von Anfang bis zum Ende sehr konsistent, auf einem sehr angenehmen, aber eben gleichbleibenden Niveau und die Säure unterstützt auch die Aromen. Also diese Fruchtigkeit, die ich habe, eben diese Erdbeernoten und Traubennoten natürlich und Kirsche so ein bisschen, all das passt auch genau zu dem Säure-Level, den man da hat. Also wenn ich jetzt überlege, das vergleichen würde mit einem richtig guten Erdbeerwein, also nicht so gesüßten Produkten, sondern eben so echt, dann ist das auch ähnlich und wirklich dieses Fruchtige, was da im Hintergrund ist, das gefällt mir echt richtig gut. Und du hast dann praktisch jeweils ein Fass oder hast du da bei dir mehrere rumstehen?

Werner: Nee, nee, so groß sind wir auch nicht, jeweils ein Fass, aber das sind doch 200-Liter-Fässer.

Markus: Das heißt, von jedem gibt es 250 Flaschen, wenn ich das richtig gesehen habe sozusagen.

Werner: Also wir haben noch nicht alle abgefüllt, aber vielleicht wären es auch 249 oder 251, aber das ist so die Menge, die wir befüllt haben und raushaben, also genau, die waren nicht ganz voll. Eben auch für einen, ich sage mal, besseren Kontakt mit der Umwelt habe ich die extra nicht ganz voll gemacht, denke ich, hat gewirkt.

Markus: Sucht man sich da eigentlich dann einen bestimmten Portwein raus oder ist das dann einfach ein Portwein-Fass?

Werner: Ja, da könnte man natürlich noch weiter philosophieren, also, ja, es geht dann schon auch um die Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit. Das ist ein Tawny Port, ist jetzt für Leute, mit denen ich gesprochen habe, ein guter Portwein, aber, also da müsste man noch viel testen, um zu sagen, Mensch, das ist besser. Beim Whisky-Fass habe ich es ja schon mal erfahren, was mir da besser tut, beim Portwein bin ich da noch zu neu, muss ich sagen, ja.

Markus: Naja, aber auf jeden Fall, das ist dir gut gelungen, da kann ich nur sagen, Hut ab, sozusagen, sehr schön, es ist, ja, also wie ein Mon Cherie mit weniger Schokolade. Also, nein, wirklich sehr, sehr angenehm. Und vor allem, wie gesagt, ich glaube, das Gute ist wirklich, es ist nicht so stark, die Säure ist auf einem sehr angenehmen Level und insgesamt ist es einfach sehr harmonisch, sehr weich, sehr rund und dadurch eben auch erfrischend und im positiven Sinne überraschend, also sehr schön. So, dann hätten wir jetzt noch Whisky und Rum, womit machen wir weiter?

Werner: Also ich bin immer beim Whisky dann als zweites, also wir steigern uns so ein bisschen in der Intensität der Nase oder so, also auch das Fass kommt dann ein bisschen mehr durch, du wirst sehen. Also ich würde mit dem Whisky und Rum ist dann so ein bisschen das Raueste am hinteren Ende.

Markus: Okay, also dann machen wir mal den Whisky auf, so. So, also, von der Optik her, würde ich sagen, ähnlich, ein bisschen goldener, ein bisschen weniger rot, aber es ist auch da, also einen gewissen Rotstich hat es auch. Was ich interessant finde, ich habe jetzt hier sehr viel mehr Schaum, also bei dem anderen war es eher wenig Schaum, hier hatte ich jetzt einen ordentlichen Schaum obendrauf, der auch immer noch ein bisschen steht und schöne weiße, feine Pörchen hat. Und es strahlt und lächelt mich an, also das auf jeden Fall.

Werner: Also ich habe jetzt tatsächlich beim ersten Bier, war überrascht, wie es bei mir geschäumt hat. Kann ich jetzt nicht sagen, vielleicht, ich meine, wir müssen das ja wieder ins Fass tun, ins Stahlfass und dann karbonisieren, vielleicht waren da Unterschiede, das kann schon gut sein.

Markus: Oder ich habe einfach anders eingeschenkt, das kann natürlich auch immer sein, man ist ja nie gleich, das gehört ja irgendwie auch dazu.

Werner: Bei mir war jetzt kein Unterschied und, wie gesagt, ja, es war relativ viel.

