In der nächsten BierTalk-Folge geht’s zurück in die Schweiz – an den Thunersee, mit Alpenblick und Altstadt-Charme (Stichwort: Hochtrottoir!). Ich spreche mit Bruno Stoller (Produktionsleiter) und Kurt Althaus (Brauer) von der Brauerei Thun AG – kennengelernt beim Swiss Beer Award – und wir verkosten uns einmal quer durchs Sortiment. Im Mittelpunkt stehen zwei Themen, die gerade richtig spannend sind: alkoholfrei und hopfenbetont. Wir starten mit dem alkoholfreien „The Driver“ (Prohibition Ale) und landen beim alkoholfreien IPA „Regenerator“ – inklusive Einblick, wie Thunbier mit speziellen Hefen arbeitet und warum alkoholfreies IPA technisch gar nicht so trivial ist. Danach wird’s saftig: Hazy Pale Ale, New England IPA – intensiv, ehrlich, mit ordentlich Hopfen und trotzdem rund und trinkbar. Zum Schluss kommt mein heimlicher Star: ein Porter, das zeigt, wie elegant und zugänglich dunkles Bier sein kann – mit Nuss, Schokolade und Kaffee, aber ohne Schwere. Dazu erzählen Bruno und Kurt, wie die Brauerei als Aktiengesellschaft mit über 600 Aktionären entstanden ist, warum in der Schweiz Bier lange durch ein Bierkartell ausgebremst wurde – und wie man heute mit Neugier, Qualität und neuen Ideen nach vorne geht…
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BierTalk – Gespräche über und beim Bier.
Markus: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts Biertalk. Heute reise ich quasi ein bisschen zurück, wo ich erst vor einem Monat gewesen bin, nämlich in die Schweiz. Und da habe ich viele neue Freunde gefunden beim Swiss Beer Award und viele neue Biere erlebt und durfte sie verkosten. Und unter den großartigen Entdeckungen ist ein ganz spannendes Bier. Das tun wir und das lernen wir heute ein bisschen kennen. Da sind der Bruno und der Kurt da. Hallo an euch beide und vielleicht stellt ihr euch mal ganz kurz unseren Hörern selber vor.
Bruno: Ja, hallo Markus, ich bin der Bruno Stoller, der Produktionsleiter von der Brauerei Thun AG und wir produzieren bei uns das Thunbier und das Barter.
Kurt: Ja, auch von meiner Seite. Hallo Markus, ich bin der Kurt Althaus. Wir haben uns ja am Swiss Beer Award kennengelernt. Ich bin hier der Brauer bei Thunbier seit 2022 und ich bin verheiratet, zwei Kinder, Familienmensch und mag Bier.
Markus: Absolut. Also davon konnte ich mich auf jeden Fall gut überzeugen. Vielleicht müssen wir die Leute vorher ein bisschen abholen tun. Ist ja praktisch so mehr oder weniger mitten in der Schweiz. Vielleicht könnt ihr uns ein bisschen mitnehmen. Wie schaut es da aus, was ist da? Wie müssen wir uns das vorstellen?
Bruno: Ja, Thunbier wird in Thun produziert, daher auch der Name. Wir sind hier am schönen Thunersee an den Alpen vom Berner Oberland und wir genießen natürlich die schöne Aussicht und gehen auch gerne mal am Abend zum See und trinken dort ein schönes Bierchen.
Markus: Und ich habe ganz lustige Bilder gesehen bei euch. Gibt es eine Möglichkeit, dass man praktisch auf den Balkons der anderen Leute entlang läuft und einkauft oder so ähnlich. Also Hochtrottoir nennt sich das, oder?
Bruno: Ja, genau. Das ist in der Altstadt, kann man, hat es Läden oben und unten und ziemlich speziell und sicher eine Reise wert für alle, die zuhören.
Markus: Ja, also touristisch auf jeden Fall super spannend. Die Bilder, die ich gesehen habe, sind wirklich alle wunderschön zauberhaft. Also da freue ich mich schon drauf, wenn ich mal bei euch vorbeischauen kann. Und wie ist es mit der Biertradition? Seit wann gibt es Bier in Thun und wie kam das dann zu eurer Brauerei?
Bruno: Ja, also die Tradition in Thun, wir hatten lange keine Brauerei mehr. Es gab eine Brauerei, eine Aktienbrauerei Feller in Thun bis circa so 1905, 1910, dann hat die geschlossen und dann hatten wir eigentlich keine Brauerei hier in der Thuner Umgebung und dann war das die Idee von unserem Stadtpräsidenten, da müsste doch wieder eine Brauerei hin und er hat dann als Initiant Leute, wollen wir eine Brauerei machen? Und dann hat sein Kollege mitgeholfen, der Philipp und dann haben sie einen gesucht, der das Bier machen würde. Schlussendlich bin ich dann so in das
Markus: Thema reingekommen und vorher schon mit Bier zu tun gehabt.
Bruno: Ich bin Quereinsteiger, ich war klassisch Hobbybrauer und hatte dann für sie so ein Testbier gebraut, damit sie so eine Marktforschung machen konnte und dachte dann eigentlich, dann bin ich wieder raus aus dem Thema, dann suchen sie sich einen gelernten Brauer. Und dann haben sie mich immer wieder kontaktiert und der Stadtpräsident hat mich dann mal angerufen, hat Hör zu Bruno, wenn wir eine Brauerei bauen und es braut niemand, das ist doch doof. Das habe ich dann begriffen und seither bin ich hier eigentlich als Brauer und
Markus: mittlerweile als Produktionsleiter schon eine spannende Geschichte. Und die Brauerei selber ist eine Neugründung, oder?
Bruno: Ja genau. Die Gründung war im Dezember 2017 für mich ist aber der Start eigentlich der Juni 2018 weil da haben wir das erste Mal Bier verkauft. Wir haben gestartet als reine Spezialitäten Brauerei, also Kraftbier Brauerei und wir starteten mit vier verschiedenen Sorten Bier und ich habe dann am Anfang jeden Monat noch eine Sorte mehr dazu genommen und da hatten wir nach einem Jahr eine schöne Auswahl und Neugründung.
Markus: Heißt, haben sich dann mehrere Bürger zusammengefunden und gesagt, wir gründen jetzt eine Brauerei oder war das so eine Privatinitiative von jemand oder wie lief das?
Bruno: Genau, das war gegründet als Aktiengesellschaft und mittlerweile haben wir über 600 Aktionäre, die sind natürlich gute Botschafter und trinken auch gerne ihr eigenes Bier sozusagen.
Markus: Das heißt, ich kann auch noch Aktionär werden.
Bruno: Im Moment nicht. Wir haben noch eine Warteliste, aber im Moment ist nicht angedacht, das Aktienkapital weiter zu erhöhen.
Markus: OK, schade. Und die Dividende, wird die dann in Bier gezahlt?
Bruno: Die Dividende im Moment. Jeder Aktionär erhält sein Geschenk an der Generalversammlung und und bekommt auch, wenn er die Brauerei besucht, immer was noch in den Kofferraum seines PKWs.
Markus: Ja, ich habe jetzt hier ganz spannende Biersorten vor mir stehen, also 6 an der Zahl. Das wird eine ganz schöne Herausforderung. Wir zeichnen hier am frühen Morgen auf, aber da muss man ja durch und wir trinken ja professionell. Insofern schauen wir mal, mit welchem dieser wunderbaren Schätzchen wollen wir denn anfangen.
Kurt: Ja, wir haben uns gedacht, es sind ja auch alkoholfreie dabei und dass wir da mit dem The Driver starten würden, mit dem ersten alkoholfrei.
Markus: Wunderbar. Also das ist in einer Dose und hat ein sehr, sehr schönes Etikett mit einem alten Fahrzeug drauf, einem Oldtimer und da steht eben The Driver und wir haben ein alkoholfreies Prohibition Ale. Vielleicht machen wir es erstmal auf und dann reden wir drüber. Mal gespannt, was sich dahinter verbirgt.
Bruno: So
Markus: auf ist und. So. Also in meinem Glas ist auf jeden Fall schon mal ein schönes, so orange braunes Bierchen, fester weißer Schaum obendrauf. Das ist alles schon sehr verheißend am Morgen. Und in der Nase habe ich eine tolle Mischung aus fruchtigen Aromen, also da wäre ich bei ein bisschen Orange, blutorange, Pfirsich und dann aber auch getreidiges, also da wäre ich bei so einem Weißbrot und auch Kräuter, also bisschen Hopfen, bisschen so Hanf ist vielleicht ein bisschen extrem, aber so in die Richtung. Also sehr, sehr interessanter Geruch, der auf jeden Fall Lust macht. Und wie geht es euch von der Nase her? Habe ich was vergessen. Ist euch noch was wichtig zu erwähnen?
Kurt: Ich glaube, das passt sehr gut. Also die Zitrusfrüchte sind auf jeden Fall präsent, auch ein bisschen das Malzige kommt gleich drüber. Die Basis von dem Bier ist ursprünglich eigentlich ein Golden Ale, ist die Basis, und daneben die alkoholfreie Variante.
Markus: Na dann trinken wir mal Prost. Schön schlank. Wir haben eine leichte, so ein schönes Spiel zwischen Süße und Säure. Anfang ist es eher süß, dann kommt ein bisschen Säure, dann haben wir ein bisschen Bittere am Ende. Also sehr rundes Bier und vor allem, man hat trotzdem einen Körper. Also obwohl es alkoholfrei ist, hat es einen sehr schönen Körper und es beschäftigt mich. Also es hat wirklich, man hat auch diese Zitrusnoten, die wir in der Nase hatten, kommen im Mund wieder raus
Bruno: und
Markus: auch der Abgang ist schön. Da hat man eine schöne Bittere, die lange bleibt, nicht zu stark ist, aber trotzdem schönen Biercharakter hat. Also klassisch vom Geschmack her erinnert es tatsächlich an das Golden Ale. Was steckt denn da so dahinter? Also wieso gerade alkoholfrei und wieso gerade ein Prohibition Ale? Das ist schon sehr interessant.
