BierTalk 89 – Interview mit André Hofer, Weinsommelier und Master of Beer aus Dorf Tirol (Südtirol), Italien

Im letzten Teil unserer 2022er Südtirol-Trilogie anlässlich der Beer Craft Bozen sprechen wir mit André Hofer, einem der ersten Masters of Beer. Doch das ist nicht seine einzige Profession. Wie viele seiner Landsleute ist er auch dem Wein verfallen und deswegen auch Weinsommelier geworden. Der Biersommelier folgte und dann die Mitgliedschaft im Institute of Masters of Beer, eine wohl einzigartige Kombination auf der Welt. Nebenbei hilft André im elterlichen Hotel und zieht seine eigene kleine Bierlinie „Mattan“ auf. Deren Vorzeigebier ist ein Saison, für das er viele Brauereien in Belgien besuchte und sich die richtigen „Insbierationen“ holte…

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Markus: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts BierTalk. Heute nochmal aus Südtirol, von einer der wohl schönsten Aussichten, die man sich vorstellen kann, nämlich von der Terrasse des Hotels Alpentirolis im Dorf Tirol. Und da schauen wir runter auf Meran, auf das Tal, aber auch auf die Berge, auf die Wolken, auf das Schwimmbad, auf all die schönen Dinge, die man hier erleben kann und natürlich auch ganz viel Genuss. Ja, Gast ist heute der Andre Hofer. Den haben wir schon mal gehört vor ungefähr einem Jahr, da waren wir nämlich im Batzenbräu im Biergarten und da hat er uns erzählt von seiner harten Arbeit, weil er grade den Nast of Beer angegangen ist. Und jetzt kann man eben mit Stolz und Fug und Recht behaupten, dass es wahrscheinlich weltweit das einzige Haus ist, dass über einen Weinsommelier und über einen Master of Beer verfügt. Ja, also viel Ehre, viel Freude für den heutigen Podcast. Hallo, lieber Andre und vielleicht stellst du dich ein bisschen selber vor, dass die Hörer sich ein bisschen ein Bild machen können.

Andre: Ja, gerne, Markus. Kurz, danke schön für die Einladung für das BierTalk. Mein Name ist Andre, Nachname Hofer, ist, ja, natürlich ein bisschen geläufiger hier in Südtirol. Komme, wie gesagt, aus Lofttirol, haben wir eine schöne Aussicht auf Meran. Bin jetzt 39,5 Jahre alt, also fast 40, im November werde ich 40 und genieße das Leben als, ja, als frisch gebackener Master of Beer und seit Längerem schon als Weinsommelier. Und freut mich sehr, ja, diese Ausbildung genossen zu haben auch und versuche natürlich den Weinsommelier, Biersommelier, das alles irgendwie miteinander zu verbinden. Also man kann es separat trinken, natürlich, man kann es separat genießen, aber ab und zu ist es ja auch ganz nett zu schauen, okay, welche Gemeinsamkeiten haben sie und was die Bierwelt und die Weinwelt so miteinander eben verbindet oder auch nicht oder auch trennt. Ja, das ist so meine Aufgabe, das zu erforschen in den nächsten, ich sage mal, 40 Jahren wieder.

Markus: Ja, spannend. Und ich meine, oft ist es ja gar nicht Wein oder Bier, sondern eben die Sache, vielleicht gibt es auch ein Und. Und da kann man ja auch oft bei Speisen so sagen, man macht mal beides und schaut mal, was einem besser gefällt und geht einfach so in das Erleben rein. Ja, du hast grade schon gesagt, Andre Hofer und da gibt es ja jetzt Andreas Hofer sozusagen, da geht es ja um den Freiheitskampf und so. Und warst du daher vielleicht auch so ein bisschen Kämpfer, wenn du sagst, du stehst hier auch für das Thema Bier und viele Südtiroler ja eher mit dem Wein beheimatet sind?

Andre: Ja, das kommt schon öfters vor durch Bekannte. Jetzt meine besten Freunde wissen, dass ich Biersommelier mache und den Wein eben auch noch genieße. Also Wein ist natürlich meine Liebe, das Bier der beste Freund mit und wie man weiß, man braucht sie ja beide. Und, ja, ist schon mal vorgekommen, das sind Bekannte, flüchtige, die sagen: „Ja, okay, was machst du jetzt, bist du jetzt Biersommelier, hast du jetzt den Wein verbannt oder trinkst du den überhaupt noch?“ Und da habe ich gesagt: “ Ja, natürlich, in Maßen vielleicht natürlich.“ Aber eigentlich durch den Biersommelier, muss ich sagen, ist halt meine Erfahrung gewesen, das ich eigentlich ein besserer Weinsommelier geworden bin, weil natürlich viele Aspekte dazu kommen vom Biersommelier und für das Bierbrauen. Und auch da Gemeinsamkeiten auch vorhanden sind, wie zum Beispiel jetzt der Ausbau in Holz jetzt, was ganz interessant geworden ist, trendig, also das Barrel-Aged. Oder natürlich in Italien versuchen wir natürlich unsere eigene Bierstile ein bisschen voranzutreiben, das IGA, das Italian Grape Ale. Und habe selber mal eins gebraut mit Gewürztraminertrauben. Ist halt spannend, das hat da diese aromatische Note, diese würzige Litschi-Note vom Gewürztraminer und eben das mit dem Malz zu verbinden, Hopfen, ist Herausforderung und zugleich auch Spaß. Also, ja, kann man einiges versuchen. Ob es dann immer klappt, das ist natürlich eine andere Frage.

Markus: Das stimmt. Aber da musst du ja sagen, hatten wir ja erst, liebe Hörer, letzte oder vorletzte Woche mit dem Gerhard vom Medl Bräu, der ja auch ein bisschen erzählt hat. Der ja als Winzer, als Kellermeister zum Thema Bier kommt und auch gesagt hat, dass das wirklich eine tolle Kombination ist. Vor allem, wenn man dann an die Produktion geht, weil man eben viel vom Wein mit zum Bier nehmen kann und andersrum. Und, ja, jetzt hast du selber gebraucht und hast auch drei schöne Fläschchen hier im Kühler stehen.

Andre: Genau, ja.

Markus: Da bin ich ja schon mal gespannt. Also seit wann braust du selber, wie kamst du da dazu und was ist denn da jetzt drin in unseren Fläschchen?

Andre: Genau, drinnen wird wahrscheinlich ein Bier sein.

Markus: Ja!

Andre: Hoffen wir halt mal nicht auch Wasser, ja, 92 Prozent Wasser. Nee, kurz gesagt, ich habe eigentlich unv. #00:04:53-0# ja, Valentinstag am 14. Februar 2016 haben wir, wie gesagt, unseren ersten Biersud gebraut eben als angehende Biersommeliers, als reine Homebrewer-Geschichte. Und habe da ein bisschen was zusammen gemacht und weil natürlich das auch ein bisschen eine Kostenfrage ist. Zuerst war er alleine, dann hat er gesagt: „Okay, Kosten bedingt und zu zweit macht es halt mehr Spaß.“ Auch die Kessel hin- und herschleppen allein ist halt schwierig. Ja, haben wir da, wie gesagt, 2016 angefangen, ja, haben da verschiedene obergärige Biere gemacht, unv. #00:05:33-9# Dann war auch interessant, das wir mal wandern gingen durch dieses Wandergebiet, da habe ich dann eine Schafgabe mitgenommen vom Berg, ein Holunder natürlich. Ja und dann sagt man sich, okay, wie kann man das jetzt mit Bier verbinden? Oder wie du vielleicht hier siehst auch, den Erdbeerbaum hier, den grünen, der hat rote Früchte. Das sind die Erdbeerbaumfrüchte und die schmecken auch nach Erdbeeren, sind so kleine Kügelchen. Man könnte sagen, sie sehen aus wie der Corona-Virus. Okay, lassen wir beiseite da. Na, ist halt eine spannende Sache eben auch, weil natürlich, wenn man sich ein bisschen in der Szene auskennt, natürlich Österreich mit Herrn Kisky, der ist da spezialisiert auf diese Waldbiere und ist auch nicht grad die einfachste Variante natürlich. Dann haben wir angefangen natürlich, irgendwie auch mit Saisonhefen zu experimentieren, einzubrauen und mittlerweile habe ich mich schon ein bisschen spezialisiert. Und weil ich es auch gerne selber trinke, da öfters auch mal ein Saison gebraut in der Leichtversion. Dann habe ich mal probiert, ein unv. #00:06:42-2# zu machen natürlich. Und, ja, ich muss sagen, Saisonhefe ist halt speziell, Hefen sind sowieso Zicken, männliche oder weibliche Zicken und es ist, ja, wie gesagt, die vergären recht hoch und da muss man schon schauen, dass es relativ gut gekühlt auch dann bleibt.

Markus: Ja, dann lassen wir uns mal überraschen. Also Saison, haben wir ja dann sowieso noch ein besonderes Thema, weil das ja dann auch dein Meisterthema sozusagen ist. Da bin ich auch noch sehr gespannt, drüber zu reden. Ja, wollen wir vielleicht mal eins aufmachen?

Andre: Wollen wir erst mal probieren und uns akklimatisieren.

Markus: Ja, suchen wir doch mal eins raus.