Markus: Vielleicht war ich bei dem ersten zu vorsichtig, das könnte auch sein, dass ich jetzt doch ein bisschen mehr Gas gegeben habe.

Werner: Vielleicht war es das, ja.

Markus: Also die Nase ist ja tatsächlich jetzt ganz anders, hat mehr dieses Malzige, fast schon Marzipanige, Vanille kommt jetzt auch mehr rüber und weniger dieses Fruchtige, was wir vorhin beim Portwein hatten.

Werner: Ja.

Markus: Ja, so auch so ein bisschen, geht so fast in so eine leichte Ledernote, also sehr, ja, wie gesagt, deutlich anders, man hat mehr von diesem Malzeindruck, man hat das Fass noch mal ein bisschen anders präsent, eben mit mehr Vanille, mit mehr Mandel, mehr Karamell.

Werner: Ja, es ist schon ein bisschen kerniger eben.

Markus: Jetzt kommt auch ein bisschen so Fruchtigkeit. Also ein bisschen anders, das geht eher so in Apfel oder Quitte, aber ist auf jeden Fall auch da.

Werner: Das Obst, ja.

Markus: Stimmt, ja, so feige Rosine. Ein bisschen Tabakleder, finde ich, hat es auch, also da ist noch so ein anderer Ansatz mit dabei. Was war das für ein Whisky, ein Slyrs-Whisky?

Werner: Slyrs, ja, 3-jähriger Slyrs.

Markus: Ja, also vom Geruch her auf jeden Fall auch schon sehr schön und ähnlich intensiv, aber eben anders in der Aromatik.

Werner: Ich bin komplett dabei, also es ist nicht ganz so harmonisch, also nicht so eine Einheit wie das Erste, es ist so links und rechts ein bisschen, wobei es sich danach wieder so formt zu einem Ding, also es ist auch da. Das andere hat einen durchgehenden Körper, das hat das jetzt nicht so, da überwiegt einmal das ein bisschen stärkere Aroma und das Bier geht in den Hintergrund.

Markus: Interessant, das ist jetzt ein bisschen mehr ein Spiel mit Süße und Säure. Also da hat man praktisch so auf der einen Seite dieses vom Bier Schrägstrich Whisky, Schrägstrich Fass, dieses Vanille, Karamellige, Malzige, ein bisschen Honig auf der einen Seite und auf der anderen Seite dann eben diese Säurenoten, die dann auch wieder ein bisschen ins Fruchtige gehen, aber für mich wechseln die sich so ein bisschen ab. Also vorher war es ja so eine durchgehende Aromatik, jetzt ist es so ein bisschen eben abwechselnd. Und hinten raus hat man dann tatsächlich so ein bisschen so einen Apfelmost, ja, fruchtigen Charakter eben auch noch mal mit Vanille und Karamell und einen schönen eher süßen Ausklang spannenderweise.

Werner: Dasselbe Bier, dieselbe Lagerzeit.

Markus: Aber es vereint sich wieder am Ende, sie kommen zusammen und dann, der Nachtrunk ist wieder schön einheitlich. Also das erzählt wie ein bisschen eine Geschichte, während man trinkt, da ist man eben mal ein bisschen mehr auf der Whisky-Seite, mal ein bisschen mehr auf der Bier-Seite, mal ein bisschen mehr beim Fass und dann kommt man wieder zurück. Also der Nachdruck ist ganz angenehm, das finde ich ganz schön, also weil das so eine süße Fruchtigkeit, wie, wenn man so einen Bratapfel gerade gegessen hat oder so, ein bisschen auch noch die Haut, also ein bisschen was Ledriges auch. Also ähnlich wie im Geruch auch, wenn man so einen Boskop-Apfel hat vielleicht oder so, der ein bisschen auch Gerbstoffe in der Haut hat und auch ein bisschen so die Gewürze von so einem Bratapfel sind irgendwie auch mit dabei. Und was war da in dem Whisky fast vorher für ein Bier drin?

Werner: Das Imperial Red Ale, also ein 6-%iges Red X, also eigentlich hauptsächlich Red-X-Malz, Amarillo, Centennial, ein bisschen Citra, Taurus, also so die kräftigen Dinge tatsächlich, ja.

Markus: Ich glaube, die haben sich schon auch ein bisschen bemerkbar gemacht, also die malzige Komponente auf jeden Fall noch mal. Und auch, diese Hopfen haben ja durchaus auch noch mal intensivere, auch fruchtige und gewürzige Aromen, ich könnte mir vorstellen, dass das auch, so ein bisschen zumindest, sich damit rüber gezogen hat.

