BierTalk Spezial 77 – Interview mit Christian Riemerschmid Von Der Heide, Braumeister aus Paris, Ontario, Kanada

In dieser Folge von BierTalk geht’s über den Atlantik nach Kanada – genauer gesagt nach Paris, Ontario (ja, wirklich Paris!). Markus trifft dort Christian Riemerschmid von der Heide: Braumeister, Beerjudge, Biersommelier – und ein Mensch, der gefühlt gleich mehrere Leben parallel führt. Vom bayerischen Bauernhof über internationale Stationen bei großen Brauereien bis hin zu seinem heutigen Alltag zwischen Farm, Honig, Cider und eigener Brauerei. Gemeinsam sprechen die beiden darüber, wie man Bier mit Herkunft und Bedeutung füllt: mit Trauben-Hybriden im Holzfass, mit einem ungewöhnlichen glutenfreien Bier aus afrikanisch inspirierten Rohstoffen, mit einem Weißbier, das dank Honig und einem Hauch Minze plötzlich eine ganz neue Dimension bekommt – und natürlich auch mit Rauch, denn ein Smoked Porter darf für Markus nicht fehlen. Eine Folge voller Geschichten, Weltblick und Bierideen, die man so nicht jeden Tag hört…

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BierTalk – Gespräche über und beim Bier.

Markus: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts Biertalk. Auf die heutige Folge habe ich mich schon ganz lange gefreut, aus mehreren Gründen. Ein Grund ist, es ist mal wieder eine Reise über den großen Teich. Das heißt, es geht auf die andere Seite des Atlantiks, diesmal aber nicht in die USA, sondern nach Kanada. Da bin ich schon mal sehr gespannt. Und andererseits, weil wir einen ganz lieben Kollegen, Bierjudge, Biersommelier treffen, Braumeister natürlich, der mit mir erst in einem Taxi war, auf dem Weg zum Bahnhof in Bayreuth. Und der letzte Satz, den wir gewechselt haben, war, lass uns mal einen Podcast machen. Und genau das machen wir jetzt. Sehr schön erstmal, Christian, dass du da bist und vielleicht sagst du zwei, drei Worte zu dir selber.

Christian: Ja, Markus, freue mich sehr. Ich bin der Christian Riemerschmid von der Heide. Ich sage immer, wenn ich Menschen treffe, der mit dem langen, sehr langen Nachnamen, also ich bin einfach nur der Christian und ich spreche heute mit Markus aus Paris, Ontario, das ist ein kleiner Ort, nicht in Texas, sondern in Ontario, auch nicht in Frankreich und ungefähr eineinhalb Stunden außerhalb von Toronto und bin seit 41 Jahren in der Braubranche und freue mich drauf, über das wunderbare Feldbier und alles, was drumherum gehört, zu sprechen mit Markus.

Markus: Ja, faszinierend. Also da waren ja schon Anknüpfungspunkte da, die werden wir jetzt nach und nach alle abarbeiten. Fangen wir vielleicht ganz vorne an, wenn du sagst, der mit den langen Namen, wie kommt denn sowas zustande? Also mit von der Heide und dann noch Riemerschmid. Wie kommt das zustande?

Christian: Das würde wahrscheinlich den Rahmen ein bisschen sprengen. Aber ich bin in München geboren, in Bayern aufgewachsen und bin von meinen Großeltern großgezogen worden auf einem Bauernhof, circa auch wieder eine Stunde außerhalb von München, in der Nähe von Wasserburg am Inn und bin als Christian Riemerschmid geboren Und dann hat meine Mutter noch mal geheiratet und irgendwann kam dann bei von der Heide noch dazu und deswegen bin ich direkt Riemerschmid von der Heide. Also die Nachnamen sind mir in dem Sinne nicht wichtig. Heimat ist mir wichtig und zu wissen, wo man herkommt und was für Werte man hat. Aber es ist natürlich immer lustig. Mama wünsche ich mir, ich hätte einen super kurzen Namen schreibt Christian, Chris und dann vielleicht nur von oder er hinten dran, aber gut, da hängt der ganze Rattenschwanz mit dran.

Markus: Das erinnert mich an einen anderen Podcast Gast, der heißt Claus-Christian Carbon, alles mit C. Und der hat sich als Spitznamen einfach CCC gegeben und lässt sich von allen Leuten so nennen. Das ist schon auch lustig. Also man kann das reduzieren, wenn man das will.

Christian: Aber interessant, wenn du das auf die Bierkategorien ummünzt, weil man sagt ja, Namen sind Schall und Rauch und in gewissem Sinne irrelevant, aber sie geben Kontext. Und das Faszinierende an unseren Bierstühlen oder Bier aus Bamberg oder Bier aus Nordamerika ist ja automatisch mit Kontext behaftet. Und dann wird es ja schon interessant, denn wir Brauer können ja New World Biere brauen oder wir brauen Klassiker. Und dann kommt es natürlich schon drauf an auf die Definition, auf das Detail. Und Namen sind halt oft so eine eingepackte Geschichte. Die sind schon faszinierender, wenn ich als Bayer im Exil, so nenne ich mich manchmal hier, wenn ich in Kanada Deutsche treffe oder jemand, der gar nicht Deutsch spricht, aber einen deutschen Nachnamen hat, da frage ich schon, wo kommst du eigentlich her? Oder deine Großeltern oder wann seid ihr mit dem Boot angekommen? Und es ist faszinierend, das ein bisschen nachzuvollziehen und dann auch Richtung Dialekt und dann wieder Richtung, okay, was haben die da wohl für ein Bier getrunken? Wie war das Brau, was da dem Ort, wo dein Nachname herkommt? Ich finde das wirklich faszinierend.

Markus: Ja, also schon ist man wieder beim Thema Bier. Eine letzte Frage noch zu dem Thema, weil es mir aufgefallen ist bei deinem LinkedIn Profil, da hast du oben im Kopf so eine historische Anzeige, wo ein Anton Riemerschmid eine Weinbrennerei und Liköre und Enzian und Essig und solche Sachen angeboten hat in München. Das heißt, die Familie hat schon irgendwie so eine gewisse Tradition in der Braut.

Christian: Absolut, ja. Also der Anton Riemerschmidt ist ein direkter Vorfahre von mir, der in München eben die Wein und Essiglikörfabrik hatte. Uns hatte früher auch die Praterinsel gehört in München. Wir haben auch die Kammerspiele gegründet, das war ein Familientheater von uns, das wir irgendwann der Stadt München übergeben haben. Die Familie hat eine sehr lange Tradition und eine sehr faszinierende Tradition und der Anton, der sozusagen Urgroßvater war, war in einer Zeit in München, die grob in die Industrialisierung gefallen ist und faszinierend. Die Familiengeschichte geht sehr weit zurück, fing in Burghausen ursprünglich an, dann in München. Es gibt auch einen Ableger in Wien, wo es auch eine Schnapsbrennerei gab und den berühmten Jugendstilarchitekten Richard Riemerschmid, der also ein direkter Großonkel von mir war, der also den Jugendstil geprägt hat, mitgegründet hat und der auch eben die Kammerspiele entworfen hat und viele tolle architektonische Sachen wie Vereinigten Werkstätten in München. Ja, da ist eine tiefe Familiengeschichte, da bin ich auch sehr stolz drauf. Und das eine oder andere Etikett ist auch ein bisschen jugendstilinspiriert. Und eins meiner Produktlinien, ich habe eine Bierlinie, die nennt sich Tagwerk, da ist viel Geschichte drin von der Riemerschmid Familie beim Geburtstag München etc. Da können wir vielleicht ein bisschen drüber schnacken, kann ich vielleicht später ein bisschen erzählen.

Markus: Auf jeden Fall, da kommen wir bestimmt noch dazu. Also mir ist gerade so im Kopf gegangen, als du gesagt hast, damals Industrialisierung, krasse Zeit, Wenn wir heute so ein bisschen überlegen, ist ja immer so die, ja, was haben wir jetzt alles für Umbrüche mit KI, mit Digitalisierung, mit Robotik, mit was weiß ich was. Und wahrscheinlich ist es damals den Leuten auch so vorgekommen, so Anfang des 19. Jahrhunderts, wenn dann auf einmal überall Dampfmaschinen stehen und die Pferde aussortiert werden und irgendwelche Wägen rumrollen und die ersten Versuche da mit Strom laufen, was weiß ich was. Also da hat sich ja auch eine ganze Welt gewandelt. Und das ist eben jetzt vielleicht auch ein bisschen wieder so und interessant, wie man dann so im Nachhinein auf solche Zeiten guckt. Aber lass uns mal auf die auf die Jetztzeit erstmal schauen. Was machst du denn jetzt da in Kanada, in Paris, was tust du da?