Bruno: Ja, das haben wir schon länger im Programm. Der Wunsch war natürlich für uns auch mal so ein alkoholfreies Bier zu machen. Und da wir ja eigentlich aus der Craft Bier Szene kommen, wollten wir natürlich einen Bierstil nehmen, der nicht Lager oder Helles oder sowas ist, sondern ein obergäriges Bier, aber trotzdem ein Bierstil, der ziemlich massentauglich ist für alle Leute. Und dann haben wir uns für unser Golden Ale entschieden. Das haben wir ja auch bei uns fest im Programm drin von Anfang an und war sehr beliebt bei sehr vielen Leuten, einfach als tägliches Standardbier, wo man auch mehrere hintereinander trinken kann. Und und daher jetzt die alkoholfreie Variante mit dem Etikett, mit der Treiber. Da sprechen wir vor allem natürlich die Fahrer an, die ins Restaurant gehen, aber noch nach Hause fahren müssen. Und das funktioniert auch sehr gut in der Gastronomie. Also die haben Freude daran, dass sie das Bier anbieten können mit einem coolen Etikett.
Markus: Ja, und es trinkt sich auch wunderbar. Ist denn der Oldtimer auf dem Bild ein bestimmter oder habt ihr euch da einfach einen rausgesucht?
Bruno: Da haben wir ein bisschen nicht eine Marke, sondern so sinnbildlich, dass man nicht polarisiert, dass man sagt, es ist charmant, einen Oldtimer zu nehmen und vielleicht auch den Link dazu zu der Prohibition Zeit mit dem gleichaltrigen Auto dazu.
Markus: Das stimmt. Und so ein bisschen speak easy looks hat es ja trotzdem. Also das ist schon wirklich schön gemacht. Wie ist es denn überhaupt in der Schweiz mit alkoholfrei? Ist das auch ähnlich wie bei uns ein Trend?
Bruno: Ja, sehr stark als alkoholfreie Biere, Die sind immer noch im Wachstum und wir merken das auch sehr, sehr stark. Wir sind spezialisiert auf alkoholfreie Biere. Wir produzieren auch für andere Brauereien hier im Lohn viele Biere und immer mehr auch alkoholfreie Varianten, weil wir haben auch Pasteurisierung bei uns, die es möglich ist. Das haben nicht so viele Brauereien, vor allem nicht so viele kleinere Brauereien. Und dann produzieren wir hier ihre alkoholfreie Variante und mit mittlerweile sind wir sehr bekannt in der Schweiz für unsere alkoholfreien Produkte.
Markus: Ja, also ist auch wunderbar als Bier, als Getränk. Großartig. Dürft ihr oder wollt ihr auch darüber reden, wie ihr das macht? Also macht ihr Entalkoholisierung oder nehmt ihr bestimmte Hefen oder macht ihr Kombinationen davon?
Bruno: Ja, also wir machen es mit neuartigen Hefen. Wir waren Testbetrieb ganz am Anfang von einem Hefehersteller. Das war jetzt vor über fünf Jahren. Da war das Thema ganz, ganz noch in den Anfangsschuhen und wir durften da wirklich auch mithelfen mit den Forschungen und Entwicklungen. War noch eine spannende Angelegenheit. Mittlerweile ist ja das alles nachzulesen, wie man das machen kann und wird ja auch von den Hefeherstellern kommuniziert.
Markus: Also richtig Pionierarbeit, die da praktisch geleistet worden ist. Ja, super. Also das ist doch doch sehr schön. Und das heißt, ihr habt dann also könnt theoretisch nahezu jedes Bier in einer alkoholfreien Variante herstellen.
Bruno: Ja, wir haben sehr, sehr viele unterschiedliche Varianten schon gemacht. Es gibt gewisse Grenzen natürlich, weil man so ein Barley Wein alkoholfrei wäre vielleicht ein bisschen schwierig zu machen, aber sonst die klassischen Sorten, die kriegen wir alle gut hin.
Markus: Ja, ich meine, da wird ja viel experimentiert. Ich muss sagen, ich war sehr erstaunt, ich glaube, das war letztes Jahr, da habe ich den alkoholfreien Bock aus Einbecken zugeschickt bekommen und habe auch überlegt, macht das überhaupt Sinn, Geht das? Und woran erkenne ich, wenn eh kein Alkohol drin ist, dass das mal ein Bockbier war? Und da war ich wirklich sehr positiv überrascht, dass man die Eigenschaften vom Bock tatsächlich darin auch erkennen kann. Also ich glaube, da ist noch sehr viel Potenzial in diesem ganzen Bereich drin. Und auf der anderen Seite hat man ja jetzt auch immer mehr den Drang, dass man sagt, okay, das eine sind alkoholfreie Gegenstücke zu Bieren, die man halt hat oder kennt, aber das andere sind vielleicht neue Getränke, die man irgendwie auf Fermentationsbasis macht, die aber vielleicht gar nicht sich wiederfinden in einem anderen bekannten alkoholischen Getränk, sondern die einfach eigenständig sind. Wie ist es da bei euch mit den Trends? Habt ihr solche Getränke auch?
Bruno: Seit zwei Jahren produzieren wir sehr viele andere Getränke, was nicht mit Bier zu tun hat. Wir sind dort auch ein großer Lohnfertiger geworden für Start ups, also solche, die ihre Getränkidee haben. Die begleiten wir von Anfang an bis zur Marke marktfähigen Produktion. Wir können dann die Kleinchargen anfragen, also schon ab 1000 Liter ihr eigenes Getränk und können auch hochskalieren und dann können sie in den Verkauf eingehen und können sich die Marketingarbeit machen und sich eigentlich nur um Marketing und Vertrieb kümmern und wir kümmern uns um die Produktion. Da haben wir in den letzten zwei Jahren über 30 neue Getränke hier realisieren können und auf den Markt gebracht. Wow.
Markus: Habt ihr da vielleicht ein Beispiel, wo vielleicht auch ein bisschen tricky war, das zu entwickeln oder zu machen?
Bruno: Es gibt viele schwierige Sachen, weil man hat immer so Ideen und da kamen Rohstoffe, die schwierig im Produkt dann sind oder auch im Prozess. Ich denke jetzt letztes Jahr hatten wir so ein Matcha Getränk und das Matcha Pulver. Das ist nicht so einfach, dass man das homogen im ganzen Tag immer haben kann. Und dann wollten sie noch das Getränk mit Kohlensäure versetzt haben und die Kohlensäure, die entbindet sehr schnell auf der Matcha Pulver. Und ja, da muss man sich immer was einfallen lassen. Bleibt spannend bei uns, da ist man
Markus: ja auch wirklich als Brauingenieur gefragt am Ende des Tages, oder? Dann lasst uns vielleicht ein bisschen weiterschauen. Also der Driver ist auf jeden Fall schon mal ein sehr schönes Getränk. Vielen Dank dafür. Womit wollen wir weitermachen? Wollen wir die andere alkoholfreie Geschichte uns anschauen oder wollen wir das Golden Ale sozusagen uns anschauen? Was denkt ihr?
Kurt: Genau, wir wollen eigentlich die Idee, dass wir jetzt das Golden Ale, also das Mutterbier nach dem Driver, zusammen degustieren.
Markus: Wunderbar. Na dann machen wir das. Moment. So, da ist es schon. Oh ja. Also jetzt sieht man auch von der Farbe her, dass es tatsächlich sehr nah an dem Alkoholfreien dran oder andersrum, je nachdem wie man das sehen will. Was mir sehr gut gefällt, ist dieser schöne, ja so orange rötliche Schimmer, den das hat. Das gibt dem wirklich so ein bisschen auch was Geheimnisvolles im Glas und so. Ja, und oben drüber auch ein schöner weißer Schaum. Das ist identisch sozusagen. Vielleicht ganz kleines bisschen beige. Sehr schön. Oh ja. Und von der Nase her noch mehr auf der fruchtigen Seite. Da geht es bei mir jetzt mehr Richtung Grapefruit und auch so ein bisschen tropisch und auch ein bisschen so weinige Aromen, also die ich assoziieren würde mit einem. Ja, also Lambrusco klingt jetzt blöd, aber so ein bisschen, so ein bisschen wirklich so ein Charakter. Sehr, sehr spannende Nase, gefällt mir wirklich gut. Wollt ihr zur Nase noch was sagen?
Bruno: Ja, ich finde auch immer, es hat den Ale Charakter halt richtig drin, den englischen Ale Charakter auch so bisschen die reife Apfel drin, die man ja ein bisschen gerne hat, diese Fruchtnoten und das ist sehr stark malzbetont. Auch das Bier, das finden wir noch spannend damit wir spielen gerne ein bisschen mehr auf Mahlzeit, ein bisschen mehr auf Hopfenseite, aber am Ende trotzdem ein sehr rundes, stimmiges Getränk zu haben bei allen unseren Bieren, das ist uns sehr wichtig
Kurt: und auch nicht zu dicht, Also dass es einfach auch so viel bleibt. Und das Golden Ale, das ist auch die Variante, die wir glutenfrei produzieren bzw. vertreiben.
Markus: Stimmt, das ist ja auch noch ein ganz wichtiger Punkt. Ich nehme jetzt erstmal ein Schlückchen Prost. Ja, und wie er gesagt hat, jetzt merkt man auch, dass da durchaus auch ein schöner Malzkörper dabei ist. Ja, das hat auch auf der Zunge hat es auch eine gewisse Süße und die spielt schön mit der bitteren, also die kommt dann hinten raus, da kommt sie dann kräftig und für mich hat es auch wieder diesen schönen fruchtigen Ansatz. Und ihr habt recht, es geht so in so Apfel, Quitte, Birne, sowas ist da auch irgendwie mit dabei. Das ist ja auch sehr britisch, also passt toll. Und also mir gefällt auch die Bittere hinten raus. Also da merkt man auch so ein bisschen, dass das Golden Ale ja so als Gegenstück zum Pilz gedacht war in England. Und da sind wir ziemlich schön auch von der Drinkability auch da habt ihr gesagt, das ist euch wichtig. Merkt man auch, das lässt sich wirklich schön trinken. Ganz angenehmes Bier, Kohlensäure auch schön ganz angenehmes Mundgefühl. Wo ist es so in eurer Absatzrange? Ist es so ein Bestseller oder eher so im Mittelfeld?
Bruno: Das ist eigentlich im Mittelfeld. Wir haben unser klassisches Lager und helles, sie verkauft sich ein bisschen mehr, aber auch die IPAs natürlich. Und beim Goldenen haben wir jetzt mit dem Wechsel zum glutenfrei einen rechten Kick bekommen und Aufmerksamkeit. Und jetzt steigt der Absatz gerade stark an, vor allem in Restaurants, die werden oft gefragt jetzt auch habt ihr eine glutenfreie Variante? Und da gibt es noch in der Schweiz vor allem nicht so viel glutenfreie Biere, da haben wir jetzt wieder so eine Nische in der Nische gefunden und können da mit ein bisschen Innovation auch ein glutenfreies Bier präsentieren, das auch richtig vollmundig ist.