Werner: Also wir haben die Fässer tatsächlich nicht ausgewaschen, sondern einfach nur auslaufen lassen und dann neu befüllt, ganz bewusst.

Markus: Und in dem Fass selber, ist da dann auch noch mal irgendwas passiert, gärungsmäßig oder mit Brett oder mit irgendwelchen anderen Mikroorganismen oder war das dann eher so, dass es einfach gereift ist?

Werner: Also nicht gesteuert, das war jetzt ein bisschen eine spontane Sache. Es hatte schon einen Deckel, sage ich mal, oder eine leichte Oberfläche, da ist schon noch mal was passiert, ja. Das war schon auch bewusst so gemacht, indem man da einfach auch den Luftraum gelassen hat, nicht nur einfach randvoll gefüllt und dem Sauerstoff keine Chance und damit auch irgendwelchen Mikroorganismen, sondern schon so, dass man noch eine Oberfläche hat, damit sich da noch was tut, aber spontan.

Markus: Hast du das zwischendurch mal probiert im Laufe dieser Lagerzeit?

Werner: Ja, ja, ich habe es regelmäßig probiert, war, ja, ich sage mal, es war ähnlich wie in dem Portwein-Fass das Festbier, nachdem ich das ja das erste Mal gemacht habe und immer so nicht ganz sicher war, ob ein helles Bier in einem Fass ausgebaut wirklich was bringt, war es auch über die Zeit so die ersten 5, 6 Monate so, dass man sagt, okay, ja, ist halt so und dann irgendwann hat es angezogen. Und wenn wir es dann raushaben und gesagt haben, was für ein Bier, also es hat sich wirklich dann entwickelt, aber relativ spät. Und die, ja, die Leute, die alle drei getrunken haben, die haben dann das Festbier im Port-Fass nachgekauft, ja.

Markus: Ja, ich glaube, das ist schon so, ja, weil so ein helles Bier halt doch noch mal mehr, sage ich mal, Raum bietet, dass sich eben die Aromen vom Fass und von der Vorbelegung da noch mal ausbreiten können, was halt oft bei zum Beispiel bei so einem Imperial Red oder einem Imperial Stout oder irgendwie so, da ist halt das Bier an sich total intensiv und lässt dann weniger Raum. Also vielleicht hat das was damit auch zu tun.

Werner: Du hast halt bei dem hellen Bier, wenn das irgendwelche Ausschläge macht, die können sehr dramatisch werden, ja, weil das nichts puffert. Aber ich bin tatsächlich totaler Fan, wir machen ja auch unser Flower Power, das ist eigentlich unser Sommerbier, das war eigentlich immer unser Maibier, schon gut gehopft, ein Festbier mit Bitterorange, auch so ein bisschen ein Ding. Und das ist so mein nächstes Projekt, dass ich das in eine Chardonnay-Fass lege, weil ich bin eigentlich ein totaler Fan von hellen Bieren. Also auch nicht über, das hat dann auch 6 Alkohol oder so und das ist dann einfach gut weggelegt, es ist so irgendwie, wie soll man sagen, subtiler, die Aromatik dann.

Markus: Auf jeden Fall. Wo ich auch mal ganz überrascht war, war ein heller Bock in einem Muskateller-Fass, das hat sich auch sehr schön verbunden. Also weil da der Bock, also der hat natürlich ein bisschen mehr Alkohol gehabt, aber an sich war er jetzt auch nicht sehr intensiv und hat dann wirklich sehr schön diese ganzen, ja, auch gewürzigen Traubenaromen von dem Muskateller aufgenommen, das war eine tolle Kombination. Also, ich glaube, da ist noch viel Musik drin und gerade was helle Biere angeht, ist halt noch nicht so viel ausprobiert worden. Also, wie gesagt, hier fühle ich mich wieder in so einer, ja, schönen, entweder in so einer sommerlichen Situation oder in so einem Aperitif oder so, also wirklich ein sehr schönes, frisches Bier, was man gerne trinkt. Vielleicht jetzt eins, wo man ein bisschen mehr noch drüber nachdenken kann. Also das Erste, finde ich, hat man einfach schön wegtrinken, im positiven Sinne, können und hier beschäftigt man sich vielleicht ein bisschen mehr damit und es kann eben auch die Whisky-Herkunft nicht verbergen und will es ja auch nicht, also insofern, das auf jeden Fall auch schön. Könnte ich mir auch dann vielleicht im späteren Verlauf von so einem Menü dann zu einem der Hauptgänge oder sowas vorstellen, aber auf jeden Fall, ja, auch wieder durch diese schöne, angenehme Komplexität, rund, Weichheit, ja, wirklich interessant. Also finde ich auch toll, wie unterschiedlich die sich in den verschiedenen Fässern hier entwickelt haben auf der einen Seite und wie schön sich trotzdem die Drinkability, sage ich mal, also dieses Verhältnis Säure, Alkohol, Süße, wie sich das wiederum gleich entwickelt hat, sodass die da auf dem gleichen Niveau sind.