Christian: Also in der Jetztzeit bin ich zum einen Bauer oder Farmer, wie man auf Englisch sagt. Ich habe einen Bauernhof, auf dem ich ein Hobby-Bauernhof, glaube ich, das ist schon relativ groß, 50 Hektar, aber der ist auf einer Halbinsel auf dem Niagara Escarpment, also dieser Gebirgssteinformation, die von den Niagarafällen etliche hundert Kilometer in den Norden in den Lake Huron geht. Und der Huron See ist also der zweitgrößte See hier in Kanada, da habe ich eine Farm in einem Naturschutzgebiet, das UNESCO World Biosphere und da ist alles organisch, da gibt es Äpfel, Kartoffeln, Knoblauch, Bienen und auf dieser Farm mache ich Honig, Honigwein oder Met und Apfelcider oder Cider und auch Apfelessig, ich weiß gar nicht, wie das deutsche Wort dafür lautet. Und außer den Bienen gibt es keine Tiere, aber sehr viel Natur Ahornsirup noch und da sind wir gerade dabei momentan unsere Ahornbäume anzuzapfen und momentan ist gerade Ahornsirupzeit. Das ist das eine, das ist der Bauernhof und der Bauernhof ist eine Kombination für kreativ sein, für mit der Natur verbunden sein und vielleicht so ein bisschen back to the roots, weil ich auch Hoffen Bauernhof in Bayern aufgewachsen bin. Ich habe dort eine Pilotbrauerei, wo ich alle Biere, die ich entwickle in dieser Pilotbrauerei erst einmal kreiere, designe und so ein kleines Flavor Lab, wo ich auch an funktionellen Getränken arbeite, beim Essig zum Teil etc. Also es ist so eine Mischung zwischen Leidenschaft, Naturverbundenheit etc. Und ich bin froh, wenn ich die Rechnungen dort zahlen kann. Also es ist kein ein kommerzieller Betrieb, sondern es ist ein Lifestyle Entscheider. Die zweite Sache und vielleicht die wichtigste ist die Brauerei Paris Brewing and Malting, also der legale Name. Wir nennen uns von Paris Beer Company, die ich zusammen mit Geschäftsfreunden vor fünf Jahren gegründet habe. Und diese Brauerei, die Paris Beer Company, ist in Paris, Ontario, wunderschön gelegen in einem alten Gebäude, in dem man früher Textilien gemacht hat zwischen zwei Flüssen. Da gibt es den Myth River und den Grand River und da ist dieses Gebäude von 1850 1860 und dort haben wir eine kleine Brauerei und in dieser Brauerei produzieren wir die Biere und haben ein Restaurant, haben einen Bottle Shop, wo wir unsere Biere verkaufen und auch einen sogenannten Indoor-Markt. Das muss man sich vorstellen wie so eine Markthalle. In dieser Markthalle gibt es einen Metzger, gibt es einen Bäcker, haben einen Kaffee und haben verschiedene Stände und auch Künstler, die dort ihre Sachen machen. Das ist unser Geschäft und hier machen wir unsere Biere und hier ist mein Haupteinsatzort. Mein drittes Standbein ist durch die vielen Jahre, die ich für große Brauereien gearbeitet, für große Konzerne, Guinness, Lavat Interblue etc. Habe ich sehr viel Strategie gelernt, Coaching, die man Strategie in Realität umsetzt und habe also noch eine Beratungsfirma. In dieser Beratungsfirma habe ich selektiv Kunden, die eine Brauerei sind oder in der Rennerei oder jemand, der eine tolle Limo machen will und der Helf mit Strategie, mit Produktentwicklung. Ich mache sehr viel Audits, aber letztendlich immer dort, wo wir eine Chance sehen, Sachen zu optimieren oder was ganz Tolles zu kreieren. Das sind meine drei Standbeine, die Farm, die Brauerei und mein Beratungsgeschäft.

Markus: Ja, also andere Leute würden dafür wahrscheinlich drei Leben brauchen. Du vereinst das alles in einem und es klingt für mich so ein bisschen nach der Allzweckwaffe, wenn es um Getränke geht, was ja eigentlich auch gut ist. Vielleicht noch bevor wir da tiefer einsteigen zum Setting, also wie groß ist denn Paris eigentlich und wo in Kanada ist das ungefähr, wenn man das so von der Landkarte sieht, wie schaut es da aus?

Christian: Ja, wenn ich mir jetzt den kanadischen Footprint anschaue und auf die Google Maps oder auf eine Karte blicke, wenn also vor mir Toronto ist, dann ist auf der linken südlichen Seite, links unten, geht es also von Toronto circa 110 Kilometer nach Paris, Ontario. Paris Ontario liegt südwestlich von Toronto und Städte, die in der Nähe sind, ist Branford, Ontario und Cambridge, Ontario und ist auch nicht weit weg von Hamilton. Und Hamilton war so wie wir das im Ruhrpott haben, so ein Stahl, eine alte Stahlstadt am Wasser gelegen und Branford war, da hat man früher Traktoren gebaut, so ein bisschen wie das Detroit von den USA in Michigan und Paris, Ontario, sehr faszinierend, wurde mehrmals als schönste Stadt Ontario gewählt, weil es hier ganz klassische Backsteingebäude gibt und zwischen den zwei Flüssen liegt, hat sich aber sehr verändert. Also da ist sehr viel Häuser gebaut worden und es gibt quasi den alten Kern, der wunderschön ist, sehr romantisch und dann drumherum große Wohngebiete, die sich da angesiedelt haben. Und wie es halt so ist in einem Land, das Immigration fördert, frisst sich sozusagen die Zivilisation jetzt von Toronto auch immer weiter in den Westen rüber. Und du hast also jetzt sozusagen in Ontario, von Toronto bis nach Paris, das sind 9 bis 12 Millionen Menschen und es ist knapp ein Drittel von Kanada ist in diesem Bereich, so muss man sich das vorstellen. Wunderschöne Natur, viele Seen, tolle Menschen, aber eben auch einer der Plätze wo es busy ist.

Markus: Wahnsinn. Also da bekomme ich immer mehr Lust, da auch unbedingt mal vorbeizuschauen. Einen Eiffelturm habt ihr aber nicht oder

Christian: einen Eiffelturm haben wir nicht. Und dieses Paris Ontario, der Name ist absolut irreführend. Ich glaube nicht, dass jemals irgendeiner der Städteväter oder Mütter aus Frankreich kam, sondern letztendlich waren das alles schottische, irische und auch deutsche Einwanderer, die das hier gebaut haben. Und ursprünglich hieß die Stadt Forks on the Grand, weil Paris zwischen den zwei Flüssen liegt. Das muss man sich wie so eine Gabel vorstellen und Forks on the Grand, wie auch immer der Name genau war. Und wie die Hydrokraftwerke, also die ersten elektrischen Wasserstromanlagen, die Turbinen erfunden worden sind, sind also ein paar platziert worden in Paris. Zwischen den zwei Flüssen wurde Strom erzeugt und mit diesem Strom konnte man eine Textilfabrik aufmachen, man konnte eine Plastermill machen, wo man also Gipsplatten gemacht hat, eine Getreidemühle, eine Flour Mill für die Bäcker. Und in dem Bereich um Paris drumherum ist wahnsinnig viel Gips und Calcium in der Erde. Und das nennt sich im Evolution Plaster of Paris. Und wie also dieser Strom kam, wahrscheinlich verliere ich jetzt alle, was redet er da, der Christian? Also wie der Strom kam, kam Wirtschaftskraft, mit der Wirtschaftskraft kamen Jobs, mit den Jobs kamen Immigranten. Und dann hat also der damalige Bürgermeister oder die führenden Politiker gesagt, ja, wir können nicht einfach irgendwie so einen komischen Namen hier mit Grand on the Fox or Fox on the Grand haben, sondern wir brauchen was, was also wirklich repräsentativ ist für diese aufstrebende Stadt. Und dann haben sie sie Paris genannt, ohne irgendeinen Bezug zu Frankreich. Aber es klang gut und hat die Leute, hat die Leute fasziniert. Und natürlich kriegen wir Touristen im Sommer, die hier kommen, weil es Pariser sind, die den Eiffelturm suchen, die gibt es

Markus: wirklich wahrscheinlich viele Amerikaner. Nein, lassen wir das mal. Aber sehr witzig. Also ich muss sagen, nein, ich finde es hochinteressant und vor meinem geistigen Auge ist es da eigentlich so ein altes Computerspiel irgendwie abgelaufen, Also wo man dann erst so die ersten Sachen pflanzt und dann ergibt das eine das andere und dann wird es größer und dann wächst das und dann kann man das immer weiterentwickeln und so ungefähr ist es ja auch. Also super spannend, wenn wir zurückgehen zu deiner Brauerei oder zu diesem Gesamtunternehmen. Wenn man auf den Bierteil guckt, dann sieht man da ja tatsächlich auch ganz viele Verbindungen zu den anderen Teilen in der Farm und so. Also ihr habt ja also erstmal eine unglaubliche Vielfalt an Bieren, die es da gibt und dann eben auch mit den unterschiedlichsten Ingredienzien, also vom Honig eben über irgendwelche Kräuter bis hin zum Cider oder auch zum IGA, also Italian Grape Ale oder solche Sachen. Das ist schon unheimlich vielfältig. Also das geht so ein bisschen Hand in Hand wahrscheinlich, oder? Einerseits, was ihr auf der Farm macht und andererseits, was ihr in der Brauerei macht.