Markus: Ja das überhaupt. Also bei uns in Deutschland ja noch relativ wenig üblich, sagen wir mal, das glutenfreie Angebot, wenn man in andere Länder geht, Italien zum Beispiel oder England, da ist glutenfrei schon sehr, sehr angesagt und viele Leute wollen das auch und wird auch nachgefragt. Das kommt dann bei euch vielleicht ein bisschen auch durch die Nähe zu Italien, vielleicht mit Touristen oder so, auch die Nachfrage.
Bruno: Wir merken allgemein in den letzten paar Monaten, dass es extrem nachgefragt wird und wir sind jetzt auch in Kontakt mit Zöliakiegesellschaften, die sind auch aufmerksam geworden und ich hatte da ein interessantes Gespräch mit einer Frau und die sagt, es ist eigentlich auch, es gibt noch nicht so viele Studien über die ganze Krankheitsgeschichte und so, aber viele Leute schauen auf glutenfreie oder glutenarme Produkte, auch wenn sie nicht direkt Zöliakie haben.
Markus: Ja, das stimmt. Also das ist ja auch für viele eben generell eine ernährungstechnische Frage. Will man Gluten irgendwo vermeiden? Und beim Bier ist es ja dann offensichtlich mittlerweile ganz gut machbar. Wie bringt ihr das Gluten da raus mit einem Enzym oder wie macht ihr das?
Bruno: Ja, wir haben in der Schweiz bisschen mehr Möglichkeiten als hier in Deutschland und wir können das mit dem Enzym machen.
Markus: Ja, aber ich kann mir vorstellen, dass das wirklich noch mal ein großer Türöffner ist. Also wir haben hier bei uns in Franken den Schleicher, der macht auch ein glutenfreies Bier und ist einer der ganz wenigen in Deutschland und mit dem habe ich mich neulich mal länger unterhalten und der ist tatsächlich mittlerweile europaweit unterwegs, wird da viel nachgefragt und das ist echt ein großes Thema und der war zum Beispiel auch in Italien in Rimini auf der Messe letztes Jahr schon auch dieses Jahr wieder und ist da eben ganz mächtig am Rummachen sozusagen. Könntet ihr euch dann vorstellen, dass ihr dieses glutenfrei auch auf andere Sorten noch übertragt?
Bruno: Das ist durchaus denkbar. Wir haben das auch schon überlegt, dass wir da das Sortiment dann weiter ausbauen auf bestehenden Produkten oder vielleicht auch mal noch ein neues Produkt nehmen, was das ja jetzt schauen wir mal, wie weit bringen wir es mit dem goldenen und dann sind wir dann schnell in der Entwicklung und haben schnell wieder ein neues Bier auf dem Markt.
Kurt: Ist sicher auch die Nachfrage, wo man ein bisschen schauen muss, wo das hingeht. Deshalb auch mit dem Glutenfrei. Der Trend ist ja allgemein mit dem gesunden Aspekt, auch alkoholärmere Biere oder alkoholfreie Biere. Es kann man ja einfach nicht weg sprechen in dem Sinn. Das ist einfach so. Und es geht eigentlich weg von den Bieren mit viel oder hohem Alkohol. Also es wird schon immer weniger getrunken. Deshalb glaube ich, sind wir da richtig gut aufgestellt für die Zukunft.
Markus: Habt ihr denn bei der Entwicklung dann die beiden immer wieder parallel probiert, also das normale Golden Ale, sag ich mal, und dann die jeweiligen Versuche mit dem glutenfreien, also oder geht da überhaupt was verloren oder verändert sich was von der Aromatik?
Bruno: Ja, es ist natürlich so, dass das Bier leicht, leicht verändert sich das. Und es war jetzt ein bestehendes Produkt mit einer bestehenden Kundschaft und ich hatte Riesenangst, dass die Leute, die das Glutenfrei suchen, es nicht finden. Und die bisherigen goldene Trinker, die wir schon hatten, ja, jetzt nehme ich nicht mehr. Das war eigentlich meine größte Sorge. Und was ich gemacht habe, ein Jahr zuvor das Bier schon glutenfrei gebraut, aber noch mit der alten Etikette ein Jahr lang verkauft.
Markus: Wow.
Bruno: Und dann kam es mit dem Glutenfreietikett und dann haben sich tatsächlich zwei, drei gemeldet und haben gesagt, das schmeckt jetzt aber nicht mehr. Gleich habe ich gesagt, das ist übrigens schon ein Jahr lang so. Du trinkst das schon ein Jahr lang so. Ich habe es nur nicht auf der Etikette geschrieben und dann war das Thema weg.
Markus: Das ist total witzig, weil die gleiche Geschichte gibt es aus Riedenburg, als die angefangen haben mit dem Biobier, da haben die auch mindestens ein halbes Jahr lang die Biere schon umgestellt gehabt auf Bio, aber eben noch nicht verkündet und noch nicht gelabelt und dann eben auch das dann drauf geschrieben. Und dann kamen auf einmal Leute, die gesagt haben, ja jetzt ist es ganz anders, jetzt kann man es gar nicht mehr trinken. Und dann genau die gleiche Geschichte, ja, das trinkt jetzt aber schon seit einem halben Jahr. Und die Leute natürlich ganz schön. Also sehr witzig. Und das heißt also unterm Strich habt ihr eure Kunden behalten, was die klassischen Golden Ale Trinker angeht und eben einen neuen Kundenkreis erschlossen.
Bruno: Ja, genau. Das hat jetzt eigentlich sehr gut funktioniert, da sind wir auch froh. Und so konnten wir natürlich auf einen Schlag das Produkt, müssen nicht ein neues Produkt in allen Läden neu listen, neu einbringen und vorbeigehen, sondern wir haben einfach informiert, ab Auslieferung so und so ist euer bestehendes Produkt glutenfrei und dann waren es sofort innerhalb zwei, drei Wochen war es in allen Verkaufsstellen dann umgestellt. Das war natürlich eine gute Sache.
Markus: Wie ist es denn von der technischen Seite? Also da gebe ich dieses Enzym im Lagertank praktisch zu und fällt dann da irgendwas aus? Muss man das rausfiltern oder wie funktioniert das?
Bruno: Genau, das Enzym kommt in den Lagertank und dann werden die Gluten abgebaut dadurch und wir reichen dann, bevor wir abfüllen, eine Probe ein ins Labor, damit wir wirklich Sicherheit haben, dass es glutenfrei ist. Wir müssen unter 20 ppm sein. Und wir hatten bei den ersten zwei Chargen, die wir eingereicht hatten, lange Wartezeiten über die Rückmeldung des Labors. Ich habe noch einmal angerufen haben, sie brauchen noch länger Zeit für die Werte zu ermitteln. Aber der wahre Grund war, dann stellte sich im Nachhinein, sie sendet es noch in ein anderes Labor, weil sie dachten zuerst ihr Gerät ist kaputt, weil sie hatten keine Wert festgestellt, sie hatten keine Rest Gluten mehr gefunden und ich habe jetzt wirklich einen Prüfbericht von kleiner 3 ppm, also fast nichts.
Markus: Wahnsinn. Also das heißt, es funktioniert richtig gut. Vielleicht mal zum Vergleich, könnt ihr sagen, wie viel ppm so ein normales Bier hat?
Bruno: Also sehr unterschiedlich, das extremste, wenn du ein richtig trübes Weißbier hast, das kann schon bis PPMs haben.
Markus: Wow. Also von auf unter 3, das ist schon eine krasse Entwicklung. Wahnsinn. Cool. Also Gratulation auch an dieser Stelle. Das ist natürlich toll, wenn man solche Nischen findet und besetzt und damit natürlich auch sich noch mal neue Märkte erschließt. Und ich finde es auch ganz wichtig, weil wir gerade in der jetzigen Zeit ja doch viele Brauereien haben, die eher mit dem Markt kämpfen und einfach schauen, okay, wie kann ich überleben, wie kann ich mir neue Ideen, neue Märkte eben erschließen. Und das ist ein wunderbares Beispiel, wie das funktioniert.
Bruno: Also schön, das war immer unsere Devise, auch bei Anfang und dann mit dem Kriegsausbruch und so. Wir stecken nicht den Kopf in den Sand, wir schauen, was ist jetzt möglich, Wo gibt es noch Chancen, was könnten wir noch machen? Alkoholfrei, alkoholarm, glutenfrei, wirklich, wir verwenden unsere Energie in diese Sache und nicht sagen, schade, jetzt können wir das nicht mehr und so, sondern nein, wir wollen weitergehen und wir haben auch neue Bier in der Entwicklung Und eines haben wir jetzt auch schon lanciert vor kurzem, unser neues alkoholarmes Bier XP mit unter 2 Volumen Alkohol. Und das ist auch sehr, sehr vollmundig und ich denke, das ist auch ein neuer Trend, der vielleicht kommen könnte.
Markus: Ja, da bin ich mal sehr gespannt. Also weil wir hatten ja diese Leichtbiere, sage ich mal in Anführungsstrichen in Deutschland, gab es ja schon länger mal und sind aber dann nach und nach vom Markt wieder verschwunden, weil es eben dafür keine Nachfrage gab. Ich fand es total schade, weil viele von denen waren wirklich gut und das ist ja auch eine tolle Alternative, wenn man eben sagt, okay, man will schon ein Bier mit etwas mehr Charakt und durchaus ein bisschen Alkohol, aber halt nicht so viel. Und ich hoffe, dass das wieder kommt. Also da drücke ich euch mal ganz fest die Daumen, weil das ist sicherlich auch noch mal ein spannender Markt, den man da irgendwie angreifen kann. Innerhalb von diesem Spannungsfeld zwischen alkoholfrei und eben dem nicht mehr Alkohol trinken wollen, kann man ja irgendwie auch vielleicht einen Kompromiss finden. Cool.
Kurt: Ja, wir haben auch in der Schweiz mit den alkoholreduzierten Bieren schon mal, aber ich glaube, das war einfach, die Zeit war da nicht reif dafür und heute ist eine andere Zeit und wie du gesagt hast, die Leute schauen einfach anders und da sind ja auch gute Dinge, dass es ein guter Weg ist auf jeden Fall.
Markus: Und was natürlich auch in der Schweiz ist, dadurch, dass ihr jetzt so viele Brauereien überall habt, ist wahrscheinlich auch Bier bei vielen Leuten irgendwie ein Thema. Also wo man halt ansonsten Länder hat. Wenn es halt im größeren Land nur 15 Brauereien gibt, dann ist es halt so, dass viele Leute gar nicht damit in Berührung kommen, dass es kleine Produzenten gibt und eine Vielfalt und all das. Und das ist bei euch ja schon Wahnsinn eigentlich mit über 1000 Brauereien in der doch verhältnismäßig kleinen Schweiz.