Werner: Ich bin bei dir, also das eine, das Zweite jetzt hier ist komplexer, es ist, ja, regt ein bisschen mehr zum Nachdenken an, könnte man im Verlauf des Menüs irgendwo mit einbauen. Das Erste ist für mich ganz klar ein Aperitif, sommerlich frisch, durchgehend da, was es verspricht schon von der Nase her.

Markus: Ja, dann müsste ja von der Logik her das Rumbier dann unser Dessertbierchen sein. Bin ich mal gespannt, ob dem auch so ist, schauen wir mal.

Werner: Ja, schauen wir mal, ja.

Markus: Ich mache mal hier mal auf, so. Haha, also es lag wirklich an mir, jetzt habe ich mal mit noch etwas mehr Effet eingeschenkt und jetzt hat es noch mehr Schaum, also ich war schuld, alles gut. Also Farbe auf jeden Fall auch wieder ähnlich jetzt, würde ich sagen, noch ein bisschen intensiver, ein bisschen dichter, etwas dunkler.

Werner: Dunkler, ja.

Markus: Also bei mir steht der Schaum jetzt sogar wirklich wie eine 1 immer noch, wunderbar, toll.

Werner: Ja, kommt schon runter, ich habe auch noch Schaum, aber es ist vielleicht sogar ein bisschen intensiver wie bei den anderen Bieren.

Markus: Was war das jetzt für ein Rum, um das mal so einzuordnen?

Werner: Jamaika.

Markus: Jamaika.

Werner: Das Fass, ja, die ganze Geschichte weiß ich nicht dazu, aber wir haben ja hier so einen Holzfasshandel bei uns im Oberland, ich habe es auf jeden Fall aus dem Schnee ausgegraben. Doch, das war vor zwei Jahren, hat es ja bei uns am 2. Dezember so wild geschneit, wo dann gar nichts mehr ging und da danach bin ich da rausgefahren, um das Fass zu holen und da mussten wir erst mal verschiedene durchriechen, ob die okay sind und entsprechend mussten wir erst mal so, ja, ein halber Meter war es nicht, 20 cm, 25 cm von den Fässern weggraben und da haben ich mir das dann ausgesucht. Da erinnere ich mich immer noch an kalte Finger, ja.

Markus: Ja, also in der Nase, finde ich, ist jetzt das Fass noch mal als solches intensiver, also die Holznoten, die Holzaromatik. Man hat tatsächlich auch so dieses typische Rum, Rosine, Schokoladige, ein bisschen in diese Richtung, ja und auch, was wir vorhin schon so ein bisschen hatten, diese Tabakkomponenten, sowas ist auch noch mal da.

Werner: Tabak vielleicht noch mal stärker, ja.

Markus: Ja, also Tabak und auch Leder, also so, ja, so diese dunklere Seite, würde ich mal sagen, ist ein bisschen.

Werner: Dark Side.

Markus: Genau, ist auf jeden Fall da. Und eben die Rosinen, also die Rum-Note ist tatsächlich so ein schweres, Rosinen, Marzipan, Mandel, ja, also da merkt man schon, das ist schwer, also irgendwie hat man da Intensität mit dabei. Und dann kommen auch noch so Feigen und Datteln und sowas, das ist ein bisschen subtil, aber es ist auf jeden Fall auch mit dabei.

Werner: Datteln auf jeden Fall, ja.