Andre: Also wie gesagt, ich habe jetzt zweimal mit, eins für dich, eins für mich. Die sind nicht filtriert, nicht pasteurisiert, das heißt natürlich, die haben, wie gesagt. die Hefe am Flaschenboden. So, wenn man das jetzt langsam einschenkt, ist es relativ klar in der Farbe. Ich mache mal so. Und ich finde es auch wirklich ansprechend. Ich habe es mal also mal auch mit unv. #00:07:48-9# gemacht, dann wird es natürlich heller, ist auch schön. Aber ich finde diese Farbe eigentlich, diese Bernsteinfarbe, leichte Trübung, irgendwie toll, die gefällt mir einfach, appetitanregend.

Markus: Also wunderschöne Farbe, so richtig orange.

Andre: Die lacht einen an.

Markus: Genau, jetzt hört ihr vielleicht auch ein bisschen, wie es knistert und das ist die Kohlensäure da drin. Und man sieht schon, also wirklich richtig schön orange, es leuchtet einem hier entgegen. Weil, man muss sich ja nochmal vorstellen, wir sind hier auf dieser Terrasse, wir schauen runter auf das Tal, wir haben wunderschönen blauen Himmel, weiße Wolken, die Sonne scheint so zwischendurch. Und die scheint jetzt grade ins Glas und leuchtet dann dieses Orange richtig schön an, oben drauf haben wir dann den weißen Schaum, leicht getönt ist er, aber steht wirklich wie eine Eins und, ja und macht richtig Lust. Also jetzt hast du dir mittlerweile auch eingeschenkt, dann müssen wir, glaube ich, mal anstoßen.

Andre: Genau. Zum Wöhlchen, gell.

Markus: Prost, zum Wohl.

Andre: Hier da sagt man Prost.

Markus: Prost.

Andre: Wie gesagt, das ist noch ein relativ junges Bierchen auch, ich lasse das so sechs, sieben Wochen reifen. Man weiß natürlich, gutes Ding braucht ein bisschen Zeit, nicht zu viel Reife, aber auch nicht zu wenig.

Markus: Also ich kann euch nur erzählen, also was ich so rieche, du kannst es gerne dann geich noch ergänzen, also ein bisschen Citrus, da geht aber in eine sehr angenehme, in eine reife Orange-Richtung. Dann haben wir Apfel, Birne, Quitte, also so typische Hefearomen, die es ja auch bei der Saisonhefe immer wieder gibt. Dazu kommen auch so ein bisschen gewürzige Noten, aber auch rote Beeren, ein bisschen Erdbeere. Also sehr spannende, vielschichtige Aromatik. Was würdest du noch ergänzen, hast du noch was zu ergänzen?

Andre: Also das ist relativ gut erklärt, man sieht, dass du ein Fachmann bist, gell. Ja, wie gesagt, ein bisschen Maracuja vielleicht auch noch, Quitte hast du schon erwähnt. Wenn wir ein so bisschen auf den Hopfen jetzt drauf eingehen möchten, ich habe da einen von Holledau, die Ariana ist das. Wenn man jetzt ein bisschen dann jetzt anschaut, welche unv. #00:09:50-1# die hat vom Geruch, dann sind wir da schon sehr nahe dran, an dieser Hopfenaromatik. Habe da, wie gesagt, ja, relativ sparsam jetzt umgegangen. Das ist ja, ich möchte natürlich, dass auch die Saisonhefe durchdringt und da habe ich, wie gesagt, bei 80 Liter unv. #00:10:08-2# habe ich an die 125 Gramm, also nicht Kilo.

Markus: Oh!

Andre: Dann wird es halt ein bisschen stärker.

Markus: Ja.

Andre: 125 Gramm, einen Hopfen, teil sin der Bierwürze mit gekocht und dann einen Teil für die Aromatik dann auch im Whirlpool.

Markus: Also wunderbar! Jetzt, wo du es sagst, wirklich dieser Ariana-Hopfen, ist sowieso einer, den ich sehr gerne mag, weil der ja wirklich so einen Fruchtkorb irgendwie mit sich bringt und sehr viel reife Frucht eben, süße Früchte auch. Also das ist schon, passt natürlich zu dem Bierstil, ne?

Andre: Ja. Wie ich dazu gekommen bin, weiß ich jetzt gar nicht, mir hat der Name auch gefallen. Natürlich habe ich verschiedene Hopfensorten jetzt angeschaut und natürlich kamen ein paar Home-Hopfen, auch an die Amis denkt natürlich, amerikanischer Home-Hopfen. Ich versuche da immer, meine Bierchen möchte ich gern ein bisschen schon ausdrucksstark, aber trotzdem, eine Eleganz sollten sie mitbringen, das ist mal mir persönlich wichtig. Und jeder Brauer hat seine Vorlieben und natürlich, manch mögen es härter, mal kräftiger in der Aromatik oder eine Bittere auch, geht mir auch gut. Ich persönlich natürlich bin Zuhause in meinem Hotel und biete es auch dann an als Aperitif so und dann versuche ich ein bisschen zu schauen, wo geht die Reise hin, was trinke ich gerne, aber was lässt sich dann auch in einem späteren Moment dann auch mal verkaufen. Da sage ich, okay, mit dem schreibe ich schwarze Zahlen, rot ist halt schwierig.

Markus: Nee, ist ein wichtiger Aspekt. Und ich muss sagen, was wir leider merken, ist, dass uns der Holger fehlt! Weil, der hätte nämlich jetzt schon seit fünf Minuten gesagt, ihr seid doch wahnsinnig, ihr redet über dieses Bier, ihr redet über den Geruch, aber ihr trinkt nicht. Also dementsprechend müssen wir jetzt mal einen Holger-Gedächtnisschluck machen und probieren das Ganze mal. Prost!

Andre: Genau, so Holger, gell. Wie gesagt, man soll sich nicht selber loben, aber ich finde es, wie gesagt, einen tollen Trunk hier. Man merkt eben auch diese Flaschengärung, ist auch immer diese Kohlensäure, sie vorhanden natürlich, man merkt, ist so ein bisschen feinperlig. Ich denke, hat immer eine Flaschengärung. Wie gesagt, ein Champagner, die haben auch diese die feine Perllage die auch für den Magen erträglich ist. Sonst weiß man natürlich, dann ist halt der Magen beleidigt dann, so sollte es nicht sein. Wie gesagt, im Abgang nachher sollte es recht trocken auch sein. Ich habe da 20 Prozent Weizenanteil drin, das ist natürlich, dass macht es dann eher ein bisschen cremiger als so manches Saisonbier, was dann trockener wirkt. Aber, ja, natürlich, als Home-Brewer will man natürlich seinen eigenen Kopf irgendwie da mit reinbringen. Und, ja, ja, in sechs Jahren passiert halt auch mal was.

Markus: Ja. Also ich finde die Cremigkeit wirklich unglaublich, also das ist ganz, ganz schön. Und, ja, das mit dem Weizen ist ja auch völlig stilgerecht, also Saison ist ja ein Stil, der aus den alten Weißbieren entstanden ist. Und das, ich finde, also das passt super schön, finde ich. Was man dann merkt, sind diese weinigen Noten von der Saisonhefe, die sich aber grade schön mit diesen süßen Fruchtaromen von dem Hopfen so mischen. Also oft ist ja ein Saison dann wirklich extrem in diesem Hochvergorenen, in diesem Weinischen, Alkoholischen irgendwann dann auch mal und das hier ist wirklich sehr rund.

Andre: Eckt da eher an, ja.

Markus: Genau und das ist total rund und holt einen irgendwie ab. Und das Gute ist, dass es im Mund tatsächlich dann auch schön ausklinkt. Also ich habe dann am Ende noch so einen Rest von dieser weinigen Säurenote und ein bisschen Bittere, aber auch nicht übertrieben, durch die cremige Kohlensäure, das bleibt auch noch so ein bisschen. Und dann habe ich wirklich einen angenehmen Trunk, der, ja, wo man gerne weiter trinkt.

Andre: Eben, das wollte ich so machen. Und was denkst du, hat das einen IBU-Alkoholgehalt?

Markus: Moment, ich probiere nochmal.

Andre: Ja. Das kann ab und zu natürlich täuschen, aber …

Markus: Also Alkoholgehalt, es kommt mir eher vor wie so 4,7 oder so, also unter fünf auf jeden Fall.

Andre: Ja, da hast du jetzt leider sehr Recht, ja.

Markus: Oh, okay.

Andre: 4,7, ja.

Markus: Und von einem IBU, also es ist schwierig, also es könnte sein, dass die echte Zahl höher ist, weil du ja einiges gestopft hast und da vielleicht die Bittere nicht so sehr rüber gegangen ist. Aber, also effektiv würde ich das hier jetzt auf 23, 25.

Andre: Ja, genau, ja. Habe es ja als 22. betitelt, ja, sagen wir, zwischen 20 und 25.

Markus: Ha! Und ich habe nicht aufs Etikett geschaut, wohlgemerkt.

Andre: Ja, ja, der unv. #00:14:47-5# ist halb versteckt.

Markus: Ja, nicht schlecht, also, ne, doch, irgendwie. Aber es ist wirklich schön, aber ist ja für ein Saison auch gut, also toll.