Christian: Ja klar, wir haben als Tagline Farmers and Brewers. Wir sind alle Farmers Brewers. Also meine Geschäftspartner, die Edgar-Familie, die hier seit vielen, vielen Generationen ansässig ist, mit denen ich das zusammen hier betreibe, sind Farmers. Ich habe ihnen das Braun beigebracht und ich habe meine kleine Farm und wir sehen ganz klar die Verbindung zwischen der Erde und dem Produkt. Farm to Fork, wie auch man das nennt. Wir bauen seit acht Jahren unseren eigenen Hopfen an und alle Biere sind 100 Prozent mit unserem eigenen Hopfen auch gebraut. Sind wir sehr stolz drauf. Aber für uns ist es nicht so, dass ich da jetzt irgend so ein Marketingkonzept habe, wo ich sage, ich muss das jetzt alles so machen, damit es gut klingt. Es ist weniger strategisch, sondern es ist einfach nur authentisch. Und meine Geschäftspartner und ich wir sind so, dass wir nach dem Sinn suchen und dass wir Sachen machen wollen, die irgendwie mehr Bedeutung haben und die irgendwo spannender sind. Und ich bin so einer, der immer schon so verliebt war ins Bierbrauen und ins Brauwesen und die Braugeschichte und alles, was dazugehört, dass ich das so sage wie damals die Motorradwerbung von Harley Davidson Don’t dream, do it. Das eine ist, über Sachen zu reden und das andere ist, sie zu machen. Und jeder, der vom Hopfen ein bisschen Verständnis hat, weiß, wie komplex, wie schwierig das ist und wie schnell man entweder die Qualität nicht hinbringt oder nur Geld verliert. Das dann zu machen, umzusetzen, die Qualität zu kriegen, das ist eine ganz eigene Herausforderung. Also das ist so ein bisschen der Kontext. Und dann habe ich natürlich überall gebraut. Ich habe meine Lehre gemacht in der kleinen Brauerei in Aschau am Inn. Ich habe beim Augustiner meine Gesellenzeit verbracht in München, dann habe ich ein Weihenstephan studiert, habe was dazugelernt, dann bin ich nach Kanada ausgewandert, habe da was gelernt, dann habe ich in Belgien für Interbrew sämtliche Biere gebraut und gemacht und weiterentwickelt. Ich bin nach Dublin und London gezogen, ab Guinness weltweit verantwortet und habe in St. James’s Gate, der Pilotbrauerei, haben wir Sachen gemacht. Ich habe in Afrika gelebt, in Afrika gebraucht. Also logischerweise kommt da natürlich so eine Wahnsinnsmischung zwischen nationalen, internationalen Bierstilen und dann halt auch so dieses Crossover, also dieses Italian Grape Ale, das ich braue, ist insofern naheliegend, weil die Niagara-Halbinsel oder Niagara ist eine große Obst und Weinbaugegend. Hier stunde weg von uns, eineinhalb Stunden weg und da kriege ich von einem Weingut eben ganz tolle frisch gepresste Trauben und es ist natürlich klar, dass ich damit was machen will und die lokalen Produkte einarbeiten will.

Markus: Ja, also das finde ich schon mal einen wahnsinns Ansatzpunkt, einfach zu sagen, wir nehmen die vielen Möglichkeiten, die uns die lokalen Farmer eben bieten und vielleicht kann man ein bisschen anhand von den Bieren da so reinschnuppern. Jetzt, weil du es gerade genannt hast, das sich auf der Website gefunden hat, nennt sich Birra Rossa, das ist wahrscheinlich das, worum es geht und da hast du eben die Cabernet Trauben von NI Microfauls von diesem Gebiet. Wie läuft es ab? Also kriegst du da die Trauben oder den Saft oder verläuft es von der Verarbeitung her?

Christian: Ja, es ist erstmal so, dass es natürlich in den Italian Grape Ales unterschiedliche Ausrichtungen gibt, denn ich habe mich für eine entschlossen, die weniger Aromen von der Gärung produzieren möchte, sondern mehr von den Trauben und von dem Bier, das ich dazu braue. Und das ist so eine Grundsatzentscheidung. Wenn ich mit dir beim European Beer Star tolle Grippe probiere, dann sind die südtirolerisch geprägt oder italienisch geprägt sehr oft und ich bin so eine leicht andere Richtung gegangen. Also schon mal vom Grundsatz her ein bisschen anders. Aber was mir ganz, ganz wichtig ist, dass ich eben wie ein Butterkoch mir die tollsten Rohstoffe aussuche. Das heißt für das Italien Grape und für diese Cabernet Franc an dem Tag, wo die in der Früh geerntet werden, da fängt die Ernte sehr früh an, hole ich die vom Weingut ab, direkt frisch gepresst und ich bestimme, wie viel von der Schale mit dabei ist. Und das Weingut hat Christian, du willst bestimmt nur den Saft. Nee, nee, ich will Witze Schale. Und dann kommt es also an, bzw. Wir holen das selbst ab, 2000 Liter Behälter, also 2000 Liter Saft, die ich da abhole. Und dann zur gleichen Zeit wird in der Früh sehr früh eingemaischt. Und in dem Fall habe ich also mein helles Bier, das damit mit dem Saft vermischt wird. Und dann machen wir ganz frisch das Bier zum Ausschlagen. Der frische Saft kommt dazu. Und dann habe ich eine Hefe aus Argentinien, eine Weinhefe, die ich da benutze, einen Malbec-. Ja, und dann vergäre ich diesen Hybrid zwischen diesem Cabernet Fran und meiner hellen Würze. Unser helles heißt Headgate und darum wird es bei uns im Brauereikämmer vergoren. Und dann lasse ich die Hauptgärung so, dass ich die Temperatur nicht kontrolliere. Es ist eh schon Herbst, immer zur Erntezeit, meistens im Oktober, wenn ich das braue und lasse also die Gärung sozusagen machen, auf was sie Lust hat und kühl das also nicht ein, was ja auch für die Weinseite nicht untypisch ist und der Keller ist kühl genug, dass das auch gut funktioniert. Und dann lasse ich diese Hauptgärung so, dass die Schale zum einen Farbstoff Tannine abgibt, wesentlich länger im Gärtank bleibt, als es eigentlich üblich ist für einen Rotwein oder für bestimmte Rotweine. Das ist immer so ein Kernschritt. Und dann nach circa drei Wochen geht es in die Lagerung. Und da habe ich erst noch mal eine Lagerung im Edelstahl und dann geht es ins Holzfass. Und im Holzfass liegt es zwischen drei und neun Monaten. Ich mache das jedes Jahr ein bisschen anders. Ich gehe dann nach dem Geschmack, also ich ziehe die Proben jeden Monat, aber wenn ich sage, so, jetzt ist es fertig, dann wird es abgefüllt und wenn es nicht fertig ist, bleibt es länger liegen. Und im ersten Jahr war es so, dass ich einen ganz tollen Geschmack hatte und dann habe ich es noch liegen lassen und dann hat sich der Geschmack ins Negative verändert und dann habe ich es komplett liegen lassen und dann nach neun Monaten wurde es wieder ganz toll und dann habe ich es aus dem Fass gezogen nach neun Monaten. Aber das ist halt auch wieder eben, das muss man alles lernen, da ist man nur bedingt selbst in Kontrolle. Das heißt, wenn ich Bier Rossa mache, das mache ich jetzt seit drei Jahren, ist es jedes Jahr ein bisschen anders und die Lagerzeit ist ein bisschen anders.

Markus: Das ist auch irgendwie so ein kontinuierlicher Lernprozess, oder? Also ich meine auf der einen Seite natürlich, dass man immer wieder kontrolliert und nach den Rohstoffen geht, aber auch immer wieder von den Verfahren oder von den aufeinander folgenden Schritten das auch variiert und jedes Mal wieder ein bisschen was dazulernt, oder?

Christian: Absolut. Und es ist lifelong learning und ich unterrichte ja auch so ein bisschen auf der Sommelier Seite und trainiere die Leute und erzähle so ein bisschen natürlich über das Wissen, bis ich mir so 40 Jahre angehäuft hab. Und ich sage immer, es gibt keine absolute Wahrheit, auch im Braun nicht. Natürlich gibt es physikalische Gesetze, es gibt Fakten, wie viel Kilomials geben dir wie viel Alkohol, aber wir lernen alle als Brauer dazu und müssen weiterhin offen bleiben. Denn es ist einfach so faszinierend, dass wenn du die Hefe zum Beispiel nimmst, die Hefe, die ja seit wirklich langer Zeit untersucht wird und in vielen Universitäten mit allem Hightech durchleuchtet und magnifiziert wird und getestet wird und die Enzyme und die Pathways, you name it. Wir lernen immer noch dazu. Es gibt immer wieder eine neue Überraschung, immer wieder eine neue Hefesorte und du kombinierst eine Sache anders beim Braun und schon schmeckt sie wieder anders. Insofern glaube ich, ist dieses Lernen wahnsinnig wichtig. Und dann die philosophische Ist es immer Repeatability. Will ich immer genau dasselbe Rezept machen, um immer wieder dasselbe zu kriegen? Das ist ja die eine Grundphilosophie von vielen Brauern und das schlüsselt mich auch nicht aus. Oder will ich eben so ein bisschen, nicht unbedingt Kreativität, aber so ein bisschen Abenteuer walten lassen und schauen, ob ich eine andere Nuance rauskitzel, um eigentlich nochmal für den Konsumenten ein tolleres Erlebnis zu kriegen. Denn für mich ist ein toll gebrautes Bier ein Bier, wo du von Haus aus Lust hast, natürlich den zweiten Schluck zu nehmen oder noch ein Glas zu trinken, das dich fasziniert. Aber auch ein Bier, das lange Geschichten erzählen kann, Ein Bier, das eben nicht nur so ist, dass es mich erfrischt, sondern ein Bier, das mir die Geschichte erzählt. Und das Bier Rossa, unser Grape Ale, kann dir viele Geschichten erzählen, weil es halt einfach eine Komplexität hat und die Flavors zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufmachen. Ich weiß nicht, wie es dir geht, Markus, aber Sommelier ist für mich eines der faszinierendsten Sachen. Das Timing, wenn die different flavours und die unterschiedliche Haptik und das Retronasale kommt plötzlich durch und dann trigeminal Nerv plötzlich spürt dieses Tickling und die Tannine. Und ich finde es einfach faszinierend.