Markus: Okay und wieder anders, also. ich finde es etwas weniger intensiv vom Geruch her als die anderen beiden, aber dafür komplexer, also schwerer und mit mehr Facetten drin. Probieren wir mal ein Schlückchen, Prost. Das ist interessant, weil ich mir nicht sicher bin, ob es jetzt süßer oder saurer ist. Es ist irgendwie beides, also auf der einen Seite empfinde ich, es hat eine deutliche Säure, die mir fast ein bisschen intensiver vorkommt, aber auf der anderen Seite hat es auch eine richtig schöne Süße, die beiden stehen so nebeneinander, kämpfen so ein bisschen miteinander. Und hinten raus klingt es dann eher wieder auf der süßeren Seite aus, interessant. Wie empfindest du das?

Werner: Ich habe das Glas vorher abgesetzt und da hat sich der Spiegel oben von dem Schaum gedreht und genauso kam es mir im Mund vor, zwischen eben der Süße und der Säure, es ist so ein bisschen durcheinander. Aber beim zweiten Schluck war so eher erst die Süße und dann die Säure, aber die Säure wesentlich intensiver noch mal. Was heißt wesentlich, also intensiver wie bei den anderen beiden.

Markus: Also präsenter einfach, das ist schon so.

Werner: Also spitzer so ein bisschen, nicht so eingebunden, sondern einfach so ein bisschen spitzer da.

Markus: Und die Brücke zwischen den beiden ist tatsächlich dieses, Rosinen, Marzipan, mandelig, also zwischen der Süße und der Säure, dazwischen hat man dann das. Und das ist auch sehr weich und das bleibt auch auf der Zunge relativ lang. Ja, in der Tat, ich glaube, das könnte ich mir jetzt zu dem Nachtisch echt gut vorstellen, so ein Mandelparfait mit Walnusseis, irgendwie sowas. Ja, wieder ganz anders, wie du es gesagt hast, in dieser Trilogie, das Kantigste, Komplexeste. Aber gerade dadurch natürlich, also, was ich jetzt wirklich ganz toll finde, mir geht es eigentlich so, als hätte ich jetzt hier so einen 10-Prozent-Kracher irgendwie mit ganz viel Aromen und was weiß ich was und das ist ja wirklich spannend, dass das geht, ja.

Werner: Dasselbe Bier, 5%, sauer ist ja eh immer so aromenreduziert, so ein bisschen, ja, also ein frisches Sauer, muss man sagen, die Aromen, die dann durch die Lagerung entstehen, die sind beim Sauerbier dann schon auch sehr, sehr spannend. Und in dem Rum hat es sich halt, ja, das ist zwar auch ein rundes Fass, aber es hat sich sehr kantig ausgebildet, ja.

Markus: Ja und ich glaube, jetzt, wo du sagst, das ist tatsächlich so eine Mischung, weil die Rum-Aromatik an sich ist ja schon relativ nah auch an dieser Alterungsaromatik, die einfach nach zwei Jahren so ein bisschen auftaucht und, ich glaube, das hat sich hier schön verbunden, also hat gut zueinander gefunden, das ist ja eh so ein bisschen trockenbärig und das kommt hier wirklich schön zueinander, sowas.

Werner: Sowas.

Markus: Ja, ich finde da wirklich, das hat man ja nicht alle Tage, wunderbar. Ja, also auch, kann ich wieder nur sagen, großartig gelungen, sehr, sehr interessant, also gerade, wenn man die auch nebeneinanderstellt. Habt ihr die dann vor, auch im Set, als Dreierset anzubieten oder wie wird es die wahrscheinlich geben?

Werner: Ja, wir haben so ein Dreierset, ich habe es bei mir auf dem Tisch stehen, ja, weil sowas kann man toll verschenken. Also auf der Homepage haben wir auch das Set vom letzten Jahr, genau so ist das auch dann gemacht, da schaut halt dreimal vorne dasselbe Bier raus, aber auf der Rückseite oder es ist jeweils aus dann eben die drei verschiedenen Fässer drin. Und das ist, ja, ich glaube, eine ganz schöne Sache, weil man kann da mal sich ein bisschen hin tasten, an die Geschmäcker, an ein Sauerbier überhaupt, weil das ist ja etwas, was bei uns in Deutschland ja immer noch so ein bisschen, also vielleicht nicht in Deutschland, in Bayern noch schlimmer, ja, noch nicht so anerkannt ist, was es eine wunderbare Sache ist.