Andre: Eben. Und durch eben meine Masterarbeit, die man natürlich dabei, ja, wirklich sehr geholfen hat, eben da meinen eigenen Weg zu finden auch. Ich habe da 41 verschiedene Saisonbierchen probiert eben auch und …

Markus: Da müssen wir vielleicht ganz kurz die Hörer noch abholen. Also das ist eben das Thema, wo wir grade gesagt haben, dass wir noch über Saison sprechen müssen, weil du dann eben im Rahmen des Master of Beer, macht man dann am Ende ja eine Abschlussarbeit sozusagen und eine Masterarbeit, und da hast du dir dieses wunderbare Thema Saison rausgesucht. Und man muss sagen, dass es da auf Deutsch nahezu keine Forschungsliteratur gab. Also es gibt so ein paar Leute, die halt den Bierstil mal beschrieben haben oder Wettbewerbe, die das in ihren Beschreibungen drin haben. Und dann gibt es halt sehr viele Sachen auf Englisch, die aber dann eher so in diese Farm-House, moderne Richtung und Craft-Beer-Ecke abzielen und eben relativ wenig, wo man sagt, okay, da bin ich an dem Ursprung. Und du hast dann ja gesagt, du gehst diesen Ursprung. Und da sind wir jetzt mal gespannt, wenn du uns das erzählst, über 40 Saisons probiert, wie warst du unterwegs, wo warst du, wie war das?

Andre: Ja, okay. Wie gesagt, natürlich, diese Masterarbeit, muss man sich halt vorstellen so, da wird dann das Thema natürlich dann eingereicht, wird das genehmigt. Muss man ein Inhaltsverzeichnis abgeben, das da natürlich der rote Faden sozusagen gegeben ist, was natürlich auch sehr wichtig ist. Weil natürlich, man kann sich vorstellen, manches Thema natürlich ist für einen sehr interessant, was natürlich für die Schule, in dem Fall für die unv. #00:16:24-8# weniger interessant ist oder nicht zu verbinden ist. Jedenfalls schickt man da natürlich ein Thema ein. Meistens, wenn man einen Bierstil nimmt, dann wird das auch so klappen. Und, ja, wie gesagt, Saison ist einfach, kurz gesagt, hat es mich ein bisschen angefixt. Mir schmeckt es einfach, ich finde es interessant. Ja, ist nicht grad der leichteste Bierstil und auch die Hefe. Und habe da mal angefangen zu recherchieren natürlich, wie man halt so eine wissenschaftliche Arbeit dann aufbaut. Habe auch einiges gefunden, aber es ist mir halt aufgefallen, dass eben, ja, die Tiefe mir fehlt. Und die Tiefe für eine Masterarbeit musst du haben, sonst wird das nix, kurz gesagt. Und durch den Weinsommelier weiß ich halt natürlich, wäre es halt am besten, wenn man dies Orte, was man eben beschreibt eben als Arbeit, die man natürlich besuchen sollte. Jetzt natürlich, weil, man weiß natürlich, die letzten zwei Jahre waren ein bisschen schwierig. In meinem Fall war es ja so, dass ich am 01. Juli, bin ich dann nach Sittbergen eben rauf gereist mit dem Auto. Ja, wieso 01. Juli? Weil natürlich der 01. Juli, mein Greenpass sozusagen gültig war und die Kontrollen relativ okay und in Ordnung waren. Weil, es war ja ein bisschen so, ja, ein hin und her natürlich, man wusste nicht, ja, machen die zu. Weil, ich bin dann nach Südbelgien, in den Nordosten von Frankreich. Mit all diesen Vorschriften weiß man ja, hm, ja, kann gut gehen, wenn es nicht gut geht, dann sitzt du halt fest. Das ist natürlich blöd, wenn man arbeiten muss. Ja, kurz gesagt, habe ich mich entschlossen, mir diese Brauereien anzuschauen. Habe dann leider, muss ich sagen, wie gesagt, drei Nächte, vier Tage oben verbracht. Waren intensiv, ich habe da zwölf Brauereien angeschaut, wie gesagt von Depont bis unv. #00:18:24-1# und die Dampfbrauerei Averp Eur. Und dadurch, dass ich ein bisschen einen Vergleich gemacht habe zum unv. #00:18:30-6# habe ich gesagt, okay, wenn ich schon oben bin, ich muss das machen, ich muss in den Nordosten nach Lille, sehr schöne Studentenstadt. Hat mir sehr gut gefallen, historisch natürlich auch, flämische Kunst auch vorhanden eben und, ja, war eine intensive Zeit. Aber, wie gesagt, also zwischen Depont und Averp Eur natürlich von der Menge natürlich auch 19:06-8#, 30.000 Hektoliter der Depont mittlerweile, Averp Eur weniger, und, ja, da oben dann dieses Flair aufzusaugen, diese Landschaft. Und wieso Saisonbiere? Haben gesagt, ja, ist ja für die Erntehelfer, für die Bauernhöfe, damit sie natürlich richtig gut arbeiten. Und fünf Liter am Tag muss man natürlich Minimum trinken und ein leichtes Bier. Aber wenn man da oben ist, da merkt man eigentlich, das hat alles einen Grund, wieso das so sein soll. Weil diese Bauernhöfe, diese großen mit den großen Feldern, da kann man sich natürlich vorstellen, dass man da mit einem Vale-Wein die Leute flachlegt, da wird kein Mensch mehr arbeiten. Und das aufzusaugen, dieses Flair, ja, das prägt einen und dann versteht man so ein bisschen den Bierstil auch. Dann braucht man nicht, wie gesagt, die Bücher durchlesen, ist auch toll, aber wenn man das oben sieht, dann weiß man, okay, das hat alles einen Grund, wieso was passiert auch und, ja.

Markus: Nochmal ganz kurze Frage, würdest du dann sagen, wenn wir jetzt bei De Pont zum Beispiel sind, da hat das normale Saison, was die heute verkaufen, ich glaube, 6,5 Prozent.

Andre: Genau.

Markus: Da sind wir ja näher am Barni-Wein als am Lichtbier, würde ich sagen.

Andre: Genau, ja.

Markus: Ist das dann schon eine Veränderung des Ursprungbierstils oder waren die einfach härter im Nehmen?

Andre: Das war halt, die haben früher schon auch weniger Alkohol gehabt, aber natürlich dann, kann man sich vorstellen, natürlich Alkohol, bringt ja auch Geschmack. Das man natürlich sagt dann, okay, man macht dann natürlich das geschmacklicher. 6,5 Prozent ist halt Grenzwert, da bin ich selber stark gewesen, weil das eigentlich vom Trinkfluss her, recht angenehm zu trinken ist. Man würde die 6,5 auch nicht gleich erkennen, aber es hat ein sehr gutes Flavour. Interessant war auch, weil ich natürlich diese Masterarbeit, musste ich ja natürlich auch in einem Kologcium vortragen und da hatte mir auch Herr Doktor Wolfgang Stempfle gesagt, ja, jetzt haben wir diese Bierchen alle probiert ein bisschen, weil ich natürlich diese Masterarbeit, diese Bierstile habe ich in fünf bis sechs Kategorien eingeteilt. Also ein traditionale Saison, ein Farmhouse eben, das so mehr mit unv. #00:21:11-7# auch mehr spielt, säurebetonte Saison, Bale-Aged und New Style. Und eine Eigenkategorie, wo ich gesagt habe, okay, wo passt die rein, die hat von Holzfass bis Milchsäure, ist hopfengestopft. Habe ich gesagt, okay, mache ich so eine Out-of-Style-Gruppe. Und der Doktor Wolfgang Stempfle hat dann gesagt: „Ja, natürlich für eine traditionelle Saison, wir wissen ja, wir sind in heutiger Zeit in einer Zeit, wo wenig Alkohol auch gerne angenommen wird oder alkoholfreie Bierchen.“ Dann hat er gefragt: „Ja, können Sie mir jetzt eine Brauerei sagen oder mehrere Brauereien, die jetzt ein traditionelles Saison mit je zwei, drei, maximal vier Prozent anbieten?“ Und das Lustige war, wir mussten mal länger überlegen, weil die, die wir so hatten, die meisten immer fünf, bis sechs. Haben wir gesagt: Ja, eigentlich wäre das ja eine Marktlücke irgendwie. Vielleicht wird da einer mal eins brauen.“ Ich sage: Okay, wir machen nicht alkoholfrei, sondern wir machen dieses wirklich typisches, an die drei, vier Prozent.“

Markus: Und ist euch dann keiner eingefallen oder gibt es eine?

Andre: Ja, er hat selber gesagt, in unv. #00:22:22-5# wüsste er einen, aber es ist, ja, wie ich selber gesagt, ich wüsste auch vier Prozent oder mein eignes, 4,7. Sonst ist also da wirklich eine Liste von fünf bis zehn unv. #00:22:36-3# aufzusagen. Haben wir nicht geschafft. Ich sage: „Ja, was macht man denn?“

Markus: Interessant, ja. Kann man vielleicht sagen, dass ein bisschen die Griset in dieses Loch rein stößt heutzutage?

Andre: Griset, natürlich, wie gesagt, die Saison war ja das Baumbier und die Griset sozusagen war für die Bergbauern natürlich. Die könnte auch reinpassen. Wie gesagt, die Griset, man erzählt da natürlich, dass die Frauen von den Bergbauern gekommen sind mit einem schönen, ja, wie sagt man jetzt, Tracht oder Kleid, die natürlich haben sie dann als Griset genannt, ja.

Markus: Genau, ja.