Markus: Ja, also klar. Und insbesondere bei so komplexen Bieren wie diesem da und das zeigt ja auch irgendwie so ein bisschen diese Vielfalt, die die Bierwelt einfach hat. Also es gibt Biere, sage ich jetzt mal, so ein Standard Helles oder sowas, da ist es vielleicht wirklich wichtig, dass man eine konsistente, immer gleiche Qualität hat, weil die Leute da auch eine Erwartungshaltung haben und weil es halt zu dem Konsum Punkt auch irgendwie passt. Wenn ich sage, ich will einfach, keine Ahnung, nach dem Rasenmähen mein Helles trinken, dann ist es auch wunderbar und dann will ich da auch gar nicht so viel drüber nachdenken. Aber dann habe ich halt andere Gelegenheiten, wo ich sage, jetzt möchte ich mal Bier, was, was ich eben genießen kann, was mir Geschichten erzählt, was mich auch ein bisschen fordert, vielleicht auch ein bisschen fördert, weil ich gezwungen bin, mich damit auseinanderzusetzen und was mir dann eben auch alles abverlangt von der Sensorik her. Und da bin ich dann halt bei so einem Bier und da ist es dann ja eigentlich logisch, dass das gar nicht immer gleich sein kann, weil es halt immer lebendiges Naturprodukt ist, was von so vielen Zutaten und Zeit und Temperatur und was weiß ich, was allem abhängt, ernten, dass man einfach dann jedes Mal da wieder überrascht wird und sich überraschen lassen kann. Und da ist die Kontinuität vielleicht einfach im positiven Sinne der Wandel. Also dass man immer weiß, OK, ich kann mich darauf verlassen, dass das an sich gutes Produkt ist, dass das mit guten Rohstoffen und einer schönen Idee hergestellt ist, aber innerhalb dieser Parameter, die alle positiv und für mich gut sind, gibt es halt einfach diese Unterschiede und die Veränderungen, die da auch stattfinden, mit denen ich mich dann halt als Konsument auch auseinandersetzen muss. Ist denn dieses Bera Rossa am Ende für die Leute eher ein Bier oder eher ein Wein oder verstehen die das als Hybrid?

Christian: Die verstehen es als Hybrid. Für mich als Sommelier würde ich sagen, ich bin fast mehr auf der Weinseite und hinterfrage mich das selbst. Also Geschmack ist, ich denke, ziemlich genial und es ist sehr erfolgreich, wird von mir auch als Premium Produkt verkauft, sowohl in der Flasche als auch eben in so einer Sleek Can, wo du das eben als Aperitif trinkst und dann in der Flasche, um eben, wenn wir hier in unserem Restaurant unsere Leute ein Menü machen, da können sie eben eine Alternative zu einem Prosecco oder eine Alternative zu einem Sekt oder zu dem Rotwein, gibt es eben unser Bier Ross weil ich, Entschuldigung, spreche schon Englisch hier, weil ich das Produkt relativ lange eben auf der Schale, auf der Traubenschale liegen lasse mit den Kernen. Auch dazu habe ich natürlich ein bisschen ausgeprägteres, eine ausgeprägte Tiefe, die durch die durch die Tannine und durch die Farbstoffe natürlich ein bisschen mehr an Wein erinnern. Und das Helle ist ja von Haus aus kein hochgehopftes Bier. Da würde ich sagen, fehlt natürlich das eine oder andere, wo du sagst, das ist jetzt hier ein Fifty Fifty Hybrid. Also wahrscheinlich könnte man sagen, liegt die Flavor Balance vielleicht 70 Prozent bei den Trauben und 30 Prozent bei Malz. Und ich werde auch sicherlich was anderes probieren. Ich habe eine Riesling-Variante auch gemacht, die ist aber weiterhin noch im Fass, die ist seit vier Jahren im Fass und da habe ich mich noch nicht so richtig herangetraut. Da habe ich noch nicht meinen Eureka Moment gehabt, wie ich sage, okay, so mache ich das Finish für das Bier und die Farbe von dem Bier Rossa und der Geschmack ist es einfach, Geruchgeschmack ist einfach so, dass du es gleich lieb hast und schmeichelt richtig schön und da passen einfach die Dimensionen süß, sauer und bittere. Aber ist wahrscheinlich eben nicht so stark, dass die Bierwürze so stark durchkommt.

Markus: Vielleicht ist es auch einfach eine Frage, wie die Dinge miteinander zusammenkommen oder miteinander in Harmonie gehen. Und ich kann mir gut vorstellen, dass dieser leichte Hopfen aus der hellen Würze sich dann eben mit den Tanninen ganz gut verbindet und das dann eigentlich so einen Übergang gibt von der leichten Hopfenbittere zu diesen eher intensiveren Tanninen und auf der anderen Seite vielleicht die Kerne aus den Trauben. Da kommt ja immer auch so ein bisschen was n was Marzipaniges rüber, dass das wiederum sich ganz schön verbindet einerseits mit dem Bierkörper und andererseits auch mit den Fassaromen, die ja da auch noch mal dazu kommen. Also wie gesagt, ich kann jetzt spekulieren, weil ich das Bier nicht da habe, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das einfach eine schöne Brücke bildet. Und das macht ja eigentlich auch total Sinn, jetzt von der Logik her, dass man sagt, man hat eben was, wo ich Anteile aus dem Getreide, aus dem Hopfen habe, Anteile aus den Trauben und Anteile dann eben aus der Fasslagerung und der Alterung und man nutzt die Trauben so als Bindeglied dazwischen, was oft bei reinen holzfassgelagerten Bieren nicht so gut funktioniert. Da hat man dann eigentlich schönen Übergang. Also ich freue mich auf jeden Fall drauf, das mal zu probieren.

Christian: Ja, I hear you, sagt der Kanadier. Ich werde, wenn wir zusammen verkosten beim European Beer Star, ich werde es mitbringen, auf alle Fälle, verspreche ich dir. Und da wäre schön, wenn wir das zusammen mal probieren und vielleicht auch noch ein bisschen Food Pairing dazu machen. Und du hast es wunderschön gesagt. Also das Interessante ist, dass man vielleicht sagen kann, dass das Bier rossa mit dir wie ein Wein spricht und die Dinge, die du angesprochen hast, aber eigentlich ist es für dich dann wieder eher ein bisschen mehr auf der Bierseite. Du hast eben nicht diese Säure, du hast nicht diese. Manchmal fällt man ja beim Wein so ins Leere so ein bisschen und manchmal sind ja auch die Schwefelnoten, das Bier ist nicht geschwefelt, aber beim Wein hast du natürlich auch mal so Schwefelnote oder so Sulfitnoten, die hinten zu stark rauskommen oder eben auch das butterige Diacetyl, das ja sehr viel Rotwein ist. Es ist alles nicht da. Also es ist, glaube ich, ein Weintrinker wird ganz klar merken, das ist anders. Der Biertrinker sucht wahrscheinlich ein bisschen mehr wie das Bier. Aber gut, es ist, was es ist. Ich denke sehr erfolgreich, wie das Rezept ist. Ich habe aber auch Lust, eine Variation zu machen. Vielleicht mache ich das dieses Jahr im Herbst, wenn eins meiner Biere ist mein Tagwerk Farmhaus Bier und da benutze ich eine norwegische Kveik und da habe ich natürlich ganz andere funky Aromen mit dabei und es könnte durchaus interessant sein, dass ich ein Kveik Hybrid mit den Trauben mache und mal schauen, was da rauskommt.

Markus: Total spannend und ich freue mich darauf, es zu probieren. Wie ist denn der kanadische Kunde so? Also wenn ich jetzt gerade überlege, wenn so jemand wie du sowas jetzt hier in Deutschland machen würde, dann wäre der wahrscheinlich vor 5, 6, 7 Jahren hochgelobt und hochgejubelt und gefeiert gewesen und hätte mittlerweile völlig ernüchtert seinen Laden zugesperrt. Ja, ist also muss man bedauerlicherweise sagen, so ist momentan hier die Lage auf dem Biermarkt. Wie ist es denn in Kanada? Also wissen die Leute das zu schätzen? Können die mit so einer komplexen Vielfalt an ganz anderen, ganz verschiedenen spannenden Bieren umgehen?

Christian: Ich würde sagen, auf alle Fälle. Also benutze ich jetzt mal nicht nur Kanada, sondern der Nordamerikaner ist offen zu Innovationen. Und hier haben wir ja eben den Bezug zu Niagara, also das ist local. Sie haben den Bezug zu der Brauerei, wo sie mit dem Braumeister sprechen können, wie Brauanlage sehen. Das heißt, da ist jetzt nichts abstrakt, sondern hey, wie macht ihr das eigentlich? Wie ist das eigentlich? Und du kannst jederzeit in unsere Brauerei reinmarschieren und irgendeiner von unseren von unseren Brauern oder ich selber oder meine Geschäftspartner können die Geschichte erzählen. Und dann habe ich auch auf dem Etikett drauf, wo ich die Trauben herhole. Es ist alles transparent, nachvollziehbar und dadurch glaubhaft. Ich glaube, dadurch nimmt man so ein bisschen das Fremde dran. Und dann denke ich, hat unser Grafikdesigner einen super Job gemacht, wie das Pira Rossa ausschaut, ganz nüchtern, sauber und es schaut auch einfach appetitlich aus. Und dann habe ich einen Preispunkt ausgesucht wie meine mittelteure Flasche Wein hier in Kanada, aber nicht super teuer und nicht super billig. Das heißt, letztendlich sage Es ist eine Alternative zum Wein selbe Drinking occasion, zelebrieren, feiern, sharing mit Food oder als Aperitif Und du zahlst nicht mehr als den Wein, den du trinken würdest, Du zahlst weniger, als wenn du dir einen Cocktail kaufst. Und insofern passt es. Und ich glaube, das ist immer auch so meine Message für die deutschen Brauer, die wirklich absolut unterbezahlt sind für die wahnsinnstollen Biere, die da gebraut werden. Ihr müsst anders kommunizieren. Ihr müsst auch eben Kunden finden, die verstehen, dass der Mehrwert von einem fantastischen Biernitor in der Spezialität liegt. Es muss nicht immer ein Spezialbier sein. Es kann kann ein ganz klassischer Bierstil sein, aber eben was es repräsentiert die Bekömmlichkeit, die positiven Nährwerte, die ein Bier hat, der hohe Wassergehalt wirklich ja auch was Positives für den Körper ist. Denn alles, was einen sehr hohen Wassergehalt hat, wie du weißt, ist sehr schnell umsetzbar vom Körper. Da muss man einfach auch ein bisschen die Geschichte besser erzählen und zwar nicht im Marketing Language, sondern es muss greifbar sein. Ich glaube, hier ist eine Chance, wo man dann den Kunden kriegt, das zu kaufen, wenn man dem Kunden hilft, das Produkt zu verstehen.