Markus: Ja und ich glaube, wir haben einfach das Problem, dass dieser Terminus oder der Begriff Sauerbier bei uns halt so negativ belegt ist, weil, also ich weiß gar nicht, warum, ehrlich gesagt, weil die Zeiten, wo saures Bier für schlechtes Bier stand, die sind ja eigentlich schon über 100 Jahre vorbei, aber irgendwie hat sich das vielleicht auch so ein bisschen gehalten, also im Hinterkopf von vielen Leuten und da fällt es vielen schwer, eben damit eine eigene Biergattung, eine eigene Idee von Bier zu assoziieren. Ist die Frage, ob man dafür nicht irgendwann mal entweder einen anderen Begriff finden muss oder halt die Leute noch ein bisschen mehr aufklären muss, dass eben Sauerbier etwas Eigenes ist, genauso wie eben ein hopfengestopftes Bier oder ein Eisbock oder sowas, wo es einfach um bestimmte Methoden der Herstellung geht. Und was hier eben auch sehr schön ist, ist, dass es nicht diese extreme Säure ist, was man ja gerade in dem Craft-Bereich oftmals hat. Ja, wir hatten es neulich, ich komme ja gerade von einem Bierwettbewerb in Polen und da gab es eben auch Leute, die erzählt haben, dass sie auf einem Sauerbier-Festival in Italien waren und sich erst mal so basische Tabletten eingeschmissen haben, damit sie gegen die Säure überhaupt ankommen. Und die machen ja dann auch, viel hilft viel, das ist dann nur noch Essig und sowas will ja keiner trinken, also zumindest nicht in einer angenehmen Umgebung, wie wenn wir jetzt hier sagen, zu einem Menü, einfach als ganz normaler Mensch, der jetzt sagt, okay, heute gönne ich mir mal was Schönes, was Besonderes, was Spezielles und da mache ich mir mal so ein Fläschchen auf, und das kann man mit diesen Bieren ja wunderbar machen. Und die sind, wie gesagt, dieses Säureniveau liegt irgendwo bei einem nichtsauren Weißwein, also insofern, das kann man ganz normal trinken und das ist sehr angenehm und hat dadurch ja auch eine Frische und ist dadurch auch nicht so sättigend, wie zum Beispiel ein sehr süßes Bier, ein Bock oder so, sondern regt an für ein Menü und es ist also wirklich ein tolles Getränk. Ja, vielleicht muss man da wirklich mal überlegen, wie man das noch anders bezeichnet oder die Leute besser aufklären, ich weiß es auch nicht oder so wie du, jetzt einfach durchgeht und es so macht

Werner: Ja, genau.

Markus: Und das ist vielleicht auch die schlaueste Variante, das einfach klar so zu benennen und eben zu sagen, gut, aber in dem Fall oder in unserem Fall haben wir uns was ganz Besonderes dabei gedacht und das ist jetzt eben unsere Variante, also, ja.

Werner: Ja, wir haben es, genau wie du sagst, einfach durchgehen, wir haben auch überlegt, schreibt man da irgendeine Fantasiebezeichnung drauf, nein, das ist ganz bewusst so gewählt, aber ja, auch so ein bisschen, du kannst die Leute nicht erziehen, aber ja, ein bisschen, was kann man ihnen schon vormachen. Also, kleines Beispiel, ein aus der Braubranche stammender Mensch und sein Freund sitzen bei einer Veranstaltung von uns und wir haben das Bier gerade abgefüllt gehabt am Tag vorher. Und ich habe mit denen lange gesprochen und die kommen oft zu uns und dann habe ich den beiden das Bier vorgesetzt, der Brauer sagt, ja, interessant, kann ich nicht den ganzen Tag, Abend trinken. Der, ich sage mal, der Neigschmägte sagt, doch, das kann ich nicht den ganzen Abend trinken, das ist angenehm. Also da haben wir einen Erziehungsauftrag, ganz einfach und darum haben wir gesagt, Sauerbier steht da vorne drauf. Man muss mit den Leuten reden, wir reden eh viel über das Bier, also reden wir mit den Leuten und ja, ich sage mal, 50-50, die einen sagen, nee, Sauerbier, ja, ich probiere es jetzt mal, aber und die anderen sagen, ich probiere es, oh, Begeisterung. Also gibt es tatsächlich, dass Leute plötzlich sagen, hätte ich nie gedacht, dass ein, ich sage mal, dieser Begriff Sauerbier ist negativ, also ein negativer Begriff, ein negatives Bier, so toll ist. Und das ist dann wieder einfach die Chance oder die Aufgabe von uns Kleinen, mit den Menschen zu reden und deren Horizont zu erweitern.