Andre: Das wäre eine Möglichkeit, die dann auch diesen Alkoholspiegel weniger haben. Ob sie jetzt alle so einen Alkoholprozent drei, vier Prozent haben, ist mir nicht ganz bekannt, aber, ja, das wäre eben was …

Markus: Ja, also du hast, glaube ich, vollkommen Recht, es ist einfach schwierig, an dieses Original ranzukommen, weil es das in der Form ja nicht mehr gibt. Also wenn wir überlegen, was das Thema Bauernhof angeht, da haben wir, was weiß ich, vor 150 Jahren, da haben 98 Prozent der Bevölkerung dafür gearbeitet, das alle was zu essen haben. Dementsprechend viele Bauernhöfe gab es und dementsprechend viele Leute, die auf Bauernhöfen gearbeitet haben, gab es. Und das hat sich natürlich geändert, heute sind es vielleicht noch drei Prozent oder so und dementsprechend ist dieser Bedarf ja völlig weg und bei den Bergarbeitern ist es ähnlich. Und ich denke mal, dass sich da natürlich auch das Bierangebot entsprechend verändert. Aber so diese Idee finde ich von einem Saison, so wie ich es kennengelernt habe, die hast du hier wirklich wunderbar umgesetzt, also, liebe Hörer, kann man euch nur empfehlen, wenn ihr mal so ein Bier bekommt, Das Label heißt übrigens …

Andre: Matan.

Markus: Ja, Matan. Also ich nehme mal an, die letzten beiden Buchstaben an, das bist dann du wahrscheinlich, oder?

Andre: Ja, das ist richtig, ja, das stimmt. Der Mat ist der Mathias, mein Braufreund, mit dem ich diese Home-Brewer-Geschichte aufgezogen habe und dann eben ich. Und, ja, wir machen es so, wie gesagt, mit Spaß und Liebe. Ja, früher haben wir ein bisschen mehr Bierstile gebraut und mittlerweile kommt halt diese Phase, wo ich mir sagen, okay, wo geht die Reise hin? Natürlich haben wir da nicht riesen Mengen an Verfügbarkeit und wir haben da mit 20 Litern angefangen, wie jeder Home-Brewer fast. Gut, die unv. #00:24:58-2# Die Reifezeit ist auch dieselbe, aber die Menge ist halt blöd mit 20 Litern.

Markus: Das stimmt, ja.

Andre: Du trinkst halt ein bisschen auch mit, in Gemeinschaft natürlich.

Markus: Ja, ja, eben, also auch das ist zu zweit schöner als alleine, zugegebenermaßen, ne.

Andre: Ja, ja.

Markus: Wo kriege ich denn das Bier, wenn ich hier in Südtirol bin, muss ich da zu euch ins Hotel kommen oder gibt es da auch andere Orte?

Andre: Also wie gesagt, bei mir im Hotel natürlich. Und mein Braufreund, der hat da auch eine Bierbar auch in Algund, Barfuss. Ansonsten, wie wir ja wissen, Home-Brew ist für den Eigenbedarf und das geht schon gut, wenn sie zu mir kommen, dann kann ich sie ein bisschen vollquatschen oder sie können mich vollquatschen und dann hat man ein bisschen ein Gespräch dazu, das soll ja auch sein. Es soll ja nicht da nur eine von Tür zu Tür, hier, nimm das Bier und schau, dass du dich schleichst.

Markus: Nein, ihr habt ja ein ganz schönes Motto. Du musst das mal richtig aussprechen, das kriege ich nicht hin.

Andre: Ja, ich sage immer, Matan.

Markus: Nein, nein, ich meine drunter, dieser Satz.

Andre: Ah. Eins trink ma no.

Markus: Genau, also auf gut Fränkisch, eins trinken wir noch, was einfach nur bedeutet, natürlich trinkt man ein Bier und noch ein Bier und ein weiteres gemeinsam, weil es ja so schön ist.

Andre: Genau.

Markus: Und das bringt uns vielleicht noch zu dem anderen Thema, wir waren ja jetzt vor ein paar Tagen erst zusammen auf der Beer Craft, was ja die große Bierveranstaltung in Südtirol ist. Die jetzt zweimal ausgefallen ist wegen der Pandemie und wo man gemerkt hat, dass es interessante Anfangsschwierigkeiten gibt, also weil ja viele Leute jetzt oder anders rum gesagt, all die Standbetreiber, die Brauer, die waren natürlich bis zur Pandemie das gewöhnt mit den Veranstaltungen, also so einen Stand zu machen und alles drum und dran.

Andre: Ja, ja, das ging wie im Schlaf fast.

Markus: Genau und dann so zwei Jahre Pause, dann ist es eben so, man hat natürlich, im Kopf ist da noch vieles da und man hat das Equipment und alles, aber sich wieder an diese Arbeitsabläufe zu gewöhnen, die Dinge alle mitzunehmen, die Leute richtig zu instruieren, all das ist tatsächlich ein Lernprozess, der wieder anfängt, haben die auch alle so ein bisschen erzählt. Es war aber wirklich wunderschön, es waren trotzdem viele Leute da, insgesamt, ich würde mal schätzen, vielleicht 2.000 oder 2.500 an den beiden Tagen, die wirklich diese ganzen Biere probiert haben. Du hattest ja auch einen Stand mittendrin oder warst an einem Stand. Und, ja, wie hast du das denn erlebt, wie hast du die Atmosphäre erlebt, die Menschen, was hat dir das bedeutet?

Andre: Ja, wie gesagt, sie jetzt zwei Tage, diese Beer Craft, ich war an einem Tag, am Samstag eben unten, ja, zum arbeiten. Früher war ich, wie gesagt, als Gast auch, zum arbeiten ist auch super, kriegt man zumindest auch was mit und unv. #00:27:38-5# vielleicht auch noch. Ja, aber es ist eigentlich, so jetzt mal resümiert, sage eben, das ist eben, das da relativ alles so gesittet vor sich ging, natürlich eine Beer Craft mit sehr guten Bierchen. Wie gesagt, Schloss Maretsch, wo es hier stattfindet, hat auch eine Weinkost stattgefunden. Und man weiß natürlich, wo Alkohol im Spiel ist natürlich, dann wird das alles ein bisschen lustiger. Aber es war alles sehr gesittet, eben wie du gesagt hast, erst mal wieder muss man sich an alles gewöhnen, auch die Veranstalter, die Aussteller, aber auch die Gäste, natürlich dann ohne Maske, viele Leute. Ich habe immer gesagt: „Wo habe ich meine Maske?“ Aber, ach so, ich brauchte keine. Eben, man hat da gemerkt, der Mensch ist ein Gewöhnungstier, man gewöhnt sich viel an, aber man gewöhnt sich auch viel ab. Und, ja, es hat mich eigentlich beeindruckt. Und wenn ich so eine kleine Nettigkeit sagen darf, natürlich dann abends, das Taxi war draußen und dann hat der Taxifahrer zu mir gesagt oder zu uns, wir waren ja dann zu zweit, hat er gesagt: „Ja, mich wundert, dass die alle so grade rausgehen aus der Messe sozusagen.“ Weil natürlich unv. #00:28:54-4# etwas schief ein bisschen. Ist ja auch kein Thema, ist ja kein Problem. Aber er war eben erstaunt, wie gut organisiert es war und wie auch die Leute das eigentlich sehr genossen haben, ohne dann wirklich auf allen Vieren da rumzukriechen.

Markus: Ja, also das muss ich auch sagen eben, also man hat wirklich viele Leute gesehen, die gerne und mit Genuss Bier getrunken haben, aber eben vielleicht mehr in der Qualität als in der Quantität, und das ist ja dann unterm Strich auch gut. Und ich meine, was man vielleicht auch gemerkt hat, wenn ich so überlege, die letzten vier-, fünfmal, wo ich da war, da ging schon oft der Trend auch dahin, das man an jedem Stand mindestens ein Bier hatte, was dann so in die zehn, zwölf, 15 Prozent ging. Und ich muss sagen, jetzt hat man es doch an sehr vielen Ständen eher andersrum gesehen, dass es viele Biere gab, die sich irgendwo zwischen drei und fünf Prozent bewegt haben, wo man dann auch eher versucht hat, mit Aromen, mit Säure, mit Rauch, mit Salz, wie auch immer, zu spielen. Also bis hin zu so ganz abstrusen Sachen wie der Knödel-Gose, wo jemand also tatsächlich Südtiroler Speckknödel mit Sauerkraut in den Biersud geworfen hat, die Knödel danach sogar noch gegessen hat interessanter Weise. Aber das hat sich dann tatsächlich auch im Bier verewig, sensorisch, in der Nase eher problematisch, weil man das einfach nicht erwartet, im Geschmack total interessant. Aber, also wie siehst du denn da überhaupt so die Rolle von Südtirol? Ich habe so ein bisschen den Eindruck, dass das schon auch ein Treiber sein kann, in der experimentellen Ecke und immer in Verbindung mit einem qualitativen Genuss, nicht nur mit irgendeinem beliebigen Extrem.