Markus: Da fällt mir zum Beispiel euer Amphora Bier ins Auge. Einerseits, weil es auch sehr bildhaft ist, da können wir auch gleich drüber sprechen und andererseits, weil es auch als glutenfrei bezeichnet ist, was ja in Deutschland auch noch nicht wirklich angekommen ist, in anderen europäischen Ländern schon. Wie ist das denn generell in Kanada? Ist glutenfrei dann Thema?

Christian: Glutenfrei ist ein großes Thema und es läuft jetzt unser Podcast ohne Kamera. Wenn du mich jetzt sehen würdest, würdest du sehen, dass ich ein bisschen schmunzel. Ich schmunzel deswegen, weil natürlich da so ein bisschen ein Hype gemacht wird und viel geredet wird. Und faktisch gesehen ist es ja so, dass der Anteil von Gluten auch in einem glutenhaltigen Bier schon stark reduziert ist durch den Brauprozess. Das heißt, es ist natürlich immer die Sind die Leute wirklich gluten sensibel? Sind sie Celiacs? Haben sie da wirklich eine starke Allergie oder nicht? Aber es gibt keinen Supermarkt, kein Restaurant, was das nicht hat. Es gibt wenig Brauereien, die glutenfreies Bier machen, was sehr gut ist. Dadurch gibt es eben auch nicht diesen Wettbewerb. Und unser Amphora wurde vor zwei Jahren als bestes glutenfreies Bier Kanadas gewählt bei dieser Online Plattform Untapped. Das wussten wir gar nicht. Wir haben irgendwann ein Zertifikat gekriegt und oh gut, wir haben das beste kanadische glutenfrei Bier. Wusste ich gar nicht. Es ist natürlich absolute Nische jetzt für uns. Ich mache Da im Jahr 4, 5, 6, Sude, 10 Hektar, aber es wächst und da ist ein richtiges Interesse dran. Und ich bin auch da wieder ein bisschen anderen Weg gegangen, der mit meiner Zeit in Afrika zu tun hat. Kann ich gerne darüber erzählen, wenn es dich interessiert. Aber da kommt es am Vorrat. Ja, okay, soll ich loslegen?

Markus: Natürlich. Das war ja auch einer der Gründe, warum ich danach gefragt habe, weil bei uns ist es ja so, in Deutschland macht man sich viele Gedanken und am Ende kommt man wegen Reinheitsgebot immer dahin, dass man sagt, okay, wir versuchen es halt über einen langen Lagerprozess und über andere Möglichkeiten während der Würze bereit tun, da irgendwie die Gluten abzusenken. Oder wenn du halt nach Italien oder England oder sowas gehst, dann setzen wir sie halt irgendwelche Enzyme zu, um am Ende glutenfrei zu sein. Aber du bist ja einen ganz anderen Weg gegangen.

Christian: Ja genau. Bei mir werden keine Enzyme zugesetzt, da ist nichts Unnatürliches dabei. Und auch erst seit letztem Jahr ist es so, dass wir das glutenfrei ausloben und wir die entsprechenden Enzymtests machen, um auch zu garantieren, es ist glutenfrei. Punkt ist, es wird mit glutenfreien Rohstoffen gebraut, in meinem Fall Hirse, also 100 Prozent Hirsebier oder Sorghum. Manche nennen es auch Millet. Also wie gesagt, da gibt es eine Familie von Gräsern, die da reinpassen Und ich habe auch wieder ein bisschen von meinem Honig drin, von der Farm, meinen wilden Honig, um das auszubalancieren und habe ein paar Mandarinen mit drin. Und diese Mandarinen sind getrocknete Mandarinen, die auch ohne Konservierungsstoffe getrocknet werden, um dem ganzen Bier so ein bisschen eine Balance ins leicht Fruchtige und leicht Süße von dem Honig zu vermitteln. Es ist aber ganz klar, ein Bier trinkt sich wie ein Bier. Und ich würde mal sagen, die Würze ist noch im Reinheitsgebot hergestellt, im Grundprinzip Sorghum heißt es natürlich nicht im Reinheitsgebot, aber es ist organisch, ohne Spritzmittel, ohne Dünger. gedarrtes Sorghum und der Honig und die Mandarine haben nur die Aufgabe, das Trinkerlebnis zu verfeinern. Wenn du also Hirsewürze vergärst und hopfst, hast du so ein bisschen fruchtigen Charakter. Es vergärt recht gut, es ist relativ trocken und deswegen wollte ich das so ein bisschen mit anderen natürlichen glutenfreien Sachen nachhelfen und deswegen mein Honig von der Farm, der für meinen Bienen direkt kommt, den ich selber schleuder, kaltschleuder und dann diese konservierungsfreien, getrockneten Mandarinen, die den ganzen Hauch Orange oder Mandarine Geschmack haben. Das Ganze haben wir als ein Collab ursprünglich gemacht, wo ich eine Brauerei in Ruanda unterstützt habe, die von Frauen gegründet worden ist. Auch eine lange Geschichte und das war der Ursprung und wir sind so erfolgreich, da verkaufen wir es auf dem Farmers Market. Wir haben es hier, ich habe das Design ein bisschen neu gemacht und halt Amphora, weil es der klassische Name ist, dieses Tonbehälters, wie man eben in Afrika die sogenannten informal beers braut. Riesenmarkt, aber eben informell in den Dörfern wird da gebraut und da und das Bier in diesem Tongefäß haben wir – wie bei den Römern – vergoren und mit langen Strohhalmen getrunken.

Markus: Also faszinierend. Und weil du gesagt hast, der Bezug zu Afrika, vielleicht lässt du uns da noch ein bisschen teilhaben. Wie kamst du denn damals nach Afrika und kamst du da eben auch in Berührung mit diesen Getränken oder Bieren aus lokalen Getreiden?

Christian: Ja, also wie ich für Guinness gearbeitet hab, bei Guinness Diageo saß ich ja viele Jahre in Irland erst in London neben der Park Royal Brauerei und dann in Dublin. Und es hat mich nach vier Jahren in Irland hat es mich einfach gereizt gejuckt, dass ich wieder eine Brauerei leite und dass ich wieder direkt in der Produktion und Produktionsverantwortung und Qualität bin von dem großen Betrieb und nicht nur sozusagen am Schreibtisch sitze, Innovation mache, mich um die Guinness Qualität kümmer und wie man bei uns gescheit daherred, sondern ich wollte halt auch mal wieder vom Schreibtischtäter auf dem nassen Brauereiboden stehen und meine Gummistiefel wieder anziehen sozusagen und bin für Diageo in die Position getreten, als Group Supply Chain Director die East African Breweries zu leiten. Das heißt, bin mit Familie nach Nairobi gezogen und war zuständig für Uganda, Tansania, Nairobi, unheimlich faszinierende eigene Mä Tonnen Malz im Jahr, selbstgemacht, eine Glasfabrik, eine Glasfabrik, zwei Schnapsbrennereien und sehr große Brauereistandorte – unter anderem Ruanda in Kenia und Port Bell in Uganda und dann drei kleine Brauereien in Tansania, Mwuanza und Dar es Salam mit jeweils Hektolitern. Und in diesem Markt habe ich dann festgestellt, die Bedeutung von Sorghum und Hirse und eben den lokalen Bauern auch zu helfen, für die Brauerei die Hirse so einzusetzen, dass du eben keinen Malz um die Welt schicken musst. Wir konnten auch nicht genügend Malz in Kenia produzieren, wie wir in der Brauerei gebraucht haben und haben eine ganz tolle Sache gemacht. Wir haben eine Produktlinie angeboten mit Sorghum Bieren, nicht weil sie glutenfrei sind, sondern weil wir den lokalen Farmern helfen konnten und haben zusammen mit der Regierung dann so einen Weg gefunden, wo wir weniger Biersteuer bezahlen für dieses Bier, wenn wir eben lokal 100 prozent das sorghum von den Bauern kaufen und den Preis niedrig halten. Das heißt, es wurde so ein Sozialprojekt zwischen Farmern helfen. Es wurde auch finanziell attraktiv, weil man eben diese Malzimportkosten nicht hatte und weil die Regierung die Steuern gesenkt hat, aber nur für diese Produktlinie. Und da wurde dann irgendwann aus diesen Sogmbirn über drei Millionen Hektar Liter in Kenia alleine, die wir mit diesem Sorgum Bier gebaut haben.

Markus: Wahnsinn. Also da hat man wirklich auch einen Impact sozusagen in die lokale Wirtschaft.