Markus: Und das passiert auch, also ihr habt in der Forschungsbrauerei ja auch eine Begegnungsstätte, wo auch Leute kommen, wo du das denen auch servieren und erklären kannst.

Werner: Also wir haben ja früher immer einen Hofverkauf gehabt, wie wir noch in der Weißenburger waren, zweimal die Woche, das machen wir jetzt nicht mehr, weil wir hier die Gastro haben. Zurzeit nicht, weil gerade der Wirtewechsel ansteht, das geht erst wieder ab Februar los. Aber wir haben einmal im Monat unsere Veranstaltung, unsere Zusammenkunft, wo die Leute zu uns in die Brauerei kommen und da können wir face to face sprechen, verkosten, Fragen klären. Und das machen wir und das ist eigentlich immer eine recht schöne Geschichte.

Markus: Wunderbar. Und die Termine finde ich dann auf der Website wahrscheinlich auch?

Werner: Wir schicken ein Newsletter mit Terminen. Also wir planen eigentlich einmal im Jahr die Termine fürs Jahr, das heißt, wir sind jetzt gerade ausgelaufen, müssen das nächste Jahr planen und dann kriegen alle Leute, die sich bei uns für den Newsletter angemeldet haben, da eine Info drüber, genau. Und, ja, ein paar haben wir schon, es werden immer mehr. Ja, es ist eine lustige Gemeinschaft, weil wir halt auch, wir haben die Philosophie, da im Stehen Bier zu trinken, es gibt ein paar Sitzplätze, aber es gibt immer einen Flow, also die Menschen reden miteinander, das ist uns eigentlich sehr wichtig und den Menschen auch wichtig, die zu uns kommen und da kommen ja Leute schon seit Anfang an. Genau und da reden wir über das Bier und haben immer ein Bier des Monats und alle anderen Biere natürlich sowieso, aber am Fass hängt dann immer eins des Monats und noch was Nettes anderes. Da muss man sich bei uns anmelden, wir sind ja nicht so, dass wir da jeden …

Markus: Ja, ein bisschen elitär, okay. Nein, also wir werden die Kontaktdaten und das alles auch mit in die Shownotes aufnehmen und ansonsten kann natürlich jeder, der sich informieren will, einfach die üblichen Suchmaschinen bedienen oder auf hopfenhaecker.de zumindest irgendwie Kontakt aufnehmen und dann findet man schon zusammen, wenn man zusammenfinden will. Also vielen Dank auf jeden Fall, das war mal wieder ein ganz toller Einblick in deine, Schrägstrich, eure Welt und zeigt auch mal wieder, was eben rauskommt, wenn man die Dinge einerseits professionell, aber eben andererseits auch mal ein bisschen anders andenkt und angeht und wir dann eben so ein ganz angenehmes, tolles Sauerbier haben, was, ja den Vergleich mit jedem Wein nicht scheuen muss und was ich mir echt gut vorstellen kann in einem Menü und auch im hochklassigen Thema da irgendwo mal umzusetzen, also Glückwunsch auf jeden Fall. Und ansonsten euch dann noch heute einen schönen Tag und eine schöne Weihnachtszeit und dann viel Erfolg mit all den BierTalk-Kunden, die dann hoffentlich auf euch einstürmen werden.

Werner: Ja, danke dir vielmals für die Einladung, aber diese, was du gesagt hast, ja, mal experimentell oder so, das steckt halt im Häcker, also Hopfenhäcker, darum habe ich den auch extra da reingeschrieben, nicht meinen Namen, sondern wir häcken ja so ab und zu mal und das war jetzt so ein Häck, wo ich dann sage, okay, der ist gelungen, es muss ja nicht immer passieren, dass es gelingt.

Markus: Ja, aber der auf jeden Fall. Also auf den Hopfenhack, dann sagen wir noch mal Prost und dann, wie gesagt, noch mal einen schönen Abend.

Werner: Zum Wohl.

Markus: Ja.

Werner: Eine schöne Zeit, frohe Weihnachten.

BierTalk – der Podcast rund ums Bier. Alle Folgen unter www.biertalk.de.

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