Bruno: Ja, das ist also ja, das mit den so vielen Brauereien, das kann man auch ein bisschen relativieren, weil bei uns ist jeder Kleinst und Hobbybrauer eigentlich auch registriert, also fast die meisten Darum, ich denke nicht, dass die Brauereidichte in der Schweiz größer ist als bei euch in Deutschland. Bei uns wird alles anders, ein bisschen anders gezählt. Von daher, ja, wir haben einfach auch zwei, drei große Brauereien, die dann riesen Marktanteil haben in der Schweiz. Von daher sind wir ähnlich unterwegs wie bei euch oder anderen Ländern.
Markus: Ja, und der normale Bierstil ist ja in der Schweiz, oder der große Bierstil ist ja eigentlich auch so eine Art helles, denke ich mal, oder? Wenn man so über das ganze Land
Bruno: schaut, Schweizer Lager hell. Ja, wir haben ein bisschen eine Armut, die haben wir immer noch in der Schweiz mit der Vielfalt, die rührt daher, da wir ein Bierkartell hatten. Seit 1935 bis 1991 wurde die Bierproduktion und Verkauf und Preise wurde eigentlich geregelt durch das Kartell. Und das hat natürlich die Vielfalt stark gebremst und auch die Innovationen daher. Und somit sind wir immer noch, wir haben nicht so eine schöne Bierkultur wie andere Länder, wir haben eine coole Weinkultur, aber im Bier haben wir noch Potenzial nach oben. Schaffen wir dran.
Markus: Wenn ihr vom Kartell sprecht, das war dann ein offizielles Kartell oder ein heimliches Kartell?
Bruno: Das war ein offizielles Kartell, ja.
Kurt: Das war wirklich alles eingeregelt. Also der Verkaufspreis war eingeregelt, sogar die Absatzgebiete waren festgelegt für die Brauereien, auch die Stammwürze, alles. Also man hat damals eigentlich von der Einheitspfütze gesprochen in der Schweiz und da hat sich das natürlich über 50 Jahre nicht weiterentwickelt. Das ist eigentlich auf demselben Niveau geblieben. Wirteverbände haben das immer so ein bisschen dafür dagegen, aber für sie war natürlich der Preis interessant, weil die Preise überall dieselben waren. Und als es dann zerbrochen wurde 1991 das war stark von meiner Lehre als Brauer, da war natürlich, da war der Markt sehr verunsichert. Man wusste nicht genau, wie geht’s jetzt eigentlich genau ohne das Kartell. Da wurden dann Brauereien gekauft, Brauereien geschlossen, es gab ein paar Rebellen, aber es musste sich alles zuerst wieder neu finden. Da hat man natürlich viel verloren.
Markus: Und wie kam das überhaupt dazu, dass das Kartell aufgelöst worden ist?
Kurt: Ja, es gab vorher schon Discounter, die sich über 20 Jahre eigentlich immer wieder dagegen gewehrt haben, weil die natürlich die Preise noch tiefer setzen wollten und dann gab es aber auch Kleinbrauereien, die dann sich dem Kartell nicht angeschlossen haben und große Brauereien sind dann irgendwann ausgetreten und dann ist das Kartell zerbrochen. Ich glaube, einer der Vorreiter war damals die Fischerstube in Basel. Ich glaube, das waren die ersten, die gesagt haben, da machen wir nicht mit.
Markus: Ist ja wirklich eine spannende Geschichte. Und du selber hast dann dadurch die Motivation gefunden, dich dem Brauen zu widmen.
Kurt: Ja, meine Geschichte ist ein bisschen eine andere. Ich wollte eigentlich mit Bier nichts. Ich wollte eigentlich den Beruf braun nicht lernen. Ich wollte Richtung Chemie gehen, Chemielaborant. So war eigentlich mein Traum und das war eigentlich mehr ein Zufall. Meine Mutter hat den Inserat gesehen, Ja, du, die Brauerei zum Gurten in Wabern, die suchen nach Brauerlehrling. Sie hat das aber eigentlich zum Spaß gemeint und ich habe gesagt, ich schaue mir das mal an und habe dann eine Woche den Beruf geschnuppert, so wie man bei uns sagt. Und das hat mir so gut gefallen, die Abwechslung und alles und dass ich gesagt Du, das will ich lernen. Ja, so ging das.
Markus: Schöne Geschichte. Darauf müssen wir eigentlich anstoßen. Womit? Wie machen wir denn weiter?
Bruno: Was denkt Ja, wir würden jetzt zum zweiten alkoholfreien Bier gehen, zum Der Regenerator. Der Regenerator, das ist ein IPA, ein Sporty India Pale Ale. Das wurde gemacht für als Regenerationsgetränk für nach dem Sport eigentlich.
Markus: OK, Na wunderbar, dann machen wir es doch mal auf.
Bruno: So
Markus: etwas heller im Glas, auch ein bisschen trüber bei mir. Es versprüht schon jede Menge Duft. Da sind wir jetzt eher so bei Schwarze Johannisbeere, auch ein bisschen Tropenfrüchte, auch ein bisschen so leichte Piniennoten, also tatsächlich sehr klassische IPA, Hopfen Aromen, Pfirsichnote habe ich auch und ein bisschen Honig, also sehr, sehr komplexes Aroma, sehr interessant. Auch ein bisschen rote Beeren, also wirklich alles Mögliche drin. Wenn man ein bisschen sucht, dann findet man wirklich ganz viele verschiedene Aspekte bis zur Mandarine, Also geruchlich schon mal wunderbar. Was sind da für Hopfen drin?
Bruno: Citra Mosaik, also sehr klassisch für ein IPA, so wie wir das finden. Soll auch nicht extreme etwas wahnsinnig sein. Wichtig einfach alkoholfrei, aber trotzdem vom Mundgefühl, vom Geruch ein richtiges IPA, was den
Markus: IPA Trinker gerne hat, also vom Geruch auf jeden Fall. Lass uns doch mal drauf anstoßen. Prost. Und auf deine wunderbare Biergeschichte sozusagen. Oh ja, auch wieder eine schöne Reise. Also es geht los mit diesen fruchtigen, auch ein bisschen süßen Aromen und Geschmäckern. Und dann auf der Zunge ist es schön musierend angenehm. Und dann aber kommt die Hopfenbittere, die kommt kräftig und die kommt lang und die ist intensiv und auch tatsächlich eine sehr vielschichtige Bittere. Das finde ich jetzt auch ganz spannend, dass selbst das auch mehrdimensional sein kann. Also weil die nämlich auch schon an der Zunge ist und an der Zunge auch schon bleibt und dann aber auch den Gaumen runtergeht und hintenrum auch sich so festsetzt und da ist. Und da hat man auch richtig dieses Gefühl, diese harzigen Bitterstoffe aus dem Hopfen, die sind da direkt da. Also schön schönes IPA.
Bruno: Cool. Das ist genau das Schwierige bei dem Hopping. Wenn der Alkohol fehlt, dann löse ich nicht genau gleich wie beim anderen IPA die ätherischen Öle raus aus dem Hopfen. Also Hopfen ist ja per se nicht einfach im kalten Wasser lösbar. Also da haben wir lange geübt. Wie bringen wir auch nicht nur den Geruch rein von den tropischen Früchten, sondern auch die harzigen Noten, was auch für mich ein gutes IPA ausmacht. Und das haben wir ziemlich gut hingekriegt. Im Moment, denke ich, gibt es da
Markus: einen geheimen Trick dabei, den ihr vielleicht auch nicht verraten wollt. Keine Ahnung, aber das ist ja wirklich schon bemerkenswert.
Bruno: Ja sicher. Eine große Menge an Hopfen. Hilft viel. Hilft viel, es stimmt hier ein bisschen. Und wir haben ein selbstgebautes Hop Gun, also Marke, Bezeichnung von Hersteller, so dass die Fachwelt weiß, wie Anlage, die ich selber gebaut habe und wir da flexibler sind als manche Anlagen, die gekauft werden können. Somit haben wir da gute Lösung gefunden für das.
Markus: Also im Grunde ein Gerät, wo man den Hopfen rein tut und wo dann das Bier immer wieder durchgepumpt wird und somit mit dem Hopfen immer wieder in Berührung kommt.
Bruno: Genau,
Kurt: beim Regenerator machen wir auch noch beim Whirlpool natürlich Hopfen rein und die haben dort auch die Möglichkeit mit den Temperaturen zu arbeiten, was sicher auch wichtig ist.
Markus: Also
Bruno: jetzt speziell für das Regenerator.
Kurt: Für mich war das Hopping ja sowieso was Neues. Ich habe da beim ersten Mal, als ich das gesehen habe, habe ich gedacht, was machen die da? Ich komme aus einer klassischen eigentlich Brauer Vergangenheit mit Spezialbieren und das war natürlich totales Neuland für mich. Also da habe ich schon mal große
Markus: Augen gehabt, hat aber wunderbar funktioniert. Und Regenerator. Ich überlege die ganze Zeit schon, ob sowas bei uns in Deutschland erlaubt wäre, weil die ja immer so ein bisschen rummachen mit gesundheitsspezifischen Bezeichnungen und dieser Effekt so nach dem Sport weiß ich gar nicht, aber auf jeden Fall ist es wunderbar schön. Das Etikett gefällt mir auch gut. Gibt es denn da auch tatsächlich ein Klientel, was sagt, ich nehme mir sowas und das trinke ich dann eben nach dem Sport oder so?
Bruno: Ja, plötzlich das Bier war vielleicht sechs Monate, zwölf Monate auf dem Markt. Plötzlich meldeten sich verschiedene Sportler, Sportler und haben Wisst ihr eigentlich, dass ich euer Getränk wirklich nach dem Sport immer trinke? Und könnt ihr mir vielleicht das Logo schicken? Ich würde das gerne bei mir auf das Trikot drucken lassen Und wir Wow, OK, cool. Und wir haben wirklich mehrere Botschafter, die das Getränk sehr, sehr lieben und von sich aus auch Werbung für uns machen. Das hilft natürlich für kleine Brauerei mit einem sehr begrenzten Markt etwas. Das war sehr schön zu hören.
Markus: Das ist cool. Also wenn die Sportler schon sagen, dass sie freiwillig die Labels drauf nehmen, ohne was dafür zu wollen. Sensation. Ihr habt dafür ja auch eine eigene Marke noch mal mit Barter als Absender sozusagen. Was steckt da dahinter?