Christian: Das ist ja super riesig, riesig, riesig. Wir haben über Farmer unterstützt. Wenn du dir überlegst, so ein Farmer hat zwischen fünf und zehn Kinder, da hast du dann hast du irgendwann fast eine Kleinstadt voll mit Farmern und Kindern, die gutes Einkommen haben, garantiertes Einkommen. Und du hast die Möglichkeit eben, dass Menschen, die einen sehr geringen monatlichen Gehaltszettel haben, sich eben auch ein gutes Bier leisten können, dass das sauber das rein ist, eben aus den lokalen Rohstoffen sich das leisten können und dann eben keinen gepanschten Alkohol oder illicit alcohol trinken, was auch ein Problem ist im öffentlichen. Also das ist der eine Ansatzpunkt. Der andere ist, ich hatte die Möglichkeit in Ruanda eine Brauerei zu unterstützen, von der Idee bis zur Realisierung, die nur von Frauen gemacht wird, wo es darum geht, eben Frauen Arbeitsplätze zu verschaffen. Und das war die Krise. Ja genau. Ja, Super. Super. Genau. Sind wir Partner in Crime hier Und dann war ich, wie ich dort auch mal zur Inbetriebnahme von der Brauerei dann auch dort war, bzw. Noch vorher vor der Inbetriebnahme, wo wir Location gesucht haben, war ich in einer Bananenbrauerei mitten im Busch in Ruanda bei den Berggorillos, wo ich zuschauen konnte, wie man aus Bananen und aus Sorghum und eine eigene Hefezucht so einen Bananen-Rohstoff gemacht. Habe ich auch ganz tolle Fotos und einen Film noch davon und habe also auch das mitgekriegt. Das hat mich von dem sehr fasziniert, wie sozusagen das Melzen von Kleinmälzen von Sorghum und das Züchten von einer bestimmten Grassorte, also das grüne Gartengras, nicht das Gras, das man raucht, Enzyme gibt, die den Bananen zugesetzt werden, die dann die Stärke abbauen und die Amylasen dadurch reinbringen. Also wirklich faszinierend. Das hat mich fasziniert und eben auch das soziale Drumherum, wie dieses Bier geteilt wird, wie es getrunken wird, wie das Bier leicht sauer ist und African Sour könnte man es auch nennen, niedriger Alkoholgehalt um die drei Prozent und eben sozial unheimlich wichtig. Also was wir beide ins Wirtshaus gehen, unterm Stammtisch gehen. Es ist für den Afrikaner, den Strohhalm in diese Amphora reinzustecken und an dem Sourbier zu züsseln.

Markus: Wahnsinn. Also was du gerade mit dem Gras gesagt hast, finde ich super interessant, also jenseits von allen anderen Grasassoziationen, die man da so hat. Aber ich war vor ein paar Jahren mal in China, in Shaoxing, da wo der Ursprung vom Reiswein sozusagen ist und die haben auch irgendwelche Berggräser, die sie ernten, um eben die Enzyme zu bekommen, um im Reis die Stärke abzubauen. Also das scheint durchaus ein historisch gelerntes Menschheitsverhalten zu sein, sich da diese Ingredienzien zusammenzusuchen, um dann am Ende sein Bier zu bekommen.

Christian: Spannend, das wusste ich auch nicht, habe ich schon wieder was gelernt, Markus Und genauso ist es in diesen bestimmten Grassorten sind Enzyme, die dann zusammen mit der, in dem Fall mit der Bananenstärke reagieren und eben vergärbare Zucker machen. Und man weiß gar nicht, warum sie das machen. Ich habe gesehen, wie sie sozusagen das Gras mit der Maische vermischen und was soll das alles? Ja, ohne dem verkehrt es nicht richtig. Und dann habe ich ein bisschen nachgeforscht, mir das angeschaut etc. Und dann konnte ich eben den Rückschluss ziehen, da sind Enzyme drin und ja, faszinierend. Empirisch, genau wie die Brauer, bevor es ein Mikroskop gab und bevor wir unsere Klöster, die systematisch uns ihre Aufzeichnung gegeben haben. Beim Bierbrauen war ja auch viel einfach nur Trial and Error und viel empirisch. Man wusste nicht, wieso das Bieralkohol hat man mit dem Heria nicht kannte, weil es kein Mikroskop gab etc. Und so ist es halt auch bei so vergorenen Produkten, die man entweder Bier nennt oder Bier ähnlich. Das ist dann auch eine Definitionsfrage. Ist ein Bananenbier? Bananenbier? Ist es ein Bier, wenn es keine Ceralien oder wenig Ceralien drin hat, aber das einmal dahingestellt ist alles empirisch um es faszinierend.

Markus: Ja, auf jeden Fall. Das würde ich auch gerne mal probieren. Also ich glaube, da steht eine Weltreise an mal wieder. Naja, mal schauen. Aber es ist super spannend und es ist toll, dass du da bei Kweza eben auch dabei bist. Ich fand es total spannend, als ich dann davon gehört habe, damals bei dem ersten Crowdfunding und wie du ja schon gesagt hast, das ist ein Projekt von Frauen für Frauen, die da eben Arbeitsplätze schaffen mit sinnvollen Tun eben mit einer Brauerei. Wir haben da von der Bierakademie ihnen ein paar von den Gärtanks gesponsert und da gab es verschiedene Pakete, die es so gab. Und was ich auch wirklich toll finde, da gab es ja dann durchaus noch Schwierigkeiten, dass das Projekt überhaupt bald zum Laufen ging. Aber jetzt läuft es und man kriegt da immer wieder schöne Bilder und das finde ich auch toll, dass in der Bierwelt auch sowas möglich ist und man eben da auch wirklich gesellschaftlich so ein bisschen Impact hat und sich Dinge verändern. Das hat mir auch viel Freude gemacht und freut mich immer noch, das zu sehen. Hast du zu denen noch Kontakt?

Christian: Habe ich. Und die sind gerade durch eine ganz schwierige Phase gekommen und zwar hat ihr Vermieter plötzlich die Schlösser ausgewechselt und hat die Brauerei einfach zugesperrt und der hat es illegal gemacht. Die mussten ihn verklagen, dann haben sie den Gerichtsprozess gewonnen, aber die Brauerei war weiterhin hinter Ketten und dann mussten sie eine neue Location finden und dann hat plötzlich die Gemeinde oder die Municipality hat dann dazu gesagt, ihr kriegt jetzt keine Genehmigung mehr, weil wir keine Brauereigenehmigung mehr geben. Also da mussten sie da den legalen Weg gehen. Und jetzt habe ich die Fotos gesehen vor zwei Wochen neue Locations, die Tanks kommen gerade wieder rein. Sie haben es also wirklich, wirklich geschafft, nachdem sie brutalst von der Bühne gehauen wurden, wieder aufzustehen. Und das spricht dafür. Und ich Absorption normalerweise einmal im Monat oder einmal im Quarter spreche ich mit denen, auch wenn sie eine technische Frage haben, bin ich immer da und habe die wirklich über die Jahre wirklich sehr intensiv begleitet. Wobei, wie es dann lief, habe ich weniger gemacht, da brauchen es mehr nicht. Aber wenn es brennt, dann klingelt bei mir auf WhatsApp.

Markus: Ja super. Also wenn du da mal wieder hinkommen solltest, weil ich habe mit denen auch ausgemacht, sobald die Möglichkeit besteht, dass mal ein Bier nach Europa kommt, würde ich natürlich mit denen auch mal einen Talk machen, wo wir die Biere dann auch zusammen verkosten. Also vielleicht kannst du da ja mal eins mitbringen. Schauen wir mal.

Christian: Absolut. Ganz kurz noch, ich hatte einen Kunden hier in Ontario, der eine Stunde weg von Paris, Ontario lebt, der unser Amphora, unser glutenfreies Bier liebt, Der kam vorbei, hat es geholt und der ist nach Rwanda gefahren und hat der Jessi und dem Team unser Amphora mit dem Kweza Logo vorbeigebracht und da gibt es ein Foto davon. Absolut, absolut faszinierend. Und das war natürlich schon eine coole Geste von unseren Kunden auch das haben wir nicht gesagt, hey, fahr da runter und mach Werbung, sondern das Produkt spricht für sich selbst und die Geschichte. Und das glaube ich, geht so zurück zu den ersten Dingen. Wenn du es schaffst, dass du authentisch kommunizieren kannst, ein tolles Produkt hast und glaubhaft bist, dann sind die Karten nicht schlecht.

Markus: Da warst du ja dann sogar ein bisschen eher dran als Garrett Oliver mit seinem Pruno-Projekt, oder?

Christian: Auf alle Fälle. Aber wie gesagt, wir müssen alle, glaube ich, aufpassen, dass wir immer nicht so wiegen, wer ist der Erste, wer ist der Letzte, wer ist besser, wer ist schlechter, Weil da kann man sehr zynisch werden. Da muss ich mich auch selbst auch so ein bisschen an die Zügel nehmen, weil sobald natürlich eine große Brauerei dahinter steht, ist es natürlich nicht oft natürlich gewachsen, sondern strategisch. Und deswegen probiere ich das irgendwie so ganz neutral zu sehen. Und jeder, der was Tolles macht, da will ich das Positive sehen, denn es sind natürlich viele Großkonzerne einfach nicht glaubhaft in dem, was sie machen und dadurch können sie es auch. Egal wenn du den großen Crash siehst von Brauereien hier in Nordamerika, die jetzt untergehen, Viele sind halt auch einfach nicht glaubhaft oder es gibt kein Fundament oder es gab diese Verbindung zum Kunden nicht mehr. Du bist irgendwann so groß, dass du deine Kunden nicht mehr kennst. Wir sind eine Brauerei, die so Kleinigkeit kennen leider jeden Kunden oder zum Glück.