Andre: Ja, wir sind so ein bisschen noch in der Findungsphase, glaube ich. Das ist mal ganz interessant zu verfolgen, weil, natürlich sind wir geprägt natürlich von untergärigen Bieren oder auch, also kurz gesagt, vom bayrischen Hellen, von Weizenbieren. Südtirol, sprich, Italien hat relativ wenig Biergeschichte eigentlich, wir haben das ja viel von euch von Deutschland, von Österreich natürlich mitbekommen und versuchen, das uns jetzt ein bisschen eben zu positionieren. Wir sind so ein bisschen so zwischendrin. Also zu extrem läuft bei uns nicht ganz, zu wenig Geschmack ist halt auch blöd. Ich selber einem durch meine eigene Erfahrung mit dem Saison, am Anfang habe ich gesagt: „Komm her, das ist jetzt ein Saison-Bier, hat er gesagt: “ Ah, Saisonales“, ja, ja, die ignorieren es.“ Nein, das ist eben die Saisonhefe aus Belgien und da ist noch, wie gesagt, noch Redebedarf, Aufklärungsbedarf. Natürlich die, die zu der Beer Craft kommen, die sind da schon, wie sagt man, die wissen schon, was Sache ist. Aber als Biersommelier oder als Bierexperte so wie du, das Schöne ist ja einfach, Wissen zu verbreiten und da eine Diskussion zu haben. Ober, mir sind noch lieber die Biergegner, weil, die mag ich am liebsten jetzt. Und auch bei den Frauen, sehr interessant. Sagen sie, nein, sie mögen kein Bier. Dann habe ich mal nachgefragt: „Ja, was heißt jetzt kein Bier, mögen Sie einfach die Hopfenbittere nicht, „ ich sage immer, mögen sie den Hopfen nicht? Und dann sagen die zu mir als Südtiroler: „Ja, so das Handtige mag ich nicht, das Bittere.“ Sage ich: „Okay, dann probieren wir mal, fangen wir mal bei Weizenbier, unv. #00:32:10-2#“ also da ein bisschen die Bitterkeit rauszunehmen.“ Und da meisten kriege ich die Frauen natürlich oder das Bier kriegt die Frauen, ne?

Markus: Ja.

Andre: Das ist immer so schön zu sehen. Natürlich gibt es immer, die Geschmäcker sind unterschiedlich, manche mögen gar kein Bier oder gar keinen Wein, ist ja alles legitim. Aber man merkt halt, okay, kennt die nur einen Bierstil und mag den nicht oder mag sie es halt grundsätzlich da? Und das ist eben schön zu sehen, okay, dass man auch ein bisschen Faszination an den Augen verspürt, das man sagt: „Oh, ja, das schmeckt mir sogar.“ Ja und das ist halt, glaube ich, so ein bisschen unsere Aufgabe eben, das so ein bisschen …

Markus: Ja, ist mir auch aufgefallen, wir waren ja eine Zeitlang auch zusammen an dem Stand und das konnte man dann auch bei ein paar Leuten beobachten, denen du dann genau auf dem Weg bestimmte Biere empfohlen hast und wo dann tatsächlich dieses Leuchten in den Augen passiert. Weil sie dann verstehen, okay, das ist anders, als ich das immer gedacht habe. Und da geht dann eine Tür auf in eine neue Welt und man hat damit auf einmal was für sein Leben dazu. Also wann hat man das schon, dass man im Leben eine neue Welt entdeckt, die einfach einen bereichert und das ist eine schöne Sache.

Andre: So ein positiver Schockmoment. Natürlich, wenn man jetzt mit Sauerbier anfängt, da muss man schon ein bisschen vorsichtig sein. Da haben wir jetzt bei uns eine Stand, haben diese Gose gehabt, du sagst: Okay, probieren wir es mal.“ Und du weißt ja selber von meinen Kostungen, mit Gose geht das vielleicht schon gut, ist auch schon noch viel extrem, aber natürlich, wenn man dann mit Berliner Weisse das machen würde oder Gösser, da sind nur Zitronen und, ja, wir müssen noch ein bisschen was machen, ein bisschen an Arbeit.

Markus: Wobei den Leuten das Thema Säure an sich ja nicht fremd ist, also es gibt ja durchaus auch viele Weine. Also auch wenn der Südtiroler Wein viel Sonne abbekommt, gibt es ja trotzdem welche, die schon Säurenoten haben, aber interessant.

Andre: Riesling, wie gesagt, Wein, sonst, ja, natürlich wie Chardonnay, Weißburgunder, eben, man kennt sich schon ein bisschen mit Säure aus. Aber ich glaube, je, die Leute erwarten es einfach nicht. Die stehen dann vor mir, denkst du noch, ich weiß jetzt genau, was du jetzt machen wirst, so und dann stehen sie vor mir, dann trinken sie und auf einmal, so Schock. Was machen wir jetzt? Dann sage ich: „Ja, warte mal. Und wie sieht es aus?“ Ja, gut, kenne ich nicht, aber gut.

Markus: Ja, das ist doch wunderbar, ja.

Andre: Ist halt okay, dann probierst du es nochmal, zehnmal in deinem Leben, dann wirst du es wahrscheinlich mögen.

Markus: Also ich glaube, es hat auch was damit zu tun, dass dieser Begriff Sauerbier einfach problematisch ist. Also erstens steht die Säure dann unheimlich im Vordergrund, was sie gar nicht unbedingt muss bei manchen Bieren, die man diesem Kreis zurechnet. Und außerdem, glaube ich, ist für viele einfach dieser Begriff Sauerbier was, was sie mit schlechtem Bier assoziieren, einfach weil man da früher gesagt hat, ne, das Bier wird sauer. Und ich glaube, dass da einfach ganz viel damit zu tun. Also ich versuche es oft bei Testings, diese Kategorie gar nicht zu nennen, sondern einfach zu sagen, okay, ich entführe euch jetzt mal nach Belgien. Oder überhaupt bei Biermenüs gibt es das bei mir manchmal am Anfang im Champagnerglas, relativ kühl und dann sage ich auch gar nicht, dass das ein Bier ist. Und dann sagen die meistens: „Na, wir sind doch hier beim Biermenü, wieso servierst du uns jetzt hier einen Sekt oder einen Champagner?“ Und dann sage ich: „Ja, ihr seid schon mitten im Bier.“ Und so kann man dann auch versuchen, die ein bisschen abzuholen und dieses Verbale ein bisschen rauszunehmen mit dem Sauren. Aber ich schiele jetzt hier die ganze Zeit schon, da ist in diesem Kühler, den uns der Andre da hingestellt hat, da ist noch so eine große Flasche. Und die lächelt so, die hat so einen gelben Verschluss oben drauf.

Andre: Ja, extra gelb gemacht.

Markus: Ja, wunderbar und strahlt auch so ein bisschen. Also ich bin sehr gespannt, was haben wir denn da jetzt?

Andre: Ja, diesen Bierstil habe ich dir schon mal mitgebracht, wo du das letzte Mal hier warst. Das ist fast schon zwei Jahre her, oder?

Markus: Letztes Jahr oder vorletztes, ganz genau weiß ich es gar nicht mehr.

Andre: Genau, da habe ich mir mal gedacht jetzt mal, wenn wir schon jetzt fast Alkoholfreies getrunken haben, habe ich mir gedacht, jetzt mache ich mal so ein unv. #00:36:11-7# Saison-Ale mit so zehn Prozentchen.

Markus: Ach ja.

Andre: Und ich habe mir gedacht, okay, ab zehn Prozent, neun Prozent kann man natürlich das auch mal reifen lassen, und mal schauen, wie es sich dann in Zukunft entwickelt. Ja, probieren wir mal. Es wird wahrscheinlich dann, die zehn Prozent, dann eher Richtung oder fast schon, sage ich mal, einen schönen Cognac hier gehen. Aber jetzt probieren wir das mal, wie das sich entwickelt hat, ob dieser Bierstil auch, wie gesagt, mit weniger Kohlensäure, weniger Schaumbildung, das durch den Alkoholgehalt natürlich eher so passieren wird, ob das dann stimmt oder nicht.

Markus: Schauen wir mal. Also die Flasche auf jeden Fall, schaut schon sehr verheißungsvoll aus.

Andre: Ich schenke ich mal ein bisschen einen schönen Schluck ein. Wir haben es natürlich schon, sagen wir mal, was haben wir denn, halb zwei, zwei, natürlich, mit zehn Prozent kann man da schon anfangen.

Markus: Ja, irgendwo auf der Welt ist es immer nach vier, sage ich.

Andre: Ach so, genau, das ist gut. So.

Markus: So, na.

Andre: Natürlich mit mehr Malz jetzt, spiegelt sich das im Glas auch. Ein schönes, ja, ich sage mal, Kastanienbraun und auch halt noch Reflexe vom Kupfer. Und vielleicht ab und zu auf den unv. #00:37:33-5# umschaut, da sieht man auch den Kupfer noch.

Markus: Also eine wunderschöne Farbe, muss ich sagen, also richtig so, ja, so eine Mischung aus Blutorange und vielleicht dann eben so ein Kupferbraun, aber ein helles, also wirklich sehr, sehr schöne. Geheimnisvoll trüb und natürlich, man merkt den Alkohol, wenn man es im Glas ein bisschen schwenkt, dann klebt das auch ein bisschen am Rand, läuft so langsam runter, bildet so Schlieren. Da wird es dann langsam auch ein bisschen undurchsichtig. Und wenn man den Schaum oben drauf, der auch schön Cremefarben ist, auch ein bisschen dieses Orange mitgenommen hat von der Farbe her. Und, ja, also optisch schon mal eine Bombe, würde ich sagen.

Andre: Danke schön. Habe da natürlich Karamalz auch drinnen und wie du gesagt hast, mit den Kirchfenstern, immer in Verbindung mit dem Wein, kennt man ja im Weinchargon eben, es ist Glycerin auch, den Alkohol. Und das hat ja immer als irgendwie eine Sinn, ne. Das ist eben das Coole dann, wenn du das Fachwissen mitbringst, dann siehst du, okay, das ist so, das ist jetzt mal typisch.