Bruno: Wir haben gestartet eigentlich mit Thunbier. Der Gedanke war sehr lokal zu bleiben. Das hat aber dann nicht so geklappt, weil die Biere waren so beliebt und da wurden die auch gekauft weiter weg und plötzlich kamen aber Gastronomen und ja, ich habe trotzdem ein bisschen Probleme mit der Ortsbezeichnung. In Bern ist dann tun und dann gibt es noch so Fußballmannschaften und Rivalitäten. Da haben wir dann uns überlegt, ja, wir machen noch eine Produktlinie, die losgelöst ist, entlokalisiert sozusagen, die in der ganzen Schweiz funktioniert Und das war dann der Name Barter war da plötzlich im Vordergrund.
Markus: Gibt es da auch eine Geschichte, wie ihr zu dem Namen gekommen seid?
Bruno: Ja, das hat unsere Geschäftsführer Philipp Schmutz hat eigentlich gedacht, wir müssen Namen haben, den es erstens nicht schon gibt, zweitens gut funktioniert bei verschiedenen Landessprachen bei uns und was auch zum Thema irgendwie gut passen würde zu uns. Und dann hat er im Wörterbuch, im englischen Wörterbuch geschaut, bei B ist er hängengeblieben. Barter, Barter heißt ja eigentlich: Das ist ein Tauschgeschäft. Es gibt noch so Barter Verträge noch in der Filmindustrie, wenn sie Sachen abtauschen untereinander und wir tauschen jetzt Bier gegen Emotionen. So die Geschichte.
Markus: Das ist ja sehr schön. Und ich muss wirklich sagen, dass viel hilft viel. Das merkt man also jetzt, nachdem ich doch die halbe Dose getrunken habe, das ist wirklich, das ist richtig viel Hopfen. Also da ist eine Menge drin, Das ist ja fast schon eine medizinische Dosis, Also sehr, sehr, sehr intensiv und schön. Also cool. Und ist dann mit derselben Hefe wie auch das Prohibition Ale.
Bruno: Genau, ja, selber.
Markus: Und musstet ihr euch daran tasten, was diese Hefen anging? Also weil gesagt, ihr habt da auch mitentwickelt und so. Gab es da verschiedene Stämme, die er da ausprobiert habt oder wie lief das?
Bruno: Ja, wir haben verschiedene Stämme ausprobiert und interessanterweise ist die Firma, ich nenne jetzt keine Namen, die das Produkt hatte, hatte aber die Technik dann nicht, wie man das jetzt richtig verwendet, mit welchen Temperaturen und wie muss das Bier sein, welche Stammwürzen, welche Mais, alles die ganzen Spezialitäten. Das hat dann ein anderer Hefehersteller, da habe ich mit einem Kontakt gehabt, hat einen Doktortitel der Chemie und der ist in Spanien zu Hause und der wusste das wie, aber sie haben keine Hefe. Ich habe mit beiden immer diskutiert und habe von beiden das Beste rausgepickt und so den Weg dann gefunden, wie es jetzt am besten funktioniert.
Markus: Das heißt also, ich muss im Grunde das Bier so herstellen, dass es für diese Häfen dann auch perfekt passt.
Bruno: Das könnte sein.
Markus: Okay, lassen wir das mal so stehen. Das finde ich ja auch einen ganz, ganz wichtigen Punkt. Also das kenne ich zum Beispiel nur aus der Brenner Szene, dass man zum Beispiel sagt, okay, wenn ich jetzt zum Beispiel einen Bierbrand machen will, dann gibt es ja im Grunde auch zwei Möglichkeiten. Ich kann entweder Bier nehmen, was ich habe und dann brenne ich das halt. Oder ich kann mir eben überlegen, was möchte ich denn, was am Ende dabei rauskommen soll, welche Aromen möchte ich haben, welche möchte ich vielleicht auch nicht haben, wie soll das Ganze sein? Und ich kann mir natürlich auch Gedanken über die Effizienz machen, weil ein Fünf Prozent Bier zu brennen ist natürlich eine Menge Flüssigkeit, um da am Ende genügend Brand übrig zu haben. Ich kann natürlich auch viel stärkeres Bier haben und dann kann man eben auch sagen, okay, dann kreiere ich eben ein Bier, was ich über Hopfen, über Malz und natürlich über die Stammwürze so optimiere, dass ich dann eben für meine Brennblase das habe, wo ich dann am Ende den besten Brand rausbekomme. Auch wenn das Bier an sich vielleicht gar kein hitverdächtiges wäre, aber es ist ja nicht für den Zweck gemacht worden, jemals getrunken zu werden. Das finde ich ja schon. Also da eine gewisse Ähnlichkeit, dass man sagt, okay, ich weiß, wo ich am Ende rauskommen will mit meiner alkoholfreien Hefe und ich weiß, was die tut, was die frisst, wie die sich so verhält und so und gebe ihr halt ein bestes Ausgangsprodukt, damit sie ihre Arbeit verrichten kann. So ungefähr wahrscheinlich ist es.
Bruno: Genau genau so ist es. Also es funktioniert natürlich auch sonst, aber wenn man dann noch besser will und das noch korrigieren will und so, dann muss man jeden Produktionsschritt optimieren, damit das Endprodukt dann weiter wächst und noch attraktiver wird und noch besser im Geschmack ohne Probleme zu haben in der Stabilität auch dann später und so. Naja, das ist ganz spannendes Thema.
Markus: Dann wäre ich ehrlich gesagt durchaus bereit für ein weiteres Bier. Wir haben ja noch drei insofern, ja, was, was wollen wir, was wollen wir als nächstes verkosten?
Kurt: Wir sind ja jetzt auf der hopfigen Linie bei uns gelandet und würden als nächstes das vorschlagen.
Markus: Na, dann machen wir das doch mal auf. So, da ist es ja also tatsächlich, wie der Name schon sagt, ich meine, es ist jetzt auch nicht überraschend, aber trotzdem schön. Es ist absolut hazy. Also schaut ein bisschen aus wie auch zum Beispiel ein Hazy IPA, also schöne schöne Trübungen, durchgehende Trübung, sehr helle Bierfarbe auch da ist es durchaus auch ähnlich zu dem, was wir gerade schon verkostet haben. Ich habe auch wieder einen ganz tollen Schaum, bin ich ganz begeistert. Also bei allen Bieren bisher war der immer schön. Hier ist auch wieder ganz schön, steht oben drauf, richtig schön fein weiß, so ein Meister Propper Schaum, ganz großartig. Und von der Nase her sind wir auch wieder natürlich bei einer gewissen Fruchtigkeit Ich bin aber jetzt auch wieder eher, ja ich würde sagen, also einerseits haben wir ein bisschen Zitrusaromen, aber auch wieder so ein bisschen Apfelbirne, Quitte, was wir da im ersten Bier im Golden Ale schon so ein bisschen hatten, vielleicht auch ein bisschen, also leichter, bisschen so wieder weissweinige Noten, auch spannend. Und dann aber wenn man länger dran riecht, dann kommt auch so die Tropenfrucht, so ein bisschen Ananas, bisschen klassische Zitrus Aromatik ja auch, also für ein Pale Ale wirklich auch sehr intensiv, sehr komplex. Was ist da drin?
Kurt: Ein Hopfen, Wir haben jetzt Nelson. So, denn wir verwenden auch wieder im Dreihopping und Whirlpool, wo wir den Hopfen verwenden, was wir noch so haben ist bisschen grapefruitsicher Litchi vielleicht, aber natürlich das weinige, was sehr schön in der Nase
Markus: liegt auch nehme ich mal ein Schlückchen. Prost. Es ist völlig OK. Also ja, der Trunk ist auch ganz interessant, also und gut, es geht los mit diesen fruchtigen Aromen und dann finde ich das Mundgefühl wirklich ganz schön, also ganz cremig, ganz weich, erstaunlich weich, also richtig schön angenehm auf der Zunge. Und dann kommt natürlich auch hier die Bittere, die ist auch für ein Pale Ale ganz schön ordentlich, also auf jeden Fall was da und die mischt sich so mit dieser Grapefruit Note, von der ihr gerade so gesprochen habt. Da habe ich eben so eine fruchtige Bittere, das ist auch sehr schön und man merkt aber auch ein bisschen so einen Malz Charakter, also es hat auch leichte wieder so Weißbrot Toastnoten, die sind auch mit dabei, also auf jeden Fall was los und abwechslungsreich und also ganz besonders gut, wirklich gefällt mir das Mundgefühl. Also gerade so eine Cremigkeit hätte ich jetzt beim Pale Ale gar nicht so. Erwartet. Macht ihr da was anders als normal?
Bruno: Ja, das machen wir hier auch mit Weizenmalz und dann Hafermalz, OK. Aber trotzdem hier dann, was ich cool finde an unserem Hazy Pal, dass es trocken weggeht, dass es trotzdem so ein Durchlöscher Effekt hat. Also wir haben so in der Mitte des Drucks haben wir die samtig weiche, das weiche Mundgefühl, aber dann am Schluss geht es wieder trocken weg und macht Spaß den nächsten Schluck anzugreifen.
Markus: Ja, das stimmt, Es ist sehr hoch vergoren und da macht vielleicht auch der Nelson souverän so ein bisschen seinen Job, dass man dann diese weinigen Noten eben auch hinten raus nochmal hat und dadurch wirkt es extrem schlank. Also da merkt man jetzt nicht, dass es über 5 Prozent Alkohol hat. Das unterstützt genau diesen Effekt von der Bittere schon im Mund, dass es so leicht austrocknet, erfrischt und dann auch wieder Lust macht auf den nächsten Schluck schön. Also toll. Und die Idee mit dem Weizen und Hafer dabei, das macht tatsächlich viel aus, weil es dem Bier dann auch im Mund eben einen tollen Körper gibt, den man dann trotz der Schlankheit irgendwie schön wahrnehmen kann. Angenehm. Und warum, Hazy? Habt ihr auch ein normales Pay Alex im Angebot?
Bruno: Wir hatten von Anfang an eigentlich normales Pale Ale, klassisch auch ein bisschen dunkler, so wie man das vor 20 Jahren gekannt hat, auch von den USA her. Und der Absatz ging aber immer ein bisschen zurück und dann habe ich gesagt, jetzt müssen wir das umbauen, jetzt ist eine neue Zeit. Und da haben die vor drei Jahren kam das Hazy erst gerade so auf England und auch Amerika und das machen wir jetzt. Wir probieren jetzt das umzubauen auf Hazy und dann muss Hafer rein und Weizen rein und die Hopfung machen wir moderner anders, damit wir schon eine Trübung haben. Und seither läuft das wieder super.