Markus: Wir haben gerade in Europa tatsächlich die Story mit Burdock. Das ist ja so ähnlich. Also die kamen ja aus einer Situation, wo sie Kunden praktisch persönlich kannten, dann sehr extrem gewachsen sind und dann über mehrere Schritte, glaube ich, die Verbindung zu den Kunden eben verloren haben. Und das ging ja jetzt so weit, dass sie insolvent waren, verkauft wurden und jetzt sich alle Leute fragen, wie es da jetzt so weitergeht, ist auch so ein Beispiel von einer hoch emotionalen Brauerei, die wirklich sehr in der Verbindung mit den Konsumenten stand, bis zu dem Punkt, wo man sich davon entfernt und dann daran vielleicht auch ein bisschen zugrunde geht. Also schon irgendwie verrückt.

Christian: Wie gesagt, der Kunde zahlt die Rechnung, es muss relevant sein für den Kunden. Ich sage oft: Wenn ich ein Bier braue, das total kreativ ist, dann ist das ein bisschen wie Jazzmusik – und Jazzmusik, die nicht ins Ohr geht, ist sehr selektiv. Du musst natürlich irgendwo den Geschmacksnerv auch treffen oder zumindest die Kunden so. Mit einbringen, was im Grunde dann auch das schmecken kann, was wir Sommelier schmecken, was wir Experten schmecken und wo es nicht jedes Mal eine lange Erklärung braucht, warum das jetzt ein gutes Produkt ist. Es ist immer eine Balance zwischen dem Approachable und dem Unique. Und wie du eben sagst, für Bier ist immer noch eines der Hauptthemen, dass du eben erfrischend bist, so ein geniales Helles oder Märzen hat immer seinen Platz und ist immer wahrscheinlich das Hauptvolumen. Man darf sich auch nicht komplett immer nur auf die Spezialbiere versteigen.

Markus: Ja, wo gleich, wenn ich dann mal auf eure Bierpalette schau, fällt mir da zum Beispiel das Bumble Mint Honey Weißbier ins Auge, was ich total spannend finde, so als Idee. Also von hinten anfängt Weißbier, OK, kennt man, aber dann das Thema Honig dazu ist schon spannend, aber dann auch noch mit Minze zu arbeiten ist natürlich irgendwie cool. Also wie kommt man denn da drauf und wie ist das?

Christian: Ja, also das ist schön dass du dir dieses Bier da gerade jetzt rausgesucht hast. Man wird ja oft als Braumeister gefragt, Christian, was ist dein Lieblingsbier? Also das gehört zu einem meiner Lieblingsbieren. Und Lieblingsbier heißt jetzt nicht nur Biere, die ich mache oder wo ich irgendeinen Einfluss drauf habe, sondern da gibt es auch viele andere Brauereien in der ganzen Welt, die für mich Lieblingsbiere machen. Das Bumble Mint ist ein klassisches Hefeweissbier, aber ich habe mir irgendwann die Frage gestellt, geht da nicht mehr? Und hab ein bisschen von meinem Honig dazu. Und mein Honig, der ja als natürlicher Wildhonig geerntet wird, kaltgeschleudertt wird, hat ein ganz eigenes Flavor Memory, weil auf dieser Halbinsel mit dem speziellen Klima, meine Bienen, wenn die jetzt aus dem Winterschlaf kommen und es fängt jetzt gerade so an in ein paar Wochen, die waren aktiv jetzt am Wochenende, weil wir von minus 15 Grad mal kurz auf 0 Grad waren. Meine Bienen gehen in erster Linie auf die Blüten von den Bäumen. Also ich habe Ahornbäume, ich habe Basswood und etc. Das heißt, mein Honig hat einen Baumblüten Geschmack drin, vielleicht so ein bisschen wie ein Waldhonig, wobei das wieder was anderes ist, aber wie auch immer, ich habe einen ganz besonderen Geschmack. Dieser Honig kommt dazu und ich kriege dadurch so eine leicht wachsartige Wald Waldaroma, was auch immer das ist. Und habe aber all meine Kriterien von meinem Weißbier noch dabei. Es schmeckt wie ein geniales Weißbier. Und nachdem ich meine Biere alle relativ trocken vergäre, ist also der Honig nicht so, dass ich es süß mache, sondern ich ersetze eigentlich einen Teil von dem, was in einem normalen, typischen bayerischen Weißbier noch als Restextrakt drin ist. Der ist halt bei mir vom Honig. Und wie ich die zwei Sachen zusammengegeben habe, den Honig zum Bier, albert es so probiert und hatte dann irgendwie so plötzlich diese Vision wie der Blinde, der vom Blitz getroffen wird, wo ich Mensch, der wäre so ein Hauch Minze, wäre doch eigentlich toll. Und dann habe ich mir marokkanische Minze, Pfefferminz, habe mir die unterschiedlichsten Minzen geholt und es war einfach nur enttäuschend. Jede Minze, die ich da im kleinen Versuch dazu gegeben hatte, das hat einfach nur komisch geschmeckt, da war irgendwie so ein so ein Wettbewerb und es hat nicht gepasst und fand ich seltsam. Und dann war ich mach einfach nur ein Honigweissbier und dann hatte ich eine Probe von so einer biologischen Spearmint, wie es im Kaugummi drin ist und da habe ich eine kleine Menge dazu gegeben und plötzlich war das, also das war ein wie wenn der Bühnenvorhang hochgeht und es war gigantisch. Und dann gab es plötzlich diesen diese totale Perfektion zwischen dem Bananen Fruchtgeschmack des Weissbieres, also klassisches bayerisches Weißbier, eine leicht Honignote und dann dieser ganz leichte Hauch von Spearmint hinten drin, das ganz ganz versteckt hinten drin ist. Und wenn du also quasi zwei, drei Halbe von dem trinkst, dann hast du so einen Hauch von diesem Spearmint drin, aber nur ein Hauch, aber er ist da und das passt wahnsinnig gut zusammen, weil das Spearmint, diese Öle, die sitzen so über dem Honigwachs und das Honigwachs sitzt hinter dem Weissbierschwarm. Das heißt da gibt es keinen Wettbewerb, sondern einfach nur eine größere Bandbreite und ein Wahnsinns Schaum. Durch diesen Honig hat sich die Viskosität von dem Bier ein bisschen verändert mit dicken cremigen Schaum und ich I love it. Und es sagt natürlich viele, die sich Spaß machen, sagen Christian, du bist der Reinheitsgeburtbrauer, du bist traditionell mit deinen Bieren, weil viele andere Biere, die in Nordemika gebraut werden, da würde ich mich lieber ne, würde ich nie brauen. Aber da so weit gehe ich dann schon beim Weissbier, dass ich da den Frevel begehe als Reinheitsgebot Brauer ein bisschen an Honig und ein bisschen Spearmint, aber für das Sensorische würde ich mal sagen ein Zauber.

Markus: Ja Wahnsinn. Also es erinnert mich ein bisschen an den Weizenbock, den wir mal mit einem Sommelier Kurs gemacht haben. Da haben wir dann Polaris Hopfen dazu gegeben und der geht ja dann auch in diese Eisbonbon Richtung und da fanden wir das wunderschön, wie sich das eben auch mit den Bananen Aromen, also wo es ja auch so ist, dass sich Banane an sich von der Sensorik, wenn man das immer weiter intensiviert, geht es ja auch über in so eine Gletschereis normal, also irgendwie sind die auch miteinander verwandt, wie auch immer. Und das hat so gut gepasst, das fand ich wirklich faszinierend. Also das noch mit Honig ist natürlich sowieso genial. Also sehr spannend. Wie kommt man auf so eine Idee einfach jetzt, wie du es beschrieben hast, über das Probieren? Oder hattest du generell die Idee, Mensch, Weißbier mal so ein bisschen anders zu probieren? Wie kamst du dahin?

Christian: Die Idee? Da war keine Strategie dahinter, sondern das kam wirklich, glaube ich, aus der Sensorik. Ich habe es probiert und überlegt, wie könnte ich, wie könnte ich da jetzt mehr Spannung aufbauen, wie kann ich das besser ausbalancieren? Ich glaube, daher kam das. Und vielleicht bin ich auch verwöhnt von sehr viel tollen bayerischen Weißbieren und vielleicht war ich einfach nicht happy genug mit der Komplexität meines eigenen Weißbiers. Also das kann sehr, sehr gut sein. Und ich habe mir dann auch überlegt, OK, sage ich das überhaupt, dass das Spearmint drin ist? Also natürlich würde ich es auf die Ingredientliste draufschreiben, aber setze ich das um Und wie du siehst, spiele ich natürlich so ein bisschen mit einem bekannten Kaugummipapier, mit dem Bamblemint und habe jetzt eben auch, wir füllen in erster Linie Dosen ab und auch Flasche ab in erster Linie Dosen und habe natürlich jetzt so eine schöne digital gedruckte Shiny Dose. Also das Gelb, das kommt schon brutal rüber. Und ja, also ja, ich glaube, es ist wirklich, ich weiß noch, wie ich vom Lagertank und Stand es probiert habe und dann stückchenweise ausprobiert habe und fast schon aufgegeben habe, weil ich die richtige Minze nicht gefunden hab.

Markus: Also Gott sei Dank hast du sie gefunden, Das ist ja wunderbar. Auf ein Bier würde ich noch zu sprechen kommen, wenn wir die Zeit noch haben, weil mir noch das Smoked Out Porter aufgefallen ist. Und als Bamberger ist natürlich alles, was irgendwie mit Rauch zu tun hat, schon mal irgendwie spannend. Und vielleicht können wir da auch noch mal drauf zu sprechen kommen, dass du ja auch eine Mälzerei sozusagen hast. Das spielt ja da irgendwie auch mit rein. Also vielleicht hat es auch bei diesem Bier ein bisschen was damit zu tun, weiß ich nicht. Warte, bin ich da ins richtige Wespennest hineingestochen?