Markus: Und das klingt natürlich auch von der Sprache her schön, wir haben hier einen höherwertigen Alkohol.

Andre: Ja, ja, klugscheißen ist immer gut.

Markus: Nee, wunderbar. Na, dann riechen wir doch mal rein.

Andre: Ja. Eben spannend zu sehen, okay, hat es das Bierchen überlebt oder wie hat es sich entwickelt? Sollte natürlich mit der Reifezeit mehr diese Oxidation vorantreiben, habe es im Keller gehabt. Meisten sieht man diese getrockneten Früchte natürlich, reife Früchte. Ich meine, das siehst du ja schon, wann habe ich es gebraut, 20.11.20, ja, ja, logisch …

Markus: Also eine schöne Mischung, finde ich. Also wir haben auf der einen Seite tatsächlich so Trockenbeeren. Da aber dann, finde ich, eher so Richtung Pflaume, weniger Richtung Rosine, also schon ein bisschen mehr Gehalt. Und dazu kommt für mich aber noch so eine Aprikose, so eine gelbe Aprikose, die nicht so ganz reif ist, so kurz davor.

Andre: Da schauen wir bei uns ins Vintschgau zu den Marillen und die sind, ja, es ist immer lustig, da ein bisschen Verbindung zu machen natürlich, die sind auch relativ süß natürlich. Und habe ich jetzt im Bier nicht eingebraut, also die sind nicht dabei, aber der Wind kam vom Vintschgau natürlich.

Markus: Genau, der hat das so … bei den Belgiern ist es ja immer so, dass der Wind irgendwas irgendwo hertreibt und dann ist das da in diesem Bier.

Andre: Ja, ja, ein paar Hefele mehr. Ich braue ja natürlich open air und natürlich, wer weiß, was da alles in der Luft liegt.

Markus: Ja, ich finde auch, man hat viel Karamell natürlich noch.

Andre: Genau, ja.

Markus: Und so nussige Aromen sind auch viele dabei.

Andre: Also sind so die Orangenschalen. Ja, es ist immer so eine Mischung eben so, nicht extrem, wie gesagt, das will ich auch nicht haben. Aber natürlich eben, das habe ich jetzt natürlich recht kühl auch im Eiskühler jetzt aufbewahrt, natürlich, wenn man das jetzt theoretisch im Cognacschwenker reinbringt und die Temperatur etwas erhöht, dann vielleicht natürlich kommen da schon die Frucht- oder die unv. #00:40:32-5# mehr zur Geltung. So ist es halt, wie gesagt, durch den Einsatz habe ich da keins zugenommen. Natürlich für die Schlauen natürlich, greift man den Alkohol rauf, aber zumindest den Körper lässt man halt, dass man sagt, okay, will man es jetzt noch trinken oder muss man schon kauen?

Markus: Ja, aber das hat man ja eben sehr stark sowohl in der belgischen als auch in der englischen Bierwelt, das einfach durch die Zugabe von Zucker jetzt, also wie gesagt, das ist nix Böses, lieber Hörer, das ist also außerhalb des Reinheitsgebots völlig normal und macht auch dem Bier gar nix Schlimmes. Sondern, wie du grade gesagt hast, der Körper wird schlanker, der Alkohol wird stärker, es gibt einfach nochmal intensivere Noten dabei. Und das ist da der deutschen Bierwelt nicht fremd, sondern wir machen das halt dann einfach durch nochmal Zugabe von Bierwürze beziehungsweise eben Malzzucker. Was dann wieder Reinheitsgebots-konform ist und damit ist es ja ein ähnlicher Effekt. Nur das wir halt dadurch, dass es eben der Zucker aus Malz ist, bringen wir halt nochmal Aroma, nochmal Farbe, also all das, was das Malz halt mitbringt und wenn ich eben normalen Zucker habe, dann habe ich das halt nicht. Und das ist, glaube ich, so der Hauptunterschied. Aber einem Bier kann das durchaus gut tun, also da, ist schon spannend.

Andre: Ich bin auch gar nicht Gegner vom Reinheitsgebot, muss ich sagen. Also ich bin, ja, wie ich halt bin, ich mache das halt objektiv und ich sage, es gibt sehr gute Reinheitsgebot-konforme Bierchen, trinke ich auch sehr gerne. Und natürlich dann auch dann wieder, weil ich natürlich Saison-Liebhaber bin, natürlich auch Belgien, ja, Liebhaber, sage ich mal, gefallen auch die Bierchen mir. Also ich bin da ganz unv. #00:42:07-6# und bin auch sehr, sagen wir mal, sehr, ja, sozial, ich sage, ich lasse halt jeden leben, der andere mag es halt so, der andere anders, und Hauptsache, man diskutiert dazu, ne.

Markus: Ja und jetzt haben wir wieder diesen Holger-Effekt, wir reden schon wieder viel zu lange über dieses Bier. Also dann, trinken wir mal, prost.

Andre: Ja, zum Wohle. Verdursten ist einfach schwer, verhungern geht, aber verdursten ist halt …

Markus: Das kriegen wir aber, glaube ich, nicht hin mit unseren jeweiligen Bieren und Weinkellern.

Andre: Ja, ich finde eben diese schöne Malznote, unv. #00:42:43-9# Man merkt schon natürlich, du hast da jetzt kein Leichtbier drin. Ich wollte natürlich, ob man jetzt die zehn Prozent anmerkt, natürlich ich denke oder ich habe es ja probiert, ich meine, es ist ein Bierchen, was haben wir da, an die zwölf bis 14 Grad Celsius rauf geht, natürlich, da merkt man es schon, das Feuer. Und sonst, je kühler, man sagt, desto erfrischender wirkt es, ja, vorher, nachher wissen wir ja.

Markus: Ja, also mir käme es jetzt, wenn du mir das vorhin in die Hand gedrückt hättest, hätte ich jetzt gesagt, wir sind hier irgendwo 7,5, so kommt es mir jetzt vor. Es ist unheimlich cremig. Das finde ich ganz, ganz schön im Mund. Also sehr, ja, das bleibt auf der Zunge, ist da drauf, moussiert so ein bisschen, verbreitet sich, dann ist alles voll von diesen süßen malzigen, karamelligen.

Andre: So ein kleines Karussell.

Markus: So ein bisschen marmeladig fast schon, ja, also toll, was es da an Aromen gibt. Und wenn man das dann runterschluckt, dann bliebt das ganz lang noch im Mund. Man hat dann schon fast eine Honignote noch drüber. Also wirklich ein schönes, sehr, sehr komplexes, vielfältiges Bier. Also dem hat das Altern auf jeden Fall gut getan, ja, finde ich.

Andre: Danke schön.

Markus: Weil, da steht auch die Oxidation und all diese Alterungsnoten, stehen nicht im Vordergrund, sondern das verbindet sich wirklich schön mit dem Rest und ergibt was Neues, fas ist schön, ja.

Andre: Ja, es nimmt Vorrang, ja. Ich mag dieses, ich glaube, das habe ich bei dir auch das letzte Mal gemacht eben, dieses unv. #00:44:14-0# als, ja, sagen wir mal, Salzburg, ja. unv. #00:44:18-5# dieses Glas, fülle das natürlich, lasse es eingefrieren. Und ja, tue es dann also über Kopf dann einschenken und dann kriegt man doch da diese Essenz raus. Das habe ich das letzte Mal eben auch kredenzt zu Süßspeisen.

Markus: Genau, ja.

Andre: Wie gesagt, dieses Bierchen natürlich eignet sich zu Süßspeisen oder fast schon besser, würde ich sagen, zu einem tollen Käsesortiment, reifer Käse, denn wir sind in den Bergen auch. Wenn du sagst jetzt, schöne Malznoten vielleicht, weil du mal gesagt hast, ja, wieso nicht Blauschimmelkäse.

Markus: Also könnte ich mir total gut vorstellen, also auch in dem Zustand schon. Das dürfte dann auch ein Blauschimmelkäse sein, der noch ein bisschen cremiger ist, also nicht ganz so trocken, weil sich das, glaube ich, dann schön vermischt.

Andre: Ja, ganz toll, ja. Oder es gibt unv. #00:45:12-0# es gibt bei uns auch diesen milden Blauschimmelkäse, da ist ein bisschen mehr Milch drin, ja, auch ideal. Und sonst, ja, Parmesan Rigano oder der Tiroler Marktkäse auf den Almen jetzt, die auch ein bisschen diese reife Note, ein Nusskäse, ja.

Markus: Ja, also total …

Andre: Da müsste man einen Käsesommelier fragen, das ist dann auch mal interessant, da können wir den mal …

Markus: Da sitzt hier einer am Tisch, aber egal.

Andre: Ah ja, genau, Entschuldigung.

Markus: Nein, nein, alles gut.

Andre: Dann hast du ja fast alle Titel. Nee, was hast du nicht? Du weißt es besser.

Markus: Nein, nur Käse und Edelbrand hatte ich neben Bier noch gemacht, aber das ist ja … nee, also ich finde auch, ich bin da völlig bei dir. Und wir haben ja jetzt hier auch in Südtirol schon ganz, ganz tolle Käse kennengelernt. Und auch auf der Beer Craft gab es ja eine Verkostung, einmal mit Bier und Käse und dann sogar mit Bier und Schokolade und Käse. Das waren dann schon tolle Nummern. Also da kann man euch auch nur empfehlen, liebe Hörer …

Andre: Gleiche Kombination alles?