Markus: Also perfekt den Geschmack des Marktes sozusagen erkannt und mitgenommen.
Bruno: Die letzten paar Jahre ist doch ein starker Wandel drin in der Konsumgesellschaft. Dann darf man nicht wegschauen. Man muss hinschauen, man muss das analysieren, mit den Leuten sprechen und auch wir sind auch immer bei Events mit dabei von unserem Team her und hören auch gut hin, manchmal auch die Randbemerkungen, was sie so haben, was sie sich wünschen. Und dann gibt es ein Gesamtbild und sagt, das Produkt wollen wir weiterentwickeln und wir gehen weiter und wollen die Kundschaft immer wieder überraschen.
Markus: Was mir wirklich gut gefällt, ist, dass ihr die Bierstühle auch echt von der Intensität her ausreizt. Also man hat ja sonst oft das Thema, gerade wenn man so eher kleiner und eher vielleicht in so einer kleineren Region auch ist, dass man versucht zwar vielleicht ein IPA oder ein Pale Ale zu machen, aber eher an der unteren Grenze des Hopfens bleibt und eher versucht trotzdem irgendwie so einen allgemeinen Geschmack besser zu treffen. Und ihr macht richtig intensive Biere, also die auch den Charakter, den der Bierstil hat, so richtig zur Geltung bringen. Das finde ich echt mutig. Aber vielleicht auch gerade liegt daran so ein bisschen der Schlüssel im Erfolg, weil man da halt wirklich auch die Kunden sicherlich deutlich Unterschiede merken und auch jeder so sein Seins finden kann wahrscheinlich einfach ein bisschen. Ist denn bitte bittere in der Schweiz? Ist das ein Thema? Mögen Leute bitte?
Bruno: Ja, sowohl als auch, aber wir haben Biere, die sind auch nicht bitte natürlich. Wir haben jetzt hier natürlich schon dir ein paar Sachen zugestellt, die auch für dich sicher spannend sein werden, Biere. Aber du sagst es richtig, es ist eigentlich mutig auch und gab auch früher immer wieder Diskussionen, wollen wir das nicht ein bisschen zurücknehmen, ein bisschen mehr Mainstream machen? Aber wir haben uns eigentlich entschieden, nein, unsere Biere kosten mehr als die Industriebiere, die hier verfügbar sind. Aber da hat man Gegenwert im Glas. Man merkt, das ist deutlich anders. Es ist wirklich etwas anderes und langfristig haben wir das Gefühl, und das stellt sich jetzt langsam auch heraus, das gibt dann auch weniger Konkurrenz auf dem Markt, sondern wer jetzt unsere Hazy Pale mal getrunken hat und hat vielleicht wieder mal ein anderes Pale Ale, dann merkt, das war jetzt schon noch intensiver, das war schon noch knackiger, war schon noch fruchtiger.
Kurt: Ja, und was glaube ich auch das Credo sein soll, ist die Ehrlichkeit über unehrlich sein und man muss einfach Platz haben, ob schon das vielleicht nicht immer gut ankommt oder nur gut ankommt, aber Ehrlichkeit, man sagt ja, ehrlich wird am längsten und wenn man die Bierstiele ehrlich braut, dann kann man eigentlich, glaube ich, nur gewinnen.
Markus: Das ist für mich auch durchaus so ein Fazit von dem Swiss Beer Award, muss ich sagen. Also die Biere, die wir da am Tisch hatten, das waren auch immer wirklich insgesamt den Eindruck, dass man versucht, ehrliche Biere zu machen und die Bierstile wirklich schön rauszuarbeiten und auch technisch sauber zu arbeiten. Das fand ich auch erstaunlich, wie wenige fehlerbehaftete Biere wir da dabei hatten. Also das war schon auch ein sehr spannender Wettbewerb, wenn man da eben so mal dieses Panorama eben sieht, die ganzen Brauereien in der Schweiz, wo die sich überall so ein bisschen ansetzen. Also da ist, glaube ich, auch ein ziemlich hoher Standard, oder wie nehmt ihr
Kurt: das wahrscheinlich Ja, ich glaube sowohl als auch. Also sicher viel ehrliche Arbeit dahinter,
Bruno: aber
Kurt: ich glaube, der Konsument hat auch ein bisschen, vielleicht ist es auch noch ein Anhängsel vom Kartell, ich weiß es nicht, aber hat vielleicht auch ein bisschen verpasst, sich selber auch weiterzubilden. Ist wahrscheinlich nicht ein Schweizer Problem. Aber zu wissen, was ein Bier, wenn ich jetzt ein Lagerbier nehme, was ein Lagerbier eigentlich beinhalten sollte, dann ist bei vielen, glaube ich, nicht so vorrangig, sondern es ist mehr Region, es ist mehr aus der Gewohnheit heraus. Aber sich damit heraus, also mit sich auseinanderzusetzen damit, was macht das Bier aus, das fehlt, glaube ich, ein bisschen. Ich glaube, das ist auch der größte Kampf, den wir im Moment ein bisschen führen. Viele sagen immer, es ist der Preis ist sicher auch, aber dass sich die Leute, wenn ich, wenn ich etwas wirklich gern habe, dann schaue ich doch, was ist das Beste für mich und versuche das herauszufinden. Und ich glaube, das ist ein bisschen das Problem, aber wir sind da trotzdem guter Dinge, dass sich das auch wieder ein bisschen dreht.
Markus: Welche Rolle spielt denn der Bierpreis in der Schweiz? Also bei uns ist ja oft so, dass Supermärkte mit Billigbier Leute in ihre Läden reinlocken wollen sozusagen und dann teilweise sogar weniger verlangen, als sie selber bezahlen, nur damit eben der Kunde ganz am Ende zum Bier findet und auf dem Weg dann natürlich noch seine Nudeln und seine anderen Sachen auch kauft, mit denen dann der Laden sein Geld verdient. Da wird also der Bierpreis auch benutzt, ganz bewusst. Und die Leute sind deswegen auch von der Gewohnheit her, da haben sie immer den Eindruck, Bier muss billig sein. Und da ist dann tatsächlich viel Umerziehung nötig, dass sie verstehen, dass eben ein handwerklich produziertes Bier, das ich zum Beispiel in einer kleinen Brauerei kaufe, einfach per se nicht billig sein kann. Also weil halt weder die Arbeit billig ist, noch die Rohstoffe billig sind, noch die, das Equipment irgendwie billig ist, noch der Laden, wo ich dann bin, wo ich da sitze, wie ich, wie ich da, wie ich da sitze, was ich da erlebe, das ist ja auch alles nicht billig. Und wie soll das Produkt dann billig sein? Also da haben wir tatsächlich viel zu tun. Wie ist es da in der Schweiz? Gibt es da dieses Phänomen ähnlich?
Bruno: Das ist genau, denke ich, genau gleich. Ich glaube, es im ganzen deutschsprachigen Raum dasselbe Thema. Bier ist eigentlich preislich war immer günstig. Man kann sehr sehr günstig auch in der Schweiz Bier kaufen immer noch. Die Preise wurden jetzt auch nicht so angehoben in der letzten Zeit. Das ist für uns schon schwierig im Gegensatz bei uns zum Wein, wo es nach oben keine Grenze gibt in der Flasche. Das kann mehrere hundert Franken, darf so eine Flasche manchmal kosten. Und beim Bier gibt es so wie eine magische Grenze, sage ich vielleicht bezahl vielleicht noch ein Franken, zwei Franken, drei Franken und dann für eine extreme Spezialität vier Franken. Aber wenn ich dem sage, eine Flasche Bier 33 Cl, die kann fast ausgebaut viel Alkohol, die kostet jetzt 15 Franken, dann sagt jeder, das darf nicht sein, das ist nicht möglich. Da sind wir noch, sind wir weit weg. Also genau das gleiche Thema wie bei euch, denke ich.
Markus: Das heißt also das normale Preisniveau liegt dann so bei zwei, drei Franken für einen für eine Flasche Bier.
Bruno: Ja genau, das ist die normalen mittelständischen Brauereien sind da so bei zwischen 1,20 bis 2 Franken rum und aber es gibt auch die Discounter Biere, die wirklich sehr sehr günstig sind.
Markus: Jana, da ist noch viel Erziehung nötig. Aber gut, ich meine gut, es geht ein bisschen damit einher, dass Leute natürlich jetzt insgesamt weniger trinken. Dann glaube ich, kann ein Bier auch ein bisschen teurer sein. Aber auch das dauert ein bisschen, bis das Gefühl irgendwie angekommen ist. Naja, schauen wir mal. Wir haben noch zwei Biere, da müssen wir jetzt irgendwie noch durch. Mit welchem wollen wir weitermachen?
Kurt: Wir würden jetzt als nächstes das New England IPA.
Markus: Sehr schön. Also vom Etikett übrigens war das Hazy Pale gerade so ein schönes helles Grün, würde ich sagen. Und jetzt haben wir so ein dunkleres, intensiveres Grün auf dem Etikett. Das geht schon fast in so ein Petrol. Schauen wir mal,
Kurt: wie man sagt. Also die malzigen Biere sind mehr. Und die hopfigen sind dann im Grünton gehalten.
Markus: Ja, also von der Optik her sind wir ziemlich nahe beim Pale Ale, vielleicht einen kleinen Ticken dunkler. Der Schaum auch wieder wunderbar. Also der ist praktisch 1 zu 1 ganz auch wieder schön weiß, schön intensiv, schön fest steht er da. Von der Nase her finde ich, ist die die Zitrusaromatik noch intensiver. Also da habe ich auf jeden Fall mehr davon und geht auch ein bisschen mehr in so eine so eine Zesten Aromatik, also eine intensivere Zitrusaromatik und gleichzeitig habe ich aber auch so Erdbeeren, also rote Beeren. Das finde ich auch ganz interessant, die damit dabei sind. Sehr intensiv. Es erfüllt hier schon das ganze Studio, ist schon von voll von dem Bier. Also das auf jeden Fall eine sehr sehr schöne Nase. Ich nehme mal gleich einen Schluck Brust. Interessant, also was ähnlich ist, ist auch das Mundgefühl. Also da sind wir wieder bei dieser schönen Cremigkeit, weil ich euch dann gleich noch fragen, ob wir da auch mit Hafer und Weizen zugange sind. Was ich ganz interessant finde, ist, dass ich ein bisschen mehr Süße habe. Also da habe ich mehr Körper dadurch auch und dieses schöne weiche Mundgefühl mildert auch die Bittere so ein bisschen ab. Also die kommt dann hinten raus, da merkt man, dass sie da ist. Aber es ist insgesamt ein milderer, runderer, ja weicherer, harmonischer Trunk, der auch schon schön anfängt. Also mit so einem so ein bisschen wie Orangenjoghurt fängt das an. Also sehr sehr samtig weich mit so einer schönen Zitrusnote und das zieht sich dann so durch bis hinten raus. Also sehr sehr schönes New England IPA, gefällt mir gut. Gibt es da Parallelen zum Pale Ale und eben dann auch Unterschiede Logischerweise?