Christian: Ja, zwei Dinge. Also Das erste ist die Mälzerei, die gibt es noch nicht. Das war ein Traum, den wir hatten, wie wir die Brauerei aufgemacht haben, weil wir eben auch in unserer Landwirtschaft zwar bis jetzt nur Roggen anbauen und Wintergerste, aber wir haben so viel Energie reingesteckt in die Brauerei, in das Restaurant, in den Markt und auch in diesem Markt zu überleben und investieren, dass wir weder die Ressourcen noch die Zeit gefunden haben, die Mälzerei zu machen. Sie ist konzipiert, da gibt es eine Zeichnung dafür, es gibt einen Platz dafür, ist aber noch nicht passiert. Und interessanterweise habe ich gestern mit meinem Geschäftspartner, dem Ken, genau darüber geredet und haben gesagt, wir werden es auf alle Fälle machen, aber wir müssen auch uns eingestehen, wie viel Kraft an Energie es uns gekostet hat, die Brauerei und das Restaurant, den Betrieb so weit zu führen, wie wir es bis jetzt geschafft haben. Der Markt ist rau, Konsumenten haben kein Geld in der Tasche und da muss man natürlich schauen, auch first things first. So, das ist das eine. Das andere ist Smoked Oat Porter ist in meiner Tagwerklinie, also ich habe das Trademark für Tagwerkbier und in dem Tagwerkbier ist eine Geschichte von München drin, ist eine Geschichte von dem Bauernhof, auf dem ich aufgewachsen bin etc. Also da gibt es das drumherum. Und dann ganz klar inspiriert von Bamberg außer Frage habe ich als ehemaliger Guinness Stoutbrauer in dieses Porter. Einen Rauch mit reingebaut und vom Mundgefühl und von der Sensorik, Organoleptik her macht der Hafer da einfach ganz tolle Sachen, weil er halt eben letztendlich Viskosität in dieses Bier mit reinbringt. Und ich hab eben einen Hafer mit drin, der eben auch mit Kuchenholz geräuchert wird, ganz basic und habe aber auch zusätzlich noch schönes Rauchmolz aus Bamberg. Da wird eingearbeitet und ich würde mal sagen, im Vergleich zu dem Bamberger Rauchbier vielleicht ein Drittel von der Rauchintensität, denn es ist ja auch ein Porter und kein Stout und kein offizielles Rauchbier. Und insofern bin ich jetzt in so einer dummen Kategorie auch, weil ich denke, es ist ein absolut geniales Bier. Ich kann es bloß nirgendwo für den Wettbewerb einschicken. Es ist kein volles Rauchbier, es ist kein klassisches Porter. Und wenn du als Rauchbier trinke, es trinkst und du weißt was es ist. Also in der offiziellen Verkostung, glaube ich, wird es dir sehr, sehr gut schmecken. Aber ich werde dir das Bumble mitbringen, Markus, das Piro Rossa und auch das Smoked Out Porter im September werden wir zusammen verkosten und dann kannst du das beurteilen. Ich denke, es ist ein geniales Bier. Es ist ganz, ganz weich, es ist schön Rauchgeschmack mit drin und auch die klassische Porter Note eben, die bisschen mehr Schokolade als Röstmalz ist. Ja, das ist das Smoked Out Powder und das werden wir jetzt hier zum Patrick’s Day nächste Woche auch als Stickstoff mit Stickstoff ausschenken und als Nitrogenated Bier. Das war aber nur so ein St. Patrick’s Day mit Stickstoff ausschenken. Sonst ist das ein ganz klassisches karbonisiertes Bier.

Markus: Ist doch cool. Also es klingt so ein bisschen nach dem perfekten Bier für mich. Also da bin ich total gespannt drauf und ich fand es eben auch interessant, weil ich mir schon gedacht habe, Smoked Out heißt ja auch, dass ihr eben den Hafer räuchert und es gibt natürlich auch noch mal andere Aromen jetzt, als wenn man das klassische Rauch Malz verwendet. Insofern glaube ich, ist das wirklich eine ganz tolle Komposition, die wir dann eben probieren müssen. Vielleicht noch ein bisschen abschließend, wenn jetzt Leute Lust bekommen haben, wo ich mir ganz sicher bin, dass sie das bekommen haben, mal vorbeizuschauen. Also wie kann man euch erleben, dich erleben. Du hast schon gesagt, es gibt auch ein Restaurant, also kann man da Brauerei auch anschauen oder wie läuft das?

Christian: Ja, also wie ich gesagt habe, wir kennen jeden Kunden. Die Kunden, die wir noch nicht kennen, die schreiben oftmals eine E Mail oder schauen vorbei oder sagen, mir ist jemand vom Brauteam da. Wir brauen unter der Woche jeden Tag, da ist immer jemand da. Ich bin so drei, vier Tage die Woche in der Brauerei, den Rest bin ich bei mir auf der Farm oder auch im Auto und fahr von A nach B. Und es kann jederzeit jemand eine E Mail schicken oder einen Text oder mir auf Instagram was schicken. Und wir machen Führungen, aber die machen wir nicht so. Die sind nicht so regelmäßig, sondern die sind auf Anfrage. Kann aber jederzeit passieren. Die können auch ad hoc passieren und der Markt ist offen. Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, wie gesagt, da kann man seine Zeit verbringen. Kaffee trinken, man kann bei dem Metzger oder bei dem Bäcker einkaufen oder bei den anderen kleinen Restaurants, die da mit drin sind. Wir haben den Biergarten, man kann wunderschön sitzen, einen Bottle Shop, wo man die Produkte kaufen kann. Und im Restaurant ist es so, dass wir da am Zapfhahn haben wir 16 verschiedene von unseren Bieren und dann gibt es natürlich alles noch in Flasche und Dose und Spezialbiere, die beim Holzfass ausreifen. Also ich glaube über dreißig, fünfunddreißig verschiedene Biere kann man hier jederzeit probieren oder kaufen. Und man kann über opentable reservieren, man kann einfach nur schreiben, vorbeischauen, nicht kontaktieren, Markus, whatever. Wie gesagt, wir sind im Dienst des Kunden. Kunde ist König und wir sind da und es gibt auch Bauernmärkte, an denen ich das Bier verkaufe. Und jetzt noch ganz neu für uns dieses Jahr werden wir also auch in den Biervertrieb Liquor Stores gehen, das ja in Kanada sehr reglementiert ist und auch hier in Ontario. Das ist ein Schritt, für den wir uns lange dagegen entschieden haben. Aber jetzt machen wir es doch, weil unser Bier natürlich dann. Momentan ist es eben nur vor Ort zu kaufen oder halt online, aber die Versandkosten sind so horrend, dass es also wirklich schwierig ist, da online wirklich ein Geschäft zu machen. Hast du vielleicht bessere Erfahrungen? Ich weiß, dass du auf der Online Seite natürlich auch sehr viel Erfahrung hast, aber da gehen wir jetzt einen neuen Vertriebsflug.

Markus: Also es ist auf jeden Fall eine Challenge, wie man so schön sagt, dieses Vertriebsthema und auch das wirtschaftlich hinzubekommen. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen, sagen wir mal so. Und ich glaube, ihr seid da ja auch professionell genug, um das entsprechend abzuwickeln. Hier hat sich so ein bisschen rauskristallisiert, dass es innerhalb der EU ganz gut funktioniert, aber sobald man irgendwelche Zollgrenzen überschreiten muss, ist es Wahnsinn. Aber gut, das wird sich weisen. Auf jeden Fall bin ich total gespannt auch auf die Biere, die du vielleicht dann mitbringst, wenn wir uns im Herbst sehen zum Bierstar. Und ich würde sagen, weil ja doch viele Fragen auf offen sind immer noch, die aber einer Beantwortung harren, dass wir dann vielleicht noch mal eine Fortsetzung machen, vielleicht vor Ort schauen wir mal und dann ein bisschen uns deine anderen Aspekte noch anschauen. Es ist auf jeden Fall eine große Freude, mit dir zu sprechen. Es hat mir ganz viel Spaß gemacht und zeigt einfach, wie viele Facetten da so drinstecken und wie man eben so ein ganzes Leben am Ende in eine Brauerei packen kann und alles so ein bisschen miteinander verbinden kann. Das ist wunderbar. Also vielen, vielen Dank für diesen Einblick und für deine Zeit und für dein ganzes Es Tun und auch für dein Engagement für Kweza. Das finde ich auch super. Und dann wünsche ich dir heute noch einen wunderschönen weiteren Tag.

Christian: Danke, Markus. Ich freue mich, dass wir uns wiedersehen. Ich will auch noch so eine ausgedehnte Brauereiwanderung in Frankenland machen, wo ich bestimmt auf deine Inputs zurückgehe. Und ich würde sagen, wir machen auf alle Fälle Teil 2 und lass uns doch das machen, wenn ich die Biere bringe und ich bin eventuell sogar im April oder sogar Anfang Juni sogar noch mal da und schau mal, wie die Termine passen. Aber dann setzen wir es zusammen und dann habe ich natürlich auch Fragen für dich und für die ganze Entwicklung von den fränkischen Biern und was da so die Trends sind, was bleibt, was ändert sich, habe ich auch viele Fragen an dich.

Markus: Cool, dann drehen wir den Spieß rum. Sehr schön. Wunderbar. Dann noch mal Dankeschön und dir noch eine schöne Zeit heute.

Christian: Danke, Markus. Ciao. Servus

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