Markus: Das haben wir dann noch gemacht, also gedacht war es, glaube ich, eigentlich, dass man einmal ein Bier mit einem Käse und dann ein Bier mit einer Schokolade und dann wieder andersrum. Aber wie das so ist, also da treffen ja lauter Verrückte aufeinander.

Andre: Genau.

Markus: Ne, also da haben wir den Hubert von seinem Genussbunker mit seinem Käse, der ja auch das Bier extrem lebt. Dann hatten wir den, Schokolatier darf man ihn ja nicht nennen, weil er sagt, das sind die Schmelzer, sondern er ist ja der Choclat-Maker, hatten wir da, Karuna heißt die Marke.

Andre: Karuna, ja.

Markus: Genau, auch sehr, sehr spannend und der wirklich tolle Schokoladen macht. Und dann waren am Tisch eben auch noch entsprechend einige Leute, die da sensorisch unterwegs sind und dann haben wir einfach angefangen, mit den Dingen zu spielen. Und da merkst du halt, wie das ist, wenn du halt die dunkle Schokolade und dann nimmst du ein bisschen von dem Blauschimmelkäse dazu und dann probierst du das Bier dazu, wie dass da miteinander so spielt, was im Mund so alles passiert. Also dazu gehört eine gewisse Verrücktheit und auch eine Bereitschaft, sich auf sowas einzulassen. Aber das ist auch spannend, also man muss nicht nur wandern gehen in Südtirol, man kann auch einfach mal dem Genuss frönen, ne, ja.

Andre: Ich habe das ja auch schon mal gesagt eben, zu später Stunde nach der Beer Craft, was mich eben ausmacht, ein Profi, sage ich mal, ist immer, dass man auch irgendwie mal den Kopf immer frei hat für was Neues, weil, man lernt so viel dazu, manches funktioniert für einen gut, manches nicht. Aber ich finde schon, je geschlossener natürlich der Kopf ist, desto weniger wird halt passieren. Und die Welt dreht sich, man weiß selber, wie du gesagt hast, das Kellerbier, das kann die nächsten zwei, drei Jahre ganz andere sensorische Eigenschaften haben dann oder egal was, und wenn man da nicht mitzieht auch, dann sieht man dann irgendwann auch alt aus.

Markus: Das stimmt, also das ist auch tatsächlich ein Punkt, dass sich eben grade die Bierwelt total schnell dreht. Und ich auch merke, ich würde mal sagen, so vor zehn, 15 Jahren hätte ich gesagt, ich bin schon immer so vorne mit dabei. Und mittlerweile gibt es da schon den ein oder anderen, der einen rechts oder links überholt hat, weil einfach auch so schnell sich so viele Dinge verändern und Trends auch sich schnell verändern und auch das Globale und Internationale immer stärker wird und wir jetzt halt einfach immer neue Einflüsse, immer neue Bierstile, Bierideen. Also was ich so in letzter Zeit merke, es gibt so etwa einerseits komische, aber andererseits auch ganz gute Diskussionen um dieses Thema, welches Bier oder welcher Bierstil gehört einem Land oder ist irgendwo ansässig. Also zum Beispiel habe ich einige polnische Freunde, denen ist es immer ganz wichtig, dass Grätzer-Bier Grodziskie in Polen zu verorten, wobei das halt schon …

Andre: Das ist ein Weizen-Rauchbier?

Markus: Das ist so ein Rauchbier, ja, auf Weizenbasis. Und kommt halt aus einer Stadt, die immer von der Bevölkerung her gemischt war, aus Polen und Deutschen und wechselseitig mal zum einen, zum anderen Land beziehungsweise auch zu Österreich und so weiter gehört hat, wie das eben früher so war zu diesen Zeiten. Also diese Idee und Definition von Nationstaaten, das ist ja auch menschheitsgeschichtlich relativ neu und dementsprechend finde ich das immer schwierig. Also ähnlich ist ja die Diskussion ums Grape Ale jetzt, wo zu Recht viele Italiener sagen, das ist doch ein italienischer Bierstil.

Andre: Wir wollen ein bisschen auch den einzigen Bierstil, den wollen wir haben.

Markus: Genau, man will ja irgendwie auch, eben, ist ja auch …

Andre: Auch wir sind hier, ja.

Markus: … finde ich auch gut und ist ja auch richtig. Wenngleich, wenn man das dann halt sehr absolut sieht oder sehr extrem sieht, dann tut man natürlich auch vielen, was weiß ich, Franzosen oder auch Deutschen Unrecht, die das halt schon seit längeren Zeiten machen. Und dann gibt es wieder andere wie die Amerikaner, die eigentlich einen eigenen Bierstil haben mit dem Pumpkin Ale, aber darauf erstaunlicher Weise überhaupt nicht stolz sind, also.

Andre: Die wollen das lieber nicht haben.

Markus: Die wollen das wieder lieber nicht haben.

Andre: Vielleicht machen wir das dann als Italiener.

Markus: Ja und ich finde, ich meine, es ist auch letztens Endes, bei Italien finde ich es sehr ähnlich, weil, das kann man immer so und so sehen, ne. Italien hat ja eigentlich, also das, was heute Italien ist, hat viele Orte mit einer tollen Tradition in Bezug auf Bier. Also wenn man nur an Triest denkt, wo eben der Anton Dreher mit seiner Kältemaschine und so weiter, damals ja eigentlich Pionier war in diesem ganzen untergärigen Bereich.

Andre: Was ja auch nicht jeder.

Markus: Eben, weiß auch nicht jeder. Das war halt damals Österreich, aber es ist eine Gemengelage halt und ich denke mal, also da, das würde ich gerne ein bisschen aufheben und einfach sagen, wir haben in Europa so viele tolle Regionen, die sich gegenseitig befruchtet haben mit ihren Ideen rund ums Bier, mit ihren Rohstoffen. Das finde ich eigentlich schöner, als wenn man das so sehr dann jetzt versucht zu reduzieren. Aber es passiert auch selten, muss ich sagen, also, ja.

Andre: Ja, da spielt ein bisschen der Stolz mit und den darf man vielleicht auch haben, aber, wie gesagt, also wenn man es dann zu eng sieht dann, wie gesagt, diese Bierstile haben sich gegenzeitig befruchtet, auch der Wein. Und dadurch entstanden natürlich super Sachen, die, was wir heute als das Nationalgetränk ansehen würden, manche doch ohne Befruchtung, wäre es wahrscheinlich nicht zusammengestanden.

Markus: Ja und überhaupt, es gibt ja auch wirklich neue Bierstile, die entstehen, also. Wobei man vielleicht dann nochmal den Exkurs machen müsste, was ist ein Bierstil überhaupt, warum definiert man den und so. Das ist ja auch eine sehr deutsche Sache. Aber wenn ich zum Beispiel nach Brasilien schaue, die halt sagen, gut, sie haben halt wirklich in diesem Zusammenspiel von der Idee einer Berliner Weisse mit ihren Tropenfrüchten, haben die halt wirklich was Neues kreiert oder …

Andre: Katharina.

Markus: Genau, Katharina Sauer. Oder wenn man jetzt interessanter Weise, die Ukraine ist ja auch so, die haben diese Idee eines hellen untergärigen Bieres ganz anders definiert und da gibt es jetzt eben auch ein Ukrainian Golden Ale oder Lager, ich weiß es gar nicht genau. Also auf jeden Fall auch eine spannende Geschichte, wir werden es demnächst bei uns mal an einem Stand haben.

Andre: Cool.

Markus: Und da sieht man schon, dass sich einfach noch was tut. Und das ist, was du sagst, dass man offen ist für Neues, das man eher nach vorne guckt als nach hinten. Und habe ich auch neulich …

Andre: Bringt auch nicht immer viel.

Markus: Nee, es bringt nicht viel, eben.

Andre: Kannst du machen, ist halt blöd.

Markus: Ist halt blöd, ja. Und das habe ich auch neulich in einer Diskussion gehört, dass das auch so der Punkt ist, also was man sich auch für die Menschheit wünscht, weil man tatsächlich feststellt, dass immer mehr Leute anfangen, auch in jungen Jahren schon immer eher in die Vergangenheit zu schauen als in die Zukunft.

Andre: (es klingelt) Ja, das ist der Wecker.

Markus: Das ist der Wecker?

Andre: Der Wecker für, ja, ich sage da immer, das ist nur mein Training.

Markus: Ah so, okay.

Andre: Heute haben wir Biertraining, so.

Markus: Ach, das können wir ja fast drin lassen, sehr witzig, also wir steigen mal um vom Trainingsrad aufs Trainingsglas, so ungefähr. Genau, aber, wir waren ja auch beim Philosophieren, das ist vielleicht auch dem Bier geschuldet. Insofern, also liebe Hörer, das ist natürlich ein Thema, aber man merkt, man kommt einfach beim Bier so vom einen zum anderen, und das ist ja auch ein Thema, weil es halt nicht nur ein Getränk ist, sondern so viel mehr mit sich bringt, ja.