Kurt: Ja, also es gibt, also wir haben hier auch den Hafer, den wir verwenden für das Mundgefühl. Es ist aktuell das Bier mit am meisten Hopfen, also hat noch ein bisschen mehr als das Hazy Pale Hell. Wir haben hier eher mehr die reifen Früchte, was wir so Dekostativen im Vordergrund haben, was wir beim Hazy Pale eher so die frischen Früchte haben, haben wir mehr die reifen Früchte hier und es ist eigentlich im Gesamten eigentlich breiter ausgelegt als das Hazy Pale.
Bruno: Ja, das ist die Idee von uns, dass das Hazy Pale, der mehr der Durchlöscher ist und das New England IPA, die Restsüsse, die bleibt dann auch. Das geht dann nicht so trocken weg, dass das Genießer ist.
Markus: Also das habt ihr genau richtig gemacht. Also man kann es auf jeden Fall, ich genieße es, sagen wir mal so, das auf jeden Fall und es lädt wirklich immer wieder dazu ein. Da muss man einfach noch mal ran, weil man auch immer wieder was Neues entdeckt. Also die Fruchtigkeit ist wirklich sehr vielschichtig Und jetzt wo ihr es gesagt habt, kann ich da gut mitgehen, was die reifen Früchte angeht. Also da haben wir durchaus auch bisschen Pfirsich, bisschen Aprikose und wie gesagt diese roten Beeren, Erdbeeren, Kirschen vielleicht. Also interessant, das ist wirklich sehr sehr vielschichtig. Sind da noch zusätzlich andere Hopfen drin als im Hazy Pale Ale?
Kurt: Ja, wir haben insgesamt fünf Hopfen, die wir da verwenden, also im Whirlpool und Dry Hopping. Das ist Columbus, Citra, Simcoe, Amarillo und Mosaic in der Zusammenarbeit quasi.
Markus: Kann ich mir vorstellen, dass diese roten Beeren, das kommt vielleicht ein bisschen vom Amarillo. Und wir haben bei einem anderen war ja der Nelson Sauvin dabei, der dieses weinige Endvergorene richtig schön betont hat. Also das macht sich hier wirklich sehr sehr schön. Wie lange habt ihr gebraucht, um das zu entwickeln?
Bruno: Eigentlich sehr lang. Wir hatten das Bier von Anfang an, haben es aber ständig weiterentwickelt. Ob schon unsere Stammkundschaft sagt, das ist immer mein Lieblingsbier seit dem ersten Tag und es ist immer gleich, stimmt dann natürlich nicht. Aber wir haben unsere Kundschaft, denke ich auch mitgezogen, mitgenommen auf die Reise und wir sind jetzt an einem Ort angelangt, wo wir selber super finden, sehr rund, sehr komplex und wir lieben das, lieben das sehr und die Verkaufszahlen von diesem Bier, was eigentlich das teuerste Bier ist bei uns im Standard Range, läuft super gut und ist sehr stabil und das findet man in der ganzen Schweiz in ausgesuchten Restaurants und Bierbars immer wieder trifft man das an. Das ist schön gut.
Markus: Schön, dass du das sagst, weil dann werde ich es auch mal suchen, weil es ist ja auch immer noch ein Punkt, man muss danach suchen, um es zu finden. Und jetzt wissen wir das also auch an die Hörer da draußen, wenn ihr dann mal in der Schweiz seid, dann sucht mal nach dem. Thunbier New England IPA. Also wirklich ein sehr, sehr schönes. Gefällt mir wirklich gut. Gibt es denn eigentlich Schweizer Hopfen?
Bruno: Es gibt Schweizer Hopfen nicht so viel, aber es gibt gewisse Sorten, die da hier angebaut werden, wir selber haben und für unsere Range kein Schweizer Hopfen, aber wir verwenden manchmal für Lohnaufträge Schweizer Hopfen.
Markus: Sind es dann eigene Sorten oder sind es die, die man von woanders auch kennt?
Bruno: Die kennt man auch von woanders.
Kurt: Perle zum Beispiel, also Schweizer Perle. Genau.
Bruno: Aber es werden auch andere Sorten angebaut, wobei jetzt die letzten Jahre auch nicht einfacher wurden. Auch in der Schweiz, wir sind ja noch ein bisschen südlicher und dann ist es halt der Sommer, wenn er so heiß wird, dann wird das ganz schwierig auch bei uns.
Markus: Für den Hopfen ist es dann eher auf der Nordseite oder auf der Südseite, wo dann die Hopfengebiete sind auf der Nordseite. Also im Grunde so wie Tettnang praktisch nur auf der anderen Seite.
Bruno: Genau, ja,
Kurt: bei Stammhain. Ja, Schaffhausen ist das.
Markus: Das wäre dann praktisch da drüben. So Schaffhausen ist ja, aber es sind
Bruno: nicht Riesenmengen bei uns.
Markus: Na, ist mir nur eingefallen, wenn wir schon vom Hopfen und hopfenbetonten Bieren reden, ist ja auch immer spannend zu wissen, ob es da eine Tradition in dem jeweiligen Land auch gibt, sich mit dem Hopfenanbau zu beschäftigen. Und da ist ja gerade mit dem Klimawandel auch ziemlich viel los, gerade beim Thema Hopfen, weil es gar nicht so einfach ist. Aber so ein schönes Hopfen mit totes Bier, das ist natürlich großartig. Und auch da wieder die Intensität ist echt, das ist das, was für mich das Bier ausmacht. Also zwei Dinge eigentlich. Einmal die Intensität, man hat richtig viel Hopfen mit richtig vielen verschiedenen Aspekten, die auch sich ständig abwechseln, wo man einfach damit beschäftigt ist, wenn man das will. Man kann es aber auch einfach nur genießen, also nur in Anführungsstrichen und hat aber auch dieses schöne Mundgefühl. Und das ist wirklich auch die beiden Dinge zusammen ergeben für mich da eine tolle Mischung, die das echt angenehm machen. Also da auch Glückwunsch und vielleicht auch dieselbe Frage, weil ihr hattet ja vorher mal ein normales Pale Ale, dann das Hazy Pale Ale, jetzt haben wir hier das New England IPA, gibt es auch ein normales IPA?
Bruno: Wir hatten eine Zeit lang ein Classic IPA, wirklich klassisch, wie auch das normale klassische Pay Ale, auch ein bisschen dunkler und so, wie wie man das kannte früher. Und da ist der Markt auch zurückgegangen und wir haben jetzt ein White IPA gemacht seit ein paar Jahren und das hat eigentlich jetzt für 3, 4 IPs bisschen zu viel und jetzt haben wir das Classic IPA mal weggelassen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass dann wieder eine Welle kommt, dass die Leute dann vielleicht von den modernen IPs und die vielleicht nicht mehr so massive Sachen wollen, vielleicht wieder mal klassische Vertreter suchen, dass wir das wieder neu auflegen und kann ich mir gut vorstellen, dass es wieder kommt. Aber im Moment sind wir bei den Hazy NEIPA-Sachen voll im Trend.
Markus: Ja, das kann ich mir auch vorstellen, Aber vielleicht kommt davor ja noch eine Malzwelle, was ich mir ja immer wünschen würde, weil ich ja durchaus ein Fan bin, auch gerade von dunklen und von malzbetonten Bieren. Und die sind ja fast verschwunden vom Markt in vielen Regionen. Umso mehr hat es mich gefreut, als ich das Päckchen aufgemacht habe und da auch ein Porter drin gesteckt ist. Dementsprechend würde ich das jetzt vielleicht gerne noch angreifen, wenn ihr schon bereit seid.
Bruno: Ja, sehr gerne.
Markus: Dann machen wir das mal auch von der Farbe her. Ich bin ein großer Freund von Blau und das ist blau. Also wunderbar. Machen wir mal auf.
Kurt: Irgendwo mal hängen geblieben, dass du auch gerne dunkle Biere hast. Und das war einfach ein Muss, dir
Bruno: das auf jeden Fall zu schicken.
Markus: Ach, das freut mich. Ja, also so muss das. Also sehr schön. Die Farbe ist so ein richtig schönes schwarz braun mit so einem leichten Rotschimmer, wenn man es gegen das Licht hält. Das finde ich auch sehr schön. Also da ist wirklich alles drin, was so ein schönes dunkles Bier zu bieten hat. Obendrauf auch ein grandioser Schaum, steht perfekt und ist auch schön getönt, hat auch eine schöne schöne braunen Note, Viele viele kleine feine Poren. Wenn man das im Glas bewegt, dann sieht man auch so richtig schön, wie der sich da überall so niederlässt. Also wunderbar. Ich rieche mal rein. Also da haben wir jetzt richtig schöne Röstaromen. Also mal weg vom Hopfen. Jetzt haben wir ja also auf jeden Fall Haselnuss, geröstete Haselnuss Schokolade, so im Grunde so. Ich weiß nicht genau, ob ein Hanuta riecht, aber wenn man sich vorstellt, wie ein Hanuta riecht, so ungefähr könnte ich mir das vorstellen. Hinten raus kommen auch ein bisschen Kaffee Noten mit dazu und so ein Hauch von von Tabak, ein Hauch von Lakritz. Aber der Schwerpunkt ist für mich in so einem nussigen, schokoladigen Ton, der ja richtig Lust macht. Also insofern Prost. Da muss ich jetzt. Auch super schön. Also es fängt ganz unschuldig an, finde ich. Also schön bisschen süß und eben diese nussigen Aromen, dann kommt es auf die Zunge, dann merkt man schon, okay, da ist ein bisschen mehr dahinter, dann kommt auch eine gewisse Röstsäure dazu, dann wandelt sich das über, geht über in eine Bittere, dann hat man auch eine durchaus alkoholische Komponente, die da mit dabei ist, die dem Bier auch viel Tiefe gibt und man merkt auch, wenn man man es dann schluckt, wenn es dann so runter rinnt, dann wärmt es auch ein bisschen. Also hat im Grunde alles, was da so dazugehört und ich weiß nicht genau, ob da auch ein Hauch von also sich rauchigen Noten drin ist. Keine Ahnung, könnte jedenfalls sein. Also ich habe auf jeden Fall den Eindruck und es ist wirklich also in der Komposition von diesen Röstaromen sehr sehr schön und hat trotzdem auch eine gewisse Schlankheit. Also obwohl die Süße da ist es trotzdem ein schlankes Bier, was man auch da wieder gut trink kann und was am Ende bleibt dann vor allem so eine Mischung aus der Bittere und aus diesen röstigen Kaffeenoten, die sehr sehr lange bleiben schön. Was hat es damit auf sich? Erzähl mal ein bisschen.
Bruno: Ja, das ist, das ist ganz eine lustige Geschichte. Das ist das letzte Rezept, was ich noch als Hobbybrau gemacht habe, was in der Tun wir Linie noch drin ist. Und zwar war die Geschichte so, ich hab 2004 angefangen mit Bierbrauen zu Hause und ich konnte nie für mich nie ein so ein gutes dunkles Bier brauen und ich habe da fast aufgegeben, war verzweifelt und dann habe ich gedacht, ne, ich will das auch können, ein richtig schönes dunkles Bier zu brauen. Und dann habe ich mir gedacht, ich fange ganz einfach an, ich nehme ein Grund mal, ich nehme ein Röstmalz und ich nehme nur eine Hopfensorte, nur diese drei Komponenten plus die Hefe dazu und fange mal an mit einer Basis und dann fange ich dann an zu korrigieren. Was könnte man noch machen? Diese einfachsten Zutaten sind so geblieben, Es war von Anfang an so rund, so stimmig, alles gut und es sind nur ganz wenige Zutaten, also keine Komplexität mit verschiedenen Malzen noch drin, was sehr viel im dunklen Bier noch drin ist. Und ich weiß nicht, manchmal ist halt weniger mehr.
Markus: Also das kann ich nur bestätigen, bin ich jetzt ganz baff, muss ich sagen. Also das heißt von den Malzen her ist es dann sowas wie ein Münchner Malz und dann eben noch Röstmalz dazu oder wie kann man sich das vorstellen?
Bruno: Hilsenmalz bei uns jetzt mittlerweile Hilsenmalz und ein Röstmalz und fertig eine Hopfensorte und das reicht völlig aus. Wichtig ist natürlich dann die schon Lagerzeit auch, die man dann hat, die Reifezeit gut machen, die Maisarbeit sauber machen, damit nicht die Röstbittere durchdrückt oder irgendwas durchgeht, dass es stimmig bleibt. Und ich finde, wenn man jetzt die dunkle Biere wieder neu auf den Markt bringen will und die Wissen pushen will, sollte man die auch nicht zu trocken machen für die Leute. Das ist jetzt hier so, das hat ein bisschen eine Restsüsse noch drin, was es lieblicher gestaltet und das lieben sehr viele Leute jetzt unser Porter wieder und am Anfang heißt immer dunkle Biere, das ist nicht so meins Und dann sage ich immer, es wird alle Biere jetzt verkostet, probiert und sagen sie, das hätte ich gar nicht erwartet. Das ist ja nicht bitte, das ist nicht so, dass ich das sehr sehr angenehm und dann, ja genau so soll das sein.
Markus: Also den kann man ja nur recht geben. Ist es denn vom Alkoholgehalt her ein bisschen stärker?
Bruno: Ja, naja, was ist stark? Ja, wir sind jetzt hier bei 5,9.
Markus: Ah, OK,
Bruno: aber doch schon.
Markus: Ja, nein, also das gefällt mir wirklich gut, weil es dadurch auch ein bisschen mehr Charakter hat, ein bisschen mehr Druck hat und das wirklich diesen den Aromencocktail so ein bisschen befeuert. Habt ihr auch diese ganz leicht rauchige Note bei euch mit drin oder bilde ich mir jetzt gerade was ein?
Bruno: Ich würde es jetzt nicht extrem, dich
Kurt: jetzt auch nicht unbedingt.
Bruno: Ja, vielleicht vielleicht, weil ich schon so
Markus: lange kein Rauchbier mehr getrunken habe oder als natürliche Reaktion auf den ganzen Hopfen mein Gehirn da jetzt so ein bisschen umschaltet. Aber es ist ein ganz, ganz, ganz schönes Bier. Also das gefällt mir richtig gut und das kann ich mir eben auch total gut vorstellen, dass Leute da einfach 2, 3, 4 davon trinken, weil es wirklich sehr angenehm ist und auch wieder für beide Klientel ganz gut geeignet ist. Für die Leute, die wirklich was entdecken wollen, die sich mit dem Bier beschäftigen wollen, aber auch für Leute, die einfach sagen, okay, ich würde jetzt einfach mal ein schönes Bier trinken und vielleicht was Schönes dazu essen und fertig und gar nicht so viele Gedanken machen und trotzdem aber halt keine, sage ich jetzt mal, banale Plörre in mich reinkippen, sondern ein Bier mit Charakter. Und das haben wir hier Auf jeden Fall jetzt gerade bei uns Craftbier, die Szene Craftbier oder so. Man trinkt irgendwann mal ein schlechtes Craftbier und ist dann der Meinung, alles Craftbier ist schlecht. Oder man hat mal ein dunkles Bier, das war zu bitter, zu weiß nicht was und hat dann das Gefühl, alle dunklen Biere sind schlecht. Wenn man sich darauf einlässt, dann man findet immer irgendwie den Bier Stil, der zu einem passt oder den man gern hat. So wie jetzt zum Beispiel auch das Hazy, was bei den Frauen sehr gut ankommt, was man ja eigentlich sonst nicht so erwarten würde. Aber es ist trotzdem spannend zu sehen, wenn man sich darauf einlässt, dann ist die Welt offen und ja, dann findet man, was man dann gern hat auf einmal.
Markus: Also ich habe auf jeden Fall heute zwei, drei Sachen gefunden, die ich sehr gerne hab. Habt ihr denn noch mehr dunkle Biere im Angebot?
Bruno: Ja, wir haben noch mehr dunkle Biere im Angebot. Da machen wir öfters mal einen Collab mit anderen Brauereien machen wir dann Stouts, Imperial Stouts und so. Wir hatten auch mit Zusammenarbeit mit dem Tram Depot in Bern mal eins gemacht. Da wollten wir schauen, also Sudhaus neu war unser, was bringen wir dahin in Alkoholgehalt? Wie stark können wir das so einbrauen? Und dann kamen wir auf 12 Volumen Alkohol und hatten das auch in Dosen gefüllt. Wir können ja bei uns Dosen abfüllen als einzige Brauerei im ganzen Kanton Bern und die wollten natürlich, dass wir auch in Dose haben. Und da haben wir das noch abgeklärt und das ist, ist immer noch und war das stärkste Bier, das jemals in der Schweiz in Dosen abgefüllt wurde. Eine lustige Geschichte,
Markus: eine Meisterschaft habt ihr schon mal gewonnen. Sehr schön. Wenn jetzt Leute zu euch zu Besuch kommen wollen, gibt es da Möglichkeiten? Gibt es da Brauereibesichtungen? Gibt es da Verkostungen? Wie kann man euch erleben, wenn man das möchte?
Bruno: Ja, genau. Auf unserer Webseite kann man die Brauerei Tours buchen, Degustationen buchen und sieht auch, wo wir irgendwo mitmachen an einem Bierfestival. Das nächste ist sicher das größte in der Schweiz, die Solothurner Biertage. Da sind wir auch vertreten mit einem Stand, mit weiteren 50 anderen Brauereien auch. Das ist das größte Bierfest in der Schweiz. Und die kann man auf unserer Webseite sicher informieren oder auch auf den sozialen Medien Facebook, Instagram mit uns verlinken. Dann weiß man Bescheid, was wir Wo
Markus: genau machen die Links gebe ich auf jeden Fall alle in die Show Notes, dann können die Leute da entsprechend schauen. Und kann man auch Bier bei euch bestellen? Also liefert ihr auch nach Deutschland oder ist das zollmässig? Schwierig?
Bruno: Das ist schwierig. Das ist sehr aufwendig und teuer und macht nicht so Sinn halt das zu machen. Das ist ein bisschen der Nachteil jetzt für die vielleicht für die Zuhörer, wenn sie das bestellen möchten. Wir liefern ganze Schweiz, machen wir Versand, aber nicht nicht aus dem Land raus. Aber vielleicht kauft jemand eine ganze Palette, dann machen wir das und mach die Verteilung dann von dort aus eben.
Markus: Also wir haben ja bestimmt auch professionelle Hörerinnen, die vielleicht da im Business ein bisschen sind. Das wäre doch mal spannend. Also weil gerade wenn es eine Brauerei eben noch gar nicht gibt in Deutschland zum Beispiel oder Resteuropa, dann ist es ja vielleicht ganz interessant, das mal anzugehen. Also coole Geschichte. Freuen wird es mich auf jeden Fall, weil dann könnte ich öfters mal da rein, verkosten uns natürlich auch.
Bruno: Wir hätten da auch Spaß dran natürlich wären auch ein bisschen stolz drauf, dass man unser Bier mit mehr Reichweite hätte.
Markus: Ja, also wir tun alles dafür und ich kann mich nur bedanken. Also von meiner Seite aus war das wirklich eine ganz, ganz schöne Verkostung, die wir jetzt hier an diesem Morgen so hingelegt haben. Eine tolle Reise durch die verschiedenen Biere. Mir bleibt auf jeden Fall hängen, wie intensiv und toll man mit Hopfen arbeiten kann. Das habt ihr wirklich in den Bieren grandios bewiesen und auch die Alkoholfreien haben mir beide sehr, sehr gut gefallen. Also das ist schon, das freut mich auch sehr in Bezug das, dass eben, wir haben es ja schon angesprochen, viele Brauereien heute eher so in der Jammerecke zu finden sind. Man muss einfach kreativ sein, man muss sich an seinen Wurzeln so ein bisschen sehen und man muss auch die Dinge, die man macht, dann eben entsprechend intensiv entsprechend ehrlich machen. Dann wird es in der Regel auch von der Kundschaft honoriert. Also Dankeschön für diesen Vormittag und für die tollen Biere und eure Geschichten und natürlich ganz viel weiteren Erfolg damit.
Bruno: Vielen Dank auch dir, Markus, für das gute Gespräch und für die tollen Worte. Das freut uns sehr.
Kurt: Auch von meiner Seite herzlichen Dank. Das war wirklich eine tolle Sache.
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