Andre: Ja, ich will dir mal was sagen, weil ich Training gesagt habe eben, ich mache da Kampfsport mit und wir haben natürlich gelernt beim Biertraining, das Ti-Ti-Ti, das ist die Theorie und das Training und die Taktik. Und das stimmt haargenau auch auf den Sport. Man muss das Fachwissen haben, man muss trainieren und natürlich dann im Wettbewerb auch die Taktik dazu haben. Und, ja, man verbindet es einfach. Ich habe zu meinem Trainer gesagt, weil, die wissen natürlich, dass ich mit Bier zu tun habe, weil die halbe Zeit bin ich da eh nicht, ab und zu. Ich habe gesagt, na, schau, wenn man das ein bisschen verbindet und so. Ja, das stimmt auch, du musst trainieren, du musst die Kenntnis haben, was du halt trainierst, sonst ist es eh für die Katz. Und dann, speziell bei großen Wettbewerben, musst du halt dann schlau sein, dann musst du halt sagen, okay, wie schlängele ich mich da durch, durch den Bierstildschungel.

Markus: Das ist vielleicht nochmal ein interessanter Punkt. Liebe Hörer, jetzt überlegt mal, was glaubt ihr, was unser Andre für einen Sport ausübt? Jetzt geben wir euch mal kurz Zweit zum Nachdenken und jetzt lüften wir hier mal das Geheimnis und sind mal gespannt, was machst du denn sportmäßig?

Andre: Also grundsätzlich mache ich Kickboxen. Sonst eigentlich auch, also ich habe angefangen mit Skifahren, dann über Snowboarden schon, ich bin jetzt bald 40 Jahre alt, da mache ich es, glaube ich, schon fast 30 Jahre. Eben und auch schwimmen, da lässt sich so viel übertragen. Weil, natürlich kann man sehr gut schwimmen oder man kann plantschen.

Markus: Also gut, da bin ich nie über das Plantschen hinausgekommen. Aber ich finde Kickboxen sehr interessant, also weil, du bist ja dann ein wehrhafter Biersommelier sozusagen.

Andre: Ja und auch eben der Respekt auch davor. Und, ja, ja, man kann es sehr eben, ja, ja, stimmt, man kann da viel dazu lernen, sei es, Bier auf Boxen, Boxen auf Bier. Und, ja, ich finde das immer toll. Ob das einer dann so annehmen kann, wie ich das sehe, das muss er selber wissen, aber ich, ja, ich komme mit dem ganz gut zurecht, ja.

Markus: Also ihr merkt schon, ihr müsst unbedingt mal vorbeikommen. Vielleicht, dass wir zum Schluss nochmal aufs Gespräch, deine Biere, wir haben jetzt das Saison probiert, wir haben das Belgian Strong probiert. Was sind denn noch so Ideen, die du im Köcher hast oder Sachen, die du vielleicht schon gemacht hast, die du nochmal wieder machen willst, gibt es da Ideen?

Andre: Weißt du, also wir haben es grade probiert, das muss ich wieder machen, das Belgian Strong hier, ja.

Markus: Ja, unbedingt.

Andre: Die Frage ist nur eben, weil man natürlich viel mehr Malz braucht, viel mehr Malzschüttung, ja, ja, da wird halt die Menge kleiner. Also, sagen wir, von meinem Maximum, was ich rauskriege, 80 Liter, da sind wir halt dann bei der Hälfte, wenn es gut geht. Ja und sonst, ich bin immer ein bisschen offen, natürlich ist es cool, auch untergärige Biere zu machen. Das lässt sich momentan mit der Kühlung noch schwierig vereinbaren. Ich habe viel experimentiert eigentlich, mit Kastanien natürlich, Kastanien, Dinkel, Erdbeeren, Kardamom. Ich habe eben mit einem Altbier und Kardamon, habe ich bei der Beer Craft jetzt auch 2019, glaube ich oder 2018, habe ich den zweiten Platz belegt eben in dieser Kategorie. Und, ja, kommt halt auch an. Ist halt eine spezielle Sache, dann denkst du, du riskierst halt wieder mal was, aber, ja, ich bin eigentlich für alles offen. Ja, früher noch verrückter, jetzt natürlich sage ich mir, okay, wer trinkt das ganze Zeug?

Markus: Ja, gut, da sind wir ja im Grunde …

Andre: Ja, ja, ab und zu kommen die Freunde zu mir, sagen, wann machst du dieses Bier wieder? Dann denke ich mir, Scheiße, was war denn das noch?

Markus: Aber da sind wir im Grunde bei deinem Hauptjob sozusagen, auch bei deinen Gästen, weil, die dürfen ja das Bier dann auch trinken. Also das vielleicht so als abschließende Frage, wie siehst du denn deine Zukunft? Also bist du der, der hier irgendwann so mit vielleicht etwas größerem Bäuchlein und Bärtchen und grau hier steht und die Gäste rein- und rauswinkt und ihnen zwischendurch ein Bier in die Hand drückt oder wie denkst du dir das so, wie du das so weitermachst?

Andre: Ja, natürlich im Sinne von Home-Brewer, dass da ein bisschen, ja, ein bisschen größer zu fabrizieren. Natürlich gibt es den Trend auch, das im eigenen Hotel, das da machen. Man muss natürlich dann die Räumlichkeit haben, die Investition auch. Ich finde, den, ja, Mehrwert als Brew-Firm auch nicht ganz schlecht. Du sagst, okay, ja, wenn du einen tollen Partner hast und sagst, okay, ich habe mein Rezept, ich möchte hier eins brauchen. Was verlangst du, was kostet mich das Bier? Das man auch so ein bisschen Mal anfängt, dass man das auch ein bisschen von dem Budget im Griff hat durch eine Brauerei. Natürlich, wenn ich jetzt keinen Job hätte, dann wäre das eine Option, aber ich habe aber eigentlich im Sommer noch einen Vollzeitjob Zuhause. Und logisch, muss man halt auch schauen, der Laden muss halt auch laufen. Und sonst lasse ich mich eigentlich überraschen, also, eben, so als Brew-Firm oder sagen wir mal, man macht einmal einen kleine Charge an diesen Bieren, sagen wir, 2-, 3.000 Fläschchen und man schaut, wie das auf dem Markt so geht. Weil es eben, da tut sich natürlich was, es gibt natürlich kleine Brauer auch noch, es gibt natürlich ganz große, es gibt kleinere. Und man kennt sich ja unter sich und da muss man sich mal durchfragen, wie es so aussieht? Und, eben, eben, sechs Jahre sind, ja, lang ist es nicht. Man braucht eine bestimmte Zeit, dass man sich selber im Klaren wird, okay, will ich das jetzt nur so spaßhalber, möchte ich da was vorantreiben? Welches Bier passt zu mir? Und, ja, das braucht seine Zeit dann natürlich.

Markus: Ja und vielleicht ändert es sich ja auch mit der Zeit.

Andre: Ja, ja.

Markus: Vielleicht muss man noch ganz kurz den Hörern sagen, also Brew-Firm, das ist praktisch eine Definition innerhalb von Italien, wo man …

Andre: Genau.

Markus: Eines der wenigen Ländern, das wirklich dieses Thema Craft Beer mal in eine Struktur gebracht hat. Und eine Brew-Firm ist dann praktisch eine Brauerei, die anderen auch Braukapazitäten anbietet, aber jetzt selber keinen unv. #00:58:57-3# oder irgend sowas hat, wo man die Biere ausschenkt, oder, ich habe nämlich …

Andre: unv. #00:59:01-1# muss nicht sein, nein.

Markus: Genau.

Andre: Wie gesagt, mal ganz einfach gesagt, ich habe mein eigenes Rezept und kann dann selber brauen da. Natürlich, der Braumeister von dieser Brauerei kann auch mitmachen.

Markus: Also man mietet sich irgendwo ein sozusagen.

Andre: Ja, genau, mieten, ja.

Markus: Genau. Also, da können wir uns an anderer Stelle nochmal mit befassen, liebe Hörer auch, das ist sehr spannend.

Andre: Wenn es soweit ist, sprechen wir darüber.

Markus: Genau.

Andre: Und, hast du dich irgendwo eingemietet?

Markus: Ja, es ist wirklich interessant, weil, ja, diese Idee, also der Begriff Craft Beer ja sehr inflationär gebraucht wird oder wurde. Also ich habe das Gefühl, dass es bei uns fast wieder abnimmt, aber niemand so recht weiß, was dahintersteckt. Und das finde ich in Italien ganz gut, weil man da einfach gesagt hat, okay, wir definieren das mal, dass man auch einfach weiß, was habe ich da zu erwarten und was nicht. Und das hilft dann vielleicht auch in der Abgrenzung zu den größeren Brauereien oder zu anderen Herangehensweisen. Aber ist wahrscheinlich an sich ein eigenes komplexes Thema.

Andre: Eben.

Markus: Ja, okay, na gut. Dann sage ich schon mal 1.000 Dank, das war ein ganz spannender Einblick, sowohl persönlich als auch flüssig.

Andre: Danke schön, ja.

Markus: Und der geht ja auch noch weiter, also wir haben ja die Fläschchen, die wir jetzt hier noch ausleeren müssen. Aber da klinken wir uns jetzt mal aus, zumindest in Sachen Mikrofon und wünschen euch, liebe Hörer, noch einen ganz schönen Tag. Und dir, Andre, natürlich sowieso und vielen Dank für deine Zeit und für all die Infos und das Bier.

Andre: Danke schön, Markus und hat mich gefreut und wir sehen uns sowieso.

Markus: Sowieso!

Andre: Gut. Tschüss euch.

 

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